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Die ersten Wochen mit meinem Welpen Balu

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Dieser Gastblogbeitrag ist von der lieben Mirjam, einer lieben Freundin, die ich über Instagram kennen und schätzen gelernt habe, denn dort schreibt sie tolle Berichte zu ihren Erfahrungen mit Hund und darum bin ich sehr glücklich, dass sie meinen Blog mit diesem tollen Artikel bereichert. Da es sich um einen Gastbeitrag mit Nennung des Instagram-Accounts handelt, handelt es sich hierbei um Werbung.

Wer sind wir?

“Wir” sind Balu, seines Zeichens Labrador, 29. Februar 2020 geboren und sein Frauchen Mirjam, 20 Jahre alt. Balu ist mit acht Wochen bei mir und meinem Freund eingezogen und ist unser erster Hund. Auf Instagram findet man uns unter dem Namen “life.of.labradorbalu“. Ich studiere Lehramt im fünften Semester, mein Freund arbeitet in der IT-Branche. Als wir Balu das erste Mal besuchten, wurde er uns als gelassen und neugierig beschrieben. Wie er aber wirklich ist und vor welche Überraschungen er uns gestellt hat erfährst du in diesem Beitrag.

Der erste Tag mit Balu

In der Nacht vor Balus Einzug konnte ich fast nicht einschlafen, denn ich war so voller Vorfreude. Den Morgen verbrachte ich damit, die am Vorabend gepackte Tasche für die Abholung sicherlich zehn Mal aus- und wieder einzupacken und meine Liste zu kontrollieren, ob ich auch alles für die Abholung eingepackt habe. Dann brachte ich meinen Freund dazu, eine ganze Viertelstunde früher als benötigt loszufahren, nur damit wir dann in der Nähe des Hauses der Züchterin diese Viertelstunde am Straßenrand gewartet haben, damit wir nicht soviel zu früh dort seien. Soviel zu meiner großen Aufregung.

Die Heimfahrt stellte sich als überraschend einfach heraus, davon abgesehen, dass Klein-Balu meinte, er müsse unbedingt zusehen wo wir hinfahren und seinen Kopf ständig aus seinem Korb am Schoß meines Freundes gesteckt hat. Doch mit zugedecktem Korb konnte er dann sogar eine Stunde schlafen, perfekt! Zuhause wurde der Garten und die Wohnung genauestens inspiziert und es dauerte sicher zwei Stunden, bis das Hundekind im Garten einfach umgefallen ist und geschlafen hat. Da er aber wirklich mitten im Garten eingeschlafen ist, ließ ich mir von meinem Freund ein Buch bringen und setzte mich in Balus Nähe. Viel zum Lesen bin ich jedoch nicht gekommen, ich musste ihn immer wieder ansehen und konnte es noch gar nicht richtig glauben, dass er endlich bei uns war. Hätte ich gewusst, was mich die Nacht erwartet, hätte ich vielleicht etwas geschlafen in der Zeit.

Die erste Nacht mit Balu

Eigentlich wäre unser Plan gewesen, dass Balu die Nacht in einer Box verbringt. Ja, du hast richtig gelesen, eigentlich. Er liebte seine Box zwar vom ersten Moment an, jedoch nur, wenn sie offen war. Wurde sie zugemacht, gingen Proteste los, du glaubst gar nicht was aus so einem kleinen Welpen alles rauskommen kann! Da wir dann aber doch etwas schlafen wollten, musste also in der ersten Nacht ein Plan B her.

Alle zwei Stunden Wecker stellen, aufstehen, raus in den Garten, Pipi machen, wieder rein. Diesen Part hat mein Freund übernommen, ich bin dann ab 5 Uhr mit Balu aufgestanden, denn um 5 ist die Nacht zu Ende, wusstest du das? Balu behauptete das jedenfalls die ersten eineinhalb Monate, die er bei uns war. Mittlerweile schläft erwenn’s sein muss auch Mal bis 9.

Schwierigkeiten mit Welpe

Ich habe mich vor Balus Einzug sehr viel belesen, um mich besser vorbereitet zu fühlen. Klar bekommt man da überall super Tipps, aber meisten auch nur super gute und positive Meldungen. „Mein Welpe hat die Box sofort gut angenommen“, „Welpe XY schläft von 10 bis 6 Uhr durch“, „Stubenreinheit? Gar kein Problem mehr, mit 11 Wochen war mein Welpe spätestens rein!“

Daher möchte ich von unseren Schwierigkeiten berichten. Wie vorher beschrieben hat Balu die Box als Schlafplatz nicht angenommen. Anfangs wäre die Box bei uns imSchlafzimmer gestanden, aber da das ja dann nicht geklappt hat, haben wir sein Hundebett ins Schlafzimmer gestellt. Balu hat dann jedoch ziemlich schnell beschlossen, dass es unter unserem Bett ja viel lustiger ist. Ja, lustig, wenn dann um drei Uhr früh irgendwas total laut unter deinem Kopf herumscharrt und das Hundekind keine Ahnung mehr hat wo vorne oder hinten ist.

Schlafzimmer und Hund nicht in der Box war also für uns keine Option, so wurde Balu ins Wohnzimmer ausquartiert, welches direkt an unser Schlafzimmer angrenzt. Und siehe da, er kuschelte sich in sein Hundebett oder auf die Couch und konnte hier gut schlafen. Ab und an muss er bis heute jedoch an die großen Fenster gehen und den bösen Igel oder die Nachbarkatze warnen, ihm ja nicht zu Nahe zu kommen.

Und dann ist da noch die Sache mit der Stubenreinheit, wo soll ich da nur anfangen? Wir haben großes Glück, dass wir einen Garten besitzen und Balu Ende April zu uns kam. So war anfangs die Tür in den Garten fast durchgehend offen und er konnte selbstständig raus. Klar hat er das oft nicht gecheckt, aber auch unser Weg war ziemlich kurz und wir mussten uns nichtgroß anziehen. Dennoch hat die Stubenreinheit bei uns gefühlt echt lange gebraucht. Am Tag hatte Balu es relativ schnell kapiert, mit relativ meine ich nach circa vier Wochen konnte er ungefähr anzeigen, wann er aufs Klo musste. Seine Strategie: zur Tür laufen, durch die man meisten rein und raus geht.

Doch in der Nacht ging das manchmal echt daneben. Wir sind meistens zwischen neun oder zehn Uhr abends nochmal mit ihm in den Garten gegangen und um 6 aufgestanden. Wieso wir dazwischen nicht mehr aufgestanden sind? Egal wann du den jungen Mann geweckt hast und ihn in den Garten gesetzt hast, er hat sich draußen ins Gras gelegt und einfach weitergepennt! Daher haben wir beschlossen es einfach auszusitzen. Auch am Tag war es manchmal verhext. Ich ging mit ihm raus, er machte Pipi, ich ging fünfMinuten duschen – Pfütze im Wohnzimmer. Mehr als ein Mal passiert, doch was solls. Vollständig stubenrein war Balu circa mit fünf oder fünfeinhalb Monaten, würde ich sagen.

Wilde 5 Minuten und Selbstzweifel

Und da hätten wir dann noch die berühmten “närrischen 5 Minuten”. In erschreckender Regelmäßigkeit, drehte Balu abends richtig auf, wurde richtig grob, biss in Hosen und Arme und ließ sich nicht beruhigen. Fragt man Mr. Google oder eine Hundegruppe auf Facebook oder Instagram sind die meisten Antworten, dass der Welpe wohl überfordert sei oder noch nicht gelernt hat zur Ruhe zu kommen. Als die dritte Hose mehr als durchlöchert war und nicht nur eine Träne der Überforderung geflossen ist haben wir endlich eine gute Möglichkeit für uns gefunden: eine Mischung aus Deckentraining, Boxtraining und der Hausleine.

Hierfür wird es kein allgemeines Rezept geben, jedes Mensch-Hundeteam muss herausfinden, was gut klappt, denke ich.WahrheitJa, du hast im vorherigen Absatz richtig gelesen. Bei mir sind mehr als einmal Tränen der Verzweiflung geflossen. Wenn Balu eine seiner Beißattacken hatte, war ich mit meinem Latein echt am Ende, alle Tipps scheinen nicht geholfen zu haben. Wie wir das dann in den Griff bekommen haben? Ich kann dir den Grund nicht genau nennen. Umleiten auf ein Spielzeug, aus dem Raum gehen, konsequente Korrektur. Da wir Balu nach den ersten Lockerungen von Covid-19 bekommen haben waren auch unsere Hundeschulen noch nicht offen und wir mussten die ersten 4 Wochen alleine durch.

Mehr als ein Mal habe ich mich hinterfragt, war ein Hund die richtige Entscheidung? Schaffe ich das? Ich konnte ja nicht mal aufs Klo oder unter die Dusche, geschweige denn Mal schnell einkaufen fahren. Doch wenn ich mich abends hingesetzt habe und nachgedacht habe, was wir an diesem Tag wieder erlebt und gelernt haben, war ich mir immer sicher, dass es die richtige Entscheidung war, und ich dankbar bin, dass Balu in meinem Leben ist. Und ich sage absichtlich was „wir gelernt haben“, denn ich lerne mit meinem Hund. Viele Dinge muss ich erst lernen, um sie ihm weitergeben zu können. Es ist ein gemeinsamer Weg

Aber es macht auch Spaß

Genug Schwierigkeiten – jetzt kommen die guten Dinge im Leben! So anstrengend wie die Welpenzeit auch war, so froh bin ich doch, sie mit Balu erlebt zu haben. In der ersten Woche bei uns, konnten wir richtig zusehen, wie Balus Charakter sich entfaltete. Er wurde richtig neugierig, wollte zu allem und jedem Hallo sagen und war wahnsinnig wissbegierig. Kommandos wie seinen Namen, Sitz oder Platz hatte er super schnell verstanden – kleiner Streber!

Das gemeinsame Erarbeiten von neuen Dingen, neue Orte und unbekannte Dinge mitBalu entdecken zu dürfen, war für mich eine große Bereicherung. Alles war für den kleinen Welpen interessant. „Oh, da ist ein Blatt, schau mal Mama, dieser Stein ist vor fünf Sekunden noch nicht da gelegen! Wo bist du denn ah da ich koooommeeeee!“ – so ungefähr müssten Balus Gedanken auf unseren ersten Mini-Gassirunden gewesen sein. Einfach jedes Ding, jeder Grashalm schien wundersam und neu für ihn und er hatte an allem Freude. Und die Reaktion, die er bei anderen Menschen hervorrief. Noch niemals wurde ich mit so vielen Lächeln begrüßt oder gar angesprochen, als wenn ich mit Baby-Balu unterwegs war.

Oft habe ich mich mitten am Tag einfach mal zu Balu gesetzt, wenn dieser nicht schlafen wollte. Welpe auf den Schoß gepackt und gemeinsam eine Runde rasten. Die Zeit genießen und eine Pause machen.Und wie viele Dinge Balu gemacht hat, über die ich einfach nur lachen musste. Angefangen bei seinen lustigen Schlafpositionen bis zu seiner Liebe zu bestimmten Menschen. Liebend gerne hat er auf der Glasplatte unter unserem Wohnzimmertisch, in unserem Nachttischkästchen oder unter unserem Kühlschrank geschlafen.

Einen Vormittag bin ich bei einer Online-Vorlesung gesessen, Balu hat neben mir in seinem Hundebett geschlafen. Der Kopf hing etwas raus, irgendwie schläft er total oft so, dass sein Kopf irgendwo runterhängt. Und plötzlich höre ich nur ein leises, dumpfes Geräusch, sehe nach unten und sehe, dass sein Kopf auf den Boden gerutscht ist. In den nächsten 10 Sekunden rutschte er immer weiter raus und lag plötzlich auf dem Boden neben seinem Körbchen. Es hat ihn kein bisschen interessiert und er hat einfach weitergeschlafen. So viel hab ich echt lang nicht mehr gelacht! Mein kleiner Clown.

Meine Familie und mein neuer Welpe

Meine Familie ist relativ groß, ich habe drei kleine Schwestern. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie die sich über einen Hundewelpen gefreut haben. Für mich war es total schwer, auch für meine Familie Regeln im Umgang mit Balu aufzustellen. Manche Regeln sind ja ziemlich selbsterklärend: Hund bekommt niemals was vom Tisch oder der Küche, der ist ja mal so groß, dass er den Kopf fast auf den Tisch legenkann. Aber den Welpen in Ruhe lassen, wenn er sich wo hinlegt und schlafen möchte in Ruhe lassen oder auch mal ignorieren müssen, wenn er spielen will war schwierig. Doch auch hier galt, was auch mit der Kommunikation mit dem Hund wichtig war: klare Kommunikation, den unsicheren Menschen zeigen, wie man mit Situationen umgehen kann und Vertrauen in alle Beteiligten haben.

Der Besuch einer Welpenschule

Wegen Covid-19 war es für uns anfangs sehr schwer, Hundebegegnungen für Balu zuarrangieren. Die Welpenschule begann Gott sei Dank circa vier Wochen nach Balus Einzug bei uns wieder. Hier konnte Balu sich dann austoben und richtig Hund sein. Auch wir wurden an die Hand genommen und konnten unsere Fragen stellen. Doch es gab Dinge, die wir nicht so umsetzen konnten oder wollten, wie es uns gesagt worden ist. Nach einigen Terminen sollten wir langsam beginnen einige Schritte in der „Fuß-Position“ zu gehen. Leckerli vor die Welpennase halten, Welpe daran schlecken lassen und losmarschieren. Problem bei Balu war jedoch, dass er das Leckerli so sehr wollte, dass er richtig danach schnappte und meine Hand in regelmäßigen Abschnitten darunter litt. Als ich um Hilfe bat wurde anfangs gemeint, dass wäre normal, als dann eine Trainerin es probierte und danach ziemlich blutete war das jedoch vom Tisch. Mir wurde dann empfohlen mit Lederhandschuh weiter zu trainieren, doch irgendwas in mir meinte, dass das nicht ganz richtig für uns wäre. Wir haben es dann damit probiert, aber schnell wieder aufgehört, ihm noch zwei Wochen Zeit gelassen und dann war es besser. Zwar noch nicht gut, aber besser. Was ich damit sagen möchte: Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn sich was nicht richtig anfühlt lass es und such nach Alternativen!

Zusammenfassung zu den ersten Wochen mit Welpe

Die ersten Wochen hatten bei uns wenig mit Instagram-Idylle und Einheit zu tun, viel mehr mit Grenzen austesten, Regeln aufstellen, wenig Schlaf und sich kennenlernen. Doch all diese Schwierigkeiten haben uns zu einem Team gemacht. Sie haben uns gelehrt, gemeinsam zu arbeiten und uns Erinnerungen geschaffen. Immer wieder ziehe ich die Joggingshose an, die ich in Balus ersten Wochen oft getragen habe. Sie hat viele Löcher von seinen kleinen scharfen Zähnchen abbekommen, jetzt kann ich drüber schmunzeln, auch wenn es in der Situation nicht ging. Jetzt sehe ich diese Löcher und bin stolz darauf, wie weit wir in unserer kurzen Zeit schon gekommen sind.

Vorm Einzug des Welpens hätte ich dennoch ein paar Dinge gerne gewusst. Die erste, sehr offensichtliche Sache, die dir jedoch niemals oft genug gesagt werden kann: Jeder Hund und jeder Mensch ist anders. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und zusammenfinden. Die Zweite: Jeder lernt in seinem eigenen Tempo. Nur weil die anderen Welpen der Hundeschule schon durchschlafen oder stubenrein sind ist dein Hund nicht schlechter oder dummer! Dritte wichtige Sache: Es gibt sehr viele Dinge, die Hunde anscheinend brauchen. Für den Anfang wichtig ist jedoch ausschließlich Futter, Leine, Geschirr/Halsband, Schlafplatz, irgendwas zu kauen und ganz viel Geduld und Liebe deinerseits. Alles andere kommt mit der Zeit.

Balu hat mich in der Welpenzeit etwas sehr wichtiges gelehrt: Verlasse dich auf dein Bauchgefühl, lasse Emotionen zu und halte dich an deine eigenen Regeln. Wenn sich was nicht gut anfühlt mach‘s nicht, dann ist das nicht der Weg für euer Team. Stelle Regeln auf und setz sie durch, egal wie oft du die anderen daran erinnern musst, sei es Mensch oder Tier! Wenn du bemerkst, dass die Regel doch nicht so passt, ändere sie, und setz sie dann durch. Lass die negativen Emotionen zu und teil sie mit jemandem, du bist in den meisten Fällen nicht alleine mit deinem Hund sondern kannst dir Unterstützung holen. Doch teile auch deine positiven Gefühle, mach die Fotos, die du machen willst und halte die Erinnerungen fest. Und hol bei den Talfahrten Schwung, dann kommst du umso höher hinaus, wenn das Tief überwunden ist!

2 Kommentare

  • Pixel_theWiener

    Hallo Mirjam,
    das war schön zu lesen. Ich habe viel wieder erkannt und es hat mich in unsere Welpenzeit zurück versetzt. Ich wusste auch, wie sehr sich meine Familie auf Pixel gefreut haben und habe schriftlich Regeln aufgestellt xD. Erst wurde ich ganz schön belächelt aber im Nachgang sind ganz eine Dinge (nichts vom Tisch geben) mit so großer Wirkung (Pixel kennt es nicht und bettelt nicht, legt sich hin und schläft).
    Pixel war und ist bis heute dieser Träumer: “ohhh, schau diese Blume”, “ach wie toll ein Stück Holz”…. so gehen wir durch die Welt und es macht jeden Tag wieder Freude Pixel dabei zu zusehen!

    Ich wünsche euch noch viele wunderbare Momente gemeinsam,
    liebe Grüße
    Laura & Pixel

    • Mirjam und Balu

      Hey Laura,
      Danke für deinen lieben Kommentar!
      Ooh das kenn ich zu gut, bin ich froh, dass es nicht nur uns so ging.
      Wie schön! Behalt dir das Auge für die kleinen Dinge so wie er.

      Ganz liebe Grüße,
      Mirjam und Balu

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