📚 Hundeerziehung und Nützliches

Der letzte gemeinsame Weg

Da dies ein sehr schweres Thema ist, hielt ich bunte Bilder im Beitrag für unpassend und habe darum auf Bilder im Text verzichtet.

Irgendwann kommt dieser eine Tag

Ich gehöre zu den Menschen, die eigentlich immer versuchen positiv nach vorne zu blicken und meine Augen vor schlimmen Dingen gerne mal verschließen möchte. Und so auch bei diesem schwierigen Thema, denn wir alle lieben unsere Fellnasen über alles und niemand möchte sich die Gedanken um den Verlust des geliebten Tieres machen müssen.

Trotzdem habe ich gelernt, dass es nicht schadet, sich mal mit diesem Thema auseinanderzusetzen und somit für den Fall der Fälle besser darauf vorbereitet zu sein. Denn ich habe damals immer die Augen verschlossen und mir selbst eingeredet, dass mein Hund ganz bestimmt steinalt werden würde. Ich war damals völlig überfordert, als dieser traurige Tag dann doch so viel schneller als gedacht, da war und meine ganze Stärke und Kraft forderte.

Darum kann ich wirklich jedem Hundehalter nur raten, sich damit einmal zu befassen und vielleicht eine kleine Liste anzulegen, mit Dingen die einem dann helfen könnten, den Überblick zu verlieren und ganz und gar für seinen geliebten Hund da sein zu können.

Erlösen lassen oder noch lieber abwarten

Und irgendwann ist dann dieser eine ganz spezielle Tag gekommen, der Hund ist entweder sehr alt und kraftlos oder einfach schwer erkrankt, was auch immer der Grund sein mag, seine letzten Tage stehen nun bevor und spätestens dann, wird sich jeder von uns fragen müssen, wie man nun vorgeht. Da steht zum einen das Erlösen durch den Tierarzt, also das Einschläfern und zum anderen könnte man auch vielleicht doch einfach noch etwas abwarten.

Hier muss jeder für sich entscheiden, was das beste ist, aber es ist niemanden geholfen, wenn sich das Tier sichtbar quält und es nur für den Menschen, der nicht los lassen kann, mit Tabletten am Leben gehalten wird. Hier sollte der Angst vor dem Trennungsschmerz ganz weit nach hinten geschoben werden und bitte wirklich nur im Sinne des Tieres gehandelt werden, denn nun geht es wirklich nur noch darum, ihm seinen letzten Weg so schmerzfrei wie möglich zu gestalten.

Ganz egal, für welchen Weg man sich als Hundehalter nun entscheidet, man sollte sein Tier die letzte Ehre erweisen und diesen letzten Weg gemeinsam gehen, ganz egal wie sehr es einen zerreißt, aber diese Art der Sterbebegleitung hat das geliebte Tier nunmal wirklich verdient, so war es doch immer treu an unserer Seite und hat uns unsere Tränen weggeleckt wen wir traurig waren oder hat uns zum lachen gebracht. Nun sind wir als verantwortungsbewusster Halter also an der Reihe, ihm diesen letzten Schritt zu erleichtern.

Den letzten Schritt bitte nur gemeinsam gehen

Ich werde immer wieder sehr traurig und wütend, wenn ich höre, dass es so viele Menschen gibt, die ihre geliebten Tiere beim Arzt abgeben und nicht dabei sind, wenn diese die Spritzen zum ewigen Einschlafen bekommen. Warum macht man das? Was hat das arme Tier schlimmes getan, dass man es nun alleine lässt, wo es seine Menschen nun so dringend an seiner Seite bräuchte?

Ja, es zerreißt einem das Herz, dass man nun ohne sein geliebtes Tier nach Hause fahren muss und es nie wieder zu einem zurück kommen wird, aber das ist wirklich keine Begründung, denn dieses arme Wesen, liegt todkrank nun beim Arzt im kalten und leeren Praxisraum und muss allein und verlassen den Weg über die Regenbogenbrücke antreten. Es wird sich fragen, wo seine Menschen sind, warum sie es allein zurück lassen und seine Angst, wird nur noch größer. Wollt ihr euer Tier wirklich so gehen lassen?

Ich kann und will mir gar nicht vorstellen, was da alle in so einem Hundekopf vor sich gehen muss, in so einer Situation und dann noch ohne den Menschen, für den man immer da war. Man war doch jahrelang ein Rudel, eine Einheit und hat überall stolz erzählt und gezeigt, dass man eine ganz besondere Bindung zueinander hat. Wo ist nun diese Bindung?

Auch wenn dies alles hart klingt, so gibt es wirklich sehr sehr viele Menschen, die ihren Hund diesen Weg alleine gehen lassen, weil sie es nicht anders ertragen. Ich kann euch verstehen, aber bitte tut es dem Hund niemals an! Es wird auch genauso weh tun, wenn ihr nicht dabei seid, es ist kein Unterschied für den Besitzer, aber ein großer für den armen Hund! Wir Menschen wollen ja auch nicht alleine sterben und wären froh, wenn unsere Liebsten dann an unserer Seite wären und uns tröstende Worte mit auf dem Weg geben.

Auch wenn ich denke, dass die meisten ihre Hunde nicht alleine lassen würden, so ist es mir wirklich ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass man immer für seinen Hund da sein sollte, solange bis dieser vollständig und für immer eingeschlafen ist. Gebt eurem treuen Freund eure Kraft und Liebe mit auf seinem langen Weg über die Regenbogenbrücke und seit ihm die Stütze, die er so lange für euch gewesen ist!!

Trauerbewältigung

Wenn der geliebte Hund dann plötzlich fort ist, fällt man tief, sehr tief und hat das Gefühl niemals wieder aufstehen zu können. Ich habe damals das Internet nach hilfreichen Texten abgesucht und wurde leider nicht fündig, daher entsteht nun dieser Text, denn ich möchte hiermit zeigen, dass ihr nicht alleine seid, es ist bereits so vielen vor euch so ergangen und jeder hat es irgendwann geschafft, mit seiner Trauer um den Verlust umzugehen, auch wenn es bei jedem anders ist und bei einigen viele Jahre gedauert hat.

Aber der Tod und das Abschied nehmen gehört leider zum Leben und irgendwann müssen wir alle gehen und ich würde nur ungern vor meinem Hund gehen, denn dann würde ich diesen alleine zurück lassen, dass würde ich ihm nie antun wollen.

Mir hat es damals geholfen, in Erinnerungen zu schwelgen, denn so konnte ich erkennen, dass wir unserem damaligen Hund das schönste zuhause geboten hatten und sie ein wunderbares Leben hatte, auch wenn es nur kurz war, bei uns. Ich hab meine Gedanken aufgeschrieben, mir am Himmel einen Stern ausgesucht und abends, in den ersten Tagen, mit diesem geredet und ihr jeden Abend “Gute Nacht” gewünscht. Irgendwann hörte das von alleine auf, das Loch im Herzen blieb aber.

Wir sind alle individuell, auch beim Thema Trauern und das ist gut so, denn das Trauern ist so wichtig, denn dadurch wird es endgültig und es ist viel schwerer, wenn man den Verlust nicht zulässt und die Augen eher davor verschließt. Lasst es zu, verarbeitet es in eurem ganz eigenen Tempo und versucht euch abzulenken. Geht raus, trefft euch mit Freunden, helft im Tierheim aus, ganz egal was ihr macht, so lang es euch helft, ist es das richtige.

Wann kommt die Zeit für einen neuen Hund?

Irgendwann kommt dann auch die Frage auf, wann denn der beste Zeitpunkt für eine neue Fellnase an der Seite wäre. Aber hier gibt es einfach keine passende Antwort. Die einen holen sich sehr schnell nach dem Verlust einen neuen Hund. Die einen weil es ohne Hund nicht geht, die anderen zum Verdrängen des Verlusts und andere, weil sie denken dass sie so besser verarbeiten können oder schon so weit sind. Und andere warten, warten vielleicht sogar ewig und holen sich vielleicht auch nie wieder einen neuen Hund, da der Schmerz einfach zu groß ist.

Wir haben uns sehr schnell, nach nur einer Woche, für einen neuen Hund, also für Reva, entschieden. Freunde fragten uns, ob wir unseren alten Hund so leicht und schnell austauschen konnten. Aber das hatte damit nichts zu tun. Wir konnten vielmehr einfach nicht ohne Hund sein und wir haben auch nicht den erst besten Hund genommen, wie man in unserer Geschichte nachlesen kann, sondern haben das Schicksal entscheiden lassen, wann der richtige Zeitpunkt und der richtige, für uns passende Hund kommt und das war nun einmal so früh gewesen. Reva war ein Schicksalshund für uns und wir haben uns alle zu einem Zeitpunkt gefunden, wo wir uns gegenseitig wirklich brauchten, da wir einfach zusammen gehörten.

Ganz egal was die Leute um euch rum sagen, nur ihr allein entscheidet, wann es wieder an de Zeit ist, sich eine neue Fellnase ins Haus zu holen und dann wird auch der richtige Zeitpunkt sein, ihr solltet euch aber wirklich sicher sein, dass euer Herz dafür bereit ist, denn dann könnt ihr dem neuen Familienmitglied all eure Liebe geben, die ihr zu geben habt. Und glaubt mir, euer vorheriger Hund würde nie wollen, dass ihr unglücklich oder ohne Hund wärt, denn sie wollen uns einfach immer nur glücklich sehen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.