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“Adoptieren statt produzieren” – Eine Kampagne von Martin Rütter

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Kosmos Hund sowie Martin Rütter entstanden und beinhaltet daher Werbung. Das Foto wurde mir zur Verfügung gestellt werden und darf nicht anderweitig genutzt werden.

“Adoptieren statt produzieren” – Eine Kampagne von Martin Rütter

Als ich vor kurzem die aufklärende Kampagne “Adoptieren statt produzieren” vom bekannten Hundetrainer Martin Rütter entdeckte, war ich direkt Feuer und Flamme, denn sie spricht mir wirklich aus der Seele. Da ich ein großer Fan davon bin, Hunde zu adoptieren und diese Kampagne genauso wichtig wie nötig empfinde, möchte ich euch mit diesem Beitrag, einen kleinen Einblick in die Aufklärungsarbeit von Martin Rütter und seiner überfälligen Kampagne geben. Außerdem möchte ich euch von meinen eigenen Erfahrungen berichten und so etwas Mut machen, den nächsten Hund vielleicht zu adoptieren.

Ernie – Mein erster Hund, ein Tierheimhund

Bevor ich euch die Kampagne vorstelle, möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen, die mich schon so lange begleitet und vermutlich der Auslöser dafür war, dass alle meine Hunde adoptiert sind.

Vor vielen, vielen Jahren, ich war damals 10 Jahre alt, war der Wunsch nach einem eigenen Hund schon unglaublich stark gewesen und ich lag meinen Eltern seit Jahren mit diesem Wunsch in den Ohren. Eigentlich war das Thema für meine Eltern abgeschlossen und es stand fest, dass kein Hund einziehen sollte. Da gab es nichts dran zu rütteln, oder etwa doch?

Ich kann mich auch heute noch an den Moment erinnern, als mein Vater beim Familienfrühstück auf einem Sonntag im Sommer durch die Zeitung blätterte und plötzlich ins stocken geriet. Er hörte auf gelangweilt zu blättern, sondern las richtig was da stand. Plötzlich sah er meine Mutter an, ging mit ihr, und der Zeitung, aus dem Esszimmer und verschloss die Tür hinter sich. Dann folgte ein kurzes Telefonat, bei welchem wir nicht dabei sein durften. Was das wohl zu bedeuten hatte? Wenige Stunden später saßen wir im Auto und nach kurzer Fahrt hielten wir vor dem Tierheim unserer kleinen Gemeinde. Bis zu diesem Moment hatte ich noch nie von einem Tierheim gehört, wusste weder was es ist noch was mich da erwarten würde. Erst als wir angekommen sind, erklärte unsere Eltern uns, dass dort ein Hund sitzt, der vielleicht zu uns passen würde. Plötzlich wurde ich nervös und war sehr aufgeregt.

Als wir durch das Eingangstor des Tierheimes lief war ich völlig überfordert. Meine Mutter hatte mir kurz zuvor gesagt, dass ein Tierheim ein Ort sei, in welchem Tiere leben, deren Besitzer sie nicht mehr lieb hatten und nun ein neues Zuhause suchen. Ganz ehrlich, das Kind in mir, hatte damals mit 10-15 unterschiedlichen Tieren gerechnet, aber nicht damit, dass über 150 Tiere hier auf ihre neuen Familien warten. Ich wusste nicht wo ich zuerst hinsehen sollte, und wenn ich in einen der Käfige sah, so erkannte ich einfach nur großes Leid und jedes Augenpaar sah unendlich traurig aus. Damals konnte ich die ganzen Eindrücke nicht beschreiben, heute würde ich sagen, dass die Tiere teilweise sehr gebrochen aussahen und am liebsten wäre ich wieder zum Auto gegangen. Mir liefen die Tränen über mein Gesicht, denn es war für mich nicht vorstellbar, dass man sein Tier einfach weggibt. Obwohl ich alles andere als schüchtern war, so überforderte mich alles sehr und ich versteckte mich hinter meiner Mutter, als wir zu einem Zwinger geführt wurden.

In einem kleinen Zwinger saß ein mittelgroßer Hund mit gekräuseltem Fell, welches weiß war und große braune Flecken hatte. Dazu gehörte eine niedlich gekringelte Rute und kleine Ohren, welche abgeknickt waren. Das war Ernie, ein Fox Terrier, 10 Jahre, also genauso alt wie ich und seit gut vier Wochen im Tierheim, da seine Besitzerin, eine Rentnerin, leider verstorben war. Mir blickten zwei schwarze Augen entgegen, die so traurig wirkten, als wolle er mir sagen, dass seine Welt für immer zerstört und sein Herz gebrochen sei. Ich wollte ihn direkt mitnehmen und ihm zeigen, dass wir ihn auch lieb haben werden und er nicht alleine sein muss. Natürlich ging das alles nicht so schnell. Wir drehten eine Runde mit einer Dame vom Tierheim, die uns einiges über Ernie erzählte und anschließend ging mein Vater mit der Dame alleine ins Tierheim, wir Kinder mussten mit unserer Mutter allein im Auto warten. Was wir da noch nicht wussten war, dass mein Vater den Adoptionsvertrag unterschrieb und Ernie zwei Tage später bei uns einziehen sollte.

Reva und Laska sind beides adoptierte Hunde, aus dem Tierschutz

Als Ernie bei uns einzog, befand ich mich auf Klassenreise und war so traurig, dass ich nicht dabei sein konnte. Die ganze Woche erzählte ich nur von “meinem” Hund der zuhause warten würde und fieberte den Zeitpunkt entgegen, wo wir wieder zurück waren und abgeholt wurde. Und da stand er, Ernie, neben meiner Mutter an einer hellbraunen Lederleine, es wirkte so, als gehörte er schon immer dazu. Auch wenn Ernie in erster Linie natürlich der Hund meiner Eltern war, und sie das meiste machten, so war er trotzdem auch irgendwie mein erster Hund. Ich ging jeden Mittag nach der Schule mit Ernie Gassi, bürstete ihn und liebte es im Dänemarkurlaub mit Ernie am Strand fangen zu spielen.

Ernie war ein toller Hund, gesetzt, in sich ruhend und mit so einer starken Ausstrahlung, die mich bis heute fasziniert und geprägt hat. Auch wenn seine Augen nie diesen ganz bestimmten Schmerz verloren, so sah er doch teilweise glücklich aus, aber etwas Schmerz blieb immer in ihm. Leider musste er viel zu früh von uns gehen, denn der Krebs traf ihn, leider mehrmals und irgendwann verlor Ernie den kämpf, auch wenn er sich mehrmals dagegen wehrte. Ich werde diesen Tag nie vergessen, ein verregneter Freitag, als ich von der Schule kam, war Ernie weg und meine Mutter saß mit Sonnenbrille im Wohnzimmer, damit wir ihre roten, verweinten Augen nicht sehen konnten. Erst spät am Abend realisierte ich, was passiert war und erlebte Nachts im Traum, alle Momente mit meinem ersten Hund, die ich bis heute nie vergessen habe. Auch heute, gute 25 Jahre später, erinnere ich mich immer wieder gern an Ernie und kann seine traurigen Augen deutlich vor mir sehen.

Auch wenn ich damals wenig mit der Erziehung zu tun hatte, nichts von Körpersprache verstand und die Hundehaltung überhaupt nicht vergleichbar mit dem ist, was ich heute darunter verstehe, so hat Ernie und die Erfahrung mit ihm, mir deutlich gezeigt, dass Hunde einfach zu mir und meinem Leben gehören. Nach Ernie zog kein weiterer Hund mehr ein, meine Eltern sagten, sie könnten den Schmerz nicht mehr ertragen, wenn er irgendwann wieder gehen müsste. Mir war aber immer klar, dass ich irgendwann Hunde bei mir aufnehmen werde und es sollte immer ein Hund aus dem Tierheim sein, denn ich wollte einer armen, verlassenen Seele ein neues, liebevolles Zuhause geben.

“Adoptieren statt produzieren”

Jeder kennt Martin Rütter, den bekannten Hundetrainer und Entertainer. Fast jeder Hundehalter kennt seine Sendungen, Bücher oder war schon einmal auf einem seiner Konzerte. Nun hat Martin Rütter eine ganz besondere Kampagne ins Leben gerufen. Mit “Adoptieren statt Produzieren”, eine groß angelegte Kampagne, die über das Leid des illegalen Welpenhandel informieren und aufklären soll.

„Jeden Tag gelangen unzählige Vierbeiner auf obskuren Wegen zu uns. Der
unseriöse Handel mit jungen Hunden floriert – und Corona hat dieses Problem
noch einmal verschärft. Die Nachfrage scheint so groß wie nie zuvor.
Gleichzeitig werden pro Jahr tausende Hunde in unseren Tierheimen abgegeben. Ich
finde, das kann so nicht weitergehen. Damit muss endlich Schluss sein.

Meine dringende Bitte lautet deshalb: ,ADOPTIEREN STATT PRODUZIEREN‘. Wenn
Hund, dann erstmal ab ins Tierheim. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde, die eine
zweite Chance bekommen, einfach wahnsinnig dankbar sind. Ich rate deswegen
jedem, der über die Anschaffung eines Hundes nachdenkt, zu einem Gang ins
Tierheim”. – Martin Rütter

https://adoptieren-statt-produzieren.org

Martin Rütter möchte sich dafür einsetzen, dass ein Umdenken erfolgt und man auch Hunden aus dem Tierheim oder Tierschutz ein schönes Leben bietet. Es muss nicht immer der niedliche kleine Welpe sein, denn auch ein erwachsener Hund macht unglaublich viel Freude.

Die deutschen Tierheime laufen über, mit Hunden die entweder aus Überforderung abgegeben werden, oder anderen komische Gründen, nur weil man sich keine richtigen Gedanken bei der Anschaffung gemacht hat und der Hund diesen Fehler nun ausbaden muss. Und noch immer hält sich das Gerücht, dass nur alte und kranke oder schwer vermittelbar Hunde in den Tierheimen sitzen. Aber dem ist nicht so, gerade durch die Corona-Pandemie sitzen viele Junghunde nun im Tierheim und sind traurig, dass sie aus ihrer Familie gerissen wurden.

Wer sich für einen Hund aus dem Tierheim interessiert wird selten damit allein gelassen, oft gibt das Tierheim Hilfe bei der Übernahme oder den ersten Anfängen. Viele Tierheime arbeiten mit Hundeschulen zusammen, oder haben einen eigenen Hundetrainer, der mit den Hunden arbeitet und wo man vergünstigte Preise bekommt, wenn man einen Hund adoptiert hat und an möglichen Baustellen arbeiten möchte. Und nur weil ein Hund schon älter ist, bedeutet es nicht, dass er nicht mehr aktiv oder agil ist. Ebenso können auch trotz eines hohen Alters oder längerer Zeit im Tierheim nicht enge Bindungen entstehen. Oft entsteht der Wunsch zum Welpen ja eben dadurch, dass man sich eine enge Bindung zum Hund wünscht, aber das kann man auch bei einem Hund aus dem Tierheim schaffen, ganz egal was dieser schon erlebt hat oder wie alt er ist.

Ich selber habe es immer wieder erlebt, wie meine Hunde, die schlechte Erfahrungen in ihrer Vergangenheit machen mussten, aufgeblüht sind und nach wenigen Wochen oder einigen Monaten ein ganz anderer Hund waren. Sie durften endlich das Leben leben, welches ihnen zustand und zu jedem bestand eine sehr innige Bindung, die von niemanden gebrochen werden konnte.

Wenn ihr euch also überlegt, einen Hund in euer Leben aufzunehmen, dann schaut unbedingt zuerst im Tierheim vorbei und wenn ihr hier nicht fündig werdet, wäre vielleicht auch der Auslandstierschutz eine alternative für euch.

Meine Hunde sind alle adoptiert

Nach Ernie war es lange leer in meinem Herz, bis Pamuk einzog. Eine kleine weiße Zwergpudeldame, 9 Jahre alt und einfach zuckersüß. Pamuk stand in den Kleinanzeigen, sollte verschenkt werden und wenn sich niemand passendes finden sollte, würde sie nach zwei Tagen ins Tierheim gebracht werden. Ihr Foto, welches nur schwer erkenntlich war, berührte direkt mein Herz und nach einiger Überzeugungsarbeit bei meinem Mann, nahm ich Kontakt zu den Besitzern auf. Auch wenn einige Informationen abschreckend klangen, so fuhren wir nach einem Telefonat direkt zu den Besitzern und keine Zwei Stunden später, fuhren wir zu dritt nach Hause. Auch wenn Pamuk nicht klassisch adoptiert war, so retteten wir sie vorm Tierheim.

Dieses kleine Hundemädchen berührte unser Herz zu tief, lehrte mich unglaublich viel über mich selbst und hinterließ nach nur 3 Jahren ein riesiges Loch in unseren Herzen. Noch heute fällt es uns schwer, über sie und unsere Zeit mit ihr zu sprechen. Pamuk war etwas ganz besonderes für uns, auch wenn sie ein Angsthund war, man ihr anmerkte das sie früher misshandelt wurde und sie unglaublich viele Baustellen hatte, die sich nie lösen ließen, so war sie der beste erste eigene Hund, den ich hätte haben können. Mit ihr ging ein Teil von mir selbst, aber ich werde sie immer in meinem Herzen tragen. Nach ihrem Tod stand für uns wieder einmal fest, dass wir auch weiterhin keine Züchter unterstützen möchten, sondern lieber Hunde, die dringend ein neues Leben suchen, aufnehmen möchten.

Und so zog, nur wenige Wochen später Reva ein. Ich merkte schnell, dass ich ohne Hund nicht sein kann, das Tierheim aber, machte es uns unmöglich, einen Hund aufzunehmen, denn wir erfüllten deren Bedingungen nicht und kein Hund passte wirklich zu uns. Also sahen wir uns im Tierschutz um. Am Ende war es aber so, dass Reva uns fand, denn wir hatten ihre Tierschutzgruppe nicht auf dem Schirm und als sie uns kontaktierten, war mein Mann direkt verliebt. Innerhalb weniger Stunden wurde alles wichtige geklärt und drei Wochen später konnte Reva einziehen. Sie kam direkt aus Russland nach Deutschland und bereichert seit nun fast sechs Jahren unser Leben. Reva ist mein persönlicher Spiegel, es ist als würden wir uns eine Seele teilen, so eng verbunden sind wir. Es war nie leicht mit einem Welpen aus dem Tierschutz, der nichts kannte, kein Muttertier hatte. Wir kämpften lange miteinander, ich war sehr oft verzweifelt und dachte ich würde es nicht schaffen, aber dieser eine ganz besondere Moment, wo unsere Herzen endlich zueinander fanden und unser Band geknüpft wurde, war einfach magisch und werde ich niemals vergessen. Reva und ich sind unzertrennlich, respektieren und akzeptieren uns mit unseren Stärken und Schwächen und wir machen das beste aus schweren Momenten. Baustellen wird es immer geben, aber das wird mit jedem Hund so sein.

Auch wenn wir mit Revas Tierschutzgruppe sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben und ich diese heute nicht mehr als seriös ansehen würde, so bin ich zutiefst dankbar, für diesen wunderbaren Hund. Aufgrund dieser schlechten Erfahrung hatten wir kurzzeitig überlegt, dass ein nächster Hund vom Züchter kommen sollte. Wir waren nun sehr in die Rasse von Reva verliebt, denn wir wissen mittlerweile, dass sie reinrassig ist. Aber das Schicksal meint es definitiv anders mit mir und so zog im November 2021 Laska ein, eine Tierschutzhündin aus Rumänien, welche hier in der Nähe in einer Pflegefamilie auf ihr neues Leben bei uns wartete.

Laska kam aus Rumänien

Wir hatten eigentlich nie vor, einen zweiten Hund zu adoptieren. Zumindest nicht bei Reva, da wir immer dachten, dass sie keinen zweiten Hund akzeptieren würde, obwohl sie Artgenossen liebt. Aber Reva ist halt schon sehr verwöhnt, daher dachten wir, dass es aufgrund von Eifersucht etc. schwer werden würde. Das Schicksal ist schon etwas sehr merkwürdiges. Ich hatte nämlich einen ganz anderen Hund, von einem anderen Verein im Auge und als hierzu eine Absage kam, fand ich zufällig den Weg zu Laska. Das erste Treffen hätte chaotischer nicht sein können, zeigte aber deutlich, dass wir das hin bekommen würden und ich war so verliebt in die kleine Maus. Mir gingen ihre Augen nicht mehr aus dem Kopf, denn es war, als würde ich diese Augen kennen. Wenige Tage später, zog Laska dann ein und nun sind es fast sechs Monate, die wir miteinander leben.

Reva und Laska haben sich vollends akzeptiert und kommen gut miteinander aus. Es ist nicht immer einfach und es ist bei beiden gewiss nicht die große Liebe, aber sie vertrauen sich und respektieren die Grenzen des anderen. Nur selten kracht es mal und auch ich komme mittlerweile sehr gut mit meinen beiden Tierschutzhunden zurecht. Natürlich war alles etwas ungewohnt und auch schwierig für mich. Immerhin haben wir zwei ganz unterschiedliche Hunde, mit unbekannten Vorgeschichten und völlig unterschiedlichen Bedürfnissen, die ich so gut es gehe, versuche zu erfüllen und gerecht zu werden. Für mich gibt es nichts schöneres zu sehen, wie Reva Laska am Morgen weckt und sich überzeugt, dass die kleine noch da ist, und wir uns alle im Bett zueinander kuscheln und einfach entspannen.

Im Tierheim und beim Tierschutz warten viele tolle Hunde

Laska ist das genaue Gegenteil von dem was wir uns für die Zukunft “gewünscht” hätten, aber das Schicksal hat eben zugeschlagen und einmal mehr bewiesen, dass wir auch zukünftig nur Hunde aus dem Tierschutz oder Tierheim adoptieren würde.

Wir sind für beides offen, denn wir wissen, dass im Tierheim aber auch beim Tierschutz viele tolle Hunde auf den beginn ihres neuen Lebens warten und es Wert sind, dass man sich den Herausforderungen im Alltag stellt. Generell gehöre ich zu den Hundehaltern, die sagen, dass es nicht zwangsläufig ein Welpe sein muss und ich liebe die Ausstrahlung älterer Hunde. Jeder meiner Hunde hat mich eine Menge gelehrt und ich fühle mich zutiefst zu ihnen verbunden, ganz egal ob sie als Welpe zu mir kamen oder als erwachsener Hund, eine Bindung kam immer und sie war/ist immer unglaublich stark. Mein Herz gehört dem Tierschutz, ganz egal ob Tierheim oder Auslandstierschutz!

Ich möchte aber noch einmal deutlich machen, dass man immer darauf achten sollte, dass man an eine seriöse Organisation gerät, wenn es ein Hund aus dem Tierschutz sein sollte. Am besten ein Hund, der bereits in der Nähe auf einer Pflegestation ist, da ihr hier euch wirklich davon überzeugen könnt, ob es passen könnte. Und für alle die unbedingt einen Welpen aufnehmen möchten sei gesagt, dass es auch im Tierheim und dem Auslandstierschutz Welpen zu finden gibt.

Auch wenn es viele Menschen gibt, die davor warnen, dass ein Hund aus dem Tierheim oder dem Auslandstierschutz immer seine Baustellen und Probleme mitbringen wird, so möchte hier nochmal sagen, dass jeder Hund, seine Baustellen haben wird, ganz egal woher er kommt. Es ist einfach ein altes Gerücht, dass nur aggressive Hunde sowie die totalen Problemhunde dort abgegeben werden. Oftmals sind es Hunde, deren Besitzer verstorben sind, oder wo man “überfordert” war, weil der Hund bisher keine Erziehung genossen hat, aber das kann man mit einer tollen Hundeschule immer nachholen. Im Tierheim sitzen so viele tolle Hunde, die es einfach verdient haben, ein schönes Leben mit einer herzlichen Familie an ihrer Seite zu bekommen. Das gleiche gilt für den Auslandstierschutz. Gerade wenn der Hund schon in einer Pflegestelle lebt, kann man schon einiges über das Wesen des Hundes erfahren und einfach schon etwas besser einschätzen.

Leider haben unsere Tierheime so strenge Auflagen, dass es für uns unmöglich wäre einen Hund zu bekommen. Das trifft aber nicht auf alle Tierheime zu und ggf. muss man seinen Suchradius etwas erweitern und um Umkreis gucken, aber die Tierheime sind voll und jeder Mitarbeiter möchte einfach das beste für seine Schützlinge.

Bitte keine Schnäppchenwelpen! Achtung, illegaler Welpenhandel!

Bevor man sich für einen Hund entscheidet, sollten die persönlichen Umstände geprüft werden und nicht immer passt ein Hund aus dem Tierheim oder Tierschutz zu einem. Vielleicht sind kleine Kinder im Haushalt oder man möchte eine ganz bestimmte Rasse, aufgrund von Allergien oder weil man mit diesem Hund bestimmte Dinge machen möchte. Warum auch immer, es gibt viele Gründe, warum es ein Rassehund sein soll, was auch voll ok ist, es gibt diese zwar auch in Tierheimen, aber ich kann es auch verstehen, dass man mit dem Welpen gern alles zusammen erleben möchte. Man ist kein schlechter Hundehalter, nur weil es eben ein Hund vom Züchter geworden ist. Falls man aber doch erkennt, dass es auch ein älterer Hund sein darf, möchte ich euch das Tierheim einfach ans Herz legen, denn gerade für Hundeanfänger kann ein älterer Hund ein toller Lehrer sein.

Sollte man aber zu dem Schluss kommen, dass man aufgrund der eigenen persönlichen Lebensumstände, einen Rassehund vom Züchter aufnehmen möchte, dann schaut euch bitte mit offenen Augen um und achtet genau auf die Aussagen der Züchter, denn manchmal sind Züchter von Vermehren nur schwer zu erkennen und auch der illegale Welpenhandel, der gerade über die Kleinanzeigen statt findet, muss dringend gestoppt werden. Bitte führt mit den möglichen Züchtern ausführliche Gespräche, achtet auf die Preise, lasst euch aufklären, wie es zu den Preisen kommt und kauft bitte keinen Billig-Welpen, denn hinter diesen vermeintlichen Schnäppchen stecken oft Welpen aus dem illegalen Welpenhandel.

Nicht immer erkennt man den illegalen Welpenhandel, denn er ist mittlerweile überall angekommen und findet schon lange nicht mehr nur auf Parkplätzen statt. Gerade durch den Welpenboom in der Coronazeit konnte der illegale Welpenboom explosiv wachsen. Immer mehr Menschen wollten einen Welpen haben, aber kaum einer war bereit, die hohen Züchterpreise, die bis zu einer gewissen Summe durchaus gerechtfertigt sind, zu zahlen. Da klickte man sich schnell durchs Netz, fand angebliche Rassewelpen für ein paar hundert Euro. Viele Menschen sind auf diesen illegalen Welpenhandel hereingefallen, haben sich ihren Welpen auf einem Parkplatz geben lassen, an Bahnhöfen fanden Übergaben statt oder aber auch in Wohnungen, wo es nicht so aussah, als würden hier Hunde leben.

Reva stammt ursprünglich aus Russland

Woran erkenne ich den illegalen Welpenhandel?

Es gibt viele Dinge an denen ihr den illegalen Welpenhandel erkennen könnt, einige möchte ich euch hier nennen:

Übergabeort und Ablauf der Übergabe

Achtet unbedingt darauf, wo ihr euren Welpen abholen dürft. In der Regel fahrt ihr zum Züchter oder der Familie, die Welpen abzugeben hat. Und dann gibt es meist noch andere Welpen oder das Muttertier vor Ort. Ein guter Züchter oder eine Familie die Hundewelpen abzugeben hat, die wird euch einiges fragen und erzählen können, zudem Interesse haben, was mit dem Welpen passiert und wie er leben wird.

Ihr solltet unbedingt hellhörig werden, wenn euch ein Parkplatz, öffentliche Orte, Bahnhöfe oder ähnliches als Abholort genannt wird. Nicht selten hat man in den letzten Monaten davon Gelsen, dass es Übergaben von Welpen gab, wo man einen viel zu jungen Welpen ohne Halsband und Leine unter einer Jacke trug und eine “Zack Zack” Übergabe durchgeführt wurde.

Aber da die Leute, die hinter dem illegalen Welpenhandel stecken dazu lernen, nutzen sie mittlerweile auch Wohnungen für Übergaben. Achtet darauf, dass man erkennen kann, dass hier Hunde leben. Fragt nach dem Muttertier und wenn es keines gibt, lehnt den Hund ab. Überzeugt euch bitte selbst davon, dass es Mutter und Welpen gut geht, lasst euch nicht nur Fotos oder Videos zeigen. Stellt Fragen zu den Hundewelpen, was sie bisher zu fressen bekommen haben etc.

Die Übergabe sowie der Übergabeort sollten ein rundes und seriöses Bild für euch abgeben, wenn ihr euch unsicher seid, dann lasst bitte die Finger von dem Welpen, ganz egal wie sehr ihr euch den Hund auch wünscht.

Papiere und Dokumente

Ein Hund aus einer guten Zucht hat immer Papiere, eine Ahnentafel und ähnliches. Es gibt einen Kaufvertrag. Und ganz wichtig, euch wird ein EU-Heimtierausweis ausgestellt. Auch Familien, die Hunde aus einem “Unfallwurf” abzugeben haben, werden euch einen EU-Heimtierausweis mitgeben, darauf solltet ihr immer bestehen.

Denn hier könnt ihr euch recht sicher sein, dass die Angaben zum Alter des Hundes stimmen und der Hund bereits beim Tierarzt vorstellig war und die ersten Impfungen vielleicht schon erhalten hat, je nachdem wie alt der Welpe ist.

Schaut euch die Papiere und Dokumente sowie die Heimtierausweis gut an, dieser könnte durchaus gefälscht sein. In den aktuellen Heimtierausweisen gibt es wie beim Personalausweis eine Erkennung, die die Echtheit garantiert. Am besten hierzu einmal im Internet recherchieren, wenn ihr euch ganz sicher sein wollt.

Mikrochip

Deutschland schreibt vor, dass man Hunde kennzeichnen lassen soll, entweder per Mikrochip oder über eine Tätowierung. Ganz egal wie, der Hund muss gekennzeichnet sein. Welpen aus seriöser Zucht oder einem “Unfallwurf” werden diesen Chip oder eine Kennzeichnung in der Regel schon bekommen haben, die Nummer findet sich dann im EU-Heimtierausweis wieder. Es gibt aber auch Anbieter, welche die Kennzeichnung durch den neuen Halter durchführen lassen, dies sollte unbedingt vorher erfragt werden und bittet ruhig darum, dass dies der Züchter noch machen lässt, wenn er zum letzten Mal den Tierarzt mit den Welpen besucht.

Ein illegaler Welpe wird ohne Kennzeichnung nach Deutschland kommen! Solltet ihr also keine Unterlagen zu der Kennzeichnung bzw. der Nummer des Chips bekommen, seid gewarnt. Lasst euch bitte nichts erzählen und hört auf euer Bauchgefühl.

Die Gesamtsituation

Und im Endeffekt ist es auch hier wie mit allem, macht euch ein Bild über die gesamte Situation. Wenn es seriöse Menschen sind, die gesunde Hundewelpen abzugeben haben, werden sie euch unterstützen und euch auch 1-2 Tage Zeit lassen, ganz in Ruhe zu entscheiden, ob der Hund zu euch passt. Achtet auf das genaue Umfeld, ist die Sympathie vorhanden und kann man erkennen, dass es sich um Menschen handelt die Hunde halten und man sich für euch auch wirklich Zeit nimmt.

Werdet ihr aber schnell abgefertigt, Fragen nur zögerlich oder immer anders beantwortet, dann lasst die Finger davon!

Der Preis

Vor der Corona-Pandemie fielen die Welpenhändler aufgrund ihrer viel zu billigen Preise schnell auf. Aber mittlerweile wurde auch hier nachgezogen und die Preise sind extrem gestiegen, teilweise ist es schwer am Preis einen seriösen Anbieter zu erkennen. Lasst euch am besten erklären, wie der Preis zustande kommt. Ein guter und seriöser Züchter wird euch alles ganz genau erklären und offen legen können. Auch bei einem “Unfallwurf” gibt es die Unterlagen vom Tierarzt, die euch gezeigt werden können. Hundezucht und Aufzucht kostet viel Geld, denn die Welpen werden optimal versorgt und es steckt viel Arbeit dahinter, die auch passend entlohnt werden sollte, also sucht bitte nicht nach Billig-Welpen!

Darum ist der illegale Welpenhandel so gefährlich

Auch wenn die Aufklärungsarbeit zum illegalen Welpenhandel immer stärker wird, so gibt es noch immer genug Menschen, die darauf rein fallen und viel zu junge Hundewelpen kaufen, die kurz danach schwer krank werden und vielleicht sogar einen qualvollen Tod sterben müssen. Dieses Elend muss endlich gestoppt werden! Darum ist es so unbeschreiblich wichtig, dass man hierzu Aufklärungsarbeit leistet!

Die Welpen, die meist in diversen Kleinanzeigen im Internet angeboten werden, stammen alle aus dem Ausland, denn hier gibt es richtige “Welpenfabriken”. Hier leben viel zu viele Hunde zusammen, Hündinnen werden immer wieder trächtig und tragen einen Welpen nach dem nächsten aus. Die Hündinnen werden ausgenutzt und wenn sie alt für Welpen sind, werden sie einfach weggeschafft, wie nutzloser Müll behandelt. Das ist einfach fies, respektlos und kein Tier dieser Welt hat dieses Leid verdient!!

Wenn die Welpen auf der Welt sind, werden diese viel zu früh von der Mutter und womöglich auch von den Geschwistern getrennt. Ärztliche Betreuung oder gute Aufzucht, Pflege, Sozialisierung und ähnliches findet auf keinen Fall statt und es wird versucht, die Welpen so schnell wie möglich los zu werden, um Platz für die nächsten Welpen zu machen. Es ist nicht selten, dass die Hunde bereits mit 4-5 Wochen vermittelt werden. Natürlich erfährt der mögliche Käufer hiervon nichts!

Die Folge sind dann kranke Welpen, die in ihrer Prägephasen nichts kennengelernt haben und daraus resultierende mögliche Verhaltensstörungen, die meistens immer bestehen werden. Die Welpen müssen einen langen, kräftezerrenden Transport aus dem Ausland zu uns nach Deutschland durchmachen und sind oft geschwächt. Es gibt durchaus Welpenhändler, die den Welpen etwas spritzen, damit diese bei der Übergabe fit und gesund erscheinen, aber spätestens nach 1-2 Tagen erkennt man, dass der Hund plötzlich krank erscheint und beim Tierarzt folgt dann das böse erwachen. Die Welpen kommen ohne Impfung, ärztliche Untersuchung und meist voller Würmer oder/und mit Giardien oder anderen Parasiten zu uns. Somit können sich Krankheiten sehr schnell verbreiten und den Hunden großen Schaden zuführen.

Aber nicht nur die Welpen leiden ihr Leben lang, denn auch die Elterntiere machen schlimmes durch. Rüden werden ihr ganzen Leben in Einzelhaft gehalten und dauerhaft mit Hormonen vollgestopft. Selten ist ein Deckakt gewaltfrei und ohne Zwang. Die Rüden sind ebenso wie die Hündinnen meistens krank, geschwächt und leiden unter starken Traumata. Die Hunde dienen lediglich als Maschinen zum Geldverdienen und das nur weil es Menschen gibt, die unbedingt und um jeden Preis einen Welpen haben wollen, aber nicht bereit sind, einen seriösen Züchter zu unterstützen.

Mein Fazit: Ich werde meine Hunde auch in Zukunft adoptieren

Nachdem alle Hunde, die mich in meinem bisherigen Leben begleitet haben, aus dem Tierheim oder Tierschutz stammen, sowie aus privater Haltung kurz vor dem Tierheim gerettet wurden, kommt nichts anderes für mich in Frage. Mich werden die traurigen Augen von Ernie immer begleiten und auch wenn ich weiß, dass kleine Überraschungspakete im Tierheim oder Auslandstierschutz auf uns warten, so bin ich mir sicher, dass wir auch unsere zukünftigen Hunde immer adoptieren werden, so möchte es einfach das Schicksal mit uns!

Ich liebe jeden meiner Hunde, sie sind das beste was mir je passiert sind und mit keinem gab es böse Überraschungen oder auffallend starke Verhaltensstörungen. Natürlich haben sie alle ihre Baustellen gehabt, an denen hat man gearbeitet, aber das war nichts was man nicht mit ordentlichem Training hinbekommen würde. Es waren immer diese typische Dinge wie Leinenführigkeit, Kontakt mit Artgenossen etc. Damit hat aber irgendwie jeder Hundehalter zu kämpfen und das ist normal, man muss ja erst zu einem Team zusammen wachsen bevor alles gut laufen kann. Meine Hunde waren/sind alle echte Seelenhunde und pflegen mit mir eine innige Bindung!

Eine mögliche problematische Vergangenheit kann mich nicht von dem Wunsch, einem Hund ein schönes restliches Leben zu schenken, abschrecken und auch ältere Hunde sind bei uns immer willkommen. Für uns muss es nicht unbedingt der süße Welpe sein, auch ein Alter Hund bringt so viel tolles mit und kann einem viele schöne Jahre bescheren. Ich bin mir aber immer bewusst, dass es durchaus Probleme und Verhaltensstörungen geben kann und ich in diesem Fall einen guten Hundetrainer kontaktieren würde, um gemeinsam mit dem Hund an Lösungen zu arbeiten.

Natürlich soll man niemals einen Hund aus Mitleid adoptieren, aber dem bin ich mir vollends bewusst und wir achten bei jedem Hund darauf, dass dieser zu uns und unserem Leben passt, damit alle glücklich sind. Ich liebe den Gedanken, etwas gutes zu tun und schließe es nicht aus, dass wir auch mal einen Hund aus dem Tierheim adoptieren werden, wenn wir dort einen finden sollten, der zu uns passt. Aber bislang war es immer der Auslandstierschutz und auch diesem sind wir niemals abgeneigt.

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