đŸŽ€ Blogtalk - Hundeerziehung und NĂŒtzliches

Nachhaltigkeit in der Hundehaltung

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Dieser Gastbeitrag ist von der lieben Carmina, die sich sehr gut mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt hat und hier darĂŒber aufklĂ€ren möchte, wofĂŒr ich ihr sehr dankbar bin. Da dieser Beitrag ein Gastbeitrag ist und eine Verlinkung zu Instagram enthĂ€lt, ist dies Werbung.

Das sind wir – Eine kleine Vorstellung

Hallo ihr lieben Fellfreunde 😊 Mein Name ist Carmina und ich freue mich sehr darĂŒber, dass Jessica mich angesprochen und gefragt hat, ob ich nicht einen Blogartikel zum Thema Nachhaltigkeit mit Hund verfassen könnte. Doch vielleicht erst einmal noch ein paar kurze Zeilen zu mir. Ich bin 25 und habe eine 10 Monate alte Aussie HĂŒndin namens Ivy. Auf Instagram findet ihr uns unter “carmina.and.ivy.the.aussie“.

Der kleine Wirbelwind kam im Mai 2020 zu uns, nachdem mein vorheriger Begleiter, Pepper, ein halbes Jahr zuvor ĂŒber die RegenbogenbrĂŒcke gegangen ist. Da ich Pepper bereits mit 14 Jahren bekommen habe und meine Eltern sich um die Finanzierung (Futter, Tierarzt, etc.) gekĂŒmmert haben, habe ich mir hier noch keine großen Gedanken gemacht um diverse Entscheidungen in der Hundehaltung. Das kam alles erst dann mit Ivy. Und hier möchte ich den Faden des Artikelthemas auch gerne aufgreifen und erzĂ€hlen, wie ich zum Thema Nachhaltigkeit mit Hund kam, was mich in dieser Hinsicht beschĂ€ftigt und wie ich versuche, ein nachhaltiges Hundeleben umzusetzen.

Carmina und Ivy sind ein super eingespieltes Team.

Wie kam ich zum Thema Nachhaltigkeit mit Hund?

Ich habe schon vor ein paar Jahren damit angefangen, mich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Erst einmal ging das ganze in Richtung ErnĂ€hrung und war gar nicht speziell auf den Hund gerichtet. Ich wollte meinem Körper gerne etwas Gutes tun und Obst und GemĂŒse, wenn möglich ohne hohe Pestizid Belastung kaufen. Auch habe ich schon immer darauf geachtet, keine Erdbeeren und Kirschen im Winter und keinen Spargel im Herbst zu kaufen (um einmal ein paar Beispiele zu nennen). Bedeutet, ich habe versucht, die Sachen, die sowieso in Deutschland wachsen, saisonal einzukaufen, denn in meinen Augen kann man so auch die Jahreszeiten noch viel schöner erleben, wenn der Wechsel auch auf dem Teller statt findet 😊

Einen zweiten Schwerpunkt habe ich auf das Tierwohl gelegt und angefangen, keine konventionelle Milch und keine konventionellen Eier mehr zu kaufen – hier habe ich immer einen extra Abstecher zum Biomarkt gemacht (nachdem ich den HĂŒhnerskandal eines großen Discounters mit den Bioeiern mitverfolgt hatte), denn es ist natĂŒrlich nicht(!) alles glĂ€nzend, nur weil Bio darauf steht. Das Ganze habe ich nach und nach umgestellt und es kamen immer mehr Aspekte hinzu – das ist auch definitiv ein wichtiger Punkt, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht! Es ist frustrierend, wenn man direkt alles auf einmal zu 100% richtig machen möchte, denn das funktioniert meist nur eine begrenzte Zeit, weil man sich dann schnell zu eingeschrĂ€nkt fĂŒhlt. Viel besser ist es da, alles Schritt fĂŒr Schritt zu nehmen, sich Schwerpunkte zu setzen und diese nach und nach umzusetzen.😊

Auch das Thema Nachhaltigkeit bei meinem Vierbeiner kam erst ein wenig spĂ€ter – unter anderem, weil (wie oben beschrieben) in Peppers Fall vor allem meine Eltern die Kosten trugen. Aber auch, weil es bei mir einfach ein Entwicklungsprozess war und ich nicht von Anfang an alles auf einmal umgestellt habe in meinem Leben. Doch welche verschiedenen Aspekte kann man denn jetzt potentiell betrachten?

Der ökologische Fußabdruck des Hundes

Dass auch ein Hund einen ökologischen Fußabdruck hat, darĂŒber habe ich mir lange Zeit keine Gedanken gemacht. NatĂŒrlich ergibt es Sinn, sobald man darĂŒber nachdenkt, doch so wirklich beschĂ€ftigt habe ich mich damit lange Zeit erst einmal nicht. Bis ich dann ĂŒber einen Artikel gestolpert bin, der von einer schweizer Studie des ESU Services Instituts berichtete. Die Studie zeigt, dass konkrete Entscheidungen zur Haltung eines Haustieres einen erheblichen Einfluss auf die Umweltbelastung haben können. Interessant fand ich vor allem die Einzelbetrachtung der Faktoren, aus denen sich so ein Fußabdruck zusammensetzt.

Geordnet nach der GrĂ¶ĂŸe des Einflusses sind das: – Futter und Wasser – Aufzucht und Erstanschaffungen, Ausstattungen und Freizeit – KacktĂŒtchen und deren Entsorgung, Kremation- Pflege. Auf einige der Punkte möchte ich jetzt gerne einmal eingehen und wir fangen direkt an mit dem Thema der nachhaltige ErnĂ€hrung, denn hierĂŒber habe ich mir viele Gedanken gemacht. Hier sollte man vielleicht erst einmal definieren, was man selbst genau darunter fasst – denn jeder wird hier wohl andere Schwerpunkte setzen.

Ich fĂŒr meinen Teil habe fĂŒr Ivy nach einem Futter gesucht, dessen Fleisch aus artgerechter Haltung stammt. Das war meine Prio No 1. Denn ich wollte bei Ivys Futter die gleichen MaßstĂ€be ansetzen, die ich auch bei meinem eigenen (sehr geringen) Fleischkonsum hernehmen 🙂Das grenzt die Futterauswahl schonmal ganz schön ein. Das GĂŒtekriterium “in LebensmittelqualitiĂ€t” spielt fĂŒr mich dabei eher eine nebensĂ€chliche Rolle. Denn auch unser tolles “Lebensmittel-Fleisch” stammt nicht selten aus Massentierhaltung 😕 (das heißt natĂŒrlich nicht, dass ich nicht darauf achte, Tiermehl, SchnĂ€bel,… als Inhaltsstoffe zu meiden 🙂). Daneben war meine Prio No. 2 die umweltfreundliche Verpackung, denn leider ist es wirklich nicht leicht, Trockenfutter oder Nassfutter zu bekommen, das in einer nachhaltigen Verpackung daherkommt.

ZusĂ€tzlich haben wir festgestellt, dass Ivy nicht alle Proteinquellen vertrĂ€gt, was die Suche nach einem guten Futter fĂŒr uns zusĂ€tzlich erschwert hat. Letztendlich sehe ich die fĂŒr uns beste Alternative nun im BARFEN, denn hier habe ich durch das Selbst-Zusammenstellender Mahlzeiten die Möglichkeit, das Fleisch aus der NĂ€he zu beziehen und außerdem auf die artgerechte Tierhaltung zu achten. Die Verpackung bringe ich dabei selbst mit.

Wie ich zu Beginn angeschnitten habe, sind diese zwei Kriterien meine Definition von nachhaltigem Hundefutter. Ich möchte euch aber gerne noch ein paar weitere AnstĂ¶ĂŸe geben, damit ihr selbst entscheiden könnt, worauf ihr die Prio legen möchtet: Einen sehr großen Anteil an der Umweltbelastung des Futters hat das Fleisch, welches ja den Hauptanteil der ErnĂ€hrung beim BARFEN darstellt. Aber auch in anderen Futterformen (NaFu, TroFu,…) achten wir ja meist alle auf einen hohen Fleischanteil. CO2 technisch gesehen macht es dabei einen Unterschied, ob man sich z.B. fĂŒr Rindfleisch (weniger gut) oder GeflĂŒgel (ein wenig besser) entscheidet.

Unter diesem Blickwinkel wĂ€re letztendlich die Proteinquelle der Insekten die beste Alternative. Außerdem könnte man auch noch einen „Veggie-Tag“ einfĂŒhren. Vegane oder vegetarische ErnĂ€hrung fĂŒr den Hund wird ja meist als nicht artgerecht und/oder ungesund angesehen, aber pauschal ablehnen wĂŒrde ich diese ErnĂ€hrung tatsĂ€chlich nicht. Beispielsweise ist es eine super Alternative fĂŒr Allergiker, die auf mehrere Fleischarten oder gar komplett gegen tierische Proteine empfindlich reagieren.

Die Sache mit der AusrĂŒstung und den Hunde-Accessoires

Ich habe hĂ€ufig das Problem, dass ich im Laden so viel schöne neue Sachen entdecke, die ich gerne fĂŒr Ivy besorgen wĂŒrde und tatsĂ€chlich ist das Thema Erstausstattung bzw. Ausstattung im Allgemeinen ja auch Punkt zwei in der Schweizer Studie. Hier habe ich mich im Internet schlau gemacht und inzwischen eine super tolle Seite entdeckt (bei Interesse schreibt mich gerne auf Instagram hierzu an), die tolles, nachhaltiges Zubehör fĂŒr Hunde anbietet. Sei es Öko-Hundespielzeug, das sowohl robust ist, als auch Hund und Umwelt keinen Schaden zufĂŒgt, sowohl auch Leine und Co. oder alles Mögliche Rund um die Pflege unserer Fellnasen. Dort findest du auch eine Liste, mit allen möglichen nachhaltigen Marken 😊

Dann gibt es da noch das Thema mit den Autofahrten

Unter den zweiten Punkt der Schweizer Studie fĂ€llt auch das Thema der Autofahrten. Es sind Autofahrten fĂŒr alle möglichen AktivitĂ€ten, die wir gerne mit unserem Hund unternehmen und Hand aufs Herz, wer fĂ€hrt nicht gerne mal zur Abwechslung an einen anderen Spazier-Ort, um nicht immer die gleiche Runde zu drehen? Oder wer fĂ€hrt nicht lieber mit dem Auto als mit den Öffis zur Hundeschule oder dem Hundeverein? Ich habe auch fĂŒr mich festgestellt, dass meine Autofahrten mit Hund deutlich hĂ€ufiger sind als zu der Zeit ohne Hund. Das Auto ist dann doch meist einfach die praktikabelste Lösung! 🚙

Ich versuche mittlerweile altbekannte Strecken etwas spannender zu gestalten und so Abwechslung einzubauen (z.B. Suchspiele unterwegs, die gewohnte Runde andersherum gehen usw.) đŸ¶ Das Fahrradfahren kommt dann, sobald Ivy ausgewachsen ist an die Reihe. NatĂŒrlich muss man nicht unbedingt nur noch um den eigenen Wohnblock spazieren gehen, das kann fĂŒr Hund und Mensch auf Dauer wirklich langweilig werden đŸ€·đŸœ – aber ja, es kann sich tatsĂ€chlich auszahlen, nicht fĂŒr jeden Spaziergang mit dem Auto irgendwohin zu fahren! Und wenn man es dann doch mal macht, dann zumindest miteiner bewussten Haltung😊

Das Thema mit dem Plastik und den KacktĂŒtchen

Der dritte Punkt der Schweizer Studie ist auch ein Punkt, ĂŒber den ich mir schon seit lĂ€ngerem Gedanken mache: die HundehĂ€ufchen und deren Beseitigung đŸ’© In Deutschland werden jĂ€hrlich schĂ€tzungsweise 500 Mio. TĂŒtchen verbraucht – totaler Wahnsinn wich ich finde und da fragt man sich natĂŒrlich, was hier die beste Lösung ist. Auf meiner Suche bin ich auf zwei Varianten gestoßen Bio-PlastiktĂŒtchen und damit kann entweder die Zusammensetzung des Kunststoffs aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr gemeint sein oder die Art und Weise der Zersetzung der TĂŒte. Beide Kriterien können, mĂŒssen aber nicht (!) zeitgleich vorliegen.

Man sollte hier also ganz genau drauf achten, was man kauft. Denn auch nicht alle “abbaubaren” TĂŒten sind einfach so abbaubar. HĂ€ufig sind diese nĂ€mlich nur unter industriellen Bedingungen kompostierbar und nicht bei den in Deutschland vorherrschenden, eher kĂŒhlen Temperaturen. Achtet hier am besten auf das Siegel “heimkompostierbar” 🙂 Ganz auf Plastik verzichten könnte man mit Hundekotbeuteln aus Papier. Am besten natĂŒrlich die recycelte Variante. Das Handling ist jedoch erstmal Übungssache wie ich festgestellt habe. Was ich als Nachteil sehe ist, dass die Beutel relativ sperrig sind und nicht einfach mal leicht in die Tasche zu stecken sind. Außerdem ist das aufsammeln von Durchfall so eine Sache. đŸ’©

Eine 100% zufrieden stellende Lösung gibt es hier also bisher leider noch nicht đŸ€·đŸœ Ich denke aber, wenn man eine der beiden Alternativen nutzt und dabei auf das „richtige“ Siegel achtet, ist man zumindest schonmal einen Schritt weiter, als mit derVerwendung der normalen Plastikbeutel 🌿

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Artikel ein wenig mitnehmen in meine Gedankenwelt und euch zeigen, welche Aspekte mir wichtig sind, auf was ich wert lege und euch somit im Idealfall ein paar AnstĂ¶ĂŸe geben 😊 Ich denke eine 100% Lösung, die man ĂŒber einen langen Zeitraum aufrecht erhalten kann, ist sowohl beimThema Hund als auch im generellen Alltag nicht wirklich praktikabel. Aber darauf kommt es ja vielleicht auch gar nicht an. Sondern darauf, dass man sich einiger Dinge bewusst wird, das eigene Verhalten reflektiert und ein paar Dinge nach und nach umstellt 😊

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