💉 Mein Weg mit Rheuma

Mein Rheuma und die passende Ernährung

“Sie haben Rheuma, verabschieden Sie sich vom Fleisch”

Als ich meine Diagnose Rheuma bekommen hatte, warf mir mein Arzt genau diesen Satz entgegen. Damals legte ich da wenig Gewicht in seine Worte, aber das sollte sich bald ändern.

Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt, einen eher ungesunden Ernährungsstil, denn ich liebte Süßes einfach zu sehr. Täglich wurden locker zwei Tüten Gummitiere und auch ordentliche Mengen an Schokoladen verdrückt. Natürlich durften auch Burger und Pommes nicht fehlen, mindestens einmal die Woche. Ich achtete nicht auf meine Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe, aß einfach wonach mir war und gab jede Menge Geld für ungesunden Mist aus.

Und von meinem viel zu hohen Fleischkonsum will ich gar nicht erst anfangen, denn dieser war wirklich viel. Ohne mein tägliches Wurstbrot ging nix bei mir. Und eigentlich hatten wir auch mindestens jeden zweiten Tag Fleisch auf dem Teller.

Meine Lebensfreude lasse ich mir nicht vom Rheuma nehmen.

Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen

Leider musste ich sehr schnell die Erfahrung machen, dass es eben nicht egal ist, was man isst, schon gar nicht, wenn man einer chronischen Schmerzkrankheit wie Rheuma leidet. Tatsächlich ist es nämlich so, dass gerade die Lebensmittel die wir täglich konsumieren, dafür ausschlaggebend sind, ob der Körper einen Entzündungsprozess hervorruft oder eben nicht. Bei manchen ist es eine kleine Allergie oder allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittel und bei mir war es z.B. ein akuter Rheumaschub, der wortwörtlich durch Arm und Bein ging.

Wenn ich z.B. auch nur ein einziges Stückchen Schokolade aß, bekam ich innerhalb weniger Minuten die stärksten Schmerzen, das selbe mit Gummitieren oder tierischen Produkten, ganz gleich ob Milch, Eier, Fisch oder Fleisch. Es war immer der selbe Vorgang. Ich aß etwas und nach weniger als fünf Minuten, begannen erst meine Finger komisch zu ziehen und immer stärker zu schmerzen, erst so als wären die Finger eingeschlafen und dann am Ende war es, als würde ich mich irgendwo verbrennen, ja das Wort verbrennen beschriebt die Schmerzstärke durch “falsche” Lebensmittel wirklich ganz gut. Der Schmerz wanderte dann langsam von den Fingern in den Rücken, dann weiter in die Knie und endete langsam in den Füßen. Je nachdem wie wieviel ich von der “falschen” Sache gegessen hatte, blieb der Schub länger oder kürzer und auch die Intensität war davon abhängig.

Ich begann also eine Liste zu machen und ganz genau zu beobachten, was denn überhaupt, für mich die “falschen” Lebensmittel waren und holte mir passende Kochbücher zum Leben mit Rheuma, davon gibt es wirklich einige, jedoch sind diese eher für Mischköstler geeignet und obwohl sie kurz anschneiden, wie wichtig eine vegane Ernährung bei Rheuma sei, wird hierzu kaum Bezug genommen, was die Rezepte anging. Also forschte ich lange umher und fragte meine Ärzte um Rat, diese waren alle für eine vegane Ernährungsform, also stellte ich mich sofort um.

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Kein Zucker mehr und auch nix tierisches

Ich entschied mich dafür, den Rat der Ärzte zu folgen, denn laut meiner Triggerpunktliste, reagierte ich sehr sehr stark auf Zucker und tierische Produkte aller Art. Also begann ich mich umzustellen, von jetzt auf gleich, mied ich Zucker und tierisches. In en folgenden Wochen, laß ich Unmengen an Kochbüchern und setzte mich mit der richtigen Ernährung bei Rheuma weiter auseinander, und wurde in meinem Entschluss immer wieder bestätigt.

Nach wenigen Wochen merkte ich bereits Veränderungen, denn mein Körper begann erste Entzugserscheinungen vom Zucker zu zeigen und es war eine harte Zeit mit ständiger Migräne und Heißhunger Attacken und ewigen suchen nach süßen Dingen. Aber ich musste stark sein und durchhalten. Und das tat ich. Nach weiteren Wochen des umgewöhnen ging es mir endlich besser, der letzte Schub war Wochen her, früher waren es täglich mindestens drei kleine Schübe gewesen und ich fühlte mich endlich besser und fitter, es fühlte sich endlich wieder alles besser an.

Ich begann ein Ernährungsprotokoll zu führen, um meinen eigene Zuckergrenze zu finden, denn auch wenn ich begann, viele Lebensmittel selbst herzustellen, so war es bei einigen Dingen nicht machbar und ich wollte auch einfach meine eigene Zuckergrenze wissen. Mein Gefühl für bestimmte Lebensmittel wurden immer besser, auch wenn es wirklich immer mehr Verzicht bedeutete. Jedoch verhalf mir eben auch jeder Verzicht zu einem schmerzfreien Tag und je mehr ich mied, desto konstanter wurden die Schubpausen.

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Der Teufel steckt im Detail

Bei meinen Recherchen war ziemlich häufig überrascht, wieviel Zucker überall drin ist, und das Zucker nun mal nicht gleich Zucker ist. Ich musste mich auch mit den gängigen Süßungsersatzmitteln auseinander setzen und auch hier musste ich mich austesten. Leider reagierte ich auf alle Ersatzmittel sehr stark weswegen ich mich dazu entschied, komplett frei von Ersatzmitteln und generell Zucker zu sein, so gut es geht.

Bei meinen Einkäufen war ich nur noch mit meinen Listen unterwegs, ich las und vergleich die einzelnen Produkte und brauchte teilweise ewig vor den Regalen, da ich anfangs wirklich überfordert war, mit den ganzen kleinen Unterschieden, und davon gab es wirklich nicht wenige. Aber es wurde besser, denn ich entwickelte ein Gespür dafür, was geht und was nicht, was an meinen Grenzen liegt oder womit ich in kleinen Dosierungen klar komme.

Ich bin ja von klein auf an, ein Freund von Süßen Dingen und habe daher nur ungern kapituliert und auch erst, nachdem ich diverse Ersatzprodukte von Schokoaufstrich & Co. erfolglos versuchte, aber auch in den kleinsten Mengen war es einfach nicht machbar. Das selbe galt für Schokolade, denn auch wenn diese Zuckerfrei war enthielt diese oft ein Ersatzsüßungsmittel, welches bei mir extreme Magenschmerzen auslöste, selbst dann, wenn ich es in ganz kleinen Mengen dosierte.

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Totaler Verzicht und ein schmerzfreier Körper

Mittlerweile sind diese ganzen Versuche gut drei Jahre her und ich probiere mich noch immer an neuen Produkten aus. Dinge die vor einiger Zeit noch gut gingen, machen mir nun wieder teilweise Probleme und lösen starke Schübe aus. Daher habe ich vor einiger Zeit beschlossen, dass mir wirklich nur ein totaler Verzicht hilft, auch wenn es mir wirklich nicht leicht fällt.

Aber lieber verzichte ich auf alles, was für mich “schädlich” ist, bin dafür aber schmerzfrei und endlich wieder aktiv und glücklich unterwegs. Ansonsten habe ich mich aber ganz gut eingefahren in die Thematik Essen und Lebensmittel und komme mit einer veganen Lebensweise am besten zurecht. Wenn ich diese wirklich durchziehe bin ich zu 100% schubfrei und das ist ein Zustand, denn ich von Herzen dauerhaft erreichen will. Es ist nicht leicht, gerade bei Dingen wie Essen gehen oder mit Freunden treffen, immer brauche ich meine Extrawurst und versuche darum so wenig Umstände wie möglich zu machen.

Ich finde es aber immer wieder sehr interessant, wenn mir andere Rheumapatienten von ihrer Ernährung erzählen und hier nur die wenigsten ihre Ernährung als Auslöser für Rheumaschübe sehen und daher nix geändert haben, auch wenn es die Ärzte angeraten haben. Natürlich zwinge ich niemanden meine Meinung auf, jeder sollte so etwas für sich selbst entscheiden und mit sich selbst ausmachen, aber interessant ist das trotzdem. Ich bin froh, dass ich auf meinen Arzt gehört habe und auch wenn ich es nie für möglich gehalten habe und noch kurz vorher bei dem Wort “Vegan” mit den Augen gerollt habe, so bin ich heute so dankbar, dass es immer mehr Produkte gibt, die einem das vegane Leben leicht machen.

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