📚 Hundeerziehung und Nützliches

Hund und Vollzeitjob

Ohne Arbeit geht es leider nicht

Wenn man sich für einen Hund interessiert, gibt es viele Möglichkeiten. Man kann im Tierheim vorbei schauen, sich bei einer Tierschutzorganisation bewerben, einen Hund von Privat über Kleinanzeigen suchen oder einen Züchter kontaktieren. Ganz egal wo der neue Hund her kommen wird, die meisten werden fragen, ob man berufstätig ist und ob der Hund viel Zeit alleine verbringen wird.

Für viele interessierte endet bereits hier der Traum vom Hund, denn das Internet ist voll von Texten, wo drin steht, dass Hunde niemals länger als 4 Stunden allein sein sollen und dass sich ein Hund nicht gut macht, wenn man arbeitet. Aber gleichzeitig stellt sich dann ja die Frage, wie man das Geld für einen Hund und seine Verpflegung aufbringen soll, wenn man nicht arbeiten gehen darf, denn es ist ja nun mal kein Geheimnis, dass ein Hund wirklich viel Geld kosten kann.

An meinen freien Tagen unternehme ich mit Reve tolle Ausflüge.

Hund trotz Job bekommen, geht das?

Ein guter und seriöser Züchter wird bei Abgabe seiner Welpen schon Interesse haben, dass dieser nicht direkt nach der Abgabe einen ganzen Arbeitstag alleine zuhause verbringen muss, und wird sich dementsprechend die Leute gut aussuchen, zu denen der Welpe ziehen wird. Aber die meisten guten Züchter klären hierüber rechtzeitig und gut auf und geben Tipps, wie das trotzdem klappen kann.

Bei einer Abgabe von Privat kommt es drauf an, wieviel Interesse die alten Besitzer an dem Tier haben und wie gut sie dem Hund das allein bleiben antrainiert haben. Gerade bei Hunden, die es gewohnt sind, regelmäßig allein zu bleiben, wird es da keine Probleme geben.

Im Tierheim wird man meist schnell abgebügelt, denn dort ist es nicht gern gesehen, wenn man sagt, dass man arbeiten geht. Dies kann ich nicht verstehen. Denn meistens nimmt man sich ja ohnehin Urlaub, wenn der Hund einzieht um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern und dann kann man auch am alleine bleiben üben. Davon abgesehen, ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass Hunde mit uns auf die Arbeit gehen dürfen. Hier wird aber kaum nachgefragt. Ich persönlich finde, dass es ein Hund, der aus dem Tierheim kommt, definitiv besser hat in einem neuen und liebevollen zuhause, selbst wenn er dort einige Stunden täglich allein ist, als weiterhin im Tierheim zu sitzen. Meistens wissen die Tierpfleger ja vom Vorbesitzer, ob der Hund alleine bleiben kann oder ob nicht. Aber mit dem richtigen Training und etwas Geduld ist auch dies kein Problem, wenn der Hund das dann doch noch nicht kann.

Eine Tierschutzorganisation wird zwar nachfragen und eine wirklich gute Organisation wird beim Besuch zur Vorkontrolle des neuen Zuhauses auch Fragen stellen, was die Zeit während des Arbeitstages betrifft, denn bei einem Tierschutzhund, kann man davon ausgehen, dass dies über einen längeren Zeitraum geübt werden muss. Also ist hier etwas Vorsicht geboten, aber vielleicht kann man ja auch einfach etwas länger Urlaub nehmen und dann daran arbeiten.

Hundehaltung und Arbeitsalltag

Ich persönlich habe mit Reva nun bereits meinen zweiten eigenen Hund, und beide sind mit meinem Arbeitsalltag gut klar gekommen. Meine erste Hündin konnte leider nicht gut alleine bleiben, aber auch wenn sie mit zur Arbeit gegönnt hätte, habe ich sie allein gelassen, da die Arbeit immer viel mehr Stress für sie als Angsthund war. Wir haben immer wieder ganz intensiv am Alleine bleiben gearbeitet und irgendwann ging es dann besser. Reva war das erste Jahr täglich mit mir auf der Arbeit und hatte daher damit überhaupt kein Problem, aber da dies kein Dauerzustand werden sollte, war es mir wichtig, dass sie gut alleine bleiben kann. Das wurde über mehrere Monate intensiv geübt und damit hatten wir viel Erfolg.

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass ein Vollzeitjob noch lange nicht das Aus für den Traum vom Hund bedeuten muss, denn wenn man einige Dinge beachtet, ist der Hund trotzdem glücklich und zufrieden. Denn das wichtigste ist eine gute Auslastung, um den Hund ausgeglichen zu halten. Dies kann man vor oder nach seinen Arbeitszeiten gut einbauen, indem man lange Spaziergänge macht, tolle Kopfarbeit macht oder eine ausgiebige Runde miteinander spielt und kuschelt. Am besten immer abwechselnd, jede Tag etwas anderes, damit der Hund gut ausgeglichen ist.

Wenn der Hund es wirklich gut gelernt hat, ist es kein Problem ihn auch länger als vier Stunden alleine zu lassen, hier scheiden sich aber die Geister, wobei ich persönlich sagen muss, dass ich immer gelesen habe, dass Hunde kein Zeitgefühl haben und da sie eh die meiste Zeit über verschlafen, dürfte das kein Problem sein. Hauptsache ist wirklich, dass der Hund stressfrei alleine bleiben kann und das muss halt wirklich gut und ausgiebig geübt werden, dass kann durchaus etwas Geduld erfordern.

Reva erkundet den Hamburger Hafen.

Hundekindergarten und Tagesmutti

Und wenn der Hund wirklich nicht alleine bleiben kann, könnte man immer noch eine Betreuung organisieren. Es gibt seit einigen Jahren, immer mehr Hundekindergärten, die unterschiedliche Betreuungsformen und Zeiten anbieten. Hier wäre der Hund nie alleine und immer von Artgenossen umgeben. Es gibt hundeerfahrene Menschen, die sich um die Fellnasen kümmern und einige machen auch tolle Ausflüge mit den Hunden.

Wenn man diese Art der Betreuung nicht möchte, gibt es auch noch die Möglichkeit vom Dogsharing. Hier teilt man sich den Hund sozusagen mit einer Art “Tagesmutti”, die den Hund zu festen Tagen oder Zeiten bekommt und ihn dann abends wieder abgibt. Aber es gibt auch Dogsitter, die zu einem kommen, den Hund abholen und nach einer schönen großen Runde wieder nach Hause bringen.

Was hierbei das passende wäre, kommt wirklich auf jeden selbst an. Wenn der Hund keine Artgenossen mag, wäre ein Hundekindergarten mit Sicherheit der falsche Ort.

Aber zuhause findet es Reva dann doch am schönsten.

Planung ist das A und O

Wenn man wirklich einen Hund halten möchte, sollte das alles aber nur eine kleine Rolle spielen, denn wenn der Wunsch wirklich da ist und man sich der Verantwortung wirklich ganz bewusst ist, dürfte das alles geregelt werden können. Es ist einfach nur unglaublich wichtig, dass man immer im Hinterkopf haben muss, dass der Hund wirklich ausreichend versorgt und ausgelastet werden muss, damit er zuhause glücklich vor sich hin schläft und nicht die Bude auseinander nimmt.

Ich habe festgestellt, dass mit einer guten Planung und Absprache auch eine Hundehaltung mit einem stressigen Job, wo es mal länger werden kann, kein Problem ist. Mein Mann und ich stehen im täglichen Austausch was Arbeitszeiten und Revas Gassizeiten anbelangt und haben es bisher immer gut hinbekommen, dass Reva glücklich und zufrieden ist. Also lasst euch nicht verwirren, informiert euch gut über mögliche Betreuungszeiten und bitte denkt bei der Idee an einen Welpen immer daran, dass dieser auf keinen Fall 8 Stunden alleine bleiben kann.

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