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Fehlerquellen im Hundefitnesstraining

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und beinhaltet daher Werbung.

Modul 8

Im achten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es recht praktisch zu. Es wurde das spezifische Fitnesstraining fĂŒr den Hund vorgestellt und in die Bereiche AnfĂ€nger und Fortgeschrittene unterteilt. Die Übungen waren in die unterschiedlichen Körperbereiche wie Vorhand, Hinterhand und RĂŒcken sowie das Ganzkörpertraining aufgeteilt.

Zudem ging es um die möglichen Fehlerquellen beim Hundefitnesstraining. Da ich nur ungern Übungen einfach so weiter geben möchte und es schwer ist, diese einwandfrei zu beschreiben, möchte ich auf das Thema Fehlerquellen nĂ€her eingehen, da ich der Meinung bin, dass dieses Thema gern unterschĂ€tzt wird bzw. zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Alle wollen plötzlich zuhause Hundefitnesstraining machen

Der Trend zum Hundefitnesstraining ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Immer mehr Hundehalter erkennen die Wichtigkeit eines Hundefitnesstrainings und haben ein besseres GefĂŒhl fĂŒr das Gangbild und mögliche körperliche VerĂ€nderungen bei ihrem eigenen Hund entwickelt. Die Anzahl an Videos fĂŒr Übungen zuhause im Internet hĂ€ufen sich und auch Anleitungen fĂŒr das Dehnen und Massagen beim Hund sind zu finden.

Das gefĂ€hrliche hierbei, alles sieht so leicht und einfach aus. Es wird wenig erklĂ€rt und meist sieht man nur, dass der Hund auf ein Balancekisse gestellt wird oder dort rĂŒber lauft. Was diese Übungen beim Hund nĂŒtzen und welche Körperbereiche wir ansprechen, darauf wird leider nicht nĂ€her eingegangen und auch das Thema Verletzungsrisiko wird kaum bis gar nicht erwĂ€hnt.

NatĂŒrlich macht Hundefitnesstraining sehr viel Spaß und kann dem Hund viel nĂŒtzen, aber nur wenn es richtig durchgefĂŒhrt wird und dabei Bewusst ist, was wir hier tun. Auch in den Sozialen Netzwerken hĂ€ufen sich Videos von Übungen aus dem Hausgebrauch zum Nachmachen. Es wird aber meist nur wenig erklĂ€rt und die Videos sind leider viel zu schnell zu Ende, als das man den Ablauf der Übung wirklich verstehen könnte.

Bitte fragt eine Profi um Rat

Auch wenn Hundefitnesstraining in den meisten Videos sehr leicht und die Übungen meist sehr Ă€hnlich aussehen, so rate ich persönlich dazu, die Finger vom einfachen nachmachen zu lassen. Bitte besucht einen Hundefitnesstrainer oder Hundephsyiotherapeut wenn euch das Thema wirklich interessiert. Dieser wird euch sehr gerne umfassend beraten, einen Hund auf sein persönliches Fitnesslevel einschĂ€tzen und euch dann einen tollen Trainingsplan fĂŒr zuhause zusammen schneidern.

Er wird euch auch sagen, welche FitnessgerĂ€te ihr fĂŒr euren Hund braucht und nutzen könnt. So könnt ihr zusammen erste Übungen durchgehen und er kann rĂŒber schauen, ob ihr die AblĂ€ufe verstanden habt. Zudem kann er euch mögliche Gefahren und Verletzungsrisiken direkt nĂ€her bringen und die Vorteile- bzw. Nachteile mancher Übungen erklĂ€ren.

Unsere Hunde sind alle individuell, nicht nur in ihrer Erziehung, sondern auch in ihrem Fitnesslevel. Kein Hund hat die gleiche Körperform und ein Übergewichtiger Hund braucht ein ganz anderes Fitnesstraining als ein Hund der viel Hundesport betreibt oder als ein Hund, der gerade eine Operation oder Verletzung hinter sich hatte.

Gerade beim Thema Nachbehandlung von Operationen und/oder Verletzungen möchte ich dringend dazu raten, die Finger von “Nachmach-Videos” aus dem Internet zu lassen, da hier wirklich sehr viel falsch gemacht werden kann, da euer Hund gerade dann ein auf ihn zugeschnittenes bestimmtes Training benötigt. NatĂŒrlich könnt ihr auch zuhause trainieren, das ist sogar gewĂŒnscht, aber bitte erst nach Absprache mit einem Profi aus dem Physiobereich fĂŒr Hunde.

Fehlerquellen im Hundefitnesstraining

Hundefitnesstraining ist so viel mehr, als den Hund nur auf ein Balancekissen zu stellen und das vergessen leider viele Hundehalter, die einfach nur einem Trend nachgehen wollen, auch wenn sie eigentlich ihrem Hund etwas Gutes tun wollen. Dies können sie auch ganz leicht, aber hierfĂŒr gehört u.a. eben die Beratung und ein erster Termin mit einem Profi dazu. Leider erkennen die meisten Hundehalter, die das Fitnesstraining einfach nur “nachmachen” nicht, dass es dem Hund nicht gut tut, wenn er auf dem Balancekissen steht und extrem umher wackelt oder immer wieder vom Kissen oder der Erdnuss fallen.

Jeder der Hundefitnesstraining mit seinem Hund betreiben möchte, sollte erst einmal die Grundlagen erleben, denn ohne eine sicher sitzende Basis lĂ€uft leider nichts. Wenn die Grundlagen sitzen und der Hund sich an das Training gewöhnt hat, dann kann langsam mit fortgeschrittenen Übungen weiter gemacht werden.

Zu diesen Grundlagen gehört hauch, dass man die Fehlerquellen beim Hundefitesstraining kennt und auch erkennen kann um durch entsprechendes Handeln diese zu vermeiden. Ich möchte euch nun nachfolgend einige Fehlerquellen aufzeigen, um euch den Einstieg in das Hundefitnesstraining etwas leichter zu machen.

Geht es langsam an

Ganz zu Anfang möchte ich euch unbedingt den Tipp geben, alle Übungen sehr langsam und fĂŒhrt diese bitte sehr kontrolliert mit eurem Hund aus. Wenn euer Hund zu schnell in der ÜbungsausfĂŒhrung ist mĂŒsst ihr unbedingt Ruhe in das Training bringen und den Ablauf vielleicht verĂ€ndern. Vielleicht ist er einfach nur zu gierig hinter dem Leckerli her, welches ihr in der Hand haltet? Hier könnt ihr vielleicht auch anders motivieren und belohnen.

Es ist unglaublich wichtig, alle Übungen sehr langsam und kontrolliert durchzufĂŒhren um Verletzungen zu vermeiden. Ein Hund ist schnell von der Erdnuss gefallen und jeder Hund kann sich dabei Verletzten. Kein Hund sollte vom TrainingsgerĂ€t fallen und auch nicht bis zum Umfallen auf dem Kissen wackeln. Achtet immer auf einen stabilen Stand des Hundes und haltet den Hundekörper unter Kontrolle.

Hier eignet sich auch Training zur Impulskontrolle sehr gut, da viele Hunde voller Energie gerne auf BĂ€lle oder Erdnuss springen und so eine große Verletzungsgefahr besteht. Man kann dem Hund toll beibringen abzuwarten, bis das ok zum hoch springen kommt. Das gleiche gilt auch fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Übungen.

Was wollt ihr trainieren und womit?

FĂŒr ein effektives Hundefitnesstraining solltet ihr euch immer bewusst sein, was ihr ĂŒberhaupt trainieren möchtet. Welche Muskelgruppen wollt ihr ansprechen und was ist euer Trainingsziel? Allein dadurch ergeben sich sehr viele Unterschiede im Training.

Bitte beachtet auch die Wahl eurer TrainingsgerĂ€te. Lasst euch am besten vorher vom Profi hierzu ausfĂŒhrlich beraten, welche GerĂ€te fĂŒr eure Übungen und Ziele am besten geeignet sind, denn nicht jedes GerĂ€t ist fĂŒr alles geeignet. Zudem muss das FitnessgerĂ€t zum Hund passen.

Ebenso wichtig ist die Sicherung der TrainingsgerĂ€te. So mĂŒssen manche GerĂ€te wie z.B. die Erdnuss oder auch der Gymnastikball vor der Nutzung immer gesichert werden, damit das Verletzunghsrisiko minimiert werden kann, falls der Hund plötzlich auf den Ball springt, ohne das wir darauf vorbeireitet waren.

Denkt an das Warm-Up und Cool Down sowie Wiederholungen

Sehr wichtig und nicht zu unterschĂ€tzen sind Warm-Up und Cool-Down nach dem Fitnesstraining mit dem Hund. Zum AufwĂ€rmen könnt ihr einen lockeren Spaziergang draussen machen bei welchem ihr alle Gangarten mehrmals durchlaufen habt und vielleicht habt ihr vorher bereites eine kleine Massage am Hund durchgefĂŒhrt.

Das Cool-Down kann ebenso einen lockeren Spaziergang mit einer spÀter angeschlossen Dehnungspahse beinhalten. Falls ihr hierzu keine Ideen habt, wie AufwÀrmen und AbwÀrmen aussehen kann, fragt auch hierzu gern einen Profi.

Und wie beim Training fĂŒr uns Menschen, nĂŒtzt die Übung dem Hund nur etwas, wenn wir mehrere Wiederholungen einbauen. Beachtet hierbei aber immer den ErmĂŒdungszustand eures Hundes und arbeitet nicht bis zum umfallen mit dem Tier. Trainiert lieber kurz, aber dafĂŒr effektiv und langsam mit eurem Vierbeiner, dann erzielt ihr immer die grĂ¶ĂŸten Erfolge.

Achtet auf den Untergrund und das Wetter

Es sollte immer auf den Untergrund und das Wetter geachtet werden, falls ihr euer Fitnesstraining draussen durchfĂŒhrt. Trainiert nie bei starker Hitze, da hier eine Überhitzung des Hundes droht. Ebenso sollte niemals bei Regen trainiert werden, da der Hund, aber auch ihr, schnell ausrutschen könnt.

Das Material sollte nicht nass sein oder mit nĂ€sse in BerĂŒhrung kommen, damit die Pfoten des Hundes nicht abrutschen. Wenn ihr bemerkt, dass euer Hund nasse Pfoten hat, so wischt diese erst trocken, ehe ihr ihn auf das GerĂ€t steigen lasst. Ggf. das GerĂ€t zwischendurch trocken reiben.

Behaltet die Tagesform eures Hundes immer im Blick

Jeder Hund ist individuell und hat sein ganz eigenes Fitnesslevel. Hierzu gehört auch, dass jeder Hund ein anderes Erschöpfungslimit hat und dieses muss immer beachtet werden. NatĂŒrlich kann dieses immer etwas schwanken, daher sollte immer die Tagesform des Hundes beachtet werden. Wenn euer Hund einen schlechten Tag hat, unkonzentriert oder mĂŒde bzw. krank ist, lasst das Training bitte ausfallen, ihr tut euch und dem Hund keinen Gefallen, wenn ihr trotzdem trainiert.

So kann z.B. die LĂ€ufigkeit einer HĂŒndin durchaus dazu fĂŒhren, dass die weniger fit ist und brĂ€uchte daher ein spezielles Training z.B. fĂŒr die kleinen, gelenksnahen Muskeln, da dies ist, was der Körper gerade benötigt. Bei Schmerzen sollte niemals trainiert werden, ebenso nach einer Operation nicht. Es sollte in der Regel mindestens eine Woche nach dem ziehen der FĂ€den gewartet werden oder ihr fragt euren Tierarzt, ab wann es wieder möglich ist.

Achtet auf die richtige Körperhaltung

Die Muskeln des Hundes werden durch seine unterschiedlichen Körperstellungen trainiert. Ihr solltet euch vor jeder Übung daher ganz genau bewusst sein, wie der Hund fĂŒr den optimalen Erfolg stehen sollte, da bereits minimale Abweichungen zu einem anderen Ergebnis fĂŒhren werden. Sollte euer Hund nicht richtig stehen, so korrigiert ihn bitte nicht selbst nach und stellt bitte auf keinen Fall die Pfoten selbst in die passende Position. Holt den Hund lieber vom GerĂ€t und positioniert ihn komplett neu.

Achtet ebenso immer auf die Gewichtsverlagerung im Stand des Hundes. Je nachdem wohin sich sein Gewicht verlagert hat, wird die entsprechende KörperhĂ€lfte auch stĂ€rker trainiert. Gerade die Kopfhaltung muss hierbei beachtet werden. Bitte achtet darauf, den Kopf niemals zu Überstrecken oder zu weit nach unten zu ziehen.

Achtet bitte immer darauf, dass euer Hund sicher und fest auf dem gerÀt steht und nicht abrutschen kann. Manche Hunde treten, gerade anfangs, nur auf den vorderen Bereich eines GerÀts und verlieren so sehr leicht den Halt.

Beachtet das Material des TrainingsgerÀts

Wichtig ist auch, dass das Material der TrainingsgerĂ€te fĂŒr Hundekrallen gemacht ist. NatĂŒrlich könnt ihr auch FitnessgerĂ€te fĂŒr Menschen nutzen, aber das Gummi sollte z.B. belastbar und gut dick sein. Zahlt hier lieber etwas mehr Geld, denn gerade gĂŒnstige Balancekissen sind oft aus dĂŒnnem Gummi und halten daher nicht wirklich, wenn der Hund seine Krallen einmal rein streckt.

Ganz wichtig: Wenn ihr eurem Hund die Krallen geschnitten habt, macht bitte eine Trainingspause von 5-6 Tagen, da die Krallen sonst zu scharf sind und gerade Balancekissen oder die Erdnuss kaputt gehen und der Hund im Training so stĂŒrzen könnte.

Ebenso sollten die GerÀte rutschfest sein und einen stabilen Eindruck machen.

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