đŸŽ€ Blogtalk - Hundeerziehung und NĂŒtzliches

Hund trotz Job?

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Dieser Gastbeitrag stammt von der lieben Silvana, die ich ĂŒber Instagram kennen gelernt habe und ihre Seite, aufgrund ihrer tollen Texte rund um das Leben mit Hund, einfach liebe. Da es sich um einen Gastbeitrag mit Nennung des Instagram-Accounts handelt, handelt es sich hierbei um Werbung.

Fairy-Dala – Das sind wir

Mein name ist Silvana, ich bin 31 Jahre und glĂŒcklich verlobt mit meinem absoluten Seelmann Marcel. Wir sind die Besitzer von zwei wunderbaren Fellnasen. Da ist einmal unser Jacky, den wir aus dem Tierheim im Alter von 8 Jahren ĂŒbernommen haben und dann unsere Dala, die wir auf unserer Langzeitreise im MĂŒll gefunden haben. Da war sie gerade mal sechs Wochen alt. Wir haben sie aufgepeppelt und mit auf unserer weitere reise genommen. Sie kam in einer Zeit wo es mir nicht gut ging und sie hat mich absolut auf das positive gelenkt, denn so ein Welpe macht viel Arbeit und bereitet mindestens 5x so viel Freude.

Wir leben im schönen Taibertal und ihr findet uns bei Instagram unter “fairy_dala“. Auf unserem Account zeigen wir euch den Alltag mit Dala und bearbeiten viele interessante Themen, die wohl jedem Hundebesitzer schon mal beschĂ€ftigt haben. Wie wir dazu gekommen sind? Ich weiß es gar nicht so genau. Es war Lockdown und Homeoffice-Zeit, ich glaube das reicht wohl als ErklĂ€rung. Seitdem habe ich unglaublich viel Spaß daran, aber leider durch den Vollzeitjob viel zu wenig Zeit dafĂŒr. Auf der anderen Seite ist es auch wieder gut, denn so bleibt mehr Zeit, fĂŒr die wirklich wichtigen Dingen des Lebens.

Diese Lebensfreude und Energie ist ansteckend.

Wenn du keine Zeit hast, dann schaff dir keinen Hund an

Habt ihr diesen Satz schon mal gehört? Ich unzĂ€hlige Male! Aber erstmal zu mir und meiner Geschichte. Beruflich bin ich, wie wahrscheinlich die meisten von euch auch, in einem 40 Stunden Job eingespannt, der mich eigentlich voll und ganz einnimmt. Eigentlich. Der Wunsch nach einem Hund war immer da und wurde auch immer grĂ¶ĂŸer.

Ich bin bereits mit Hunden aufgewachsen und kannte ein Leben ohne Hund also gar nicht. Als ich dann mit meinem Verlobten zusammengekommen bin und wir regelmĂ€ĂŸig ins Tierheim gingen, war uns eigentlich klar, dass wir einen Hund wollen. So kamen wir zu unserem Hundeopi Jacky. Unser Umfeld fand Jacky toll. Doch die Tatsache das wir beide Vollzeit arbeiteten und einen Hund halten wollen, kam weniger gut an.

Meine einfachste Idee war: „Hey ich nehme ihn einfach mit ins BĂŒro!“. Mein ehemaliger Chef machte mir da jedoch ziemlich deutlich einen Strich durch die Rechnung. Im Nachhinein betrachtet bin ich dankbar darĂŒber, denn nicht jeder Hund ist dafĂŒr geeignet. Jacky zum Beispiel ist so ein Hund. Also googelten wir uns die Finger wund. Die Suchbegriffe waren immer die gleichen, „Hund alleine zuhause lassen“, „wie lang darf ein Hund alleine bleiben“, „Hund und 40 Stunden Job“. Die Antworten waren immer die gleichen. Jeder der sich einen Hund hĂ€lt und 40 Stunden pro Woche arbeitet, ist ganz klar ein TierquĂ€ler. Man soll sich keinen Hund anschaffen, wenn man keine Zeit dafĂŒr hat. Da guckten wir natĂŒrlich nicht schlecht. Aber irgendwie sagte in mir etwas, dass das so nicht sein kann. Ein Hund wie Jacky, der im Tierheim lebte, mit viel GlĂŒck dreimal pro Woche fĂŒr 2 Stunden Gassi gefĂŒhrt wurde, der hat doch bei mir zu Hause, ein besseres Leben, oder?

Silvana mit Dana.

Tierheim oder lieber mit klugem System alleine lassen?

Dennoch war uns nicht ganz wohl bei dem Gedanken. Ich ging ein weiteres Mal auf meinen Chef zu. Bei diesem GesprĂ€ch konnte ich ihn davon ĂŒberzeugen, wenigstens zweimal pro Woche fĂŒr 5 Stunden von zu Hause zu arbeiten. Ich hatte das GlĂŒck, dass mein Arbeitgeber nur circa 10 Minuten Autofahrt von unserem Zuhause entfernt war. Die restlichen 3 Tage, an denen ich nicht 5 Stunden von zu Hause aus arbeiten durfte, bin ich also jede Mittagspause, die ich auf eine Stunde verlĂ€ngert habe, zu Jacky gefahren um mit ihm Gassi zu gehen, mit ihm zu spielen, zu kuscheln und ihm zu fĂŒttern.

Und so gestalteten wir unseren Tag: Morgens vor der Arbeit sind wir eine große Runde mit ihm Gassi gegangen, in der Mittagspause ging er eine große Runde mit mir und schließlich Abends nochmal eine Runde nach dem Essen. Jacky hat die meiste Zeit, in der wir nicht da waren geschlafen, denn er war ja ausgelastet. FĂŒr mich hat er nie den Eindruck gemacht dass er ein unglĂŒcklicher Hund ist, nur weil sein Frauchen oder Herrchen nicht 24 Stunden, um ihn herum sind. Meiner Meinung nach muss man solche FĂ€lle immer individuell betrachten.

Es gab auch Tage, an denen hatten wir Besprechungen und es war mir nicht möglich in der Mittagspause nach Hause zu fahren und so war er auch mal 8 Stunden alleine. Ja 8 Stunden! Das ist eine verdammt lange Zeit, aber im Vergleich zu einem Leben im Tierheim, ohne Bezugsperson, ohne zu Hause und ohne Zukunftsperspektive, scheint mir doch 8 Stunden ohne Herrchen und Frauchen das wohl kleinere ĂŒbel. Heute haben wir eine Ă€hnliche Lösung.

Ganz große Hundeliebe.

Neuer Lebensabschnitt, neue Lösungen

Nach der RĂŒckkehr unserer Langzeitreise haben wir schon, direkt bei den VorstellungsgesprĂ€chen, unsere Situation erklĂ€rt und tatsĂ€chlich auch auf viel VerstĂ€ndnis und LösungsvorschlĂ€ge gekommen. So ist mein Verlobter jeden Morgen drei Stunden zu Hause. Jacky ist so jeden Tag etwa 6 Stunden alleine. Ja, das ist immer noch sehr lange. Er ist allerdings mittlerweile fast 13 Jahre und hat kein Bock mehr auf stĂ€ndige Bespaßung. Er ist umsorgt und entspannt. Er kann super mit der Situation umgehen und die Lösung ist ideal. Ich hĂ€tte mich gefreut wenn mir damals jemand Mut gemacht hĂ€tte und ich nicht nur negative RĂŒckmeldungen bekommen hĂ€tte als ich mich ĂŒber die Thematik informierte.

Die wunderschöne Jacky hatte unheimliches GlĂŒck bei Silvana zu kommen.

Alleine die Tatsache das ein Hund jeden Tag sowieso in etwa 17 Stunden pro Tag ruhen/dösen /schlafen sollte, zeigt ja, dass es möglich ist einen Hund lĂ€nger alleine zu lassen. Wichtig ist, daß das ganze trainiert und langsam aufgebaut wird. Unsere Fellnasen mĂŒssen sich langsam daran gewöhnen und sich darauf verlassen können das Herrchen und Frauchen immer wieder nach Hause kommen.

Niemand sollte pauschal die Aussage treffen, dass ein Hund und ein 40 Stunden Job nicht miteinander vereinbar sind. Dabei gibt es soviel zu beachten, wie Charakter und Wesen des Hundes, das Alter, die Rasse und auch die Vergangenheit. Jacky hĂ€tte weder mit ins BĂŒro gekonnt, noch hĂ€tten wir einen Tiersitter zu ihm lassen können. Das hat den Grund, dass Jacky in seiner Vergangenheit bei den Vorbesitzern nicht gut behandelt wurde und ein Leben im Zwinger gefĂŒhrt hat. Er ist daher leider ĂŒberhaupt nicht sozial. Im Endeffekt zĂ€hlt nur eins: Wenn man wirklich will, gibt es immer Lösungen und Wege. Es gibt bei vertrĂ€glichen Hunden Hundesitter, man kann Freunde/Nachbarn Fragen ob sie einem helfen und man kann mit dem Arbeitgeber sprechen, auch wenn man penetrant dranbleiben muss, am Ende kann es sich lohnen.

Zusammen gehen sie durch dick und dĂŒnn.

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