🎤 Blogtalk - Hundeerziehung und Nützliches

Meine Zeit im Turnierhundesport

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Dieser Gastbeitrag stammt von der lieben Nici, die euch hier von ihrer Zeit im Turnierhundesport erzählt, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Da dies ein Gastbeitrag mit Verlinkung eines Instagramprofils ist, handelt es sich hierbei um Werbung.

Um wen geht es heute – Das sind wir

Hallo ich bin Nici, 23 Jahre alt, Studentin und im Moment gehört mein zwei jähriger Autstralienshepherd Rüde Nakoa zu mir. Aber um ihn soll es heute nur im entfernteren gehen, denn vor Nakoa war mein Cody, ein Aussie-Berner-Mix, an meiner Seite. Ihn habe ich leider Anfang 2019 an den Lymphdrüsen-Krebs verloren, doch vor seiner Krankheit haben wir zusammen den Turnierhundesport kennen und lieben gelernt, und darüber möchte ich heute etwas erzählen.

THS-Was ist das?

Der Turnier Hunde Sport oder auch kurz THS genannt, wird von vielen als Leichtathletik mit Hund bezeichnet und ist für mich der Inbegriff von Teamsport. Es gibt im THS viele verschiedene Disziplinen, Cody und ich waren in zwei von ihnen unterwegs.

Als größte Disziplin des THS, meiner Meinung nach, ist der Vierkampf (VK) auch die mit den höchsten Ansprüchen an Hund und Hundeführer, denn wie der Name schon sagt besteht er aus vier Disziplinen. Der Unterordnung, hier läuft man ein vorgegebenes Schema in entsprechendem Schwierigkeitsgrad zur Klasse. Das war nicht unbedingt unsere Lieblingsbeschäftigung und eher ein nicht umgeh bares Übel für uns.

Dann folgt der Hürdenlauf, das sind 2-3 Hürden auf 30cm oder 40cm Höhe in eine Richtung, dem folgt dann kommt eine Wendestange und dann wieder 2-3 Hürden zurück. Hierbei ist es auch noch wichtig zu sagen, dass Hund und Frauchen/Herrchen am besten perfekt parallel über die Hürden springen müssen, denn sonst gibt es Fehler und auf die Zeit geht das ganze natürlich auch noch.

Als „mittlere“ der Laufdisziplinen gibt es den Slalom, das kann man sich vorstellen wie die Tore bei der Ski Abfahrt, durch die man durch laufen muss. Natürlich geht das ganze auch wieder alles auf Zeit.

Der krönende Abschluss des Vierkampfs ist dann die Hindernisbahn. Das sind 12 Hindernisse über 75m, welche der Hund überspringen oder überlaufen muss. Der Mensch rennt dabei so schnell er kann neben her, denn auch hier geht wieder alles auf Zeit. Und der Grund warum THS für mich der perfekte Teamsport ist liegt genau hier, Zeit und Fehler usw. zählt immer von Mensch und Hund. Nicht der Hund steht im Fokus sondern das Team.

Ein weiterer Team-Aspekt wird im Cobination-Speed-Cup (CSC) erfüllt. Das ist ein Staffellauf aus drei Hund-Mensch-Teams. Cody und ich haben die dritte Bahn geliebt und immer wieder gerne gemeinsam gerockt.

Die Sache mit dem wollen und müssen

Ursprünglich war nie geplant, dass ich in diese Sport-Geschichte mit Hund einsteige. Meine Schwester führte Cody ein paar Monate im Agility und stelle ihn auch bei der Begleithundeprüfung vor, doch als sie nach ihrem Abi ins Ausland wollte, wurde ich mehr oder weniger freiwillig auf dem Hundeplatz abgestellt. Damals war ich 16 Jahre und eigentlich nur im Stall unterwegs und eher Pferde verrückt. Meine Bedingung war allerdings, dass ich kein Agility machen würde, denn das hatte ja meine Schwester vorher mit Cody gemacht. Wie der Zufall es so wollte, hat man uns dann das THS vorgeschlagen und unsere Karriere konnte beginnen.

Eine neue Aufgabe und neue Freunde

Schon nach kurzer Zeit stellten wir uns schon gar nicht mehr so ungeschickt an und durften auf unserem ersten Turnier starten. Das war am 06.12.2013, für mich ein unvergessliches Datum. Es war zwar “nur” ein kleines Turnier und wir sind „nur“ eine Hindernisbahn gestartet, aber immerhin, es war ein richtiges Turnier, und unser erstes gemeinsames Turnier als Team, dass hierfür hart gearbeitet hat. Es war also kein ganzer VK oder ähnliches großes und trotzdem war dieses Turnier für mich eine ganz große Sache.

Wie wir platziert waren weiß ich allerdings nicht mehr, aber da wir da noch in der Jugend gestartet sind, sollte es ganz gut gewesen sein. Mein Ziel nach diesem Turnier war es irgendwann die Bahn zu laufen ohne ein Kommando zu brauchen und niemals hätte ich gedacht, dass wir sehr viel weiter kommen würden.

2015 stiegen wir dann auch gleich noch eine Klasse auf und konnten so ab 2016 in einer neuer Leistungsklasse starten. Der VK3 brachte dann doch wieder ein paar Neuerungen, die mich etwas aus dem Tritt gebracht haben. Die Unterordnung war nun plötzlich um einiges anspruchsvoller und die Hürden waren auf einmal 40cm hoch und es gab jeweils eine mehr. Ich weiß 10 cm klingt nicht viel aber wenn es um meine Lauftechnik ging war ich wie blockiert.

Unsere „Karriere“ wurde dann auch Anfang 2016 durch einen Kreuzbandriss meinerseits etwas ausgebremst. Unser erster Turnierstart für das Jahr 2016 war die Kreismeisterschaft und dann danach die Verbandsmeisterschaft. Ich weiß noch, wie ich die unter Schmerzen gelaufen bin, weil das Knie die Belastung einfach nicht mehr gewohnt war.

Das Jahr war sowieso etwas besonderes denn neben meinem Abi haben meine drei liebsten THSlerinnen geheiratet. Unser letztes Turnier in diesem Jahr war auch nach einer dieser Hochzeiten und ich muss sagen wenn Cody mir nicht so selbstverständlich Fehler verziehen hätte wäre das absolut schief gegangen.

Das Highlight und der Abschied

Als absolutes Highlight unserer sportlichen Karriere würde ich den VK auf der Verbandsmeisterschaft 2017 bezeichnen, dieses Wochenende werde ich auch nie vergessen. Samstags wurde die Unterordnung gelaufen und Cody hat da wirklich abgeliefert und einfach gezeigt, dass unser Training nicht umsonst war. Die Laufdisziplinen am Sonntag waren zwar etwas durchwachsen und nicht so 100% “onpoint” wie er es konnte, aber es war auch eine sehr große Kulisse vor der er das abliefern musste.

Am Ende war ich einfach nur stolz auf uns und super glücklich dabei gewesen zu sein. Doch recht schnell danach wurde klar, dass Cody nicht mehr lange im Sport laufen würde. Er war zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt und ein Hund mit knapp 40kg Körpergewicht. Ich liebte und liebe meinen Sport aber ich würde ihn niemals auf die Kosten der Gesundheit meines Hundes machen. Also entschied ich das Cody noch ein Jahr in „Teilzeitrente“ den Sport machen würde, d.h. weiteres Training und auch das ein oder andere Turnier aber keinen Leistungssport mehr wie bisher.

2018 verabschiedete ich ihn und damit uns als gemeinsames Team, aus dem Hundesport mit einem letzten Kreismeistertitel, den hat er sich wie die Jahre zuvor auch nicht nehmen lassen. An diesem Tag war ich traurig und glücklich zu gleich. Wir waren immerhin so weit gekommen, von meinem winzigen Ziel am Anfang, die Bahn ohne Kommando konnte er nach dem ersten halben Jahr, bis zur höchsten Klasse im VK und Meisterschaften.

Ich wusste aber auch, dass ich mich an diesem Tag von dem Gefühl verabschieden muss, mit meinem besten Freund den Sport zu machen, den wir beide so sehr liebten. Wir würden nicht mehr zusammen über den Platz flitzen und insgeheim ein Wettrennen gegeneinander laufen, welches ich nie gewinnen konnte, aber es immer wieder versuchte.

Ich bin bis heute unendlich dankbar für meinen großen Hund, der mindestens einen genau so großen Ehrgeiz hatte wie ich und immer sein bestes gegeben hat.

Wenn die Zukunft anders aussieht wie geplant

Nach Codys Renteneintritt wurde mir dann doch recht schnell klar, dass ich gerne einen Nachwuchssportler hätte und Nakoa war somit in Planung. Das alles anders kommen würde wie ich eigentlich erwartet hatte und der Zwerg und ich leider nicht ins THS passen würden, konnte ich damals natürlich noch nicht ahnen. Genauso wenig, wie ich mir jemals vorstellen hätte können, das mein großer Hund innerhalb eines halben Jahres an Krebs sterben würde. Ich vermisse ihn und unsere gemeinsame Zeit wirklich sehr, bin ihm aber auch unendlich dankbar, dass er mich den Hundesport lieben gelehrt hat und mir noch so vieles mehr beigebracht hat.

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