­čÉż Unser Rudelleben

Reva ist ein Parasitentaxi

Unsere Leidensgeschichte mit den Parasiten

In all den Jahren wo ich mit Hunden zu tun hatte, waren wir immer Parasitenfrei gewesen. Unsere vorherige H├╝ndin hatte nie Zecken, Fl├Âhe, W├╝rmer etc. Und auch bei unseren Familienhunden war eigentlich nie etwas gewesen. Bei Reva jedoch war alles anders, nicht nur Reva selbst, nein auch was die Parasiten angeht war Reva von Anfang an ganz besonders, denn sie hatte scheinbar eine ganz magische Anziehungskraft auf alle l├Ąstigen Parasiten.

Reva zog ein und mit ihr auch die W├╝rmer

Aber beginnen wir mal chronologisch um nichts auszulassen. Mit dem Einzug von Reva zog nicht nur unser erster Welpe ein, sondern direkt eine ganze Menge W├╝rmer. Eigentlich sollte Reva vor ihrer Reise von Russland nach Deutschland das vierte Mal entwurmt worden sein, das belegt auch der Impfpass, denn wir vom Tierschutz bekommen haben. Aber entweder haben die Wurmkuren nie gewirkt oder Reva hat nie eine bekommen, denn wenige Tage nach ihrer Ankunft bei uns bemerkten wir komische Dinge. Ab der zweiten Nacht begann Reva immer wieder zu husten, ein komischer trockener Husten, der eher danach klang, als w├╝rde Reva etwas hoch w├╝rgen.

Wir waren alle paar Tage beim Tierarzt deswegen, der war der Meinung, Reva sei leicht erk├Ąltet durch die lange Reise im Transporter und gab uns auch noch eine neue Wurmkur mit, da die letzte bald ablief. Wir gaben Hustensaft und Wurmkur aber nichts passierte, alles blieb beim alten und nach einer Woche, Reva und ich waren gerade auf der Arbeit angekommen, w├╝rgte Reva etwas langes aus dem Maul hoch und spuckte es direkt in ihre Box im B├╝ro. Ich hab sofort reagiert, einen Stift genommen und das komische etwas, was aussah wie eine lange Spagetti die sich bewegt, direkt in eine leere Brotdose gelegt. Danach wurde der Arzt angerufen und keine Stunde sp├Ąter sa├čen wir beim Tierarzt.

Reva hatte einen massiven Befall von Spulw├╝rmern. Ein Wurmbefall kann bei Welpen vorkommen, daher entwirft man diese ja auch so h├Ąufig am Anfang, aber Reva war so krass verwurmt, die Dinger kamen bei der Wurmkur, die wir nun vom Arzt mitbekamen, aus allen m├Âglichen ├ľffnungen raus. Es folgten zwei anstrengende Tage f├╝r Reva und mich, denn w├Ąhrend ich damit besch├Ąftigt war, alles zu putzen und zu reinigen, war die arme kleine Maus damit besch├Ąftigt, gegen die W├╝rmer anzuk├Ąmpfen. Diese kamen aus dem Maul gekrochen und auch aus ihrem Po. Wir sa├čen abends auf dem Sofa, Reva auf meinem Schoss, v├Âllig ersch├Âpft und auf einmal merkte ich, wie sich etwas auf meinen Beinen bewegte, ein Spulwurm, der gerade aus dem Po von Reva gekommen war. Und ja, es war echt widerlich, aber ich glaube, f├╝r Reva war das noch viel widerlicher, die fand das n├Ąmlich absolut ekelhaft.

Das Wurmthema war aber damit leider nicht beendet, denn Reva wurde bis zu ihrem 6 Monat ganze 20 Mal entwurmt, da sie immer wieder neue W├╝rmer hatte. Mein Arzt hat bis heute keine Ahnung, warum die Tabletten nie wirklich wirkten bzw. warum Reva immer wieder neue W├╝rmer in sich hatte. Es war wirklich zu verr├╝ckt werden, aber hey, irgendwann war das ganze f├╝r mich nicht mehr ekelhaft sondern irgendwie zur Routine geworden und man hatte seine Handgriffe schneller drauf, als vorher. Wenn Reva anzeigte gleich etwas nach oben zu w├╝rgen, schnappte ich sie mir, ging ins Bad und stellte sie in die Wanne, dort konnte der Wurm oder besser gesagt, konnten dann die W├╝rmer landen.

Und was wir nicht alles versucht haben, damit die Dinger verschwinden. Von einer Darmaufbaukur bis hin zur ber├╝hmten Morschen Karottensuppe, es war einfach alles m├Âgliche dabei, aber nix zeigte Wirkung, auch nicht Kr├Ąuter und Kokous├Âl. Aber dann pl├Âtzlich, als Reva sechs Monate alt war, waren die Dinger pl├Âtzlich weg, es war wirklich ganz komische, aber wir waren alle sehr froh, als sie dann endlich endg├╝ltig verschwunden waren. Aber woran es nun lag wissen wir nicht, wir hatten bei jedem neuen Befall n├Ąmlich immer alles nach Anweisung geputzt und N├Ąpfe, Spielzeug etc. wurde alles abgekocht. Aber leider sollte es das nicht gewesen sein, mit den Parasiten.

Nach den W├╝rmern kamen die Giardien

Kaum waren die nervigen W├╝rmer weg, wurde es dann richtig l├Ąstig, denn nun zeigte Reva st├Ąndigen Hunger und der Kot war ein permanenter Brei, zwar kein Durchfall aber es war immer nur breiig und ungeformt. Der Kot stank ohne Ende und war oft stellenweise gelblich oder orange verf├Ąrbt. Unser damaliger Arzt meinte damals, dass k├Ânnten Nachwirkungen von den ganzen Wurmkuren sein und meinte, wir sollen abwarten.

So warteten wir also ab und nachdem es ├╝ber mehrere Wochen nicht besser wurde, gingen wir zu einem neuen Arzt. Dort wurde ein test auf Giardien gemacht und ja, der war positiv. Nun ging das Putzen erst richtig los, da man Giardien mit keinem normalen Putzmittel beseitigen kann. Alles wurde gereinigt und abgekocht, es war wirklich ein t├Ąglicher Stress, das ganze Reinigen und das ├╝ber mehrere Wochen. Dann war der folgende Test negativ und wir dachten, es sei ├╝berwunden, aber nein, nur wenige Monate sp├Ąter hatte Reva sich wieder neue Gardien eingefangen, bei ihrem Hundekumpel, da dieser seit Weltenweit Giardien hatte und die Besitzerin dies recht locker sah und nur die Tabletten gab, aber nicht die Wohnung putzte, und so konnte sich der Hund bei sich zuhause immer wieder neu mit seinen eigenen Giardien anstecken.

Reva steckte sich also zweimal bei ihm an, sie hatten beim zweiten Mal sogar gleichzeitig die Symptome und w├Ąhrend ich das ernst nahm und wieder einen Test machte, welcher nat├╝rlich positiv war, machte die andere Besitzerin nichts, da deren Tier├Ąrztin meinte, man solle es nicht ├╝bertreiben und ein leichter Befall w├Ąre normal. Solange ihr Hund kein dauerhaften oder starken Symptome h├Ątte, braucht sie nichts machen. Und obwohl er ├╝ber eine Woche starken Durchfall hatte, wurde es nicht ernst genommen, da der Grund ja auch woanders liegen k├Ânnte. ich fand das absolut verantwortungslos und brach den Kontakt zu Hund und Frauchen ab und meide diese seitdem, wenn sie uns ├╝ber den Weg laufen.

Das Giardientheater verfolgte uns ganze sechs Monate und es war einfach nur sehr kr├Ąftezerrend, f├╝r uns alle. Mir tat Reva in der Zeit so leid, da diese bl├Âden Biester ihr ja die N├Ąhrstoffe wegnahmen und man merkte Reva es auch absolut an. Reva war in der Zeit total abgemagert, nahm nicht zu, wirkte m├╝de und kraftlos, wollte kaum Bewegung haben. Ihr Fell war stumpf und ihre gesamte k├Ârperliche Entwicklung stoppte st├Ąndig durch den Giardienbefall. Auch hier gaben wir alles m├Âgliche was uns empfohlen wurde, aber irgendwann konnte Reva die Morsche Suppe nicht mehr sehen und verweigerte diese komplett. Wir stellten das Futter um, da in unserem alten Futter Kohlenhydrate enthalten waren und versuchten sie so gut es ging zu unterst├╝tzen. Nat├╝rlich mieden wir in den Zeiten immer andere Hunde und informieren die bisherigen Hundebuddys, wenn da kurz vorher Kontakt bestand. Aber es war sehr erschreckend zu sehen, dass es von kaum jemanden ernst genommen wurde, und irgendwie fast alle abwarten wollten, bis deren Hunde Symptome zeigten, dabei haben erwachsene und gesunde Hunde so gut wie nie Symptome bei einem leichten Giardienbefall.

Und dann …. endlich Ruhe? Quatsch, bei uns doch nicht!

Nachdem wir uns also nun fast acht Monate lang mit nervigen W├╝rmern und Giardien befassen mussten, dachten wir, k├Ânnen wir nun endlich aufatmen, denn was k├Ânnte denn nun noch kommen, irgendwann m├╝sste es ja mal zu Ende sein. Aber hey, da haben wir die Rechnung ohne Reva gemacht, denn die hatte scheinbar schon gefallen daran gefunden, ein Parasitentaxi zu sein und so schleppte sie nach einem Playdate Fl├Âhe mit nach Hause.

Ich wunderte mich, dass sie nachts keine Ruhe mehr fand, seitdem wir das Playdate hatten, dachte aber, dass es wieder die Allergie auf das Futter sei und wechselte erst einmal das Futter. Bei einer Routineuntersuchung bei unserem Tierarzt, nur wenige Tage sp├Ąter, fielen mir im Warteraum komische rote Punkte auf der Haut von Reva auf. Die zeigte ich direkt der ├ärztin und diese machte umgehend einen Flohtest, in dem sie mit dem Flohkamm auf der Rute von Reva Fell heraus k├Ąmmte und das Fell auf ein K├╝chentuch legte, dort warmes Wasser drauf machte und dann rote Punkte zu sehen waren.

Ja hervorragend, nun also auch noch Fl├Âhe, also so langsam wurde ich echt verr├╝ckt mit meinem Pl├╝schpo. Wir bekamen eine Tablette gegen Fl├Âhe und Zecken sowie Wurmkur mit, da Fl├Âhe auch W├╝rmer ├╝bertragen k├Ânnen und begannen die Wohnung mit einem Floh-Fogger zu vernebeln. Au├čerdem wurde direkt alles gereinigt, gewachsen und abgekocht und unser Programm, zeigte schnell Wirkung. Aber gut, wir waren ja mittlerweile auch echte Putzweltmeister im Reinigen der Sachen geworden.

Und ja, wie soll es auch anders sein, nach den W├╝rmern, Giardien und Fl├Âhen zogen nat├╝rlich direkt die n├Ąchsten Untermieter ein, die kein Geld zahlen wollte, obwohl sie sich so sch├Ân von meinem armen kranken Hund ern├Ąhrten. Diesmal waren es Zecken und davon nicht gerade wenige.

Nach jedem Spaziergang hatte Reva Unmengen von Zecken an sich, die bereits immer richtig dick waren und oft fanden wir auf dem Sofa oder im Bett welche, die abgefallen waren, weil sie schon vollgesaugt waren. Ich kann gar nicht mehr sagen, was ich am ekeligsten fand, aber es war so nervig. Nun ja, es dauerte etwas bis wir heraus fanden, dass unser Zeckenmittel bei Reva keine Wirkung zeigte und bis wir ein neues gefunden hatten, was wirklich gute wirkte. Ich tat mich damit aber auch echt schwer, denn ich wollte meinem Hund, der durch seine IBD ja ohnehin bereits immunschwach ist, keine Nervengifte verabreichen.

Leider blieb mir aber nix anderes ├╝brig, denn es wirkte einfach gar nichts, weder das Keramikhalsband oder das Schwarzk├╝mmel├Âl oder Kokous├Âl im Futter bzw. im Fell noch die pflanzlichen Spot-Ons. Also blieb uns nur der Griff zum Zeckenhalsband vom Tierarzt und damit hatten wir tats├Ąchlich fast zwei Jahre unsere Ruhe, bis auch das nicht mehr wirkte. Mittlerweile bekommt Reva einmal im Jahr eine Zeckentablette, die laut Hersteller nur f├╝r drei Monate reichen sollte, aber bei uns wirkt es fast ein Jahr lang. Zus├Ątzlich bekommt Reva aber regelm├Ą├čig tolle Snacks, die vorbeugend gegen Zecken helfen “k├Ânnen” und ein pflanzliches Spot-On. Damit fahren wir sehr gut und haben aktuell keine einzige Zecke mehr gehabt. Und auch von den anderen Plagegeistern wurden wir bislang verschont, ich hoffe das dieser Umstand nun l├Ąnger bleiben wird, denn das erste Jahr mit Reva und den Parasiten hat mir ehrlich gesagt, f├╝r viele Jahre gereicht!

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