❀ Gesunder Hund

Die Gesundheit des Hundes beginnt im Magen-Darm-Trakt

Hundegesundheit – Ein unfassbar wichtiges Thema

Auch wenn wir Hundehalter es heutzutage wirklich leicht haben, uns ein großes Wissen ĂŒber unsere Hunde, deren Lebensgewohnheiten und ĂŒber wichtige gesundheitliche Dinge anzueignen, so war dies vor einigen Jahren in diesem Umfang noch nicht möglich und darum ist es wenig verwunderlich, dass so mancher Hundehalter wenig informiert war. Die Anzahl an Hunden, die mit Futter aus dem Supermarkt gefĂŒttert wurden war um einiges höher als seit einigen Jahren und nur die wenigsten Hundehalter hinterfragten die Behandlungen ihrer TierĂ€rzte. Dank immer mehr Informationen begannen wir Hundeliebhaber, auch die Dinge mehr zu hinterfragen und selbst zu recherchieren, denn unsere Lieblinge liegen uns einfach viel zu sehr am Herzen, als das wir ihnen Leid zufĂŒgen wollen.

Mittlerweile wissen die meisten Hundehalter mehr ĂŒber gute und gesunde FĂŒtterung und auch ĂŒber die Gesundheit des Hundes, worauf man achten sollte und was dem Hund eher schadet als nĂŒtzt. Und auch wenn das Thema Futter und Hundegesundheit zwei unbeliebte Themen sind, wo sich so manche Geister scheiden und gerne lange und nie endende Diskussionen beginnen, so verfolgt es uns doch immer wieder, da es einfach zusammen gehört und fest im Alltag mit Hund drin steckt. Denn nur wer seinen Hund gesund ernĂ€hrt, kann auf Dauer einen gesunden Hund an seiner Seite haben, denn die Gesundheit des Hundes beginnt in seinem Magen-Darm-Trakt.

Wer sich zum ersten Mal mit diesem sehr wichtigen und daher umfangreichen Thema auseinander setzt, ist schnell ĂŒberfordert und wird buchstĂ€blich erschlagen mit Informationen, die er so vielleicht noch nicht gehört hat oder nur schwer zusammenbringen kann. Daher schauen wir uns das ganze nun einmal in Ruhe und der Reihe nach an und ich werde versuchen, das ganze etwas leichter zu erklĂ€ren.

Nur ein gesunder Hund ist körperlich richtig fit

Der Magen-Darm-Trakt spielt die Hauptrolle in der Hundegesundheit

Immer wieder hört man, dass die Gesundheit des Hundes im Darm anfĂ€ngt, aber eigentlich ist damit die Darmwand gemeint. Den Magen-Darm-Trakt des Hundes kann man sich wie ein Rohr vorstellen, denn auf der einen Seite kommt etwas rein und auf der anderen Seite kommen die unverdaulichen Bestandteile des Futters als Output wieder heraus. Damit dies passieren kann ist das Darmrohr des Hundes also innen hohl. Die Wand des Rohres ist in diesem Fall die Darmwand, und diese Darmwand ist der wichtigste gesundheitliche TrĂ€ger beim Hund. Was aber auch nicht unerwĂ€hnt bleiben sollte, sind die Darmflora, welche aus guten Darmbakterien im Inneren des Darmrohres leben und fĂŒr ein bestimmtes Gleichgewicht im Hundedarm sorgen.

So ein Hundedarm ist schon eine komplexe und interessante Angelegenheit, denn hier wird harte Arbeit verrichtet. Futter muss aufgenommen und in seine Bestandteile zerlegt werden um diese damit fĂŒr den weiteren Transport ĂŒber die Darmwand vorzubereiten. Die Darmwand muss dann die lebensnotwendigen NĂ€hrstoffe passieren lassen, damit diese vom Körper aufgenommen werden können. Die DarmwĂ€nde transportieren die Vitalstoffe ĂŒber das Blut in den kompletten Organismus. Außerdem muss die Darmwand dafĂŒr sorgen, dass Giftstoffe nicht in den Körper des Hundes gelangen können. Die Darmwand muss also fĂŒr die guten Bestandteile des Futters eine Art BrĂŒcke in den Körper darstellen, aber fĂŒr die schĂ€dlichen Bestandteile zugleich eine undurchdringliche Barriere sein. Sobald dieses sehr leicht zerstörbare Gleichgewicht gestört wird, kann die komplette Hundegesundheit außer Kontrolle geraten und ist gar nicht so einfach wieder herzustellen.

Wenn die DarmwĂ€nde des Hundes in ihren natĂŒrlichen AblĂ€ufen gestört werden, so können die lebensnotwendigen NĂ€hrstoffe nicht mehr so Effektiv aufgenommen werden und es können MĂ€ngel beim Hund entstehen. der Hund wirkt mĂŒde und ausgelaugt, evtl. kraftlos und schlapp. Außerdem kann er Gewicht verlieren und weniger Lebensfroh wirken. Ob ein NĂ€hrstoffmangel vorliegt, ist ĂŒbrigens durch ein großes Blutbild möglich. Aber die schlimmste Folge einer defekten Darmwand ist, dass unerwĂŒnschte Schadstoffe in den Hundekörper eindringen können, da der Darm ja nun undicht ist. Hierbei können sĂ€mtliche Schadstoffe und auch ganze Paktieren tief in die Darmwandschichten eindringen und im fortgeschritten Zustand können sie sogar in das Blut des Hundes eindringen und dort schlimme Zerstörungen anrichten. Hierauf wird ein Hundekörper mit einer EntzĂŒndungsreaktion reagieren, welche schnellstens behoben werden muss. Je lĂ€nger eine EntzĂŒndung des Hundes unbehandelt bleibt, desto tiefer kann diese vordringen und den Körper immer weiter beeinflussen.

Die Darmflora des Hundes

Die Darmwand besteht aus Zellen, welche in totaler AbhĂ€ngigkeit von der Darmflora stehen. Die Darmflora selbst besteht aus mehreren Millionen von “guten” Bakterien, die fĂŒr ein gutes Darmklima sorgen. Diese Bakterien leben im inneren des Darmrohres und man kann sie sich quasi als Helfer des Darms vorstellen, denn nur wenn diese Bakterien ihre Arbeit gut verrichten können, kann der Hund gesund sein und lange leben. Die Keime der Darmflora leisten ĂŒbrigens eine großartige Arbeit, denn sie regeln zum einen eine ordnungsgemĂ€ĂŸe Verdauung, schĂŒtzen ganz nebenbei den Hund vor Infektionen und zum anderen ernĂ€hren sie die Zellen der Darmwand, damit diese fortbestehen kann. Hieran kann man erkennen, wie wichtig es ist, dass der Hund viele dieser guten Darmbakterien in sich trĂ€gt. Bei Hunden mit einem schwachen Immunsystem sowie Welpen und Ă€lteren Hunden, kann man mithilfe von Probiotikakuren die Darmbakterien unterstĂŒtzen und auch Kuren fĂŒr die Darmflora können zum Einsatz kommen um dem Hund etwas gutes zu tun.

Da die Darmflora aber wirklich sehr sehr empfindlich ist und sehr schnell aus ihrem empfindlichen Gleichgewicht gerĂ€t, kann es bei jeder ungĂŒnstigen VerĂ€nderung von z.B. Futter oder Medikamenteneinnahme zu einer VerĂ€nderung und somit zu einer Verschlechterung der Darmflora kommen. Durch eine Wurmkur z.B. wird ein Großteil der gesunden Darmbakterien zerstört und es dauert einige Wochen, bis dieses Ungleichgewicht wieder behoben wurde. Bei jeder VerĂ€nderung haben es die “bösen” Bakterien leichter, in den Darm des Hundes einzudringen, da dieser geschwĂ€cht ist und somit eine ideale AngriffsflĂ€che bietet. HierfĂŒr reichen Futterumstellungen, Wurmkuren, Infektionen oder Allergien des Hundes aus.

Sobald die Darmflora des Hundes aus seinem Gleichgewicht geraten ist und gestört wurde, können verschiedene Erkrankungen auftreten, wie z.B. eine BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndung, GelenkentzĂŒndungen oder Funktionsstörungen der Leber. Außerdem steht gerade die verĂ€nderte Darmflora als Auslöser fĂŒr sĂ€mtliche Magen-Darm-EntzĂŒndungen in Verdacht. Aber auch Diabetes, Herzerkrankungen, Parasitenbefall und Autoimmunerkrankungen können aufgrund eines lĂ€nger anhaltenden gestörten Magen-Darm-Traktes entstehen. Es gibt auch eine Vielzahl an TierĂ€rzten die gerade den Parasitenbefall wie WĂŒrmer und Giardien auf eine gestörte Darmflora zurĂŒckfĂŒhren, denn gerade diese Hunde haben dann ein schlecht funktionierendes Immunsystem.

Aus diesen GrĂŒnden ist es so wichtig, immer darauf zu achten, dass der Hund sein Futter wirklich gut vertrĂ€gt und man so wenig Futterumstellungen wie möglich durchfĂŒhrt, da mit jeder einzelnen Futterumstellung die Gefahr eingegangen wird, eine ungĂŒnstige VerĂ€nderung im Darm des Hundes auszulösen. Außerdem sollte nach jeder Krankheit der Darm mithilfe von Pro- und PrĂ€biotikaprodukten aufgebaut werden. Allerdings funktionieret dies nur dann wirklich gut, wenn der Hund sein Hauptfutter gut vertrĂ€gt und aktuell nicht mit Allergien zu kĂ€mpfen hat.

Eine gesunde Darmflora minimiert die Anzahl möglicher Erkrankungen des Hundes und kann die VerjĂ€hrung schĂ€dlicher Bakterien im Hund stoppen und somit eine mögliche Infektion verhindern. Wer z.B. den Darm seines Hundes zusĂ€tzlich stĂ€rken möchte, kann Probiotikaprodukte als Kuren geben. Hierbei handelt es sich um lebende Darmkulturen, welche die Darmflora unterstĂŒtzen und weiterhin am Laufen halten. Außerdem kĂ€mpfen auch sie gegen die schlechten Darmbakterien. Allerdings ist die Wirkung nur von kurzer Dauer und soll nur als Zusatz eingesetzt werden, wenn der Hund gerade krĂ€nkelt, da die “neuen” Darmkulturen aus den Kurprodukten lediglich eine neue Wachstumsgrundlage fĂŒr die Darmflora und ihre eigenen Darmbakterien bietet und sie sich so leichter im Krankheitsfall regenerieren kann. Aus diesem Grund sollen solche Produkte eben auch als Kur ĂŒber mehrere Wochen gefĂŒttert werden. Besonders fĂŒr den Einsatz von solchen Produkten spricht die hohe Aufnahme auch bei Allergikerhunden, bei denen solche Produkte ohnehin unbedingt eingesetzt werden sollten, da der Darm aufgrund der Allergien extrem geschwĂ€cht und gefordert ist. Außerdem kann man die Darmflora des Hundes mithilfe von Flohsamenschalen, Leinsamen, Pektin und Akazienfaser sehr gut unterstĂŒtzen.

Futter mit viel Getreide, Zucker, StĂ€rke sowie bestimmten Nebenerzeugnissen steht weiterhin in Verdacht, Allergien auszulösen bzw. zu begĂŒnstigen. Ebenso wird davon abgeraten getrocknete Kauartikel zu fĂŒttern. Denn auch wenn diese bei den meisten Hunden sehr hoch im Kurs stehen und in jedem Tierbedarfsladen zu bekommen sind, so stehen sie, laut manchen TierĂ€rzten, doch im Verdacht, die Darmgesundheit unserer Hunde zu gefĂ€hrden und nicht gerade wenige Hunde leiden nach dem Genuss eines solchen Kauknochens unter Durchfall, Erbrechen, BlĂ€hungen, Juckreiz und Bauchschmerzen. Diese Kausnacks bestehen nĂ€mlich zu einem Großteil aus Bindegewebe, welches fĂŒr unsere Hunde nur schwer verdaulich ist und die Verdauung unserer Hunde schnell ĂŒberfordern kann, zumal die meisten Hundehalter die Menge des Kausnacks leicht unterschĂ€tzen und schnell mal zu viel davon fressen lassen, da der Hund ja gerade so schön beschĂ€ftigt ist und man ihm seinen Kauspaß nicht wegnehmen möchte. Aber leider gerĂ€t die Darmflora genau dadurch schon in ihr Ungleichgewicht, da der Kausnack ein Störfaktor fĂŒr sie ist und sehr schnell können sich nun die schlechten Bakterien vermehren. Und auch wenn man es nicht glauben mag, aber das kann leider wirklich langfristige folgen wie z.B. eine chronische BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndung zur Folge haben. Aber man sollte auch hierbei immer beachten, dass jeder Hund unterschiedlich ist und nur weil der eine Hund Kausnacks absolut nicht vertrĂ€gt, muss das fĂŒr den eigenen Hund noch lange nicht das selbe bedeuten. Gleiches verhĂ€lt sich mit dem Hauptfutter, was der eine gut vertrĂ€gt, kann fĂŒr den anderen Hund eine schlimme Allergie oder gemein stinkende BlĂ€hungen und Bauchschmerzen auslösen. Hier hilft es nur, den eigenen Hund immer genau zu beachten und bei VerhaltensverĂ€nderungen schnell zu reagieren.

Eine gesunde Darmflora ist der wichtigste Grundstein

Auch wenn das nun nach viel trockener Theorie klang, so hoffe ich trotzdem sehr, dass euch dieser Beitrag etwas geholfen hat, das Thema Darmgesundheit beim Hund, etwas anders zu betrachten und vielleicht auch leichter verstehen zu können. Es ist leider unglaublich schwer geworden, hier einen Überblick zu bekommen und diesen auch zu behalten. Am besten beobachtet man seinen eigenen Hund immer gut und handelt bei den kleinsten VerhaltensverĂ€nderungen. Damit meine ich nun nicht, dass man sofort zum Tierarzt laufen sollte, aber man sollte sich VerĂ€nderungen aufschreiben und ĂŒber einen kurzen Zeitraum beobachten und dann ggf. zum Tierarzt gehen, sollten sich Symptome verschlechtern oder ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum anhalten.

Auch kann ich die Kurgabe von PrĂ€biotika nach ErkĂ€ltungen und Infekten sehr empfehlen, aber bei AllergieschĂŒben oder nach der Gabe von Antibiotika und Wurmkuren oder anderen Medikamenten sind diese Produkte wirklich Gold wert, um der Darmflora etwas gutes zu tun. Leider merkt man meistens erst zu spĂ€t, wie wichtig ein gesunder Darm ist und wie schnell er aus dem Gleichgewicht geraten kann. Dann dauert es oft sehr lange bis er wieder aufgebaut ist oder ist bereits komplett zerstört, was schlimme Folgen fĂŒr den Hund haben kann. Aber auch bei diesen Produkten sollte man nicht irgendetwas kaufen und sich ganz genau durchlesen, was da hinten so drauf steht und sich ggf. vom Tierarzt beraten lassen, aber auch dieser hat in seiner Praxis meistens wirklich tolle Sachen die er gerne empfehlen wird.

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