ūüŹÉFrauchen wird Hundefitnesstrainer

Genetische Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und beinhaltet daher Werbung.

Modul 3

Im dritten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es um die Entwicklungsstufen des Hundes, vom Welpen bis zum Senior, sowie um k√∂rperliche und optische Unterschiede zwischen R√ľde und H√ľndin. Au√üerdem wurden Erkrankungen des Gelenkapparates durchgenommen, da eine Hundefitnesstrainerin diese erkennen sollte um mit dem Hund entsprechend zu arbeiten.

Ich m√∂chte gleich zu Beginn meines Beitrages einmal darauf hinweisen, dass ich kein Tierarzt bin und lediglich erlerntes zusammenfasse. Wenn ihr also Symptome an eurem Hund bemerkt oder ihr meint, eine der nachfolgenden Erkrankung bei eurem Hund zu erkennen, wendet euch bitte direkt an euren Tierarzt, nur dieser kennt euch und euren Hund und kann euch eine Diagnose stellen. Auch wenn ich versuche, so gut es geht zu recherchieren, kann es immer vorkommen, dass etwas fehlt oder nicht richtig ist, dies ist nat√ľrlich keine Absicht und in diesem Fall bin ich f√ľr einen Hinweis dankbar, um √Ąnderungen vornehmen zu k√∂nnen.

Augen auf beim Welpenkauf

Wenn man sich mit m√∂glichen genetischen Erkrankungen beim Hund befasst, wird man schnell erkennen, dass es gerade rund um Bewegungsapparat betreffend einige m√∂gliche Erkrankungen gibt die auftreten k√∂nnten. Um diese Erkrankungen zu verhindern ist leider die einzige M√∂glichkeit, aufgefunden Elterntiere zu achten. Nur wenn Z√ľchter auf gesunde Elterntiere zur√ľckgreifen kann ein Gro√üteil dieser Erkrankungen einged√§mmt werden, was aber nicht beutetet, dass dann keine Gefahr mehr f√ľr die Welpen besteht. Denn auch √§u√üere Einfl√ľsse wie Ern√§hrung, Aktivit√§t und Bewegung beim Z√ľchter, aber auch beim neuen Hundebesitzer, spielen eine wichtige Rolle.

Daher sollte man beim Welpenkauf unbedingt auf die Seriosit√§t des Z√ľchters achten, da ein guter Z√ľchter immer die Elterntiere auf m√∂gliche Erkrankungen und Erbkrankheiten untersuchen l√§sst und hier√ľber Auskunft geben sowie die Testergebnisse des Tierarztes vorlegen kann. Man kann sich auch erkundigen, ob es in den vorherigen W√ľrfen Erkrankungen gab, die vererbbar sind.

Ein guter Z√ľchter wird die zuk√ľnftigen Hundeeltern auf alle m√∂glichen Erkrankungen der ausgesuchten Rasse Informieren und aber auch alles daf√ľr tun, damit sich seine Welpen bestm√∂glich entwickeln und einen sehr guten Start in ein langes und gesundes Hundeleben haben.

Auf die richtige F√ľtterung kommt es an

Wenn der Welpe also z.B. ein Futter bekommt, welches zu wenige wichtige N√§hrstoffe wie Calcium und Phosphor beinhaltet, kann sich der Welpe nicht richtig entwickeln, oder wenn er viel zu lange ein Welpenfutter oder zu fr√ľh ein Futter f√ľr erwachsene Hunde bekommt, k√∂nnen dies Fehler sein, die sich sp√§ter anhand vom Ausbruch dieser Erkrankungen oder andere Probleme im Bewegungsapparat bemerkbar machen k√∂nnen.

Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass Welpenfutter keinen Sinn machen w√ľrde, so stimmt dies nicht, denn in einem guten und hochwertigen Welpenfutter findet sich ein spezielles Verh√§ltnis von Calicum und Phosphor damit die Knochen sp√§ter ein gutes und gesundes Grundger√ľst im Hundek√∂rper bilden k√∂nnen. Ein erwachsener Hund ben√∂tigt ein ganz anderes Verh√§ltnis von Calcium und Phosphor und auch bei den anderen Mineralstoffen gibt es im Welpenfutter meist ein ganz anderes Verh√§ltnis, als wir es beim adulten Hund im Futter finden. Wie lang ein Welpe das spezielle Welpenfutter bekommen sollte, bespricht man am besten mit dem Z√ľchter oder auch dem Tierarzt, aber auch ein Hundeern√§hrungsberater kann hier wichtige Tipps geben und ist auch bei der weiteren F√ľtterung behilflich. Generell kann man das n√§mlich nicht pauschalisieren, denn jeder Hund ist ein Individuum und jede Rasse hat spezielle Anspr√ľche. Kleine Hunde sind viel schneller fertig als gro√üe Hunde, darum h√∂rt hier bitte nicht auf irgendwelche Ger√ľchte oder Halbwissen und fragt einen Fachmann.

Bewegungslevel beachten

Nat√ľrlich ist ein Welpe noch nicht fertig entwickelt, hat eine schwache Muskulatur, die Knochen befinden sich im Wachstum und darum muss man immer aufpassen, wie viel Bewegung man dem Welpen zumutet. Ein Welpe sollte nat√ľrlich so viel wie m√∂glich kennen lernen, jedoch sollte unbedingt auf Dinge wie hochspringen, runterspringen, Treppen runter laufen und lange Spazierg√§nge verzichtet werden. Gerade bei Landungen von Spr√ľngen oder bei den Stauchbewegungen vom Treppen runter laufen, werden die viel zu schwachen Vorderpfoten zu stark belastet, was schnell zu Verletzungen f√ľhren kann. Wenn man hier viel zu fr√ľh mit solchen Dingen beginnt, dann kann es auch sein, dass vererbbare Krankheiten schneller ausbrechen oder sie sich bilden, auch wenn die Elterntiere gesund waren.

Einige Z√ľchter f√∂rdern ihre Welpen auch schon etwas im Bereich Bewegung und Koordination sowie K√∂rpergef√ľhl, indem sie die Welpen in B√§lleb√§der setzen, √ľber Wackelbretter laufen lassen oder den Hund ganz langsam Treppen steigen lassen. Aber auch hier wird alles nur wenige Minuten gemacht und immer auf den k√∂rperlichen Zustand des Welpen geachtet. Generell sollte man einen Welpen k√∂rperlich niemals √ľberfordern und die Faustregel, dass ein Welpe nur 1 Minute pro Lebenswoche unterwegs sein, gilt noch immer. Nat√ľrlich sollte man dabei immer beachten, was der Welpe gerade macht. Wenn er nur auf der Wiese sitzt und schn√ľffelt, sollte dies nat√ľrlich ganz anders bewertet werden, als w√ľrde er mit anderen Welpen spielen oder eine K√∂rper√ľbung machen.

Der Puppy-Puzzle-Test

Um zu erfahren, wie ein Welpe k√∂rperlich aussehen wird, wenn er erwachsen ist, gibt es mit dem sogenannten Puppy-Puzzle-Test, welcher in den USA von Pat und Bob Hastings entwickelt wurde, eine sehr gute und genaue M√∂glichkeit. Das ist gerade bei zuk√ľnftigen Sporthunden sehr wichtig, denn in einem sehr kurzen Zeitraum haben die zuk√ľnftigen Hundebesitzer die M√∂glichkeit zu erkennen, ob sich der ausgesuchte Welpe f√ľr eine Hundesportart eignen wird. Man kann damit aber auch durchaus schon erste Schwachstellen im K√∂rper erkennen und somit von Anfang an mit Hilfe von Physiotherapie und Fitnesstraining hieran arbeiten.

In einem Alter von 8 Wochen (plus/minus drei Tagen) besteht also die M√∂glichkeit das genaue Abbild des erwachsenen Hundes am Welpen zu erkennen. Voraussetzung hierf√ľr ist das genaue und gerade Aufstellen des Welpen, so dass man die genaue Winkelung von Vorher- und Hintergliedma√üen erkennen kann. Es gibt hier ganz genaue Kriterien nach denen der Welpe aufgestellt werden muss. Anschlie√üend wird der Hund seitlich und mit der Hilfe von Spiegeln beurteilt.

Der Hund und seine genetischen Erkrankungen am Bewegungsapparat

Einige typische Erkrankungen am Bewegungsapparat des Hundes sind unter anderem die Krankheitsbilder der H√ľftgelenksdysplasie, Osteochondrosis Dissecans, Patella-Luxation, Ellenbogengelenksdysplasie und die sogenannten √úbergangswirbel. Das k√∂nnen durchaus genetische Erkrankungen sein, aber auch aufgrund anderer Gr√ľnde als Krankheitsbild auftauchen, ganz egal ob die Elterntiere erkrankt sind oder nicht.

H√ľftgelenksdysplasie (HD)

Die H√ľftgelenksdysplasie, kurz HD genannt, ist eine der bekanntesten und h√§ufigsten genetischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, aber auch ohne genetische Einfl√ľsse kann die HD, gerade bei gro√üen und mittelgro√üen Rassen- sowie Mischlingshunden, auftauchen.

Hierbei handelt es sich um eine fehlerhafte Entwicklung des H√ľftgelenks. Der H√ľftgelenkskopf ist nicht richtig in der Pfanne im Becken verankert und der H√ľftgelenkskopf kann zudem ver√§ndert sein. Zus√§tzlich kann die Gelenkkapsel eine St√∂rung der Kollagenen Fasern vorweisen, weswegen es zu Stabilit√§tsproblemen des H√ľftgelenks kommen kann. Aufgrund dieser Stabilit√§tsprobleme wird der Bandapprat am Gelenk zu sehr belastet und feinste Einrisse k√∂nnen in den B√§ndern, aber auch in der Gelenkkapsel entstehen, welche den betroffenen Hund, ganz gleich welchen Alters, lahmen lassen. Je nachdem wie die Muskulatur der Hinterhand ausgebildet ist, kann eine HD lange symptomlos verlaufen.

Bereits ganz junge Hunde k√∂nnen an HD erkranken, wobei man davon ausgeht, dass diese erst im zunehmenden Alter Schmerzen verursacht. Sobald hierf√ľr Anzeichen vorliegen, sollte ein Tierarzt f√ľr umfangreiche Untersuchungen und regelm√§ssige Kontrollen aufgesucht werden. Ganz wichtig zu wissen ist, dass bei beginnender HD noch keine Arthrose vorliegt, auch wenn ein betroffener Hund Lahmheit anzeigt. Schmerzen hat der Hund, sobald der Knorpel zerst√∂rt wurde und/oder Arthrose vorliegt.

Oftmals wird die Diagnose HD bei einem ganz normalen Routiner√∂ntgen festgestellt. Die HD kann √ľbrigens nur √ľber ein spezielles R√∂ntgenbild zu 100% gestellt werden. der Hund muss daf√ľr in einer ganz besonderen Position liegen, wof√ľr meist eine Narkose n√∂tig ist, da die Haltung f√ľr den Hund sehr unangenehm ist. Gerade junge Hunde, mit denen Hundesport gemacht werden soll, wird dieses Routiner√∂ntgen zum Ausschluss einer HD durchgef√ľhrt.

Symptome HD

Tatsächlich unterscheiden sich die Symptome einer HD beim Hund nach dem Alter, da je nach Alter und Lebensphase die Muskeln und Gelenke anders ausgebildet sind und hier große Unterschiede vorliegen.

Junge Hunde

Bei einem jungen Hund k√∂nnen wir oftmals einen h√ľpfenden/stark schwankenden Gang erkennen, bei schnellen Gangarten kann auch ein hoppeln wie beim Hasen auffallen. Der erkrankte Hund zeigt die Symptome ganz pl√∂tzlich und zeigt wenig Bewegungsfreude, es kann also sein, dass er nicht gern Gassi geht oder ungern spielen m√∂chte. Beim jungen Hund finden wir trotz Erkrankung und Symptomen noch keine geschw√§chten Muskelzellen und es findet auch noch kein Abbau von Muskeln statt.

Alte Hunde

Der alte Hund zeigt einen steifen Gang, der vielleicht sogar schleichend daher kommt. Generell neigt der alte Hund zu wenig Bewegungsfreude und versucht viel zu liegen und wird viel schlafen wollen, denn ein alter an HD erkrankter Hund erm√ľdet sehr schnell, wenn er in Bewegung ist. Die Symptome kommen ganz langsam daher und die Erkrankung wird dann zunehmend schwerer. Zudem finden wir stark geschw√§chte Muskelzellen, die sich nach und nach abbauen.

Unterschiedliche Grade der HD

Die Diagnose HD wird, wie schon gesagt, mit einem R√∂ntgenbild, aber auch mit bestimmten weiteren Untersuchungen gestellt. Hierbei werden die Form des Oberschenkelkopfs, die Stellung der H√ľftgelenkspfanne, Form des Oberschenkelhals, m√∂gliche kn√∂cherne Zubildungen und die Winkelmessung nach Norberg, betrachtet, da nur so eine ganz genaue Diagnose gestellt werden kann.

Bei der Diagnosenstellung muss man zudem die unterschiedlichen Grade der HD beachten.

HD A – Hier ist der Hund frei von einer HD

HD B – Hier liegt eine √úbergangsform der HD vor

HD C – Hier haben wir eine leichte HD vorliegen

HD D – Hier ist die HD mittelschwer

HD E РHier ist die HD besonders schwer ausgeprägt

Behandlungsmöglichkeiten der HD beim Hund

Je nachdem welchen Grad der HD wir beim Hund vorliegen haben, sind die Therapiemöglichkeiten verschieden und teilweise nicht gegeben. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen wirklich sehr stark von dem jeweiligen Schweregrad der HD ab und sind nicht immer von Erfolg gekrönt. Es gibt auch viele Hunde bei denen die HD entweder nicht therapiert werden kann oder die Behandlung nicht anschlägt.

Eine Behandlung einer vorliegenden HD kann sehr langwierig und vor allem sehr teuer werden. Ob eine Therapie anschlägt hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab wie z.B. Alter, Knochenwachstum, Grad der HD, Gewicht des Hundes, Gewichtsverteilung, Winkelung etc.

Die Behandlungsform ist sehr vielfältig, von reiner Medikation und Operation ist alles möglich. Je nach Schweregrad der HD wird ein Tierarzt vermutlich erst den medikamentösen Weg wählen und erst bei ausbleiben eines Behandlungserfolges zu einer Operation raten. Es gibt sehr viele Hunde bei denen eine medikamentöse Behandlung sehr gut Erfolge erzielt und eine Operation eben nicht mehr nötig ist.

Es wird immer wieder davor gewarnt, dass Tier√§rzte zu schnell zu einer k√ľnstlichen H√ľfte f√ľr den erkrankten Hund greifen wollen. Dies sollte wirklich der letzte Ausweg sein, wenn wirklich nichts anderes m√∂glich ist bzw. die vorherige Therapie nicht gegriffen hat.

Wichtige Bestandteile einer Therapie bei HD ist neben einer gr√ľndlichen und regelm√§ssigen Physiotherapie eine Unterbrechung von Entz√ľndung und Schmerzen, Abnahme von m√∂glichem √úbergewicht, Belastungsver√§nderung und es wird zu einigen Nahrungserg√§nzungsmitteln geraten, wie z.B. Gr√ľnlippmuschelpulver oder auch spezielle HD-Pr√§parate.

Falls man sich f√ľr eine Operation entscheiden sollte, gibt es neben einem k√ľnstlichen H√ľftgelenk weitere Operationsverfahren, die je nach Schweregrad der HD, zur Auswahl stehen k√∂nnten. Ich m√∂chte hier einmal kurz einige Operationsmethoden erw√§hnen, welche ich aber nur kurz anschneide und nicht bis ins kleinste Detail auff√ľhre, da mir hier das n√∂tige Fachwissen fehlt.

Operationsmethoden bei HD

Beckenosteotomien

Wird am h√§ufigsten bei j√ľngeren HD-Patienten gew√§hlt, da hier meist keine Arthrose beim erkrankten Hund vorliegt. Bei diesem Operationsverfahren wird die H√ľftgelenkspfanne “umgestellt” und soll den Oberschenkelkopf besser st√ľtzen k√∂nnen. Hiermit soll das Ausrenken des Oberschenkelkopfes vermindert werden. Der Vorteil l√§ge hierbei, dass die Zerst√∂rung des Gelenkknorpels verhindert werden k√∂nnte, wenn das Operationsverfahren erfolgreich ist.

Symphysiodese

Hierbei wird das Becken in seinem Wachstum gestoppt. Diese Methode ist nur f√ľr sehr junge Hunde, die sich noch im Wachstum befinden, m√∂glich. Da eine HD in dem daf√ľr vorgesehenen Alter von 4-5 Monaten meist noch nicht erkannt wird, da hier meist noch kein R√∂ntgenbild gefertigt wird, kommt diese Methode in nur sehr wenigen F√§llen zum Einsatz.

Denervation

Bei dieser Methode werden die Nervenenden der Gelenkkapsel zerst√∂rt. Hierbei wird das Schmerzempfinden im Bereich der H√ľfte gestoppt oder wenigstens sehr stark gebremst. Da der Hund nach einer erfolgreichen Operation weniger Schmerzen beim gehen hat, wird er vermutlich wieder aktiver, was das Gangbild optisch etwas verbessern wird. Es kann auch sein, dass der Hund seine Hinterpfoten deutlich st√§rker belasten wird.

K√ľnstliches H√ľftgelenk

Bei einer sehr schweren HD kann √ľber den Einsatz einer k√ľnstlichen H√ľfte nachgedacht werden. In einer aufwendigen, aber meist sehr erfolgreichen Operation, werden Gelenkspfanne und Gelenkkopf gegen Implantate ausgetauscht. Diese Operation birgt aber ein sehr hohes Risiko und sollte nur durchgef√ľhrt werden, wenn der Hund kaum noch laufen kann und eine sehr deutliche Lahmheit vorliegt die auch unter der Gabe von Schmerzmitteln und Entz√ľndungshemmern nicht besser wird. Der Grad der Arthrose spielt hier √ľbrigens keine Rolle.

Osteochondrosis Dissecans (OCD)

Die Osteochondrosis Dissecans, kurz OCD genannt, betrifft die Knorpel verschiedenster Gelenke, wobei das Schultergelenk sowie der Oberarm am meisten betroffen sind. Aber auch in Ellenbogengelenk sowie Knie- und Sprunggelenk kann eine OCD entstehen. In der Regel tritt eine OCD im Alter von 4-8 Monaten beim heranwachsenden Hund auf. In der Regel entsteht die die OCD anhand einer Nährstoffunterversorgung in der tiefen Knorpelschicht. Am häufigsten sind große bis sehr große Hunde von einer OCD betroffen, wie z.B. bei der Deutschen Dogge, Labrador Retriever, Rottweiler, Neufundländer, Belgischer Schäferhund sowie dem Deutschen Schäferhund.

W√§hrend der Wachstumsphase ist es so, dass sich die Korpelzellen sehr stark teilen und der Knorpel und im Extremfall dann immer dicker wird und eine N√§hrstoffversorgung in allen Schichten des Knorpels kann nicht mehr erfolgen. Die Folge ist das Absterben des Knorpels. Der abgestorbene Teil l√∂st sich dann irgendwann ab und “schleift” im Gelenk. Das kann man sich wie ein “Stein im Schuh” vorstellen, mal tut er weh und mal nicht. Dieser abgestorbene Teil wird in unregelm√§√üigen Abst√§nden bei Bewegung immer am Gelenk reiben und so eine Entz√ľndung ausl√∂sen, was neue Probleme im Bewegungsapparat des Hundes ausl√∂st. Die Folge hiervon sind Arthrose und im Extremfall die komplette Zerst√∂rung des Gelenks.

Das Problem ist auch, je aktiver der heranwachsende Hund ist, desto eher kann das Problem auftreten und sich sehr schnell verschlimmern.

Gr√ľnde und Symptome bei einer OCD

Warum eine OCD beim Hund entsteht ist relativ unklar, es gibt zwar diverse Meinungen und Studien, aber die sind alle nicht so wirklich stichhaltig. Man vermutet zum einen, dass eine OCD auftreten kann, wenn der Hund im Welpenalter zu aktiv ist und zu lang bzw. zu wild mit Artgenossen spielt oder bereits in einem so jungen Alter bereits Hundesport oder Sport wie Joggen oder am Rad laufen ausgesetzt wird. Zum anderen kann auch eine falsche Ern√§hrung schuld sein, da ein Futter, welches zu viel Energie dem Welpen zuf√ľhrt, den Hund schneller wachsen lassen kann und er zu schnell zu viel Gewicht zulegt. ebenso kann ein Futter, welches nicht den richtigen Anteil von N√§hrstoffen wie Calcium und Phosphor hat, Schuld an der Entstehung einer OCD sein, da dem Hund hier wichtige Grundbausteine fehlen oder in zu gro√üer menge vorhanden sein k√∂nnen. Aber man vermutet auch, dass Hormone und Blutgerinnungsst√∂rungen Schuld an der Entstehung von einer OCD sein k√∂nnen.

Ein Hund, welcher eine OCD entwickelt, wird relativ fr√ľh anfangen, mit der betroffenen Pfote zu lahmen. er wird die vollst√§ndige Belastung meiden und kann auch Schmerzen anzeigen. Daher sollte bei einem jungen Hund, einer gro√üen Rasse, der sehr fr√ľh anf√§ngt zu lahmen ein Tierarzt f√ľr die genaue Untersuchung aufgesucht werden.

Behandlungsmöglichkeiten der OCD beim Hund

Der Tierarzt wird durch verschiedene Tests und Untersuchungen der Gelenke feststellen, ob der Hund Schmerzen aufweist und sich das Gelenk durch ein Röntgenbild ansehen. Allerdings ist hier auch meistens ein MRT von Nöten. Ebenso wird eine Gelenkspiegelung recht häufig zur Diagnosenstellung angewendet.

Ist die OCD sehr fr√ľh festgestellt, so kann man mit einer z√ľgigen Behandlung Gl√ľck haben, dass die OCD therapiert und behandelt werden kann und dann f√ľr immer verschwindet. Aber das geschieht nur recht selten, da die meisten Hundehalter die Anzeichen wie Lahmheit anfangs nicht ernst nehmen und somit ein Vorstellen beim Tierarzt zu sp√§t erfolgt und ein Abheilen nicht mehr m√∂glich ist.

F√ľr eine Behandlung kommt es drauf an, ob sich schon Knorpeltevile abgel√∂st haben und diese schon “frei” im Gelenk umher schwimmen. Wenn ja, m√ľssen diese operativ entfernt werden. Ebenso wird dann in einer umfangreichen Operation der Knorpel abgeschliffen und gegl√§ttet, damit keine neuen Reibungspunkte entstehen k√∂nnen.

Nach der Operation muss der Hund f√ľr mehrere Wochen ruhig gehalten werden und es muss ein langsamer Aufbau mit Physiotherapie erfolgen.

Patella-Luxation

Von der Patella-Luxation haben vor allem die Hundebesitzer kleiner Hunde bestimmt schon einmal geh√∂rt, da leider gerade die Minis hiervon am meisten betroffen und, was aber nicht hei√üt, dass die gro√üen Hunde frei von der Patella-Luxation sein m√ľssen. Schlu√üendlich kann es leider bei jedem Hund, ganz egal welcher Gr√∂√üe, auftreten.

Die Patella-Luxation ist eine der h√§ufigsten Erkrankungen am Bewegungsapparat und tritt immer dann auf, wenn die Kniescheibe nicht gen√ľgend Platz hat, um an ihrer eigentliche Stelle zu bleiben und aus ihrer Position rutscht. Dieses “aus der Position” rutschen der Kniescheibe gescheit bei Belastung und Druck in der Bewegung. Die Kniescheibe weicht hierbei zur Seite aus.

Gr√ľnde und Symptome einer Patella-Luxation

Die Gr√ľnde einer Patella-Luxation sind anatomische Anomalien vom Oberschenkel und eine Fehlstellung der Achseln im Bereich des Ober- und Unterschenkels. Man kann es sich vom Prinzip ganz einfach vorstellen: Nehmen wir einmal an, dass die Kniescheibe ein Schlitten ist und die zwei Rillen am Oberschenkel, welche die Kniescheibe stabilisieren, sind eine Bobbahn. Wenn diese Rillen, also die Seitenw√§nde der Bobbahn zu niedrig sind, kann die Kniescheibe, also der Schlitten, einfach dar√ľber gleiten und f√§llt aus der Bobbahn. Eine Achselfehlstellung haben wir dann vorliegen, wenn der Unterschenkel im Vergleich zum Oberschenkel optisch verdreht aussieht. In diesem Fall wird es der Kniescheibe noch leichter gemacht aus der eigentlichen Lage herauszuspringen, da es keine richtige Stabilisierung gibt.

Als typische Symptome kann der Hundehalter ein humpeln oder Anheben der betroffenen Pfote feststellen. Der Hund l√§uft dann teilweise auf drei Beinen, h√ľpft in der Luft oder humpelt etwas. Auch beim Treppensteigen kann man Symptome wie z.B. eine Belastung von nur drei Beinen oder ein umher h√ľpfen, beobachten.

Behandlungsmöglichkeiten der Paella-Luxation beim Hund

Es gibt bei der Patella-Luxation verschiedene Grade, die eine unterschiedliche Behandlungsform erfordern. Grundsätzlich gilt auch hier, sobald Symptome beobachtet werden, sollte ein Tierarzt oder ein guter Pysiotherapheut aufgesucht werden, da diese dann mit einigen Handgriffen ganz einfach feststellen können, ob die Kniescheibe fest sitzt oder sich leicht lösen lässt. Anhand einer Gangbildanaylse und einem möglichen Röntgenbild lassen sich dann die möglichen Grade der Erkrankung feststellen und dann ein entsprechender Behandlungsplan aufstellen.

Bei Grad 1 bis 3 gleitet die Kniescheibe oftmals noch von alleine wieder in die alte Position und der Hund wird dieses typische “umherspringen auf drei Beinen” zeigen, welches sich immer wieder wiederholen wird. Dies kann bei jedem zweiten/dritten Schritt, aber auch nur bei jedem 10 Schritt vorkommen, dies ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Man kann bei Grad 1 bis 3 viel mit Physiotherapie erreichen, aber dennoch muss man erw√§hne, dass sich der Knorpel des Kniegelenks mit jedem erneuten Herausspringen immer etwas mehr abschleifen wird. Die Symptome werden mit der Zeit immer mehr und es kann zu weiteren Erkrankungen oder gar Entz√ľndungen des Bewegungsapparates kommen. Zudem k√∂nnen sich Arthrosen bilden, weswegen sehr h√§ufig eine Operation ab Grad 2 empfohlen wird.

Spätestens bei Grad 4 ist eine Operation umumgänglich, wobei es hier tatsächlich Physiotherapeuten gibt, die davon abraten und betreffende Hunde allein mit täglichen Übungen wieder relativ fit machen konnten.

In Grad 4 ist die Kniescheibe dauerhaft luxiert und kann nicht mehr von alleine zur√ľckspringen. Aus diesem Grund, wird der Hund das Hund nicht mehr belasten wollen und dann dauerhaft auf drei Beinen laufen wollen oder gar lahmen.

Die Operationsm√∂glichkeiten sind je nach Grad recht unterschiedlich und da mir hier das n√∂tige Fachwissen fehlt, werde ich hier nicht weiter darauf eingehen. Man sollte sich auf jeden Fall von seinem Tierarzt beraten lassen und ggf. eine Zweitmeinung einholen. Nach einer Operation, die in jedem Grad sehr umfangreich ist, folgt eine lange Ruhephase und ein langes Aufbauprogramm mit Physiotraining. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie, dass ein Hund nach einer Operation beschwerdefrei sein wird, da es viele Hunde gibt, die weiterhin die Symptome zeigen oder dauerhaft das betreffenden Bein nicht belasten wollen und lahmen. Daher sollte man sich ganz genau beraten lassen und immer auch einen Physiotherapeuten sowie einen Orthop√§den f√ľr Hunde zur Rate ziehen.

Ellenbogengelenksdysplasie (ED)

Der Ellenbogen ist bei einer Ellenbogengelenksdysplasie, kurz ED genannt, betroffen und die ED bildet die häufigste Urasche von Lahmheit der Vorderpfote beim Hund. Gerade bei Schäferhunden, Labradoren, Berner Sennenhunden und Rottweilern kommt die ED sehr häufig vor.

Man kann eine ED bereits sehr fr√ľh erkennen, hei√üt im Alter von 5 bis 8 Monate, also mitten in der Heuptwachstumsphase beim Junghund. Was aber nicht hei√üt, dass danach keine Bildung einer ED mehr m√∂glich ist, da die ED auch anschlie√üend jederzeit auftreten kann. Aber die ersten Symptome wie Lahmheit und Weigerung zur Belastung der Pfote, wird man eher in der fr√ľhen Wachstumsphase erkennen k√∂nnen.

Gr√ľnde und Symptome bei einer ED

Das Ellenbogen Gelenk besteht aus drei kn√∂chernen Anteilen. Wir haben hier den Oberarm, Speiche und Unna, welche mit einem Knorpel √ľberzogen sind. Wenn diese drei Knochen im Wachstum nicht gleichm√§√üig wachsen, kann es zu St√∂rungen und Beeintr√§chtigungen kommen. Es bildet sich aufgrund der Ungleichm√§√üigkeit eine Art Stufe, welche einzelne Anteile im Gelenk st√§rker belasten l√§sst und es somit zu Abnutzungserscheinungen kommen kann. Hieraus bildet sich dann die ED.

Wir haben bei der ED mehrere Formen vorliegen. Zum einen kann es sein, dass die Elle zu breit f√ľr den Oberarm geworden ist und nicht an ihren eigentlichen Platz passt. Dadurch l√∂st sich bei Bewegungen ein St√ľck der Elle ab und wir haben eine Stufe. Nun w√ľrde der Hauptteil es K√∂rpergewichts nicht mehr von der Elle √ľbernommen werden k√∂nnen, sondern der Fortsatz muss das Gewicht tragen, wof√ľr er aber nicht ausgelegt ist, und der Hund zu Schmerzen neigen wird.

Dann gibt es noch einen zapfenförmigen Knochenfortsatz, welcher weit oben an der Elle liegt. Sobald der Hund das Ellenbogengelenk bewegt, ragt dieser Zapfen heraus und stabilisiert das Gelenk. Wenn dieser Zapfen jedoch nicht ganz mit der Elle verwachsen kann bildet sich hier eine Stufe und der Zapfen kann das Gelenk nicht wie vorgesehen stabilisieren. Es kann sich hieraus sogar eine OCD bilden. Die Bewegung ist nur eingeschränkt möglich und der Hund wird hier zu Lahmheit liegen, da ihm die Belastung des Gelenks Schmerzen bereitet.

Behandlungsmöglichkeiten der ED beim Hund

Da ich im Bezug auf die ED kein nötiges Fachwissen habe, kann ich lediglich sagen, dass eine schnelle Erstellung bei einem Tierarzt wichtig ist. Dieser wird die ED mithilfe eines Röntgenbildes sowie einer Gangbildanalyse diagnostizieren. In den meisten Fällen wird man um eine Operation nicht drum herum kommen. Hierbei gibt es aber je nach Art der ED mehrere Möglichkeiten.

√úbergangswirbel

Vom √úbergangswirbel werden die wenigsten etwas geh√∂rt haben, da er nicht so h√§ufig auftritt, wie die anderen genannten Erkrankungen. Um das Krankheitsbild des √úbergangswirbels zu erkl√§ren, sollte man vorher einmal kurz sagen, dass das Kreuzbein beim Hund, aus drei miteinander verschmolzenen Wirbeln besteht. Dabei sind Wirbelk√∂rper sowie die Forts√§tze perfekt miteinander verschmolzen und bilden quasi eine “Einheit”. Beim √úbergangswirbel besteht diese “Einheit” jedoch nicht, da der erste Wirbel des Kreuzbein eben nicht mit dem erst verschmolzen ist.

Der √úbergangswirbel kommt in drei verschiedenen Typen daher:

  • Beim Typ 1 des √úbergangswirbels ist der erste Wirbel des Kreuzbeins nicht mit den restlichen Wirbeln verschmolzen, bildet aber dennoch weiterhin das Kreuzbein. Das Kreuzbein kann weiterhin stabil bleiben und der Hund zeigt kaum Symptome. Studien haben √ľbrigens herausgefunden, dass fast 1/4 aller Hunde unter Typ 1 des √úbergangswirbels leiden, aber (fast) symptomfrei sind und es daher unbemerkt bleibt.
  • Typ 2 des √úbergangswirbels ist deutlich ausgepr√§gter, da die beiden Querforts√§tze des ersten Wirbelk√∂rpers st√§rker gebildet sind. Der erste Kreuzbeinwirbel ist zudem nicht mit dem Rest verschmolzen.
  • Und bei Typ 3 des √úbergangswirbels sind Querforts√§tze und der erste Wirbelk√∂rper nur einseitig nicht mit dem erst verschmolzen, was bedeutet, dass der Wirbel nicht symmetrisch ist. Wenn man von oben auf den Wirbelk√∂rper schaut k√∂nnte man das Kreuzbein optisch auch ganz leicht mit der Lendenwirbels√§ule verwechseln, da die sich in diesem Stadium sehr √§hnlich sehen.

Gerade bei Typ 2 und Typ 3 hat der Hund Schmerzen und wird Symptome wie Lahmheit oder k√∂rperliche Abgeschlagenheit aufweisen, da ihm jede Form der Bewegung weh tun wird. Bei diesen beiden Formen sollte Hundesport unbedingt vermieden werden. Sehr h√§ufig in diesen beiden Stadien ist das Cauda Equina Compressions Syndrom, wobei das R√ľckenmark sehr stark eingeengt wird und keinen Bewegungsspielraum mehr hat, weswegen diese Einebnung f√ľr den Hund sehr schmerzhaft ist.

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