🎤 Blogtalk - Hundeerziehung und Nützliches

Hundehaltung trotz Studium?

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Dies ist ein Gastbeitrag von meiner lieben Freundin Mirjam, die ich über Instagram kennen lernen durfte, und ich mich sehr freue, dass sie hier ihre Erfahrungen mit euch teilen möchte. Da es sich um einen Gastbeitrag mit Nennung des Instagram-Accounts handelt, handelt es sich hierbei um Werbung.

Wer sind wir?

Vielleicht kennst du uns ja schon von unserem ersten Beitrag über die Welpenzeit. „Wir“ sind Balu, seines Zeichens Labrador, 29. Februar 2020 geboren und sein Frauchen Mirjam, 20 Jahre alt. Balu ist mit acht Wochen bei mir und meinem Freund eingezogen und ist unser erster Hund. Auf Instagram findet man uns unter dem Namen “life.of.labradorbalu“.

Hast du für einen Hund überhaupt Zeit?

Wie oft mir diese Frage in den 8 Monaten, in denen Balu bei uns ist, schon gestellt wurde, ich kanns gar nicht mehr zählen. Sicherlich war diese Frage sehr zentral, bevor wir uns für einen Hund entschieden haben. Würde mein Freund nicht arbeiten könnten wir uns Balu ja gar nicht leisten, ich verdiene mit meinem Nebenjob nicht gerade viel. Da wir aber unbedingt einen Hund wollten, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich Hund und Studium vereinbaren kann.

Mein Studium

Kurz ein paar Infos zu meinem Studium. Wir wohnen ja in Österreich, daher kommt dir vielleicht manches etwas eigenartig vor. Ich habe direkt nach meiner Matura, dem Äquivalent zum Abitur, zu studieren begonnen. Für das Lehramtsstudium muss man in Österreich zwei Unterrichtsfächer studieren, meine sind Deutsch und Musik. Das heißt pro Semester habe ich ca. 4 Fächer in Deutsch und 4 in Musik zu belegen, plus 4 Instrumente. Zusätzlich kommen noch Praktika, die unter dem normalen Semester zu absolvieren sind und die Pädagogik-Fächer. Klingt viel? Ja ist es auch, und noch was: ich muss zwischen 6 verschiedenen Universitäten beziehungsweise Hochschulen pendeln. Einmal pro Woche muss ich von der einen Landeshauptstadt in die andere fahren, Zeitaufwand pro Strecke 1,5 Stunden. Ich habe dann aber nur 1 Stunde Unterricht und fahre dann wieder zurück. Dass das nicht gerade leicht ist und schon mal überfordernd sein kann, brauche ich glaub ich nicht erwähnen. Wieso ich mich bei so einem aufwändigen Studium trotzdem für einen Hund entschieden habe?

Ich habe mir immer Druck gemacht, ich muss in der kürzesten Zeit wie nur irgendwie möglich mein Studium abschließen. Dass das aufgrund meiner gewählten Fächerkombination und dem Pendeln eigentlich ein Wunder wäre, wenn ich das schaffen würde, habe ich dabei gewissenhaft unter den Tisch gekehrt. Schon bevor Balu zu uns gekommen ist wollte ich mir mehr Zeit lassen und Druck abbauen. In dem Semester, in dem Balu zu uns gekommen ist, habe ich meinen Stundenplan so gelegt, dass ich Montag – Mittwoch von 8 Uhr bis 19 oder 20.30 Uhr auf der Uni gewesen wäre, mit 30 minütiger Mittagspause. So viel zum Thema Druck herausnehmen.

Jetzt – Zustand

Wie ist es jetzt, seit Balu bei uns ist? Ich habe maximal 2 Kurse pro Tag, das heißt, er ist zwischen 2 und 5 Stunden alleine pro Tag. Diese Zeit schafft er wunderbar, ich glaube, dass er es sogar noch länger schaffen würde. Einen Tag pro Woche geht Balu meist mit Herrchen ins Büro. Und am Freitag, wenn ich meinen Pendel-Tag habe hat Herrchen dann Homeoffice.

Wie kann das klappen?

Von Anfang an war uns klar, dass Balu mal einige Stunden alleine bleiben muss, es ist einfach nicht möglich, dass immer und überall jemand zu Hause ist. Wir haben schon früh begonnen ihn 5 Minuten alleine zu lassen und diese Zeit dann langsam gesteigert. Es hat sich definitiv ausgezahlt. Anfangs hatte Balu so gar keine Lust darauf, mittlerweile verschläft er fast, dass wir nicht da sind. Und falls er einmal doch nicht schlafen möchte kaut er ruhig auf seinem Kauholz oder kuschelt mit seinem Lieblings-Kuscheltier.

Bürohund

Mein Freund arbeitet in einer sehr kleinen IT – Firma. Schon vor Balu gab es 3 Hunde,die den Chefs gehören, die immer mal wieder mit ins Büro kommen. Bevor wir Balu zu uns holten, klärten wir ab, dass unser Hund eventuell auch ins Büro kommen dürfte. Alles gar kein Problem, also ideal für uns. Da es uns sehr wichtig war, dass Balu auch im Büro ruhig und zufrieden ist, haben wir uns hier was überlegt.

Ende August, beziehungsweise Anfang September hatte ich universitätsbedingt noch frei. So fuhren wir zu dritt in die Arbeit. Ich hab mir mit Balu mal alles angesehen, Balu hat alle Mitarbeiter kennengelernt und sich gleich mal direkt bei allen eingeschleimt. Nach etwa 2 Stunden ist Balu umgefallen vor Müdigkeit und ich habe ihn dann bei meinem Freund am Platz gelassen und habe in einem Besprechungsraum meine Uniarbeiten gemacht. Der Hintergrundgedanke hierzu: Falls er zu unruhig sein sollte, die Zeitspanne für Balu zulange wäre oder sonstige Probleme auftreten, kann mein Freund weiterarbeiten und ich mich darum kümmern oder mit Balu nach Hause fahren. So hatte niemand von uns Druck und es klappte hervorragend!

Obwohl er Drucker, Papierschredderer und die Türklingel dort nicht kannte schlief er einfach total lange. Dieses Spiel haben wir 3 oder 4 Tage lang gespielt und dann musste ich nicht mehr mitkommen. Für uns war das die perfekte Methode, da sowohl die Firma damit kein Problem hatte und wir so wirklich alles nach Balu richten konnten. Mittlerweile freut Balu sich immer richtig, wenn er mit ins Büro darf und hat auch seinen Lieblingsmitarbeiter, zu dem er sich auch mal unter den Tisch legt oder gar spielen geht. Auch wenn andere Hunde im Büro sind klappt es erstaunlicherweise wunderbar, worüber ich besonders froh bin.

Was hat sich jetzt für uns geändert?

Welche Veränderungen gab es jetzt also für uns im aktiven Alltag, neben dem, dass ich mir weniger Stunden am Tag in meinen Unterrichtsplan schiebe? Für uns gibt es viel mehr Planungsaktivitäten, falls doch mal ein Kurs länger dauert, eine Exkursion ansteht oder mein Freund am Bürohundetag doch einen Auswärtstermin hat. Wir haben jedoch eine Person, der wir Balu immer anvertrauen können, falls bei uns alle Stricke reißen. Der wichtigste Punkt bei uns ist Kommunikation und Planung. Es ist nicht immer leicht und man muss auch mal zurückstecken oder dreist fragen, ob der Hund nicht doch mitkommen könnte.

Was es braucht, damit Studium und Hund funktioniert

Meiner Meinung nach braucht es auf jeden Fall genügend Eingewöhnungszeit, falls man einen Welpen bekommen natürlich nochmal mehr. Der Hund muss lernen alleine zu bleiben oder es sind genügend Personen im Bekanntenkreis, die den Hund jederzeit beaufsichtigen und auch handeln können! Planungsgeschicklichkeit und eine gewisse Spontanität schaden definitiv nicht, und an manchen Tagen kann es schon vorkommen, dass man etwas wenig Schlaf bekommt, aber das ist eben so. Studium und Hund kann auf jeden Fall funktionieren, wenn es nicht nur Plan A sondern auch Plan B, C und D gibt, man weiß nie, wann man ihn brauchen würde.

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