❀ Gesunder Hund

Das richtige Futter finden

Was fĂŒtterst du eigentlich? Der Klassiker unter den Hundehalterfragen

Ich glaube, wenn es ein Dauerbrennerthema gibt, welches immer wieder hitzige Diskussionen auslösen kann, dann das allseits beliebte Futterthema. Kein Thema wird so gerne auf Hundewiesen oder in den Social Media KanĂ€len erwĂ€hnt und aufgegriffen und löst dabei nicht selten die schlimmsten Diskussionen aus. Und dabei ist es eben genau dieses Thema, dass uns so deutlich zeigt, das wir jeden Hund und seine BedĂŒrfnisse individuell Betrachen mĂŒssen.

Leider gibt es auch beim Futterthema Leute, die meinen es gibt nur die EINE Futtermethode fĂŒr alle Hunde, denn diese wĂ€re perfekt fĂŒr ALLE HundebedĂŒrfnisse. Aber so wie es eben nicht nur die eine ganz bestimmte Erziehungsmethode fĂŒr Hunde gibt, so gibt es eben auch nicht nur die eine perfekte Futtermethode und was fĂŒr den einen Hund wirklich gut ist, kann einem anderen Hund gesundheitlich sehr schaden.

FĂŒr so viel Energie benötigt es das richtige Futter

Ich halte mich mittlerweile aus solchen Diskussionen gerne raus, und aus diesem Grunde wird das hier nun auch keine Grundsatzdiskussion darĂŒber was Artgerecht sei, sondern lediglich ein aufzeigen von möglichen Futtermöglichkeiten. Bitte bedenkt, dass jeder Hund individuell ist und das Futter wirklich an seine persönlichen BedĂŒrfnisse wie Alter, Allergien, mögliche Krankheiten und AktivitĂ€t etc. angepasst sein muss.

Um euch diese BedĂŒrfnisse und die damit verbundenen Probleme von unterschiedlichen Futterarten, habe ich einmal kurz eine kleine Zusammenfassung unserer langen Suche nach dem, fĂŒr uns, passenden Futter aufgeschrieben. Und bitte bedenkt bei den danach folgenden Futterarten, dass ich hierzu nur kleine Informationen gegeben habe, jeder hat hier vielleicht andere Informationen und sollte eigene Recherchen bei der Suche nach einem guten Futter nicht ersetzen.

Wir fĂŒttern…..eine lange Reise bis zu unserem richtigen Futter

Als Reva bei uns einzog, war sie 16 Wochen alt, bekam in Russland ein Welpentrockenfutter, welches mir nicht mitgegeben wurde. Da ich ihr zum Umzugsstress nicht auch noch sofort eine Futterumstellung rein drĂŒcken wollte, kaufte ich erst einmal ein Welpentrockenfutter. Ja auch das war eine Umstellung, aber nur vom Hersteller und nicht von der Futterart her, und laut Tierarzt sollte das weniger stressig sein. Dank des Zahnwechsels, welcher Reva mit 18 Wochen starke Schmerzen bereitete, wollte sie das Trockenfutter nicht mehr anrĂŒhren und ich musste umsteigen. Da ich es mir nicht zutraute einen Welpen zu Barden, stieg ich auf Nassfutter um, zumindest fĂŒr einige Monate, denn Reva sollte ab dem 6 Monat gebarft werden.

Nun ja, soviel zur Theorie aber die Praxis sah dann eher so aus, dass wir das Nassfutter zweimal wechseln mussten, da bei Reva Giardien gefunden wurden und hier eine ErnĂ€hrung ohne Kohlehydrate empfohlen wird. Also wurde ein neues Nassfutter gekauft. Als die Parasiten dann weg waren, war Reva fast sieben Monate alt und ich fing wie geplant mit dem barmen an, denn ich hielt es damals fĂŒr das einzig richtige und hatte in den letzten Wochen schon genug Bauschmerzen wegen meiner ach so miesen FĂŒtterung mit Trocken- und Nassfutter gehabt.

Bei Reva war es echt schwer, dass passende Futter zu finden.

Tja, wie so oft machte mir Reva auch dort einen Strick durch meine schönen PlĂ€ne und aus dem barfen wurde nix, da sie davon permanenten Durchfall hatte und sich stĂ€ndig erbrochen hatte. Wir waren sehr hĂ€ufig beim Tierarzt und dieser fand irgendwann heraus, dass Reva von Geburt aus an IBD leidet (hierzu in einem gesonderten Beitrag gerne mehr dazu) und im Zuge dessen diverse UnvertrĂ€glichkeiten und Allergien hat. Außerdem fehlen ihr durch die IBD gewisse Enzyme die fĂŒr die Verdauung zustĂ€ndig sind, weswegen sie rohes Fleisch einfach nicht verdauen konnte und es zĂŒgig wieder raus kam.

Wir fĂŒhrten eine AusschlussdiĂ€t mit Pferd und einem Ă€rztlich empfohlenen Hersteller durch und waren damit endlich zufrieden, nach fast einem Jahr. Wir blieben recht lange dabei und mussten es leider nur wechseln, weil der Hersteller plötzlich begann, die Zutaten immer wieder zu Ă€ndern, was bei uns zu neuen Problemen fĂŒhrte. Nun sind wir wieder bei dem Nassfutter, welches wir bereits in der Welpenzeit gerne gegeben haben, bloß als Adultfutter und an ihre Allergien angepasst. FĂŒr uns ist das derzeit aktuell das beste Futter, da es zu den BedĂŒrfnissen von Reva passt. Aber es kann sich jederzeit etwas Ă€ndern bei Reva und dann mĂŒssen wir wieder suchen, also musste ich leider lernen, dass es die eine perfekte FĂŒtterungsmethode einfach nicht gibt, zumindest nicht fĂŒr meinen Hund, und fĂŒr diese Erkenntnis bin ich im Nachhinein wirklich sehr dankbar, denn .

Wer die Wahl hat, hat die Qual – Der Futterdschungel

Kurz ein paar generelle Dinge

Da unsere Hunde fleischfresser sind, solle man sich bei seiner FĂŒtterungswahl immer nach einem Futter umsehen, welches einen hohen Fleischanteil beinhaltet und völlig ohne Zusatz-,Lock,- und FĂŒllstoffe auskommt. Ebenso sollte es keinen Zucker oder zuckerhaltige Inhalte haben. Es gibt mittlerweile immer mehr Futter die auf dem aktuellen Lebensmittelstandard sind und es gibt sogar immer mehr Biofutter. FĂŒr was man sich am Ende entscheidet, ist eine ganz persönliche Entscheidung und muss wirklich zum Hund passen. Da eine Futterumstellung immer großen Stress fĂŒr den Hundedarm bedeutet, ist es wichtig sich vorher wirklich gut mit dem Thema Futter zu befassen, um nicht jede Woche ein neues Futter versuchen zu mĂŒssen. Außerdem sollte man aufpassen, dass man ein getreidefreies Futter wĂ€hlt, da Getreide hĂ€ufig ein Auslöser von UnvertrĂ€glichkeiten ist.

Die vegane oder vegetarische ErnĂ€hrung wird auch bei Hundehaltern immer beliebter, aber ob das auch wirklich das richtige Futter fĂŒr einen Hund ist?

Bei der Deklaration seines gewĂ€hlten Futters sollte man nach einer offen Deklaration schauen, also eine Deklaration die offen alle Inhalte wiedergibt. Leider kommt das nur bei wenigen Futtern vor und die meisten fĂŒhren eine unvollstĂ€ndige oder unklare Deklaration, da nicht alles sichtbar gemacht wurde. Herbei ist es wichtig, dass, wenn man sich fĂŒr Nass- oder Trockenfutter entscheidet, es sich um ein Alleinfuttermittel handelt, da nur dann der Hund mit allen wichtigen Energie- und NĂ€hrstoffen versorgt wird. Und welche Art der FĂŒtterung am besten verdaut werden kann, muss leider ausgetestet werden, da jeder Hund eine andere Art der Verdauung hat, der eine muss von Trockenfutter viel pupsen und der andere bekommt von Nassfutter stĂ€ndig Durchfall, jeder Hund ist da leider anders.

Nassfutter

Seit einiger Zeit sehr beliebt ist das Nassfutter, welches in der Regel in Dosen, aber mittlerweile auch in anderen Formen und Verpackungen angeboten wird. Die Herstellung von Nassfutter gleicht dem einer Suppe, alles wird vermischt, dann folgt die AbfĂŒllung in die Verpackung um es anschließend zu garen. Dank extremer Hitze werden mögliche Bakterien getötet und durch dieses Verfahren ist ein Nassfutter sehr lange haltbar.

Der Name Nassfutter liegt an der hohen Feuchtigkeit von rund 80%, was bedeutet, dass der Hund durch dieses mit genĂŒgend Wasser versorgt wird, was gerade bei trinkfaulen Hunden von Vorteil ist. Da das Nassfutter eben viel Wasser enthĂ€lt, muss von diesem entsprechend mehr gefĂŒttert werden, um die optimale Energiezufuhr zu gewĂ€hrleisten.

Trockenfutter

Das Trockenfutter war besonders in den 80iger und 90iger Jahren sehr beliebt bei Hundehaltern, da dieses schnell und unkompliziert zu verfĂŒttern war. Es gibt mittlerweile viele Unterschiede beim Trockenfutter, von den normalen festen Brocken bis hin zu Soft oder Halb-Soften Brocken, alles ist möglich. Bei Soft oder Halb-Soften Trockenfuttern ist der Feuchtigkeitsgehalt höher und somit ist es besser verdaulich, der Hund muss davon wesentliche weniger trinken, als bei dem normalen Trockenfutter.

An sich ist die FĂŒtterung von Trockenfutter nicht gesundheitsgefĂ€hrdend, wie immer mal wieder gerne betont wird, solange der Hund genug trinkt und keine Probleme mit den Nieren hat, aber auch hier gibt es spezielles Trockenfutter fĂŒr nierenkranke Hunde. Da Trockenfutter hoch konzentriert ist, sollte man die Menge immer gut abmessen, um eine ÜberfĂŒtterung zu verhindern.

Barfen

Das barfen findet seit einigen Jahren immer mehr Begeisterung, da es natĂŒrlich und artgerecht sein soll. Das Futter wird roh gegeben und das Fleisch wird mit einer Obst/GemĂŒsemischung gegeben. Wenn man sich wirklich sicher sein möchte, was der Hund zu fressen bekommt, ist diese Art der FĂŒtterung sinnvoll.

Beim barfen scheiden sich aber die Geister. Die einen empfinden es als das einzig wahre Futter, weil es mit dem rohen Fleisch als einziges artgerecht wĂ€re und die anderen halten es fĂŒr quatsch und sind komplett dagegen. Es gibt auch Hundehalter die fĂŒr ihren Hund kochen, also Ă€hnlich wie Barf, bloß halt nicht mehr roh. Beim barfen sollte man sich auf jeden Fall wirklich gut in das Thema einlesen oder einen HundeernĂ€hrungsberater zur Hilfe ziehen, dieser kann dann einen passenden Barfplan erstellen, denn hier muss das Futter wirklich auf den Hund individuell abgestimmt werden und man kann nicht einfach irgendeinen Barfplan aus dem Internet kopieren.

Auch spielt hier das Thema NahrungsergĂ€nzungsmittel eine Rolle, da es sich um kein Alleinfuttermittel handelt und je nach Hund evtl. der ein oder andere Zusatz ins Futter gemischt werden sollte. Ebenso ist das Thema Hygiene in der KĂŒche hier besonders wichtig und gerade bei Haushalten mit Kindern oder immunschwachen Personen wird gerne vom barfen abgeraten.

Und es gibt noch so viel mehr…

Und da es ja langweilig wĂ€re, wenn es das nun schon gewesen sein sollte, es gibt einfach noch so viel mehr Methoden, jedoch klinke ich mich hier aus, da ich zum Thema MischfĂŒtterung, RestefĂŒtterung einfach keine eigenen Erfahrungen oder gute Infos habe und ich mich auch noch nie mit dem Thema vegane oder vegetarische FĂŒtterung beschĂ€ftigt habe. Aber ihr seht, es gibt einfach fĂŒr jeden das richtige Futter, man sollte nur wirklich immer nur im Auge behalten, dass es sich beim Hund um ein Wesen handelt, dass auf uns angewiesen ist und uns vertraut, dass wir ihm das passende Futter geben und uns hierbei nicht von Trends oder der eigenen ErnĂ€hrungsform leiten lassen.

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