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Hundesport – Eine kleine Übersicht

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und wurde aufgrund der Verlinkung als Werbung gekennzeichnet.

Modul 6

Im sechsten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es um die verschiedenen Hundesportarten und ihre unterschiedlichen Belastungen. Eine Hundefitnesstrainerin wird im Berufsalltag immer wieder mit Sporthunden zu tun haben und muss daher ganz genau wissen, welche Unterstützung diese Hunde benötigen oder welche Probleme bei den Sporthunden am meisten auftreten können. Zudem wurden auch die unterschiedlichen Trainingsgeländen sowie die Ausrüstung für Hund und Halter besprochen, da bei falscher Ausrüstung oftmals mit körperlichen Einschränkungen zu rechnen ist und auch das Verletzungsrisiko höher liegt.

Hundesport – Ein tolles Hobby für Hund und Halter

In den letzten Jahren bekam der Hundesport einen richtigen Boom und die Anmeldungen in den Hundesportvereinen nahm deutlich zu. Es gibt unzählig viele verschiedene Hundesportarten und alle paar Jahre werden neue Hundesportarten “erfunden” oder schaffen es, sich bei uns in Deutschland durchzusetzen. Viele Sportarten wie Agility oder Longieren haben sich zu Trendsportarten entwickelt und eine große Fangemeinde bekommen, was kein Wunder ist, denn viele moderne Hundehalter wünschen sich ein gemeinsames Hobby mit ihrem Hund. Für einige Hunde ist der Hundesport auch eine richtige Aufgabe geworden, wo er voll und ganz ausgelastet werden kann.

Ob und welche Sportart für das Mensch-Hund-Team geeignet ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings muss man schon deutlich sagen, dass nicht jede Sportart für jeden Hund geeignet ist und auch ein gewisser Grundgehorsam bestehen sollte. Zudem sollten meistens die Grundkommandos perfekt sitzen und das Mensch-Hund-Team schon etwas eingespielt sein.

Um Hundesport auszuüben, sollte der Hund immer fertig ausgewachsen sein und bei manchen Sportarten wie Agility oder Zughundesport sollte unbedingt ein Tierarzt oder Hundephysiotherapheut drauf schauen. Bei manchen Rassen macht auch ein Röntgenbild vorab Sinn, um die Tauglichkeit für die gewählte Sportart zu prüfen. Gerade bei Hunden, die auf Wettkämpfen laufen sollen, ist dies oftmals wichtig und teilweise auch vorgeschrieben.

Wichtig ist immer, dass man sich für eine Hundesportart entscheidet, die einen wirklich Spaß macht und die zum Mensch-Hunde-Team passt und eben nicht nur macht, weil es eben gerade im Trend ist. Bitte achtet immer auf die Gesundheit eurer Hunde.

Um euch einen guten Überblick über die verschiedenen Hundesportarten und ihre Anforderungen zu verschaffen, werde ich die Sportarten in ihre Belastungsstufen unterteilen.

Hundesportarten mit kurzer, intensiver Belastung

Fangen wir doch mal mit den Hundesportarten an, die eine kurze aber sehr intensive Belastung mit sich bringen, denn sie stellen in der Regel alle eine sehr hohe Anforderung an die Gelenke des Hundes. Die Auswahl an Hundesportarten in diesem Bereich sind riesig und ich habe euch hier mal versucht, die bekanntesten heraus zu suchen.

Zu diesen Hundesportarten mit kurzer und intensiver Belastung gehören übrigens auch die recht neuen Hundesportarten Fly Ball und Dog Diving. Da diese in Deutschland aber noch recht unbekannt sind, habe ich diese nicht mit aufgenommen.

Agility

Das Agility ist eine der bekanntesten Hundesportarten überhaupt und hat laut einer Umfrage einer Hundezeitschrift im Jahre 2020 das höchste Beliebtheitsranking bekommen. Beim Agilty müssen Hund und Halter gleichermassen sportlich fit sein und eine gute Kondition haben.

Tatsächlich ist das Agility die Sportart mit den höchsten Anforderungen an die Hundegesundheit und an den Hundekörper. Die Hunde müssen in sehr kurzer Zeit ca. 20 -25 Hindernisse bewältigen und benötigen hierfür schnelle Tempowechsel sowie unterschiedliche Dinge wir abrupte Stops, enge Wendungen in sehr hohem Tempo und ähnliches.

Hund und Halter laufen einen festgelegten Parcours und halten sich dabei an die Angaben eines Punktrichters, sie bilden ein Team und der Hundehalter muss dem Hund per Körpersprache und Stimme die Richtung vorgeben. Es geht darum, die Hindernisse in so kurzer Zeit wie möglich und ohne Fehler zu überwinden. Aus diesem Grund hat sich Agility in den letzten 5 Jahren zum absoluten Hochleistungssport entwickelt. Es gibt drei Schwierigkeitsklassen A1, A2 und A3. Es gibt auch für Senioren Sonderklassen, in denen die Hindernisse weniger hoch und schwer sind und es (teilweise) auch andere Anforderungen gibt. Hunde ab sieben Jahre gehören laut Regelwerk zu den Oldies und dürfen in die Seniorenklasse wechseln.

Sonderformen vom Agility

Es gibt im Agility auch eine Sonderform, das Hoppers-Agility. Hier werden keine Hürden aufgebaut, stattdessen stehen kleine “Torbögen” die sogenannten Hooters. Viele empfehlen das Hooters-Agility als Ersatz, falls der Hund zu alt für das normale Agility ist, jedoch wird das gerade von Hundefitnesstrainern und Physiotherpheuten eher abgeraten, da der Hund hier in einem sehr schnellen Tempo große Distanzen überwinden muss und daher kranke oder/und alte Hunde in diesem Sport eher nichts zu suchen haben.

Belastungen beim Agility

Die Hauptbelastung beim Agility Stelen die Hindernisse für den Hund dar. Es gibt eine große Menge unterschiedlicher Geräte, darunter Tunnel, Hürden, Stege, Weitsprung, Wippe, Reifen und viele weitere. Je nachdem in welcher Klasse man trainiert und auf einem Turnier startet gibt es hier unterschiedliche Schwierigkeitsstufen und veränderte Höhen und Sprungweiten. Da es etwas den Rahmen sprengen würde, jedes Hindernis aufzuzählen und deren Belastungspunkte zu nenne, werde ich hier nur einen kleinen Teil aufgreifen.

Hürden

Die Hürden sind ein Klassiker im Agility und je nach Klasse variiert die Höhe stark. Eine Hürde besteht aus zwei Papilloten oder anderen Haltern und einer Stange die aufliegt und übersprungen werden muss. Das Regelwerk gibt die verschiedenen Höhen in den einzelnen Klassen vor. Die Hürden haben mit der Mauer eine einzige Sonderform. Sobald ein Ziegel der Mauer oder die Stange der Hürde herunter fällt, gibt es Fehlerpunkte.

So eine Hürde und auch die Mauer, belasten den kompletten Hundekörper, da der Hund beim Absprung die ganze Energie des Laufes in die Absprungkraft umwandeln muss. Hier arbeitet die Hinterhand besonders stark und die Vorhand hat in der Landung die ganze Kraft des Sprung inklusive die der Laufenergie abzufangen. Daher ist die Landephase die intensivste Belastungsphase bei der Hürde. Der vordere Rücken wird enorm belastet, da teilweise das Fünffache des Körpergewichts auf die Gelenke und den Körper wirken. Da die Schultermuskulatur und der Bizeps den Sprung abfedern, ist es wichtig, dass der Hund regelmäßig massiert wird und keinerlei Verspannungen aufweist.

Eine besonders starke Belastung besteht auch, wenn direkt nach der Landung die Laufrichtung gewechselt wird und der Hund hierfür eine Kurve laufen muss. Hier wirken dann neben den vertikalen Kräften aus dem Sprung zusätzlich noch horizontale Kräfte auf das Schultergelenk ein, was bei einem Hund mit einer schwachen Schultermuskulatur zu Sehnenverletzungen oder Verletzungen am Schultergelenk führen kann.

Übrigens besteht für das Hindernis Reifen die selben Ablaufe und Belastungen wie bei der Hürde und Mauer, weswegen ich den Reifen nicht weiter ausführen werde.

Wippe

Die Wippe kennt eigentlich jeder. Es handelt sich hierbei um ein Brett das nach unten kippt, wenn der Hund von der einen Seite auf die andere läuft. Bei der Wippe handelt es sich um ein sogenanntes Zonengerät, an welches besondere Ablaufsanforderungen gestellt werden. Der Hund muss hier kurz warten bis die Wippe nach unten gekippt ist, ehe er weiterläuft und er darf die Zone nicht verlassen.

Die Belastungen sind bei allen Zonengeräten (fast) identisch, da sie den ganzen Körper belasten. der Hund setzt hier seine ganze Geschwindigkeit ein und muss auf der Wippe stark abbremsen, was die Vorhand stark belastet und danach muss er steil nach oben beschleunigen, was aus der Hinterhand heraus passiert. Hier wird zudem das Kniegelenk stark belastet.

Tunnel

Tunnel lieben die meisten Hunde und entwickeln im Tunnel eine sehr hohe Geschwindigkeit. Der Tunnel hat eine Länge von gut 3 Metern und einen Durchmesser von ca. 60 cm. Der Tunnel wird mit Sandsäcken auf dem Boden fixiert, damit er sicher steht und nicht wegrutscht, wenn der Hund in ihm läuft. Es gibt die Tunnel in verschiedenen Materialien, so z.B. mit dem Stofftunnel, welcher eine Sonderform des Tunnels darstellt.

Die Belastung stellt hier die Verletzungsgefahr im Tunnel dar. Der Hund läuft mit einem extremen Tempo hinein und dadurch und kann ausrutschen, was durchaus schlimme Bänder- und Sehnenverletzungen mit sich bringen kann.

Slalom

Der Slalom besteht aus 12 Stangen welche im Abstand von ca. 60 in einer geraden Linie zueinander stehen. Der Hund muss sich beim einlaufen in den Slalom rechts einfädeln und mit der linken Schulter die erste Stange berühren.

Die Belastungen liegen hier im Bereich der Schulter, der Vorhand, der Wirbelsäule und des Schultergelenks. Die Wirbelsäule wird seitlich sehr stark gebeugt und gestreckt. Bei jeder Beugung werden die kleinen Wirbelgelenke sowie die Bandscheiben sehr hohem Druck ausgesetzt. Die Vorhand trägt auch hier wieder ein Fünffaches Körpergewicht vom Hund, da er in einer sehr hohen Geschwindigkeit minimale kaum sichtbare Stopps einbaut um die Wendung zu schaffen, was die Vorhand ebenso belastet.

Frisbee

Das Frisbee spielen erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit und die Nachfrage ist ordentlich gestiegen. Hierbei kommen gerade sehr lauffreudige Hunde voll auf ihre Kosten, da der Hundehalter die Frisbee wirft und der Hund diese fangen muss. Aber natürlich wäre dies allein zu einfach und so gibt es für Turniere viele verschiedene Disziplinen und Fangtechnicken sowie Tricks in Form einer Choreographie, die der Hund zu einer Musik laufen muss.

Gerade bei diesen Küren wird der Körper teilweise sehr stark verdreht, was die Wirbelsäule mit seinen kleinen Wirbelgelenken und den Bandscheiben stark belastet. Da der Hund beim fangen der Frisbee immer auf den Vorderpfoten landen soll, ist die hohe Belastung auf der Vorhand schon direkt ersichtlich. Wenn eine falsche Wurftechnik angewendet wird, kann es trotzdem vorkommen, dass der Hund auf den Hinterpfoten landet, was für das Becken und das daran verbundene Kreuz-Darmbein-Gelenk eine hohe Belastung darstellt. Hier wirken die Kräfte auf die Lendenwirbelsäule und kann zu Verletzungen führen.

Treibball

Treiball macht vor allem den Hütehunden großen Spaß, da hier anhand großer Bälle die Schafe simuliert werden, welche getrieben werden sollen. Es gibt ein Tor, welches das Gatter darstellen soll, der Hund soll also die Bälle in das Tor treiben. Treibball bietet für Hütehunde eine ideale Auslastung und ist zudem noch recht Bedürfnissgerecht ausgelegt. Es können auch verschiedene Aufgaben vom Hund abverlangt werden, wie ein Tunnel oder das überqueren einer Brücke.

Wenn ein Hund im Treibball eingesetzt wird, muss er eine gute Ausdauer vorweisen. Hunde haben hier viele schnelle Wendungen, welche die Vorhand belasten und Treiben mit ihrer Nase den Ball. Durch das Anstoßen mit Kopf oder Nase an den ball, wirken hier einige Kräfte auf die Halswirbelsäule und die Nackenmuskulatur. Allerdings sind die Belastungen hier nicht wirklich groß, da die Bälle meistens mit Luft gefüllte Gymnastikbälle sind und somit kein schweres Gewicht haben.

Hundesporten mit hoher und lang anhaltender Belastung

In diesem Abschnitt geht es um Hundesportarten in denen der Hund für einen längeren Zeitraum in Bewegung ist und wir hier eine länger anhaltende Belastung beim Hund in der Ausübung vorfinden. Ich habe auch hier nur die beliebtesten und gängigsten Hundesportarten heraus gesucht, also kann es durchaus sein, dass ich die ein oder andere Hundesport nicht eingegliedert habe. Da ich selbst keinen Hundesport betreibe und ich diesen Beitrag anhand meiner Ausbildungsunterlagen und eigener Recherche schreibe, möchte ich um Nachsicht bitten, falls etwas fehlt oder etwas nicht der neuesten Vorgaben entspricht.

Bevor wir los legen, möchte ich einmal die Frage stellen: Was kann eine hohe und länger anhaltende Belastungsintensität im Hundesport sein?

Vom Prinzip ist damit nichts anderes gemeint als, dass der Hund plötzlich über einen bestimmten Zeitraum, seinen kompletten Bewegungsapparat mit seinem eigenen Körpergewicht in einer vielfachen Ausführung konfrontiert. Das finden wir z.B. bei plötzlichen Bremsmanövern oder bei Sprüngen vor. Und auch wenn einige Sportarten eher geringe Belastungsintensitäten haben, so kann deren Dauer dafür sorgen, dass die Belastungsintensität dann eher hoch eingestuft wird.

Zughundesport

Allgemeines

Der Zughundesport fällt eigentlich in eine Sportart mit geringer Belastungsintensität, da aber in der Regel längere Strecken gelaufen/gefahren werden, und wir hier teilweise sehr abrupte Bremsmanöver haben, welche sich stark auf die Gelenke des Hundes auswirken können, wird diese Sportart eher so eingeschätzt, dass die Belastungsintensität lang andauernd hoch ist.

Unter den Begriff Zughundesport allen z. B. Carnicross, Bikejöring/Scooterjöring und Schlittenhunderennen, es gibt aber noch einige mehr. Gerade das Carnocross erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da hierbei Hund und Halter gemeinsam als Team agieren müssen und sich super auspowern können. Voraussetzung für den Zughundesport ist immer, dass Hund und Halter körperlich fit und gesund sein müssen und keinerlei Probleme oder Einschränkungen durch HD/ED oder ähnlichem vorliegen.

Belastungen im Zughundesport

Im Zughundesport müssen Hunde sehr ausdauernd sein, was eine gute Kondition erfordert. Gerade für den Einstieg wird deswegen empfohlen, sehr langsam zu starten und das Intensitätslevel sowie die Dauer der Runden sehr langsam zu erhöhen und anzupassen. Es bringt niemanden etwas, wenn der Hund nach den ersten Runden, die vielleicht viel zu lang und zu schnell waren, starken Muskelkater über Tage hat. Zudem sollte der Hund unbedingt ausgewachsen sein und einen Check von Tierarzt und/oder Physiotherapeut bekommen haben.

Zughundesport sollten eher im Herbst, Winter und je nach Temperatur im Frühling betrieben werden, da die Hitze in den Sommermonaten beim Laufsport sehr gefährlich sein können, da der Hund hier noch schneller überhitzen kann. Generell ist die Gefahr einer Überhitzung im Zughundesport nicht zu überschätzen. Man sollte sich vor jedem Lauf die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit ganz genau ansehen. Denn je wärmer und feuchter es ist, desto schneller wird der Hundekörper überhitzen und es droht ein Hitzschlag beim Hund.

Die größte körperliche Belastung bekommt das Herz-Kreislaufsystem vom Hund, aber auch die Atmung im Zug kann einigen Hunden anfangs sehr schwer fallen. Der Hund sollte über eine gute Ausdauer verfügen und auch die Muskulatur sollte bereits gut aufgebaut sein. Wenn wir körperliche Einschränkungen in der Muskulatur oder im Skelett des Hundes haben (wie bei einer HD/ED) dann kann der Hund den Zughundesport nicht richtig ausführen und läuft vielleicht sogar unter starken Schmerzen bzw. hat sehr schnell mit Folgeerkrankungen zu kämpfen.

Die Muskulatur eines Hundes, welcher im Zughundesport aktiv ist, sollte gut ausgebildet und aufgebaut sein, damit seine Energieversorgung innerhalb der Muskulatur gewährleistet ist. Wenn die Muskulatur nicht gut aufgebaut ist, desto weniger ausdauernd kann der Hund sein und das Verletzungsrisiko für einen Muskelriss/Sehnenriss/Bänderriss sowie Muskelkater steigt deutlich.

Gesunde Gelenke sind gerade im Zughundesport unglaublich wichtig, da die schnellen Bewegungen eine mittelstarke Belastung auf die Gelenke darstellen. Wir wissen ja bereits, dass die Vorhand des Hundes immer die größte Kraft des Hundes abfängt und aushalten muss. Auch hier kommt ein Vielfaches vom Körpergewicht des Hundes auf die Vorhand, gerade im Galopp oder beim bergablaufen. Die einwirkenden Kräfte sind hier nicht zu unterschätzen und können schwere Verletzungen mit sich bringen. Der Hund braucht gerade im Zughundesport eine längere Regenerationsphase, um starke Verschleißentscheidungen vorzubeugen, da gerade der Ballenabrieb sowie Krallenabrieb nicht zu unterschätzen ist.

Mögliche Erkrankungen

Wenn wir von Belastungen für den Körper sprechen, müssen wir uns auch die möglichen Erkrankungen ansehen, die gerade beim Zughundesport nicht zu unterschätzen sind.

Wie schon erwähnt, sind die Abriebe an Ballen und Krallen recht hoch und die Vorhand des Hundes wird sehr stark belastet. Gerade beim Beragablaufen kommt massive Belastung auf die Vorhand und der Druck verteilt sich auf den Bizeps, weswegen gerade bei Zughunden Bizepsverletzungen nicht gerade selten sind. Da der Triebs ein Antischwerkraftmuskel ist und somit dagegen arbeiten muss, kann es zusätzlich zu häufigen Verspannungen beim Hund kommen.

Zudem wird auch das Organsystem im Zughundesport stark belastet. Denn gut trainierte Zughunde weisen ein vergrößertes Herz auf, da sie sich dies antrainiert haben. Hierbei können Herzgeräusche entstehen, da dies stark vergrößerte Herz nicht so gut ist. Außerdem neigen Zughunde angeblich sehr häufig zu Magengeschwüren. Leider konnte ich hier nicht genau raus finden, warum das so ist, weswegen ich hier nicht näher darauf eingehen möchte.

Je nachdem welchen Zughundesport man ausübt, kann es weitere unterschiedliche Verletzungen geben, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte, da dies den Rahmen sprengen würde und mir hierzu das Fachwissen fehlt.

Beliebte Zughundesportarten

Hier findet ihr die beliebtesten Zughundesportarten. Bitte seht es mir nach, dass ich hier nur ein paar kurze Informationen zusammen schreibe und möglicherweise weitere Zughundesportarten nicht genannt habe.

Schlittenhunderennen

Im Schlittenhunderennen gibt es unterschiedliche Gespanngrößen, welche den Schlitten ziehen. Die kleinsten Gespanne haben zwei Hunde und die größten Gespanne 12 Hunde. Gerade bei den größeren Gespannen haben die Hunde verschiedene Aufgaben und laufen daher als Team. Der Anführer wird Leader genannt und sie müssen den Anweisungen des Schlittenführers immer direkt folge leisten. Zusätzlich bestimmen die Leader die Geschwindigkeit und sind für die Einleitung von Richtungswechseln zuständig. Dann gibt es den Wheeler, diese Hunde laufen direkt vor dem Schlitten. Die restlichen Hunde im Gespann werden Swinger genannt. Für Schlittenhunderennen wird neben Zuggeschirren auch ein Schlitten und möglicherweise auch Rollen (falls man außerhalb des Winters bzw. ohne Schneefall fahren möchte) für den Schlitten. Auch müssen die Kufen des Schlittens regelmäßig getauscht werden.

Bikejöring/Scooterjöring/SKijöring

Hierbei wird der Hund im Zughundegeschirr vor das Rad oder den Scooter gespannt. Der Hundehalter sitzt auf dem jeweiligen Gefährt. Während der Hundehalter beim Skikjöring die Leine vom Hund im Zughundegeschirr in der Hand hält und den Hund somit führt. Je nachdem sind hier neben einem gut sitzenden Zughundegeschirr und einer passenden Leine das richtige Rad (Mountain Bike) oder ein geeigneter Scooter sowie Ski nötig.

Carnicross

In dieser sehr beliebten Hundesportart läuft der Hundehalter mit dem Hund als Team. Hier müssen sich Hund und Halter mit ihren Kommandos verständigen und als Team zusammenarbeiten. Beide müssen aufeinander achten und das Tempo an den anderen Laufpartner anpassen. Der Hund zieht den Hundehalter im Zuggeschirr und läuft somit voran. Daher ist ein gut sitzendes Zughundegeschirr unglaublich wichtig. Der Läufer benötigt Bekleidung die nicht einschränkt und sehr gute Laufschuhe.

Longieren

Das Longieren des Hundes ist noch relativ neu in Deutschland und erfreut sich seit 2 Jahren immer größerer Bekanntheit und die Nachfrage hierzu steigt stetig. Das Longieren ist so aufgebaut, dass der Mensch in der Mitte eines Kreises steht und der Hund steht außerhalb. Der Kreis ist in der Regel abgesteckt, so dass der Hund über die Absperrung gehen müsste, um zum Halter zu kommen.

Hund und Halter kommunizieren rein körpersprachlich miteinander und der Hund wird wirklich nur durch die körpersprachlichen Signale des Halters geleitet. Es gibt Richtungswechsel, Gangartenwechsel und in fortgeschrittenen Klassen auch verschiedene Kommandos, Tunnel, Hürden und Stangen zum überspringen.

Das Longieren eignet sich für alle Hunde prima und fördert zudem die Bindung von Hund und Halter. Der Hund wird gerade kopftechnisch super ausgelastet und so ist diese Hundesportart auch super für ältere oder jüngere Hunde geeignet.

Belastungen beim Longieren

Leider gibt es auch beim Longieren, einige Belastungen für den Hund, denn auch wenn es auf den ersten Blick nicht sehr belastend ist, so gibt es hier doch einige Punkte die beachtet werden müssen.

Da der Hund immer iim Kreis läuft kann es schnell zu eiseitigen Belastungen kommen, weswegen regelmäßige Richtungswechsel sehr wichtig sind. da wir sonst einseitige Verschleißerscheinungen hervor rufen können. Außerdem muss man darauf achten, dass der Hund nicht nur eine Muskelseite trainiert, da wir sonst im Alltag später starke Probleme bekommen, da die eine Muskelseite besser trainiert ist als die andere und der Hund außerhalb des Trainings vielleicht leicht versetzt läuft.

Der Hund sollte klein anfangen und vorher gut aufgewärmt werden. Zudem sind regelmäßige Tempowechsel mit regelmäßigen Richtungswechseln notwendig, damit alle Seiten gleichmäßig bewegt werden.

Mantrailing/Rettungshunde

Ich versuche hier drei, eigentlich recht ähnliche und dennoch total verschiedene Hundesportarten in einer Zusammenfassen, um die Unterschiedliche zu verdeutlichen. Alle drei Sportarten sind für alle Hunde super geeignet und bieten eine hervorragende Auslastung für den Kopf. Gerade Hundetrainer sprechen bei diesen drei Sportarten davon, dass es die am besten geeignetste Hundesportarten seien, da es dem Hund viel mehr bringen würde, als wie beim Agility über Hürden zu springen.

Belastungen beim Suchhundesport

Am belasteten wird der Körper durch den Untergrund, da es beim Suchen immer vorkommen kann, dass Untergründe schnell wechseln und auch sehr uneben sind. Gerade das Suchen erfordert viel Ausdauern vom Hund, weswegen der Hund ein sehr gut trainiertes Herz-Kreislauf-System vorweisen muss, damit der Hund keine Ermüdungserscheinungen aufweist. Denn ein erschöpfter Hund neigt schneller zu Verletzungen.

Hinzu kommt, dass dieser “Sport” bei jedem Wetter ausgeführt wird, also auch bei starker Hitze, Regen und Sturm. Gerade bei den Brachychephalen Hunderassen wie z.B. dem Mops muss man hierbei extrem aufpassen, da diese schnell zu überhitzen drohen, wenn sie sich auf einer Suche befinden. Hunde die Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System haben, sollten keinen Suchsport ausüben!

Eine weitere Belastung betrifft die Körperhaltung, da der Kopf meist nur unten getragen wird und der Hund somit eine sehr einseitige Haltung aufweist. Die Vorhand wird stark belastet, da der Schwerpunkt nach vorne fällt, aufgrund der niedrigen Kopfhaltung und es können vermehrt zu starken Verspannungen im Nackenbereich kommen.

Und wenn wir einen Blick auf die Wasserrettung werfen, erkennen wir schnell, die hohe Belastung durch das Schwimmen auf den Körper. Die Gelenke der Vorhand werden maximal gebeugt und zudem sehr stark überstreift, da die Vorhand hier viel größere Bewegungen mit dem Gelenk macht als an Land. Das ist zwar für die Ernährung des Gelenkknorpels eine gute Sache, jedoch werden die Bänder, Sehen und auch die Vorhand viel zu stark beansprucht. Hunde die am Ellenbogen erkrankt sind oder mit dem Bizeps Probleme haben, sollten keine Wasserrettung machen.

Mantrailing

Im Mantrailing geht es darum, dass der Hund eine Person anhand ihres Geruchs wiederfinden soll. der Hund bekommt zu Beginn eines Trails den Geruch der zu suchenden Person auf einem Geruchsträger präsentiert und soll dann die Fährte aufnehmen. Als Geruchsträger kann alles dienen, vom Taschentusch, bis hin zum T-Shirt, hauptsache der Geruch ist zweifelsfrei nur dieser einen Person zuzuordnen.

Der Hund soll nach dem Startkommando auf direktem Weg seinen Hundeführer zu der Person führen. Der Hundeführer soll den Hund hier seine Wege gehen lassen, es kann also auch etwas kreuz und quer gegangen werden. Wurde die Person gefunden, muss der Hund diese anzeigen, was meist mit einem bellen gemacht wird.

Im direkten vergleich mit den beiden anderen “Sucharten” ist der Hund dauerhaft an der Schleppleine zu führen. Der Hundeführer muss seinen Hund hierbei korrekt lesen können und darf die Entscheidungen des Hundes nicht beeinflussen. Außerdem besteht ein Unterschied bei der Suche. Der Hund darf beim Mantrailing nämlich frei entscheiden, ob seine Nase unten oder oben gehalten wird.

Rettungshunde

Rettungshunde werden speziell für die Suche von verletzten Personen ausgebildet. Hier gibt es Unterschiede, denn ergibt die “Landrettung” und die “Wasserrettung”. Der Unterschied von den Rettungshunden zu den Mantrailiern liegt darin, dass die Untergründe meist ganz anders sind, da gerade die Rettungshunde oft in Trümmern oder bei Lawinen eingesetzt werden. Es gibt spezielle Rettungshunde für Lawinen,- Trümmern und Flächensuche. Bei allen drei dieser Sucharten, läuft der Hund frei, also ohne Leine. Der Hund soll die Person aufspüren und anzeigen. Der Lawinenhund soll zudem die gesuchte Person unter der Lawine ausgraben können.

Bei der Wasserrettung soll eine Person vor dem Ertrinken gerettet und aus dem Wasser geborgen werden. Es gibt hierbei verschiedene Prüfungen und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Je nach Prüfung muss der Hund Distanzen von über 600 Metern im Wasser zurücklegen und die Person oder auch ein Boot bergen können.

Obedience/Rally Obedience

Bei dem Hundesport Obedience handelt es sich um Unterordnung und beinhaltet entsprechend Übungen für den Gehorsam. Den Hauptanteil der Übungen machen Fuß-Übungen aus. Zudem gibt es Prüfungen, welche verschiedene Übungen mit und ohne Leine beinhalten.

Die Rally Obedience ist etwas lockerer gehalten und man läuft eine Art Parcours, welcher aus den verschiedensten Übungen besteht ab. Auch hier gibt es Turniere, welche aus Übungen mit und ohne Leine gelaufen werden.

Bei beiden Sportarten werden Grundgehorsam und Unterordnung fast ausschließlich mit Körpersprache an den Hund gegeben und soweit ich das heraus finden konnte, findet nur minimale wörtliche Ansprache statt. Hauptübungen sind neben dem Fuß, auch Platz, Steh und Sitz sowie die längere Ablage, auch auf Entfernung. In höheren Klassen gibt es auch Apportieren mit dem Bringholz, Umlaufen von Kegeln und auch die Geruchsunterscheidung.

Belastungen beim Obedience und Rally Obedience

Die größte Belastungen bei Hundesportarten in der Unterordnung liegen innerhalb der Vorhand und im Hals-/Nackenbereich, da der Hund gerade bei den vielen Fuß-Übungen eine sehr einseitige Kopfhaltung einnimmt, die sehr starr nach oben gerichtet ist, was eine sehr unnatürliche Bewegung darstellt. Hierbei wird nämliche die Halswirbelsäule stark überstreckt. Dies kann schlimme Auswirkungen auf den gesamten Hundekörper haben, wie z.B. starke Verspannungen.

Beim seitlichen Hochsehen des Hundes, kann es zur Überdehnung kommen und der Hund kann einseitig verspannen. Je nachdem wie die Rückenposition dabei ist, wird die Hinterhand ungleichmäßig belastet. Oftmals zeigen diese Hunde unterschiedliche ausgeprägte Muskeln in den beiden Seiten der Hinterhand.

Aus diesem Grund gibt es mittlerweile ein Umdenken und einige Übungen wurden dahingehend geändert, dass sie beidseitig gelaufen werden, was das ganze aber nicht wirklich besser macht, da die Belastungen immer noch bestehen, auch wenn sie nun nicht mehr einseitig sind.

Dummytraining

Beim Dummytraining soll ein spezieller Gegenstand apportiert werden. Dies ist meist ein spezieller Beutels welcher mit Sand, Sägemehl oder Granulat in den verschiedensten Gewichtsstufen gefüllt ist. Wir haben hier also verschiedene Gewichte, die der Hund tragen können muss. Sehr wichtig ist auch das Markieren. Der Hund muss sich die Landestelle des Dummys merken und soll auf Kommando direkt dorthin laufen und den Dummy finden sowie apportieren.

Es gibt beim Dummytraining auch noch einen weiteren Punkt, nämlich die Verloren-Suche. Hier weiß der Hund nicht, wo der Dummy liegt und muss in einem bestimmten Suchradius diesen finden. Bei richtigen Profis werden hier auch mehrere Dummys versteckt.

Das Dummytraining soll besonders gut für die Bindung zwischen Hund und Halter sein, da hier Hund und Halter sehr gut auf die Kommunikation des anderen achten müssen.

Belastungen im Dummytraining

Hunde müssen im Dummytraining über ein sehr gutes Herz-Kreislauf-System verfügen, da sie sehr ausdauernd sein müssen. Der Körper wird oftmals mit unebenen Gelände konfrontiert, was den Hund schneller ermüden lässt, und das Verletzungsrisiko steigert, wenn das Herz-Kreislauf-System nicht gut trainiert ist. Die Koordination muss ebenfalls sehr gut geschult sein, damit der Hund sich schnell an die Wechsel vom Untergrund anpassen und auf mögliche Gefahren im Untergrund gut und schnell reagieren kann.

Das Aufnehmen des Dummys geschieht im schnellen lauf, hier wirkt ein Vielfaches der Körperkraft auf die Vorhand. Hinzu kommt das Gewicht des Dummys, welches die Vorhand stark belasten kann. Die meisten Dummys wiegen 500 Gramm, es geht aber auch noch schwerer.

Wer mit seinem Hund Dummytraining macht, der sollte seinen Hund regelmäßig massieren lassen, um Verspannungen vorzubeugen, gerade im Nackenbereich.

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