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IBD beim Hund – Eine unterschätze Krankheit

IBD – Was ist das eigentlich?

Wenn man die Diagnose IBD bekommt, ist man erst einmal verunsichert, denn kaum einer kennt diese Erkrankung. IBD ist die schnelle Abkürzung für “Inflammatory Bowel Disease” und bedeutet ganz grob gesagt nichts anderes, als eine chronische Darmentzündung.

Leider ist die IBD noch sehr wenig erforscht und bekannt, weswegen man kaum die genauen Ursachen hierfür kennt und auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr stark variieren und eher aus ausprobieren und umhertasten besteht, als auf verlässlichen Erfahrungswerten zu vertrauen. Das schlimmste an der Krankheit ist jedoch, dass diese unheilbar ist und die Hunde ihr Leben lang eine spezielle Therapie und Medikation sowie Diät brauchen, denn nur so kann ihnen das Leben etwas erleichtert werden.

Informatives rund um die IBD

Welche Hunde an einer IBD erkranken, bzw. warum sie hieran erkranken, ist leider (bisher) völlig unbekannt, denn irgendwie scheint diese Erkrankung bei allen Hunderassen sowie aber auch Mischlingen aufzutreten. Sehr häufig konnte man die IBD bisher bei Boxern, Schäferhunden, Bulldoggen und allen gängigen Hütehunden feststellen. Aber auch bei anderen Rassen und auch Mischlingen, wurde die IBD bereits diagnostiziert.

Über den Grund wird ebenfalls noch stark spekuliert. Angeblich sollen eine gestörte Darmflora, Veränderungen der Darmzellen durch Genfehler oder allgemeine Gendefekte dafür verantwortlich sein. Ebenso wird darüber spekuliert, ob auch vermehrter Parasitenbefall im Welpenalter für die IBD verantwortlich ist, da Würmer und Giardien gerade bei Welpen einen großen Schaden anrichten können, wenn man diese nicht erkennt und/oder zu lange unbehandelt lässt. Es gibt auch kein bestimmtes Altes, ab wann man die IBD erkennen könnte, denn vom Welpen bzw. Junghund bis hin zum Senioren ist alles dabei und die Krankheit kann sich über Jahre hinweg entwickeln. Einige Tierärzte sprechen davon, dass jeder Hund mit einer IBD geboren wird, aber sie sich nicht bei jedem Hund voll entwicklen und ausbrechen kann. Ähnlich wie es bei uns Menschen mit dem Herpes ist. Angeblich tragen wir alle Herbesviren in uns, aber nicht jeder hat damit regelmäßig zu kämpfen.

Bisher geht die Forschung davon aus, dass die Hunde damit geboren werden und es ein paar wichtige Faktoren braucht, damit die IBD ausbrechen und sich im Hund entwickeln kann. Hierbei geht man aktuell von Stress und häufigem Parasitenbefall aus. Übrigens können auch Katzen von der IBD betroffen sein, hier tritt die IBD aber wohl sehr viel seltener auf und am stärksten waren die Siamkatzen hiervon betroffen.

Da die IBD eine chronische Darmerkrankung ist, ist es wichtig schnell herauszufinden, ob der Dick- oder Dünndarm betroffen ist. Leider gibt es auch Erkrankungsfälle, bei denen Dick- und Dünndarm gleichermaßen betroffen sind, daher ist es wichtig, dieses von einem Spezialisten abklären und genau diagnostizieren zu lassen.

Man geht davon aus, dass über 70% aller Hunde, die eine IBD-Diagnose erhalten haben, falsch diagnostiziert sind, denn leider wird diese Diagnose viel zu schnell gestellt, da viele Ärzte sich damit einfach zu wenig auskennen und viele unbekannte Darmerkrankungen direkt als IBND abgestempelt werden. Somit werden die betroffenen Hunde auch sehr lange falsch behandelt und die Hundehalter laufen von Tierarzt zu Tierarzt, testen sich ewig durch die verschiedensten Futtermöglichkeiten sowie Futtermarken durch und sind am Ende einfach nur noch verzweifelt, denn sie wollen ihrer geliebten Fellnase ja einfach nur helfen. Daher ist es sehr wichtig die IBD richtig und vollständig diagnostizieren zu lassen und sich ggf. an einen Spezialisten hierfür zu wenden.

Die IBD tritt in der Regel in Schüben auf, sobald der betroffene Hund mit etwas in Berührung kommt, auf welcher er mit einer Art Allergie reagiert. Hier wird aktuell davon ausgegangen, dass es sich nur um Futtermittelunverträglichkeiten handelt, da die Schübe ja über den Magen-Darmtrakt ausgelöst werden und somit eine neue unkontrollierbare Entzündungsreaktion aufweisen, welche niemals gleich ablaufen muss und sich stetig verändern kann.

Auch wenn man immer wieder davon liest, wie wichtig eine Darmsanierung ist und das ein gesunder Darm gefördert werden muss, sollte man dies bei einer IBD am besten lassen, denn dieser Aufbau kann die Darmwand sehr stark reizen und somit Schübe auslösen. Nur selten hat eine Darmsanierung bei einem IBD-Hund wirklich erfolg.

Und auch wenn viele Hundeleute auf das barfen schwören und meinen dies sei bei jedem Hund problemlos möglich, so ist dies bei einem IBD-Hund gar nicht machbar, denn ihm fehlen gewisse Enzyme um rohes Fleisch verdauen zu können. Hinzu kommt, dass es ohnehin schwer ist für den Hund, an seine ganzen Nährstoffe zu kommen, da die Darmwände viel zu dick sind. Somit sollte sich lieber gegen das barfen bei einem IBD-Hund entscheiden, denn man ha niemals Gewissheit, ob Mängel entstanden sind oder er alle Nährstoffe bekommen hat, ganz egal, ob durch Zusätze oder ähnliches. Selbst bei Fertigfutter ist dies noch unklar und durchaus im Bereich des Möglichen, dass es auch nicht so ideal ist, aber bisher haben Hunde mit Fertigfutter bei einer IBD weniger Mängel gezeigt als Hunden die gebarft werden, wenn sie an einer IBD leiden.

So erkenne ich die Symptome einer IBD richtig

Jeder Hund ist anders und somit auch jede IBD-Erkrankung, was es umso schwerer macht, diese richtig zu erforschen. Bisher weiß man allerdings, dass die unkontrollierbaren Entzündungen zu einer vermehrten Darmtätigkeit führen, was grob gesagt bedeutet, dass der Hund die Nahrung viel zu schnell aufnimmt und die wichtigen Nährstoffe nur schlecht bis gar nicht richtig verarbeiten kann. Hinzu kommt, dass bei der IBD die Darmwände so stark verdickt sind, dass es ohnehin schon schwer ist, dem Hund all seine Nährstoffe sicher zuzuführen, was eine spezielle Fütterung auf den Plan ruft.

Aber woran kann ich nun erkennen, dass mein Hund evtl. an einer möglichen IBD leidet? Bei den meisten Patienten wird von immer wieder kehrenden Parasitenbefall, in der Regel sind es Giardien, berichtet, die nur schwer bis kaum weggehen. Hinzu kommen wechselnder Appetit, oft zeigen betroffene Hunde nach dem Essen schmerzen im Bauchraum an oder der Bauch wirkt hart und aufgebläht. Außerdem gibt es Hunde bei denen ein Vitamin B12 Mangel vorliegen kann, eine Blutarmut besteht oder der Hund von innen austrocknet. Bei einigen Hunden wurden auch regelmäßiges Erbrechen, unabhängig von den Mahlzeiten, ebenso o beobachtet wie ein therapieresistenter Durchfall oder breiiger Kot.

Bei fast allen Hunden sind die häufigen Giardien, der breiige Kot bzw. Durchfall und auch ein ständig harter Bauch sowie Bauchschmerzen klar zu erkennen gewesen. Oftmals wirken diese Hunde dann müde und schlaff, haben kaum bis wenig Energie und haben keine Freude am Leben, nichts macht ihnen Spaß oder kann sie schnell begeistern.

Die einzig sichere Diagnose ist eine Biopsie

Bei den Tierärzten selber herrscht noch immer eine starke Unwissenheit und auch Unsicherheit, denn viele wissen einfach nicht, was sie Hund und Halter sagen können, wenn diese mit unerklärlichen Magenschmerzen immer wieder in der Praxis auftauchen und immer wieder die selben Symptome haben, aber egal was gemacht wird, einfach keine Besserung eintritt. Da wird dann schnell mal die Diagnose IBD hervorgeholt, aber wirklich sicher ist man sich dann einfach nicht. der Hund bekommt dann Kortison oder Antibiotika, aber nur selten ist dies wirklich hilfreich oder zielführend, denn oftmals schlagen die Medikamente einfach nicht an, da keine genaue Diagnose vorliegt und man gar nicht wissen kann, ob somit eine Besserung eintreten wird. Das einzige was “normale” Haustierärzte in einer Untersuchung feststellen können ist, ob der Hund verdickte Darmschlingen und vergrößerte Lymphknoten vorweisen kann. Dies lässt sich durch einfaches abtasten des Haustierarztes feststellen, allerdings ist dies noch keine endgültige Diagnose zur IBD, sondern lediglich ein erster Hinweis.

Was man aktuell aber weiß ist, dass eine zu 100% sichere Diagnose der IBD nur gestellt werden kann, wenn bei dem betroffenen Hund eine Gewebeprobe des Darms entnommen wird, also eine Biopsie gemacht wird. Zudem wird dann eine Magenspiegelung durchgeführt. Man spricht bei der IBD davon, dass es Kloster gibt. Diese Laster sind die entzündeten Stellen im betroffenen Magen-Darmbereich und für eine sichere IBD-Diagnose müssen mindestens 60% dieser Laster vorliegen. Einige Ärzte machen zusätzlich noch einen Ultraschall des Darms.

Am besten lässt man diese Untersuchungen in einer speziellen Klinik untersuchen. Was viele Ärzte vor so einer Untersuchung raten, ist eine Ausschlussdiät durchzuführen, um wirklich sicher gehen zu können, dass der Hund nicht einfach nur eine Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie gegen bestimmte tierische Eiweiße hat, denn diese können fast alle genanten Symptome ebenso auslösen. Erst wenn man wirklich sicher gehen kann, dass die Symptome des Hundes, nicht durch eine Allergie oder Unverträglichkeit verhörgerufen werden, dann sollten die weiteren Untersuchungen vom Spezialisten erfolgen. In ganz Deutschland gibt es übrigens aktuell 10 Tierkliniken und rund 50 Tierärzte, die sich auf die IBD spezialisiert haben.

Welche Therapieformen gibt es bei der IBD

Was die Therapiemöglichkeiten angeht, wird es nun kniffelig, denn da nicht jeder Hund auch eine zu 100% sichere Diagnose bekommen hat, gibt es zu viele Hunde, die einfach falsch eingestellt sind. Wenn ein Hund wirklich an einer IBD erkrankt ist, gibt es für diesen keine Heilung, aber einige Möglichkeiten, sein Leben zu erleichtern und die Schmerzen sowie die Schübe abzumildern und je nach Einsatz der Hundehalter, können Schübe sogar vermieden werden.

Fakt ist, die Therapie bei einem Hund mit einer wirklichen IBD dauert immer sein ganzes Hundeleben lang und bedeutet mit Pech ein langes ausprobieren und Testen. Die meisten IBD-Hunde haben durch die IBD viele verschiedene Unverträglichkeiten entwickelt und brauchen somit ein spezielles Futter, welches sich nur auf die tierischen Eiweiße beschränkt, welche vom jeweiligen Hund vertragen werden. Jeder Hund hat andere Unverträglichkeiten und auch wenn die meisten Tierärzte bei einer IBD zu Futter vom Pferd greifen und dieses empfehlen, muss dies noch lange kein Erfolg sein, denn es gibt viele Hunde die auf Pferd allergisch reagieren.

Wichtig ist es zu wissen, dass der Magen des Hundes entlastet werden muss, was bedeutet, dass so wenig wie möglich in ihn rein darf. Man sollte niemals die Tagesempfehlung füttern sondern immer etwas darunter bleiben, also wenn z.B. 600 Gramm Futter für den Hund empfohlen werden, sollte man eher 400-450 Gramm füttern. Ebenso dürfen Dinge wie Fette, Öle und Kausnacks nicht gefüttert werden, so schwer es auch fällt, aber das alles belastet den Magen zusätzlich und kann dafür sorgen, dass der Magen-Darmtrackt in seiner völligen Überlastung einen neuen Schub auslöst.

Man muss seinen Hund ganz genau beobachten, wie ist sein Gewicht, nimmt er ab oder auf welche Tiersorten reagiert er mit Schüben. Wenn man dann die richtigen Mengen und Tierarten gefunden hat, müssen diese das ganze Hundeleben lang konsequent durchgezogen werden, denn eine kleinste Abweichung können neue Schübe auslösen.

Zudem werden die betroffenen Hunde mit Medikamenten behandelt. Aktuell gibt es zwei Antibiotika und acht Kortisonmediakmente, die bei der IBD wohl helfen sollen. Bei allen Medikamenten zur IBD-Unterstützung werden kleine Tests vom Arzt empfohlen. Einige Hunde sind bereits nach einigen Monaten mit Antibiotika in der Lage, die IBD selber zu Regeln und somit schubfrei zu sein. Andere hingegen brauchen ewig bis sie das passende Medikament gefunden haben und werden es auch immer benötigen. Für diese Tests setzt man nach 3 Monaten der Medkamentengabe das entsprechende Medikament ab und wartet ca. 14 Tage ab, wie sich der Kot des Hundes verhält, aber der Hund muss in dieser Zeit sehr gut beobachtet werden, denn nicht nur der Kot gibt Aufschluss, ob es ihm besser geht und er weiterhin Medikamente brauchen wird.

Ein Hund mit einer IBD ist keine leichte Aufgabe, bedeutet sehr viel Konsequenz vom Halter, denn man muss genau aufpassen, ob der Hund nicht irgendwo etwas frisst oder Leckerlis auf der Hundewiese bekommt, wo er die tierische Quelle nicht verträgt. Man muss seinen Weg finden, Schübe zusammen durchzustehen und man muss heraus finden, welche Dinge beim Schub helfen. Aber auch wennd as Leben mit einem IBD-Hund schwer ist, so hat die geliebte Fellnase es doch trotzdem verdient, dass man ihr hilft und ihr das Leben erleichtert, auch wenn es viele Kontrolltermine und teure Untersuchungen erfordert.

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