đŸŽ€ Hundemenschen unter sich

Die Mehrhundehaltung unterschiedlicher Hunderassen

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Dies ist Gastbeitrag der lieben Sandra, die euch ihre Erfahrungen der Mehrhundehaltung schildert und wofĂŒr ich ihr sehr dankbar bin. Da dies ein Gastbeitrag mit Nennung des Instagram-Accounts ist, wurde dieser Artikel als Werbung gekennzeichnet.

Eine bunte Truppe stellt sich vor

Ich bin Sandra und meine drei Hunde sind eine braun-weiße Old Englisch Bulldog namens Bruno, ein schwarzer Weimaranermix namens Mia und ein weißer Zwergspitz namens Lui. Alle drei sind jung, aktiv und freuen sich des Lebens, manchmal zu sehr, aber so entstehen immer witzige und unterhaltsame Videos und Geschichten, die ich gerne mit der Instagram Welt auf unserem Account „bruno_mia_lui“ teile und so die Leute hoffentlich erfreue und ihnen ein LĂ€cheln aufs Gesicht zaubere. Wir, dazu gehört noch mein Mann, kommen aus dem SĂŒden Deutschlands und wohnen relativ zentral in Esslingen am Neckar.

Diese wunderschöne Illustration stammt von Veronika Hofmann, die ihr bei Instagram unter dem Namen “Pusteblumig” findet

Bedeutet drei Mal “Wuff” auch drei Mal mehr Arbeit?

Wir hören sehr oft, dass es ja „so viel Arbeit“ ist mit mehreren Hunden. NatĂŒrlich macht es der Umstand nicht einfacher, dass mehr Pfoten rumwuseln und Aufmerksamkeit wollen und versorgt werden wollen (auch finanziell) und es gibt tatsĂ€chlich einige logistische Herausforderungen, die ich versuche euch hier aufzuzeigen. Man entscheidet sich aber hoffentlich bewusst fĂŒr einen weiteren Hund und wenn ein Hund versorgt wird, können es meiner Meinung nach auch zwei oder drei Hunde!

Gassi gehen zu viert – Eine kleine Herausforderung

Das Gassi gehen mit den drei Fellnasen ist fĂŒr uns von Anfang an, die grĂ¶ĂŸte Herausforderung gewesen, ganz egal ob die Hunde nun im Freilauf oder an der Leine mit uns unterwegs sind. Denn da mein Mann zeitversetzt zu mir arbeitet, bedeutet es, dass ich oft alleine mit den drei Fellnasen raus muss, was manchmal wirklich eine kleine Herausforderung darstellt. Aber selbst wenn wir zusammen mit ihnen spazieren gehen, mĂŒssen einige kleine HĂŒrden genommen werden. Unsere drei lieben es draußen zu sein und Abenteuer zu erleben! Mia hat unendlich Power und das eben leider auch an der Leine. Wir versuchen mit den Runden zu variieren und der Dauer der Strecke sowie der Anforderung. Zum Beispiel eine mittelgroße Runde von 30 Minuten im Stadtpark an der Leine schaffe ich mittlerweile sehr gut alleine mit den dreien und es macht uns allen auch riesig Spaß, den Trainingserfolg zu ernten. Ich baue hier kleine Übungen ein und laufe ein gemĂ€chliches Tempo, denn wenn zu viel Dynamik reinkommt, bin auch ich mit knapp 70 Kilo an der Leine etwas ĂŒberfordert.

FĂŒr eine große Runde, ohne Leine, also im Freilauf, suchen wir uns dann Orte aus, zu denen wir mit dem Auto fahren und wo wir unsere Ruhe haben. Aber auch zu dritt im Freilauf ist es nicht so easy peasy wie man nun vielleicht denken mag, denn Bruno fordert Mia bullylike zum wilden Spielen auf und Mia rennt vor und zurĂŒck. Sie hatte aber immer einen hohen Will to please und so war es ein einfaches, den RĂŒckruf zu festigen und ihn wirklich sehr gut auszubauen. Bruno und Lui orientieren sich an Mia und so klappt der RĂŒckruf auch jedes Mal besser. Eine Variante ist auch, dass einer der drei an der Schleppleine ist und so fĂŒr uns kontrollierbarer bleibt. Wenn mein Mann dabei ist, wir also alle fĂŒnf auf Achse gehen, ist es nicht so hektisch und er schaut auf „seinem“ Hund Bruno, der dann plötzlich auf Herrchen, wie durch ein Wunder, super hört! Lui ist ĂŒbrigens, nach seiner kurzen Sturm und Drang Zeit in der PubertĂ€t mit 8-9 Monaten, auch sehr gehorsam und hĂ€lt einen kleinen Radius ein.

Die unterschiedlichen und individuelle RassebedĂŒrfnisse

Wie ihr bestimmt schon vermutet, haben alle unsere Hunde andere BedĂŒrfnisse und Anforderungen, allein auf die Veranlagung und Genetik bezogen. Mia, als Jagdhundmix, merkt man das Feuer im Hintern sofort an, Lui ist ein kleiner Nervzwerg und Bruno ist ein riesiger SchmusebĂ€r und Balljunkie. Mia mag fremde Hund erstmal nicht so, Lui will immer freudig “Hallooo” sagen und Bruno verzehrt sich nach menschlicher Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Mia ist ein Powerpaket, Lui will grossspurig ĂŒberall mitmischen und Bruno rempelt gerne mal alle anderen Hunde um. Ihr merkt, es wird nicht langweilig.

Wir wollen aber allen gerecht werden und so gibt es ausgewĂ€hlte Quality Time und Einzelrunden mit den Hunden. Vom Prinzip her, ist Bruno auch der Hund meines Mannes und die beiden anderen, sind meine MĂ€use. Damit passt es ganz gut, denn Bruno liebt auch die Kumpels meines Mannes und wenn die zu Besuch sind, dann hilft kein gutes Zureden, dann muss man nicht Gassi gehen! Mia und Lui sind da ganz anders, da baue ich gerne Suchspiele und Nasenarbeit und verschiedene Übungen auf den Spaziergang ein, zu dem ich auch gerne mit dem Auto fahre. Unsere Hunde können kaum Tricks. Nicht, weil sie es nicht wollen oder können, sondern weil wir viel gemeinsam ĂŒben und der Schwerpunkt unseres Training die Alltagstauglichkeit ist. Setze ich Mia und Lui ab, um Bruno zu rufen, ist “Sitz” bei uns auch wirklich richtiges “Sitz” und es wird nicht kurz mal der Popo gehoben. Das Ganze probiere ich im reizarmen Setting gerne zu Hause aus und verfestige es beim Spaziergang.

Unsere Regeln zu Hause

A propos zu Hause: Hier gibt es Hausregeln. Es gilt zu Hause Ruhe halten und uns nicht wie ein Kontroletti durch die Wohnung zu verfolgen. Ruhe gehört eben einfach dazu und ist uns das wichtigste. Mittlerweile wird das gut akzeptiert und wenn wir auf der Couch sitzen, ist sowieso ruhen angesagt, auch fĂŒr die Hunde. Ein kleiner beller von Mia, wenn sie doch was im Treppenhaus unseres Mehrfamilienhauses hört, ist erlaubt, aber reinsteigern nicht. Da schicke ich die Madame auch auf ihren Platz und das so lange, bis ich zufrieden bin, wie sich Mia beruhigt hat. Gefressen wird bei uns gemeinsam zur gleichen Zeit.

Wir barfen die Hunde und das wird zwei Mal am Tag zubereitet. Mia und Bruno haben ihre Futterbar im Badezimmer und Lui frisst in der KĂŒche, weil er langsamer frisst und ich kontrollieren möchte, was er frisst (da wird schonmal das GemĂŒse aussortiert) und Mia zum „klauen“ neigt. Die Regel ist hier folgende: Ist ein Hund fertig mit fressen und verlĂ€sst seinen Napf, darf dieser ausgeschleckt werden von den anderen. Wir haben damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Das Thema Ressourcenverteidigung ist natĂŒrlich auch signifikant mit einer Hundegruppe zu Hause (ich sage ĂŒbrigens bewusst nicht Rudel, denn ein Rudel wĂ€ren verwandte Hunde oder Wölfe). Ich handhabe es so, dass ich Ressourcen wie Futter oder Kausachen verteile, verwalte und darĂŒber entscheide, wer was bekommt. Bei Kausachen ist das meist eine Herausforderung, weil Klein-Lui viel langsamer kaut und die anderen Großen dann anfangen um ihn herum zu schleichen. Ist aber nicht drin bei mir! Denn hier ist es fĂŒr mich auch wichtig, dass Lui sich (in dem Fall) die Kausache aus dem Maul nehmen lĂ€sst, damit ich sie verwalte und vielleicht an einem anderen Ort in der Wohnung oder spĂ€ter gebe. Ich weiß, hier gehen die Meinungen auseinander. In der ganz frĂŒhen Welpenzeit hat Lui viel Kleinzeug umher getragen, was nicht fĂŒr Hunde war und da habe ich ihm immer einen Tausch mit einem Spielzeug angeboten. Das klappte wunderbar.

Was machen wir, wenn es mal zu wild wird?

Das hört sich jetzt alles vielleicht harmonischer, ruhiger und einfacher an, als es wohl tatsĂ€chlich ist. Es ist ein konstantes Training und stĂ€ndiges Erziehen und bedeutet immer dran zu bleiben, denn Erfolge feiert man nur nach getaner Arbeit. Mia wĂŒrde so gerne die Haus- und Hundegruppenherrschaft ĂŒbernehmen und am liebsten noch den kompletten Stadtpark kontrollieren und alle Hunde, die schneller rennen als sie, massregeln. Bruno wĂŒrde gerne alle Menschen in Esslingen begrĂŒĂŸen und hochspringen, ob die es wollen oder nicht. Und Lui ist gerade jetzt im FrĂŒhling, sehr hormongesteuert und macht sich bei Hundebegegnungen oft groß und springt selbst bei großen RĂŒden unerschrocken hoch.

Uns hilft da ein Abbruchsignal, besonders wenn die drei Chaoten meinen, eine große “Pawty” im Wohnzimmer auf der Couch zu feiern. Das trauen sie sich meistens nur bei mir, wenn mein Mann nicht zu Hause ist und geben Vollgas. Hier war ich gerade anfangs oft ĂŒberfordert, doch unser Weg beinhaltete ein gewisses Dulden von einem zeitlich begrenzendem Spiel, das nicht zu wild wird. Wenn doch, ist dann das Abbruchsignal „Schluss“ (das vorher auch aufgebaut wurde), und fĂŒr Bruno funktioniert auch ein Umlenken seiner Handlung gut, wenn er gerade, vor allem Mia, mit wildem Bully-Umrempeln bedrĂ€ngt. Ich schnappe mir sein riesiges Zergel und damit darf er so wild sein, wie er möchte.

Drei Hunde, zwei Menschen – Ein gemeinsamer Weg

Mein persönliches Fazit zur Mehrhundehaltung ist: Drei Mal mehr Freude, drei Mal mehr Liebe und null Langeweile! Wenn man sieht, wie die drei zusammenhalten und zusammen knuddeln und sich gegenseitig freudig begrĂŒĂŸen, selbst nach einer kleinen Einzelrunde, dann weiß man, was ich meine. Es erfordert trotzdem stets ein Vorausschauen, eine gute Logistik, ein Wollen und eine einheitliche Konsequenz aller Familienmitglieder. Wenn das gemeinsame im Vordergrund steht und die Unterschiede im Blick gehalten werden, spricht einem wunderbaren Groß-Hund-Mensch-Team nichts im Wege!

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