🐾 Revas und Laskas Hundeleben

Leinenführigkeit? Was ist das?

Das leidige Thema mit der Leinenführigkeit

Ich kenne keinen Hundehalter, bei dem das ewige Thema mit der Leinenführigkeit nicht immer wieder mal an der Tagesordnung steht und auch wir wurden davon nicht verschont, denn Reva musste als Welpe die Leinenführigkeit ja erst noch lernen.

Kaninchen oder Hund?

Als Reva bei uns einzog war sie 13 Wochen alt, kannte kein Gassi gehen und auch die Leine war ihr unbekannt. Ich war anfangs noch sehr optimistisch, da sie der Leine gegenüber nicht abgeneigt war und diese nicht als Gefahr ansah, jedoch sah sie eher gar keinen Sinn darin, außer das man damit ja ganz viel Blödsinn machen könnte. Und so hatten die Menschen, die uns beim Gassi gehen sahen, in den ersten vier Wochen, wirklich ihren Spaß mit uns, denn wenn man uns beobachtete, konnte man schnell erkennen, dass Reva so gar nicht Leinenführig war und es scheinbar auch nie werden wollte.

Es gab Tage, da fragte ich mich wirklich, ob ich nun einen Hund oder ein Kaninchen an der Leine hätte und habe den Tag herbei gesehen, an dem das aufhören würde und wir beim spazieren gehen auch voran kommen würde, denn Reva war wirklich nur damit beschäftigt an der Leine umher zu hopsen und ständig in die Leine zu beißen und damit herum zu zergeln. Aber da mir die Sicherheit im Straßenverkehr für alle Menschen sehr wichtig ist und die Leine nun mal kein Spielzergel ist, begann ich sehr schnell, an der Leinenführigkeit zu arbeiten.

Die Leinenführigkeit war bei uns das schwerste Problem.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Nachdem ich viele Bücher gelesen und Lehrvideos gesehen hatte, wollte ich dem gehopse an der Leine also den Kampf ansagen und dabei habe ich erst einmal alles falsch gemacht, was ich hätte falsch machen können. Verwirrt von den ganzen Videos und all den Lehrmethoden, die angeblich alle perfekt geeignet waren für jeden Hund, probierte ich mich in allem aus, aber immer alles auf einmal, was natürlich zu keinem Erfolg führte. Mal blieb ich stehen, mal drehte ich mich um und ging ein paar Schritte zurück und mal versuchte ich es mit Blockierung. Aber da Reva durch nix beeindruckt schien und eher munter weiter hopste, wurde direkt die nächste Methode versucht, in der Hoffnung, dass die nächste die passende sei.

Ich zwei Wochen mit diesem hin und her, änderte ich mein Vorgehen und suchte mir aus all diesen Methoden diejenige raus, mit der ich für mich am besten klar gekommen bin, denn was bringt mir das Blockieren, wenn ich zu blöd bin es umzusetzen oder mich dabei total verheddere? Davon lernt Reva ja auch nichts. Also schaute ich mir jede Methode noch einmal ganz genau an, hinterfragte die Methode und was damit bezweckt werden sollte. Nun endlich erkannte ich, dass es mir nichts bringt, einfach irgendeine Übung zu kopieren und dass Methoden, die zwar vielen Hundehaltern hier, nicht zwangsläufig für uns das passende sein mussten.

Ich entschied mich für zwei Methoden, eine für langfristig und eine als Ersatzmethode, sollte die erste doch nicht wirken. Meine erste Wahl war das kommentarlose umdrehen und in die andere Richtung gehen, wenn Reva wieder einmal an der Leine ziehen sollte. Aber außer, dass wir nur sehr langsam voran kamen, passierte dabei nichts. Ich arbeitete ganze drei Monate mit dieser Methode, aber erzielte gar keinen Erfolg damit.

Danach griff ich zur Reserve und probierte es mit Blockierung, was erstaunlicherweise wirklich gut lief. Wobei ich aber sagen muss, dass es viele Arten der Blockierung gibt und es etwas dauerte, bis ich eine fand, mit der ich gut zurecht kam und wo ich schnell erkannte, dass Reva diese auch verstand. Immer wenn Reva schneller wurde und ich erkennen konnte, dass sie gleich an mir vorbei zieht, drehte ich mich nach innen ein und machte quasi einen Schritt zur Seite, so dass ich ihr in den Schritt gefallen bin, bzw. sie nicht weiter nach vorne gehen konnte.

Fast zwei Jahre haben wir gebraucht, bis wie entspannt zusammen spazieren gehen konnten.

Erste Erfolge und ein langer Weg

Mit dem Blockieren kamen wir wirklich gut klar und ich konnte es überall gut anwenden, es ging automatisch in mir über und es lief lange wirklich gut damit. Aber nach gut einem halben Jahr, Reva war gerade in der zweiten Pubertät angekommen, interessierte sie das blocken nicht mehr und sie wich einfach zur anderen Seite aus. Nun musste also eine neue Methode her, aber diesmal war ich weiter als beim ersten Mal, denn nun kannte ich Reva ja schon einige Monate und konnte sie besser lesen und ihre Handlungen verstehen und schneller erkennen.

Also durchsuchte ich diesmal nicht das Internet und probierte einfach selber umher. Da ich gerade mit dem Clickertraining draußen angefangen hatte, entschied ich mich hierfür, diesen dafür einzusetzen und kombinierte zwei Übungen miteinander nämlich die Click für Blick Methode und das stehen bleiben.

Immer, wenn Reva wieder an mir vorbei ziehen wollte, blieb ich kommentarlos stehen und wartete bis sie mich ansah, dann gab es den ersten Click und wenn sie dann zu mir zurück kam, gab es den zweiten Click und den dazugehörigen Keks. Auch wenn man nun denkt, dass dies bestimmt sehr schnell von Reva gelernt wurde, so dauerte es tatsächlich fast ein weiteres halbes Jahr, bis diese Methode wirklich perfekt saß und seitdem unsere Methode für die Leinenführigkeit war.

Geschirr oder Halsband – Der feine Unterschied

Reva wurde von klein auf, immer nur am Geschirr geführt. Das war wohl auch ein Punkt, warum die Leinenführigkeit sehr lange für Probleme sorgte, denn Reva hat sich auch lange, nachdem die Leinenführigkeit saß, gerne weiterhin mit viel Gewicht in die Leine gehängt, zwar viel weniger aber es kam gerne mal vor, wenn sie aufgeregt oder überreizt war. Was für die einen ok ist, war für mich aber nie das, was ich wollte und versuchte dieses immer zu optimieren, aber immer erfolglos.

Bis ich nun vor einigen Wochen vom Geschirr auf das Halsband umstieg. Seit Reva klein war, habe ich oft den Tipp bekommen, es damit zu versuchen, da sie im Geschirr viel mehr Druck entwicklen würde, und das wollte ich vorher nie glauben, auch wenn es mir immer einleuchtend erschien. Aber da ich ein totaler Halsbandgegner war, kam das für uns nie in Frage. Aber seit einiger Zeit hatte mein Bauchgefühl mir gesagt, dass ich Reva umstellen sollte und weg vom Halsband gehen sollte. Ich weiß nicht was es war oder warum, aber mein Bauchgefühl hat mich noch nie im Stich gelassen, wenn es um die Gesundheit oder Erziehung meiner Hunde ging und somit wechselte ich also auf das Halsband um.

Ich war positiv überrascht, als ich feststellen musste, dass Reva mit dem Halsband sofort viel besser lief und auch entspannter in ihrer Körperhaltung wirkte. Nun kann sie auch bei Stress oder Reizüberflutung toll bei Fuss neben mir laufen und hängt nicht keuchend weit vor mir. Ich bin sehr froh, dass ich den Wechsel auf das Halsband gewagt habe, denn machmal lohnt es sich wirklich neue Wege zu gehen und auch ungeliebte Dinge zu probieren.

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