đŸŽ€ Blogtalk - Ein Rudel geht durch Dick und DĂŒnn

Mein Leben mit Autismus und meinem Assistenzhund

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Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von der lieben Lisa, die mich mit ihrem Instagramaccount einfach unglaublich begeistert und euch hier etwas ĂŒber ihren Weg mit Autismus und ihrer starken StĂŒtze, ihrer AssistenzhĂŒndin Moody, erzĂ€hlt, wofĂŒr ich ihr unglaublich dankbar bin. Da sich im Beitrag eine Verlinkung zu der Instagramseite von Lisa und Moody befindet, ist dieser Text als Werbung gekennzeichnet.

Hallo, das sind wir – Lisa und Moody

Halllo, mein Name ist Lisa, ich bin 24 Jahre alt und lebe mit der Diagose Asperger Autismus, aber ich bin nicht alleine! Zu mir gehört meine HĂŒndin „Moody“ und zusammen sind wir in der Ausbildung zum Assistenzhund. Ihr könnt uns auf diesem Weg auf Instagram begleiten und findet uns dort unter dem Namen “Moodysmelody”. Und nun wĂŒnsche ich euch viel Spaß mit meinem Gastbeitrag und freue mich euch zeigen zu können, dass Moody und ich als Rudel gemeinsam durch Dick und DĂŒnn gehen!!

Mein Leben mit Autismus

Ja ich habe einen Assistenzhund fĂŒr meine autistische Erkrankung, aber wofĂŒr nutzt man einen Assistenzhund bei Autismus, fragt ihr euch nun sicherlich? Also, mein Alltag gestaltet sich schon seit der Schulzeit sehr kompliziert, denn ich mache Dinge gern immer auf die gleiche Art und Weise, soziale Interaktionen bereiten mir enormen Stress und leichte alltĂ€gliche Aufgaben, wie z.B. das Einkaufen oder ein einfacher Arztbesuch, gingen fĂŒr mich sehr lange nur mit Begleitung. Diese typischen Alltagssituationen bereiteten mir einfach Panik und ĂŒberforderten mich mit vielen verschiedenen Reizen.

Dennoch habe ich immer versucht, mich anzupassen. Ich habe versucht „normale“ AktivitĂ€ten mit anderen Menschen nachzugehen ohne dabei auf meine eigentlichen BedĂŒrfnisse zu achten, was sich bei Betroffenen auch “Masking” nennt und das machte mich selbst psychisch einfach total krank. Dadurch, dass ich immer ĂŒber meinem Limit gelebt habe, und zudem auch noch stark gemobbt wurde sowie einige andere einschneidende Erlebnisse erfahren musste, ist eine Posttraumatische Belastungsstörung mit Panikattacken und dissoziativen ZustĂ€nden entstanden.

Meine Meltdowns, die im Autismus begrĂŒndet sind, wurden immer stĂ€rker und intensiver. Irgendwann ging gar nichts mehr. Meine Kraft war verbraucht und das einzige, was auf dem Plan fĂŒr mich stand war: Therapie. Das hat mich sehr traurig gemacht, denn eigentlich wollte ich ja am Leben teilhaben, einfache Dinge selbst schaffen und nicht immer auf die Hilfe von anderen angewiesen sein.

Meine Rettung war meine HĂŒndin Moody

Da kam meine Moody ins Spiel! Ich las etwas zum Thema Assistenzhunde und deren vielfĂ€ltige Einsatzmöglichkeiten. Man konnte sie nahezu (fast) ĂŒberall einsetzen, bei Menschen mit körperlichen BeeintrĂ€chtigungen, oder bei Diabetes und auch als Hilfe fĂŒr Menschen mit psychischen Erkrankungen und eben auch fĂŒr Autismus!

Bis dato kannte ich sonst nur BlindenfĂŒhrhunde! Ich hatte großes GlĂŒck, denn nach einigen GesprĂ€chen, haben ein Psychiater und meine Therapeutin einen Assistenzhund als Hilfsmittel fĂŒr mich befĂŒrwortet und zugestimmt. Da ich sowieso sehr tierbegeistert bin, denn Tiere haben mich schon immer besser als Menschen verstanden, begann also die Suche nach einem geeigneten Trainer fĂŒr Assistenzhunde und wir wurden tatsĂ€chlich fĂŒndig!

Moody wurde dort auf ihre Eignung hin ĂŒberprĂŒft, denn nicht jeder Hund kann einfach so Assistenzhund werden und wir besprachen, wie mir ein Assistenzhund im Alltag helfen wĂŒrde. Und seitdem sind wir offiziell in der Ausbildung bei der Assistenzhundeschule „Humani“ in Glandorf.

Moody leitet mich durch meinen Alltag

Ein Assistenzhund sollte möglichst gelassen sein, einen „Will-to-please“ mitbringen, Freude am lernen haben und vorallem in keinster Weise bösartig sein. Moodys grĂ¶ĂŸte Aufgabe ist mir Sicherheit zugeben. Dies tut sie schon allein durch ihre reine Anwesenheit und ihre Begleitung. Denn wenn Moody bei mir ist, kann ich meinen Fokus ganz auf sie legen und wenn es mir selbst in einer Situation zu stressig wird, habe ich so meine ganze Konzentration gebĂŒndelt bei ihr.

Reize von außen, werden so etwas abgemildert und wirken nicht mehr in ihrer ĂŒblichen IntensitĂ€t auf mich ein. Im Falle einer Panikattacke oder eines kommenden Meltdowns kann sie dies schon vor mir bemerken und anzeigen, indem sie meine HĂ€nde anstupst oder durch anspringen und mich so darauf hinweisen, dass es besser wĂ€re diese Situation schnell zu verlassen.

Zudem kann sie mir dann Sicherheit geben durch ihre KörpernĂ€he, indem sie sich auf meinen Schoß legt! Bei Dissoziationen ist dieses Verhalten noch intensiver und sie bringt mich durch Schlecken in meinem Gesicht, oder indem sie sich auf mich bzw. zu mir legt wieder zurĂŒck ins „Hier und Jetzt“. Der Körperkontakt von Moody bringt durch ihr Gewicht eine Tiefenwahrnehmung durch “deep pressure therapy” und das gelingt sofort in der belastetenden Situation!

Im Alltag sind Moodys Aufgaben neben ihrer Begleitung, zudem Abstand zu anderen Menschen zu schaffen, durch sogenanntes „blocken“. Dabei stellt oder setzt sich Moody vor oder hinter mich und verschafft mir so Raum zwischen mir und potentiell vorbeilaufenden Menschen. So werden wieder Reize minimiert!

Meine absolute Lieblingsaufgabe nun zum Schluss: „Tunnel“ – Dabei parkt Moody im stehen zwischen meinen Beinen ein und gibt mir durch ihre WĂ€rme und den Körperkontakt eine Sicherheit und Erdung.

Kurz wichtiges zum Assistenzhund als Schluss

Die Ausbildungsdauer kommt immer darauf an, ob man mit einem Welpen oder einem bereits vorhandenen Hund trainiert und wie das Training lĂ€uft! Bei uns wird es knapp ĂŒber ein Jahr dauern.

Assistenzhunde erkennt man in der Öffentlichkeit an einer Kennzeichnung durch eine Kenndecke, ein entsprechendes Halstuch oder eine Leinenbanderole (es gibt viele verschiedene Arten zur Kennzeichnung). Falls man in der Öffentlichkeit einen solchen Assistenzhund sieht, gilt es wirklich Abstand zu halten und den Hund nicht abzulenken oder zu streicheln, da dieser sich maximal konzentrieren muss und soll, wenn er „im Dienst“ ist.

Assistenzhunde leisten wirklich einiges, wie man sehen konnte! Dank Moody habe ich einen Lichtblick fĂŒr meine Zukunft bekommen und traue mich im leben voran zu gehen und kann schlimme Situationen leichter hinter mir lassen und mich an neue Erfahrungen langsam heran trauen! Und dennoch sind Assistenzhunde in Deutschland leider bisher nicht als offizielles Hilfsmittel zugelassen und werden daher noch immer nicht von Krankenkassen finanziert.

Es wird zwar noch dauern, aber mein Ziel ist es, irgendwann kaum noch auf die Begleitung anderer Personen angewiesen sein zu mĂŒssen, selbst Termine wahrzunehmen und einkaufen gehen zu können, alles dank meiner treuen Seele Moody!

Daher meine bitte an euch: Falls nun Fragen bestehen zum Thema Assistenzhund (Anschaffung, Finanzierung, Trainer, Hundeschule, Training, Aufgaben, Eignung, …) könnt Ihr Euch gerne bei mir melden! Ich bin fĂŒr alle Fragen offen und hoffe sehr einen kleinen Einblick in das Thema geben zu können und euch zu zeigen, dass man auch mit starken EinschrĂ€nkungen im Leben einen Hund halten und ihm gerecht werden kann, denn ein gutes Mensch-Hund-Team schafft alles zusammen, denn es ist ein Rudel welches gemeinsam durch Dick und DĂŒnn geht! Liebe GrĂŒĂŸe, Moody & Lisa!

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