🎤 Blogtalk - Hundeerziehung und Nützliches

Der Reitbegleithund

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Dieser Gastbeitrag stammt von meiner lieben Freundin Lena, die uns berichtet wie sie es geschafft hat, aus ihrem Hund Cooper einen tollen und verlässlichen Reitbegleithund zu machen. Aufgrund von Verlinkungen zum Instagramaccount von Lena, ist dieser Beitrag als Werbung gekennzeichnet.

Moin Moin – Das sind wir, Cooper und Lena

Moin Moin aus dem hohen Norden, denn wir, Lena und mein Australien Shepherd Rüde Cooper, leben in Hamburg und nehmen euch auf unserer Instagramseite “falbenpfoetchen” mit in unser kunterbuntes Leben. Wir zeigen euch dort einen kleinen Ausschnitt aus unserem Leben und geben euch Einblicke in unser Training. In diesem Gastblogbeitrag, möchte ich euch ein wenig über den Reitbegleithund erzählen, denn Cooper begleitet mich täglich am Pferd.

Die Suche nach einem passenden Hund

Zunächst kann theoretisch jeder Hund ein Reitbegleithund werden, es empfiehlt sich aber, nicht jede Rasse zum Reitbegleithund zu machen. Da unser Pony schon vor Cooper zu unserer Familie gehörte, war für uns von Anfang an klar, dass der gewünschte Hund ein Reitbegleithund werden soll.

Wir stellten uns also die Frage, welche Hunde überhaupt in Frage kommen könnten. Da ich viel und lange mit dem Pony im Wald unterwegs bin, muss dieses problemlos für den Hund machbar sein. Auf was haben wir also geachtet, erstmal unabhängig von irgendwelchen Rassen?

Für einen guten Reitbegleithund war uns wichtig:

  • relativ groß, damit der Hund von anderen Menschen und vom Pony gut gesehen wird.
  • absolut frei in seiner Atmung! Ohne freie Atemwege kann der Hund nicht anständig am Pferd mitlaufen.
  • kein oder kaum Jagdtrieb.
  • eher mutig, dominant und selbstsicher.
  • HD und ED frei.

Mit diesen Punkten begaben wir uns also auf die Suche. Jagdhunde kamen für uns gar nicht erst in Frage. Ich bin zu viel im Wald unterwegs und hatte keine Lust einen jagenden Hund mit dabei zu haben. Klar, das kann man trainieren, war mir als Ersthundebesitzer dann aber doch zu kompliziert. Letztlich haben wir uns für die Richtung Hüte- und Laufhunde entschieden.

Welcher Hund wird der passende Begleiter werden?

Wir begaben uns nun mit dieser Richtung auf die Suche nach einem Hund. Hund Nr. 1 hatte traumhaft schöne blaue Augen, kam aus dem Tierschutz und war 5 Monate alt. Sie sollte ein Husky-Mix sein. Bei genauerer Betrachtung stellte sich aber heraus, dass in Hund Nr. 1 sehr wahrscheinlich Kangal mit vermischt ist. Versteht mich nicht falsch, ich hätte Hund Nr. 1 gerne gehabt. Aber leider gibt es in Hamburg eine Liste. Auf dieser Liste der gefährlichen Hunde steht auch die Rasse des Kangal. Ich hätte mit Hund Nr. 1 also einen Wesenstest und Co. durchlaufen müssen. Das wollte ich definitiv nicht.

Und Hund Nr. 2 war dann direkt unser Coops. Der Züchter hat einen eigenen Pferdehof. Cooper war seit dem ersten Tag mit Pferden vertraut. Wir haben dem Züchter mitgeteilt was wir suchen und schon beim ersten Besuch fiel die Wahl auf Coops. Er war sehr unerschrocken, neugierig und ist gleich über den Reitplatz Richtung Weide stiften gegangen. Von seinen Geschwistern lies er sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen. Cooper, als Australian Shepherd, schien perfekt für uns zu sein.

Da Cooper aus der Arbeitslinie stammt, wurden wir vom Züchter darauf hingewiesen, dass Cooper eben „Arbeit“ braucht. Aussies sind Hütehunde und haben einen ausgeprägten Schutzinstinkt. Beides machen wir uns zu Nutze. Wobei wir den Hütetrieb ein wenig umlenken müssen, was aber nicht immer ganz gelinkt. Der Hütetrieb sorgt dafür, dass Cooper stetig in unserer Nähe bleibt. Der Schutzinstinkt zeigt uns imWald Dinge wie Wild, Menschen und andere Hunde an. Sehr vorteilhaft!

Mein zukünftiger Reitbegleithund – Der Welpe Cooper zieht ein

Cooper ist mit 12 Wochen bei uns eingezogen und ziemlich zeitnah ging es für ihn gleich mit zum Pony. Cooper war von Anfang an Feuer und Flamme für das Leben im Stall. In den ersten Monaten ist er natürlich NICHT am Pony mitgelaufen. Es ging erstmal darum ihn an die Umgebung zu gewöhnen. Wir haben gemeinsam den Stall erkundet. Cooper lernte die Box als Ruheraum kennen. Er sollte während ich reite, dort ruhig sitzen können und schlafen, denn nicht immer ist es erlaubt, dass der Hund mit in die Halle oder auf den Reitplatz kommt. Im Stall zeigte sich Cooper wie gewünscht, sehr mutig und neugierig. Strohballen wurden zerwühlt, alles angeschnüffelt und die Begegnungen mit dem Pony liefen auch gut. Beim Putzen saß Cooper neben uns oder stromerte etwas durch die Stallgasse. Für Cooper war es normal, dass das Pony mit anwesend ist. Durch die häufige Zusammenführung mit dem gleichen Pony nahm Cooper das Pony ins Rudel mit auf. Cooper’s Rudel besteht im Stall also immer aus sich selbst, mir und dem Pony. Diese Prägungsphase war wichtig für die weitere Ausbildung am Pferd. Schließlich sollte Cooper sich an dem Pony und mir orientieren.

Der Reitbegleithund – Aus meinem Welpen wird ein stolzer Junghund

Coops hatte mittlerweile ein Alter erreicht wo er lernte, kurze Strecken am Pony mitzulaufen. Die Basics wie Sitz, Platz, Fuß und Hier saßen schon ganz gut, also gingen wir gemeinsam in den Wald. Cooper war vorerst an einer Leine. Durch die Leine wurde Cooper in seine Radius eingeschränkt und lernte so, nah am Pony zu bleiben. Unsere Ausflüge steigerten wir mit der Zeit. Dabei muss man immer den Hund im Blick behalten. Was schafft dieser noch und was ist zu viel? Cooper zeigt dieses immer ganz deutlich durch Übersprungshandlungen. Gerade zu Beginn habe ich extrem darauf geachtet IMMER die gleichen Kommandos zu verwenden und die sehr konsequent einzufordern. Am Pony MUSS der Hund funktionieren, ohne Kompromisse. Wenn der Hund nicht hört, so kann das schnell unangenehm oder gefährlich werden.

Fuß ist also wirklich. Andere Hunde werden am Pony NICHT begrüßt. Sie sollen ignoriert werden. Cooper hat ja seinen Job am Pony, also sind andere Hunde uninteressant. Anfänglich habe ich das sehr konsequent durchgezogen. Mittlerweile darf er nach Freigabe auch mal hin. Aber eben erst nach einer Freigaben. Kommt diese nicht, gehen wir konsequent weiter. Das akzeptiert Cooper sehr gut. Am Pony saßen alle Kommandos perfekt. Im Alltag manchmal nicht so. Dort war ich aber auch nicht so konsequent.

Die Ausbildung zum Reitbegleithund – Hund und Pferd als Team

Cooper hatte als Junghund eine sehr konsequente Ausbildung am Pony erhalten. Diese macht es uns möglich, heute entspannt und stressfrei ausreiten zu gehen. Viele Touren machen wir in den Wald und diese sind meist 3 Stunden lang. Cooper und das Pony sind mittlerweile zu einem richtigen Team geworden. Sie kommunizieren miteinander und passen beide auf den anderen auf. Ich finde es immer wieder interessant dieses zu sehen und muss tatsächlich fast nie eingreifen.

Das Pony ist im Wald deutlich entspannter unterwegs, wenn Cooper mit dabei ist und das hat einen ganz einfachen Grund: Cooper sichert beim Ausreiten den Bereich vor dem Pony ab. Cooper zeigt sämtliche Dinge an, ob Wild, Hund oder Mensch. Auch diejenigen, die verzweifelt versuchen sich im Gebüsch zu verstecken. Das Pony hat gelernt die Körpersprache von Cooper zu lesen und nutzt dieses auch aktiv. Kann Cooper also gefahrlos eine Stelle passieren, geht das Pony ebenfalls entspannt daran vorbei. Mir macht es Spaß die beiden in ihrer Kommunikation zu beobachten und ich erfreue mich immer wieder daran, wie die beiden ein Team geworden sind. Der Weg dahin hat zwar etwas gedauert, er hat sich aber definitiv gelohnt und ich würde jeden Hund wieder am Pony ausbilden.

Der Reitbegleithund – Die passende Ausrüstung

Wer mit Hund und Pferd gemeinsam unterwegs ist, der sollte sich ein paar Gedanken über die richtige Ausrüstung machen. Da in den meisten Wäldern Leinenzwang ist, läuft Cooper dort an einer Leine. Bevor wir aber zur Leine kommen, kommen wir erstmal zur Klamotte am Hund. Cooper hat entweder ein Geschirr oder Halsband dran. An dem Halsband ist immer eine Marke mit meiner Telefonnummer befestigt. Falls mal was ist, kann man mich dann zumindest anrufen. Beim Halsband achte ich darauf, dass es breit ist und leicht zu reinigen. Wenn Cooper ein Geschirr trägt, achte ich darauf, dass dieses viel Bewegungsfreiheit ermöglicht und nicht scheuert.

In den Wintermonaten und in der Dämmerung trägt Cooper zusätzlich eine Warnweste. Diese ermöglicht es, dass Cooper für andere gut sichtbar ist. Gerade im Wald zur Jagdsaison kann ich das jedem sehr empfehlen. Bei Dämmerung hat Cooper ein Licht am Geschirr, welches dann eingeschaltet wird. Und da sind wir auch schon beim Wald. Im Wald ist meist Leinenzwang, also kommt Cooper dann an die Leine. Im Wald nutze ich immer eine 5m lange Flexi-Leine in neongelb. Also gut sichtbar. Befestigt ist die Flexi-Leine immer am Geschirr. Niemals am Halsband. Zusätzlich habe ich noch eine „normale“ Leine dabei, welche ich am Sattel befestige. Ganz wichtig! Mit auf unseren Touren dabei sind immer ein paar Leckerlies und bei wärmeren Temperaturen eine Trinkflasche für Coops. Mehr haben wir nicht dabei. Ich glaube das reicht auch.

Falls ihr nun noch Fragen habt zur Ausbildung von Cooper zum Reitbegleithund, könnt ihr mich gern jederzeit anschreiben.

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