🐾 Unser Rudelleben

Reva macht Gymnastik

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Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit unserer Hundephysiotherapeutin Levke Müller erstellt und enthält daher Werbung.

Gymnastik für Reva

Vor gut einem Jahr, als Reva etwas über drei Jahre alt war, fiel mir das erste Mal auf, dass Reva komisch läuft. Beim rennen hüpfte sie eher wie ein Hase umher und sie machte häufig einen Buckel beim laufen, zudem sah sie immer wie ein geprügelter Hund beim Gassi gehen aus, da sie den Körper so komisch hielt. Ich wurde sogar von einigen Hundebesitzern darauf angesprochen und bekam den Hinweis, dass dies alles auf eine Hüftgelenksdysplasie, umgangssprachlich nur HD genannt, hindeuten kann. Anfangs nahm ich dies nicht wirklich ernst, aber es ging mir auch nicht so wirklich aus dem Kopf und so begann ich etwas im Netz zu recherchieren.

Ein auffälliges Gangbild

Ich fand heraus, dass die Berger des Pyrenees, zu HD neigen und das, obwohl sie keine großwachsige Hunderasse sind. Man sollte die HD an Bewegungseinschränkungen und mit deutlicher Schmerzempfindlichkeit beim betroffenen Hund sehr gut erkennen können. Einige Hunde neigen wohl auch die Hüfte nach unten, so dass der hintere Körperteil leicht schief, nach unten steht. Als Symptome wurden auch Pfotenknabbern bzw. Gelenksknabbern beschrieben, ebenso wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Hunde würden beim Gassi gehen viel stehen bleiben und einen langen Spaziergang verweigern.

Nun ging bei mir das große Grübeln los, denn Reva zeigte zwar keinerlei Schmerzen und wirkte gerade beim Toben und spielen zuhause und mit ihren Hundekumpels sehr beweglich aber gerade nach langen Spaziergängen, verweigerte sie gerne ein weiter gehen. Ich stellte Reva unserer Tierärztin vor und diese untersuchte Reva. Sie schaute sich das Gangbild an und kontrollierte die Beweglichkeit der Hüfte. Auf den ersten Blick wirkte das Gangbild unauffällig, lediglich die Biegsamkeit der rechten Hüfte war etwas eingeschränkt. Da dies aber nur minimal erschien, sollten wir nichts tun und abwarten.

Reva liebt es umherzuspringen und ist eigentlich sehr beweglich.

Also wartete ich ab und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich immer mehr Auffälligkeiten feststellen würde. Ob dies nun wirklich so wahr oder ich mir, als typische Helikopter-Hundemama nur einbildete, vermag ich nicht zu sagen. Aber es beunruhigte mich immer mehr. Und so begann ich wieder zu recherchieren, sah mir Videos an und nahm Kontakt zu Hunde-Physiotherpeuten aus unserer Umgebung auf. Diese verursachten nur noch mehr Verwirrung bei mir, da alle der Meinung waren, was ich schildere klinge nach einer schlimmen HD. Aber mein Gefühl sagte mir, dass es etwas anderes sein würde.

Seit Reva klein ist, bekommt sie immer starken Muskelkater, sobald sie sich etwas mehr als gewöhnlich bewegt. Da sie aufgrund ihrer IBD kein fettes oder eiweißreiches Futter bekommen darf, kann sie nur bedingt Muskeln aufbauen. An manchen Tagen bildet sich der Muskelkater sehr langsam und an anderen sehr schnell, also direkt auf dem Rückweg eines Playdates auf, was dafür sorgt, dass sie wohl da nicht weiter laufen mag. Aber das erkannte ich nur langsam, denn mein Kopf war bereits so verunsichert und auf die Diagnose HD eingestellt.

Reva klettert und wandert gerne stundenlang im Wald.

Ein Balance Kissen muss her

Im Gespräch mit einer Freundin, die auch Hundetrainerin ist, kamen wir auch auf das Thema und da sie bereits mit HD eigene Erfahrung gemacht hatte, schaute sie sich Revas Gangbild genau an und gab mir den Tipp, es einmal mit Balance-Training auf einem Balance Kissen zu versuchen, da auch sie der Meinung war, dass bei Reva etwas anderes vorliegen würde.

Also saß ich wieder am Laptop und suchte nach Artikeln und Infos zum Balance-Training und sah mir jede Menge Videos dazu an. Mein Gefühl hierbei war positiv und ich hatte wirklich das Gefühl, dass dies das richtige für Reva sei. Aber welches Balance-Kissen sollte es nun sein? Ich fand so ein großes Angebot aus speziellen Kissen extra für Hunde in allen möglichen Größen und Formen. Aber es wurden auch Übungen gezeigt, die mit kleinen Kissen für den Menschen, durchgeführt wurden. Da ich nicht wusste, wie Reva das ganze annehmen würde, entschied ich mich erste einemmal für ein einfaches kleines Kissen, was nicht zu viel kosten würde. So ging ich los und kaufte ein Balance-Kissen, welches man eigentlich bei uns Menschen nutzt und sich wie ein Keilkissen auf den Stuhl legen kann. Aber auch für Workouts sollte es nutzbar sein.

Dank Revas großer Neugierde, nahm sie das Kissen sofort an und stellte sich begeistert von ganz alleine drauf. Sie probiert sich immer gerne aus und ist einfach extrem Neugierig. Aber generell macht sie einfach alles mit, was man gemeinsam machen kann. Und so stand ich neben dem Kissen und führte sie immer wieder drüber. Somit war die erste Hürde geschafft. Dann begann ich mir Aufwärm-Übungen anzusehen und herauszuschreiben.

Auf diesem tollen Ball muss Reva sich richtig ausbalancieren.

Und dann begann die erste kleine Gymnastikstunde für Reva. Nach einem schönen Spaziergang, bei dem sie sich gut aufwärmen konnte, legte ich das Balance Kissen ins Wohnzimmer und machte mit Reva die Aufwärt-Übungen. Ich dehnte ihre Halsmuskulatur nach oben und unten sowie nach rechts und links. Lies sie die Beine mehrmals anheben und sie musste sich mehrmals nach rechts und links drehen. Wichtig war es hier, dass Reva diese Übungen wirklich langsam und konzentriert ausführt, da sie sich sonst schnell verletzen konnte. Und das ist bei Reva wirklich eine kleine Herausforderung, da sie immer mit Übereifer dabei ist und oftmals gebremst werden muss. So auch hier. Aber da mussten wir beide nun durch und nach einem kleinen Warm-Up startete also die erste Runde Gymnastik für meinen Hund.

Ich ließ Reva immer wieder über das Balance Kissen laufen, mal musste sie darauf Sitz-Platz-Übungen machen oder sich mit den Vorderpfoten drauf stellen und sich ausbalancieren. Dann durfte sie dabei mal Pfötchen geben und sich so wieder ausbalancieren. Reva machte das alles wirklich Spaß aber irgendwas störte mich.

Am liebsten ist Reva im Schnee unterwegs, aber nur mit Mantel, damit sie nicht auskühlt.

Reva bekommt Physiotherapie

Nachdem wir gut zwei Monate lang mit dem kleinen Balance-Kissen gearbeitet haben, begann es mich immer mehr zu stören. Ich merkte einfach keinen Unterschied im Gangbild und wir stießen bei den Übungen sehr schnell an die Grenzen, da das Kissen einfach zu klein war. Und so beschloss ich, ein größeres Kissen, extra für Hunde, hau bestellen. Gesagt getan, nach Eingen Tagen Wartezeit zog dann endlich das große Balance Kissen ein. Und ja, Groß war hier das richtige Wort. Aber es hat sich wirklich gelohnt, denn auch wenn das Kissen nun ordentlich Platz wegnimmt, so ist es wirklich Gold wert für unser Training.

Ich begann hiermit unsere gewohnten Übungen zu machen und bereits bei der ersten Übung zeigte sich, dass es hiermit deutlich anstrengender für Reva werden würde, da das Kissen viel mehr wackelte und Reva sich viel mehr konzentrieren musste, um sich auszubalancieren. Reva zeigte viel mehr Spaß an den Übungen als vorher und bereits nach zwei Wochen, zeigten sich erste kleine Erfolge. Denn Revas Gangbild wurde besser, sie hüpfte nicht mehr wie ein Hase, sondern lief mit den Hinterbeinen wieder mehr. Wir wechselten vom Geschirr auf ein Halsband, was nochmal eine deutliche Besserung der Haltung mit sich brachte, denn plötzlich war der Buckel weg und sie ging nicht mehr wie ein geprügelter Hund. Nun war die Haltung beim Spazieren gehen groß, gerade und stolz. Reva wirkte fröhlicher und aktiver, wenn wir unterwegs waren.

Durch einen kleinen glücklichen Zufall über Instagram, habe ich zum selben Zeitpunkt, eine alte Bekannte wieder gefunden, die vor einigen Jahren noch einen tollen kleinen Hundeladen in Hamburg führte. Hierbei handelte es sich um Levke Müller, die nun ausgebildete Tierheilpraktikerin und Hunde-Physiotherapeutin ist. Wir tauschten uns gegenseitig aus und ich erzählte ihr, von Revas auffälligen Gangbild und unserer aktuellen Gymnastik-Situation. Dann beschlossen wir, dass sie sich Reva einmal ansehen würde und somit wurde beschlossen, dass Reva nun von Levke Physiotherapie bekommen wird und wir starteten Mitte Dezember mit der ersten Stunde.

Der “Diener” auf dem Balancekissen klappt schon sehr gut und baut gut Muskulatur auf.

HD oder durch nur eine Blockade im Rücken?

Wir machten einen Termin aus und zur Vorbereitung auf diesen sollte ich ein paar Videos von Revas Gangbild in verschiedenen Situationen machen. Ich schickte ihr außerdem noch ein Video von unserer Gmynastikstundem damit Reva sehen konnte, dass die Beweglichkeit bei Reva kein Problem sei und Reva solche Übungen auch schon kennt.

Dann wartete ich gespannt auf den ersten Termin mit Levke, denn von ihrer Zeit als Hundeladeninhaberin wusste ich, dass sie immer mit Leib und Seele bei der Sache ist und sie keine halben Sachen macht. Schon damals hatte sie mir mal erzählt, dass sie gerne etwas im Bereich Hundegesundheit machen würde und umso mehr freut es mich, dass es nun geklappt hat und sie sich ihren Traum erfüllen konnte. Denn wenn ich meinen Hund jemanden für so ein sensibles Thema anvertrauen würde, dann ist Levke hierfür immer meine erste Wahl.

Und so kam der Termin mit Levke immer näher und schließlich standen wir uns zu Gangbildanalyse gegenüber und wir mussten vor ihr auf und ab laufen. Mal im Schritt und mal im Trapp, das war gar nicht so leicht, da Reva sehr aufgeregt war und dazu neigt, sehr leicht zu überdrehen. Aber hier haben es dann doch gut geschafft und danach ging es zu uns in die Wohnung. Levke hat eine mobile Praxis, was es gerade bei Hunden die sehr stressanfällig sind, sehr leicht macht diese im gewohnten Umfeld zu behandeln.

So eine Hängebrücke ist eine tolle Balanceübung für den Hund.

Levke führte eine sehr genaue Anamnese durch und nachdem alle Fragen rund um Revas Vorerkrankung, Medikamente und Auffälligkeiten im Gangbild oder auch beim Hundespielen beantwortet waren, begann Levke damit, Reva abzutasten und zu untersuchen. Reva konnte, dank der ruhigen Art von Levke, schnell runterfahren und entspannte sich bei jeder Bewegung immer mehr. So konnte Levke alles gut mit Reva durchführen und fand heraus, dass Reva zu muskulären Verspannungen neigt und im Rücken sehr aufgequollen ist, was für verklebte Faszien sprechen würde. Ähnlich wie bei uns Menschen auch, denn auch wir können an den Faszien verkleben und wirken dann an den Beinen aufgequollen und dicker, ggf. haben wir dann auch leichte Verspannungsschmerzen.

Reva hat aber auch an einem ganz speziellen HD-Punkt reagiert, aber hier wissen wir gerade nicht, ob es nun daran lag, dass sie generell keine Lust mehr hatte oder ob sie vielleicht durch die ganzen vorherigen Übungen heute bereits etwas Muskelkater hatte und es ihr somit etwas weh tat. Das werden wir aber in den kommenden Physiostunden weiter im Blick behalten. Wir haben am Ende noch einige Übungen für zuhause durchgesprochen und die weitere Therapie für Reva besprochen. Erst bei weiteren Terminen wird man mehr wissen und schauen können, welcher Weg der Richtige für uns sein wird. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie es weitergehen wird. Es warten auf jeden Fall noch spannende und interessante Termine auf uns, z.B. im Hundeschwimmbad und auch eine Elektrotherpaie wartet auf Reva, dort bekommt sie dann kleine Elektrostimulationen, welche die Muskulatur lösen sollen. Ich bin sehr froh, dass ich den Weg mit der Physiotherapie für Reva eingeschlagen habe und bin gespannt, inwiefern sich ihr Gangbild verändern wird.

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