🎤 Blogtalk - Ein Rudel geht durch Dick und Dünn

Das Rudelleben geht weiter, auch mit einer chronisch kranken Hündin

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Dieser Gastbeitrag stammt von der lieben Joanna, deren Hündin das selbe Krankheitsbild wie Reva hat, und ich ihr daher unglaublich dankbar bin, dass sie euch hier vom Leben mit einer chronisch kranken Hündin berichtet. Da es sich hier um einen Gastbeitrag mit Verlinkung handelt, wurde der Beitrag als Werbung gekennzeichnet.

Hallo und Willkommen – Das sind wir, Joanna und Tessa

Ich bin Joanna, 22 Jahre alt und arbeite als Ergotherapeutin in einer Praxis unserer Kleinstadt. Der kleine Fellkneuel an meiner Seite ist die Tessa, 1 Jahr alt und ein waschechter Australian Shepherd voller Power und Energie. Ihr könnt uns gerne auf unseren Abenteuern begleiten, denn wir sind bei Instagram unter dem Namen “_joannas” zu finden.

Unser Leben mit einem chronisch kranken Hund

In diesem Beitrag möchte ich Euch gerne unsere bzw. Tessas Geschichte erzählen, über ihre chronische Erkrankung, wie diese entstand und wie sie unseren Alltag beeinflusst. Tessa ist eigentlich ein waschechter Aussie, voll mit Power und voller Lebensenergie und nie zu bremsen. Normalerweise, aber dazu später mehr. Wir möchten euch mit diesem Beitrag zeigen, dass das leben als Rudel auch mit einer plötzlichen chronischen Krankheit weitergeht und man, wenn man gut zusammenhält, hieran weiter wachsen kann.

Seit einem Jahr nun gehen wir unseren Weg gemeinsam, genießen den Alltag zu zweit, wachsen immer mehr als Team zusammen und erleben kleine und große Abenteuer. Leider ist in diesem ersten Jahr auch viel unschönes passiert denn meine liebe Tessa, musste eine Menge durchstehen und unsere frisch gebackene Mensch-Hund-Beziehung wurde auf eine harte Probe gestellt. Aber beginnen wir erstmal am Anfang.

Tessas „Krankheitskarriere“ startete mit ca. 4 Monaten, als sie zum ersten Mal an Durchfall und Erbrechen litt. Als kleiner Welpe wollte ich nichts riskieren, also haben wir natürlich schnell den Weg zum Tierarzt gefunden. Ein paar Spritzen gegen die Übelkeit und ein Antibiotikum halfen vorerst gegen die Symptomatik. Einige Wochen später standen wir mit derselben Problematik in der Tür unserer Tierärztin, also das gleiche Spiel wieder von vorne: Spritzen gegen die Übelkeit, Antibiotikum gegen die Entzündung und den Durchfall.

Ursachenforschung

Parasiten konnten schnell ausgeschlossen werden, sodass die Tierärztin schnell eine Lebensmittelunverträglichkeit vermutete, woraufhin wir spezielles Futter füttern sollten. Wochen vergingen, Monate vergingen, aber es änderte sich nichts. Nun wurde das erste Mal von einer chronischen Darmentzündung, einer sogenannten IBD, gesprochen. Ich konnte oder wollte es zunächst nicht glauben. Wir wechselten den Tierarzt, um uns eine zweite Meinung einzuholen. Wechselten ihn darauf ein drittes und viertes Mal und landeten schließlich in der Tierklinik, in der nun jeder Schub therapiert wurde. Infusionstherapie, Antibiotika und weitere Medikamente waren Teil jeder Therapie.

Trotz der tiermedizinischen Behandlung über mehrere Wochen und Monate und trotz des ausgearbeitetem Ernährungsplans einer Ernährungsberaterin, welche uns dringend ans Herz gelegt wurde, wurden die Abstände der Schübe immer kleiner aber die Schübe dafür immer heftiger. Plötzlich reagierte ihr Körper auf die verschiedensten Medikamente nicht mehr und die Entzündung war einfach nicht aus ihrem Darm herauszubekommen.

Ein jeder Schub war geprägt von heftigem Durchfall, Erbrechen und starken Magenkrämpfen. Die Folgen waren drastischer Gewichtsverlust, Vitamin- und Nährstoffmangel sowie Schwächeanfälle. Nächtliches stündliches Rausgehen, Aufwischen des Erbrochenen, Bezüge wechseln, immer Tessas Körpersprache beobachten, die verrät, wie es ihr geht und/oder ob sie Schmerzen hat, all das war sehr nerven aufreibend für mich!

Während dieser Zeit konnte Tessa nicht alleine bleiben. Der Druck, die Not und die Schmerzen machten es ihr sehr schwer den Kot bei sich zu behalten und es zählte jede Sekunde. Daher muss sie 24/7 von jemandem betreut werden, der auch im Falle eines Schwächeanfalls schnell handeln konnte. Tessa wurde im Alltag immer schwächer, war schon viel zu viel im Untergewicht und Energie und Power waren ein Fremdwort. Der Glanz und das Funkeln, erlosch aus ihren Augen und der Blick war irgendwann nur noch leer und trostlos, ja schon fast lebensmüde. Aber so schwer das alles für mich war, ich glaubte an uns als Team, als Rudel, was alles zusammen durchstehen würde und kämpfte mit ihr zusammen, jeden Tag!

Der Moment des Neustarts

Dies war der Moment, in dem ich einen Cut gemacht habe. Ich war verzweifelt, hatte Angst und wusste mir nicht weiter zu helfen. Wir wechselten ein allerletztes Mal den Tierarzt, bei dem Tessa noch heute in Behandlung ist. Die Dame ist Tierärztin, Tierheilpraktikerin und deckt aber auch weitere Bereiche, wie beispielsweise Kinesiologie und auch die Schmerztherapie ab.

Meine Hoffnung ist, dass sich die Methoden ergänzen, sodass eines Tages die passende Behandlung für Tessa gefunden werden kann, sodass der Durchfall gestoppt und Tessa langfristig stabilisiert werden kann. Es zerrt nämlich nicht nur an Tessas Nerven, sondern auch an meinen.

Auch bei mir machten sich nach einiger Zeit Symptome bemerkbar, denn der Schlafmangel, die Ungewissheit und Sorgen um Tessa, blieben nicht lange unbemerkt. Migräneanfälle, Schlafstörungen, Müdigkeit und Angstgefühle waren die Symptome, die sich bei mir ausbreiteten.

Der Tierarztmarathon war anstrengend, Kosten über Kosten und es ist noch kein wirkliches Ende in Sicht. Fakt ist aber, ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Familie und meines Freundes würde ich diese Phase nicht gut überstehen, denn es ist eine Herausforderung und Probe für alle Beteiligten. Ich bin mir jedoch sicher, dass es eines Tages besser werden wird, ihr soweit geholfen werden kann, sodass sie eines Tages das volle Leben eines Junghundes genießen darf. Bis es jedoch soweit ist, werde ich ihr weiterhin beistehen und die Hürden dieser Erkrankung mit ihr gemeinsam meistern, denn wir gehören zusammen, sind ein Rudel, und als solches stehen wir uns gegenseitig bei, ganz egal was passieren mag!

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