📚 Hundeerziehung und NĂŒtzliches

Ein Angsthund kommt ins Haus

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der AGILA Haustierversicherung entstanden und enthÀlt Werbung.

Ein neuer Hund soll einziehen

Die Entscheidung ist gefallen, es soll ein Hund in die Familie einziehen und ist da diese ganz bestimmte Frage, woher der Hund denn ĂŒberhaupt kommen soll. Die einen möchten gerne einen unbeschwerten Welpen aufnehmen und die anderen wĂŒrden gerne einem Ă€lteren Tier, welches von Privat abgegeben werden muss oder einem Hund der im Tierheim sitzt oder aus dem Tierschutz kommt, ein schönes restliches Leben bieten.

Diese Frage ist so pauschal nur schwer zu beantworten und sollte immer zur persönlichen Situation passen. Einem HundeanfĂ€nger, welcher keine Kenntnisse hat, dem wĂŒrde ich persönlich eher zu einem Welpen von einem seriösen und guten ZĂŒchter empfehlen. Denn bei einem Hund aus dem Tierheim/Tierschutz oder auch von Privater Abgabe, weiß man nie was einen erwartet. Die Leute die ihren Hund abgeben wollen, werden den Hund nur von seiner besten Seite “verkaufen” und bei einem Tierheim- oder Tierschutzhund hat man auch nur selten vollstĂ€ndige Infos ĂŒber Herkunft und erlebtes.

NatĂŒrlich kann es auch bei einem Hund vom ZĂŒchter zu Problemen kommen, aber hier kann vieles im Vorfeld ausgeschlossen werden und so wird man z.B. niemals einen Angsthund beim ZĂŒchter finden, denn ein Welpe wird nicht als Angsthund geboren, sondern er entsteht durch seine Erlebnisse.

Reva hat ihre Umgebung immer gerne im Blick.

Die Gefahr bei einem Tierschutzhund

Wenn man sich fĂŒr einen Hund aus dem Tierschutz oder Tierheim entscheidet, schwingt immer ein gewisses Risiko mit. Im Ausland, aber auch hier bei uns in Deutschland, sind die Tierheime voll von Ă€ngstlichen Hunden, aber es gibt unter ihnen auch die sogenannten Angsthunde. Man weiß leider nie, in welche Richtung sich ein Hund entwickeln wird, denn diese armen Seelen haben viel Leid erlebt. FrĂŒh weg von der Mutter, keine Sozialisierung, ein langes Leben auf der Straße, nicht selten wurden diese Hunde viele Jahre lang schwer misshandelt, das sind nur wenige Beispiele, wieso ein Hund zu einem Angsthund wurde.

Die Unterschiede zwischen Ă€ngstlich oder Angsthund, sind relativ groß und gut erkennbar. WĂ€hrend sich ein „Àngstlicher“ Hund relativ unproblematisch im neuen Heim einlebt und nur in wenigen Situationen Angst zeigt oder einfach ein wenig schreckhafter ist, wo man mit verstĂ€rktem Training schnell Erfolge verzeichnen kann, ist dies bei einem Angsthund leider nicht so einfach möglich. Denn so ein Angsthund hat wirklich immer und in JEDER erdenklichen Situation in unserem Alltag Angst. Zwar ist das Ganze hier auch wieder sehr individuell zu betrachten, da es auch bei den Angsthunden viele feine und kleine Unterschiede gibt, je nachdem was dieser Hund halt vorher so erlebt hat, aber trifft eigentlich gut den Nagel auf den Kopf.

Also sollte man sich von Anfang an, sowohl bei dem Gedanken an eine Adoption eines Tierschutzhundes, als auch bei einem Welpen, dieser Gefahr wirklich bewusst sein, denn ein Angsthund ist nichts fĂŒr AnfĂ€nger und oft wandern diese Hunde dann in Deutschland von Hand zu Hand, da die Besitzer mit ihnen ĂŒberfordert sind oder keine Lust haben, auf deren BedĂŒrfnisse einzugehen und sich selbst hinten anzustellen.

Das Trauma eines Angsthundes

Angsthunde leiden an einer PTBS – Posttraumatische-Belastungs-Störung, also an einem Trauma, das selbe gibt es auch bei uns Menschen, wenn etwas schlimmes passiert ist. Das bedeutet eigentlich nur, dass die arme Hundeseele schwer misshandelt wurde und vielleicht sogar jegliches Vertrauen in den Menschen verloren hat. Es gibt auch Angsthunde die durch dieses Trauma unter schweren Depressionen leiden und nur noch vor sich hinvegetieren, ohne Lebensfreude.

In der Regel behĂ€lt ein Angsthund seine PTBS sein ganzes Leben lang, aber auch hier kann es Ausnahmen geben, allerdings ist in den meisten FĂ€llen wohl eher von „Verbesserung“ der PTBS statt von einer Heilung auszugehen. Also auch wenn es mit der Zeit besser lĂ€uft und der Hund große Fortschritte macht, kann dieses Trauma trotzdem bleiben und vor sich hin schlummern, und evtl. jederzeit wieder hervorgerufen werden, wenn es den dazugehörigen Triggerpunkt gibt.

Ein Angsthund durchleidet durch dieses Trauma seine Misshandlungen immer und immer wieder. Er erlebt diese in sogenannten Flashbacks. Wie stark diese Flashbacks ablaufen, kann niemand sagen, dass ist bei jedem Hund anders. Der eine pinkelt sich in diesen Phasen ein, andere schreien wie im Alptraum und andere reagieren mit starken Aggressionen und sind kaum bis gar nicht ansprechbar.

Jeder von uns Hundemenschen leidet mit seinem Tier und möchte ihm helfen so gut es geht. Genau aus diesem Grund, gibt es jede Menge TierĂ€rzte die einem Angsthund dann gerne ein „Anti-Depressiva“ fĂŒr Hunde geben. Diese verĂ€ndern die GefĂŒhlslage des Hundes, er wird „taub“ fĂŒr seinen inneren Schmerz und soll es verdrĂ€ngen. Damit können Flashbacks unterdrĂŒckt werden, aber es ist keine Garantie und schon gar keine Heilung der zerstörten Hundeseele. Eine gute Alternative bietet die Homöopathie. Es gibt immer mehr KrĂ€utermischungen, die sich gerade bei Angsthunden sehr bewĂ€hrt haben. Hier gibt es gezielte Mischungen die man ins Futter streut die beruhigend oder nervenstĂ€rkend wirken sollen, z.B. Baldrian oder Lavendel wirken sehr beruhigend auf den Hund. Aber ob es hilft, ist natĂŒrlich auch wieder sehr individuell.

Reva ist recht schreckhaft.

Das Zusammenleben mit einem Angsthund

Das Leben mit einem Angsthund ist immer etwas anders, man kann keine großen PlĂ€ne machen und muss immer einen Notfallplan haben. Das beginnt bereits beim Einzug des neuen Hundes. Wird er die Autofahrt gut ĂŒberstehen und wie wird er die neue Umgebung annehmen? Es gibt Hunde die sich tagelang in einer Ecke verkriechen und sich lieber einnĂ€ssen und aufs Futter verzichten vor Angst, als aus dem Versteck zu kommen. Kinder können die Angst nur noch weiter verstĂ€rken. Jedes GerĂ€usch kann zu viel sein.

Wenn man sich dazu entschließt, einen Angsthund zu adoptieren, muss einem klar sein, dass dies ein Marathon und kein Sprint ist. Von da an ist es ein sehr langer und harter Weg, vielleicht wird der Hund die Angst auch niemals ablegen können und man kann nur versuchen, das Beste daraus zu machen und ihm mit Lösungen entgegen kommen, damit sein Alltag weniger beschwerlich wird.

Ob man mit einem Angsthund jemals in den Urlaub fahren kann, Familienbesuche oder AusflĂŒge an den Hundestrand etc. möglich sind, kann niemals beantwortet werden, denn das hĂ€ngt ganz vom jeweiligen Hund und seinen ganz eigenen Ängsten ab. Wichtig ist es aber immer, auf diese einzugehen und nicht zu ignorieren. Man sollte dann einfach seine BedĂŒrfnisse zurĂŒckstecken und halt auf solche AusflĂŒge verzichten und vielleicht fĂŒhlt der Hund sich im Wald wohler als am vollen Strand.

Im Alltag mit einem Angsthund sollte man immer vorausschauend sein und mögliche Gefahren noch vor ihm erkennen um darauf zu reagieren und dafĂŒr sorgen zu können, dass sie weniger schlimm fĂŒr ihn sind. So sollte, gerade am Anfang oder auch zu Silvester, immer auf eine doppelte Sicherung durch Leine und Halsband oder ein Sicherheitsgeschirr geachtet werden. Der unmögliche Freilauf kann durch eine lange Schleppleine trotzdem schön ersetzt werden und der Hund kann so etwas Freiheit erfahren, was ihm vielleicht auch etwas Selbstvertrauen zurĂŒck gibt.

Gerade das Thema vorausschauend sein, ist im Alltag mit einem Angsthund oberstes Gebot, denn wie schnell kann etwas passieren, was schnell sehr teuer werden kann. Selbst wenn der Hund gut gesichert ist, erschrecken oder los reißen kann er sich fast immer. Wenn z.B. der Hund sich vor etwas erschreckt, panisch los rennt und nix mehr wahrzunehmen scheint, ist ein Unfall meist vorprogrammiert und daher lohnt es sich hier auf jeden Fall auch mit dem umfassenden Schutz einer guten Hundehaftpflichtversicherung vertraut zu sein, da diese in so einem Fall wirklich hilfreich ist. Zumal eine Hundehaftpflichtversicherung in vielen Gemeinden und StĂ€dten in Deutschland auch vorgeschrieben ist. Hier kann ich z.B. die Hundehaftpflichtversicherung der AGILA empfehlen, da diese umfassend und unkompliziert ist.

Außerdem sollte unbedingt darĂŒber gesprochen werden, dass auch wenn ein Angsthund gewisse EinschrĂ€nkungen mit sich bringt und vielleicht niemals in den Freilauf gelassen werden kann, das Leben mit ihm trotzdem wunderschön werden kann. Auch ein Angsthund ist ein Hund, welcher es verdient hat wirklich geliebt zu werden. Er möchte kein Mitleid von seinen Menschen, sondern einfach nur ihre Liebe und ihr Vertrauen in ihn, er möchte das GefĂŒhl bekommen endlich anzukommen und Struktur in seinem Leben erfahren.

Und das Thema Hundetrainer sollte auf jeden Fall in betracht kommen, denn es gibt so viele gute Trainier, die sich ausschließlich auf Angsthunde spezialisiert haben und ein ganz spezielles Training anbieten. Daher sollte man seinen Hund die erste Zeit genau beobachten und sich genau notieren, wann evtl. Flashbacks auftreten und wie der Hund dabei reagiert. Auch das Verhalten draußen sollte genauestens notiert werden, um dieses mit einem guten Trainier zu besprechen. Eine Hundeschule mit einer großen Gruppe wird einen Angsthund ĂŒberfordern aber Einzelstunden können wahre Wunder bewirken und wer weiß, vielleicht kann der Hund dann auch irgendwann in ein Gruppentraining wechseln. Nichts ist unmöglich, auch mit Angsthund. Es ist nie gesagt, dass er fĂŒr immer seine Ängste mit sich tragen wird, vielleicht wird seine Seele durch seine neuen Menschen insoweit geheilt werden, dass er einen Teil seiner Ängste endgĂŒltig ablegen kann und irgendwann frei von Flashbacks sein wird.

Auch wenn sich dies nun alles nach viel Arbeit und vielleicht auch Stress anhört, sollte man sich aber nicht davon abschrecken lassen, man muss nur einfach darauf gefasst sein, dass der “armen Tierschutzhund” den man retten möchte, ein Angsthund ist, aber nicht jeder Tierschutz oder Tierheimhund ist einer. Das selbe gilt auch fĂŒr Hunde aus privater Abgabe. Nicht jeder von ihnen ist ein Angsthund, man sollte nur die Möglichkeit, dass dies sein kann, im Hinterkopf behalten. Und selbst wenn man dann doch merkt, dass es sich bei dem neuen Familienmitglied um einen Angsthund handelt, ist dies noch lange kein Grund zur EnttĂ€uschung, denn ein Angsthund ist ein Geschenk, da man so viel ĂŒber sich und das Seelenleben des Hundes lernen kann. Man kann positiv auf das Hundeleben Einfluss nehmen und das ist ein wahres Geschenk, nicht nur fĂŒr den Hund, sondern auch fĂŒr den Menschen, denn man lernt hierbei auch viel ĂŒber sich selbst.

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