🐾 Revas Hundeleben

Reva und ihre Hundekumpels

Reva mag jeden Hund

Bereits als Welpe war Reva sehr kontaktfreudig und fand jeden Artgenossen einfach toll. Da der Rückruf in den ersten Monaten noch nicht saß, waren wir deswegen oft auf eingezäunten Hundewiesen unterwegs, denn dort gab es täglich neue Artgenossen zum kennen lernen und da mir gefühlt jeder einredete, dass dies gut sei für meinen Welpen, tat ich es auch. Leider dauerten die ersten negativen Erfahrungen auf so einer Hundewiese nicht lange und so beschloss ich, dass Reva lieber feste Hundekumpels haben sollte, da hier auch ein wirkliches spielen erfolgt und die Hunde voneinander lernen können.

Auch wenn wir uns nur noch selten auf Hundewiese trauen, so sind wir dennoch manchmal dort zu finden und haben dort einige tolle Hundekumpels gefunden, wo sich die Hunde auch außerhalb der Hundewiese treffen und spielen können. Ich liebe es einfach, Reva beim spielen mit ihren “echten” Hundekumpels zu beobachten, es ist einfach schön und man kann dabei sehr viel zur Kommunikation des eigenen Hundes mit den Artgenossen lernen.

Dadurch, dass ich Reva sehr viel beobachte, wenn sie mit anderen Hunden kommuniziert, habe ich gelernt, dass Reva einer der Hunde ist, die keine Körpersprache “sprechen oder verstehen” und ihre Kommunikation über die Augen läuft. Deswegen macht es ihr oft Angst, wenn Hunde von ihr abgeneigt sind und sie diese nicht ansehen, kann, dann reagiert sie direkt viel unsicherer im Umgang.

Da ich mich also sehr schnell dazu entscheiden habe, auf die öffentlichen Hundewiesen zu verzichten, war ich immer mal wieder damit beschäftigt, tolle neue und vor allem dauerhafte Spielpartner für Reva zu finden. Anfangs war es noch einfach, da sie bereits im Welpenalter zwei echt tolle “Buddys” hatte, zu denen ich gleich nicht kommen werde, aber wie das Leben so spielt, hat man sich dann irgendwann aus den Augen verloren und Reva war wieder ohne Buddy. Dank Instagram und einigen tollen Rating-Apps für Hunde (ja das gibt es wirklich 🤣), ließen neue Kumpels aber nicht all zu lange auf sich warten. Aber so richtig passte es dann leider doch nie.

Es muss einfach passen

Denn auch wenn Reva wirklich so gut wie jeden Hund mag, und die “Playdates” bis auf wenige Ausnahmen alle sehr gut waren und Reva viel Spaß mit ihren Buddys hatte, so gab es viele Spielpartner, wo ich mir nach und nach immer Gedanken machte, ob es denn wirklich passen würde und welchen Mehrwert die Hunde an dem jeweiligen anderen Hund hatten.

Es gab z.B. einige Buddys, da funktionierte ein gemeinsamer Spaziergang nur, wenn beide Hunde frei laufen konnten, da sie sich an der Leine immer gegenseitig zum Spiel aufforderten und piesackten. Dann waren da Artgenossen, die zwar auf den ersten Blick super miteinander harmonierten, aber wenn man genauer hinsah, erkannte man schnell, dass einer der beiden von dem anderen stark gestresst war und der andere immer wieder zum hochpushen neigte. Das war aber nicht immer der andere Hund, denn auch Reva neigte lange Zeit zum hochpushen des anderen Hundes.

Ich lernte, dass Reva keine Gruppen mag, also Playdates mit mehr drei oder fünf Hunden, irgendwie störte sie es immer sehr, wenn die Zahl Ungerade war und sie am Ende ohne Spielpartner da stand. Dann fing sie vor Frustration laut an zu bellen und war schnell genervt. Ich lernte Reva und ihre Bedürfnisse an einen Spielpartner immer besser zu verstehen und konnte entsprechend danach aussuchen, bzw. versuchte es.

Als Reva dann etwas über drei Jahre alt war, begann sie sich im Spielverhalten mit fremden Hunden zurückzuziehen und zog ab dann fast nur noch ihr bekannte Hunde vor. Auch wählt sie mittlerweile ganz andere Hunde zum spielen aus als früher. Kleine Hunde wären früher undenkbar gewesen, aber mittlerweile geht sie mit kleinen Hunden wirklich toll um. Auch interessant ist, dass sie andere Hütehunde immer komisch fand und starke Unsicherheit ihnen gegenüber zeigte. Mittlerweile zieht sie Hütehunde zum spielen vor, aber da muss ich gut aufpassen, damit sich hier niemand hochpusht.

Reva wird dieses Jahr nun schon fünf Jahre alt, liebt das spielen mit Artgenossen noch immer, aber man merkt, es wird schwerer einen guten Spielpartner zu finden, da sie einfach anspruchsvoller geworden ist. Es gibt aber auch immer Hunde, mit denen man einfach ganz toll zusammen spazieren gehen kann, und wo die Hunde untereinander dann ganz toll miteinander kommunizieren, sich Dinge voneinander abschauen und ein wildes spielen gar nicht nötig ist, denn durch das feine kommunizieren untereinander wird der Hundekopf so gut ausgelastet, dass Reva am Ende total müde und glücklich ist. Und wer sagt denn auch, dass Hunde immer nur wild miteinander spielen und rennen müssen?

Quinn, eine Freundschaft die für immer bleibt

Der allererste Hundekumpel von Reva war Quinn, der kleine Zwergpudel meiner besten Freundin, den ich bereits seit fast einem Jahr durch meine alte Hündin kannte. Er war der letzte Buddy meiner verstorbenen Hündin gewesen und wurde nun der erste Buddy von Reva. Beide lernten sich kennen, kurz nachdem Reva eingezogen war und nachdem ich mich in der Welpenstunde vergewissern konnte, dass sie mit Artgenossen ganz gut umgeht.

Reva fand Quinn vom ersten Moment an super und spielte direkt mit ihm, allerdings für Quinn Verhältnisse wohl doch etwas zu wild und grob, da er ihr doch schon einige Ansagen verpasste, welche sie aber immer gut verstand und annahm. Quinn und Reva verbrachten sehr viel zeit miteinander und wir waren mindestens 3 mal in der Woche zusammen und drehten so unsere Runden. Reva schaute sich super viel von ihrem Buddy ab, orientierte sich sehr stark an ihm und alles was er machte oder ausprobierte musste auch sie machen. Wir erlebten unzählige Abenteuer und Ausflüge zusammen und auch wenn Reva immer zu wild war und sehr oft von Quinn zurecht gewiesen wurde, so wurden beide ganz dicke Freunde und Quinn wurde ihre erste Liebe.

Denn bei keinem anderen Hund drehte sie so durch wie bei ihm. Wenn wir im Park verabredet waren und aufgrund meiner Überpünktlichkeit auf Quinn und sein Frauchen warten mussten, war Reva immer schon sehr aufgeregt und sobald sie ihn von weitem roch, drehte sie durch. Da begann sie immer wie wild zu schreien, super hoch und quitschig. Es war immer irre, denn sehen konnte ich ihn nie. Kurz darauf, bog er dann mit meiner Freundin um die Ecke und ich ließ Reva dann zu ihm laufen, da er immer frei und ohne Leine lief. Dieses merkwürdige Verhalten zeigt Reva nur bei Quinn und ist bis heute geblieben.

Als Reva dann fast zwei Jahre alt war, brach unser Kontakt zueinander ab und wir trafen die beiden nicht mehr. Allerdings fanden wir nun, fast drei Jahre später, wieder durch einen kleinen Zufall zueinander und sind darüber gerade sehr glücklich, denn nicht nur Reva freut sich sehr, ihren Buddy wiederzuhaben, auch wir Frauchen haben uns sehr vermisst. Das erste Treffen, nach der langen Pause zeigte, dass sich zwar sehr vieles verändert hat, zwischen Reva und Quinn, aber eine Sache nach wie vor geblieben ist, dass aufgeregte Quitschen/Schreien, wenn sie ihren Best-Buddy Quinn von weitem riecht und ich mich nach wie vor Frage, wo er denn steckt, da ich ihn nicht sehen kann. Mittlerweile ist es sehr viel entspannter zwischen den beiden geworden, Quinn muss ihr keine Ansagen mehr geben und beide laufen einfach nur noch ganz gemütlich nebeneinander her und beobachten sich dabei gegenseitig aber orientieren sich nach wie vor aneinander. Man merkt das beide Hunde älter und reifer geworden sind, aber ihre Freundschaft auch eine lange Trennung übersteht und es einfach eine Freundschaft fürs Leben ist.

Rudi, ein guter Lehrmeister

Und dann gab es da noch Rudi, der freundliche Beagle aus der Nachbarschaft, den Reva kennenlernte als sie fast fünf Monate alt war. Wir lernten Rudi in einem eingezäunten Hundeauslauf bei uns in der Gegend kennen und Reva hatte von Anfang an nur Augen für Rudi, wenn sie mit ihm unterwegs war. Es konnten noch so viele Hunde auf diesem Hundeplatz sein, für Reva gab es nur Rudi. Und Rudi war der beste Spielpartner den man sich für seinen Welpen nur vorstellen konnte, denn Rudi ließ einfach alles mit sich machen, auch Ansagen verteilte er nur sehr vorsichtig und sanft und waren kaum merklich für uns Menschen. Man sah ihm zwar oft an, dass er sehr genervt von diesem kleinen nervigem Welpen war, aber er ließ sie immer gewähren und stoppte sie nie. Auch ging er immer wieder zu ihr und forderte sie auf weiterzumachen.

Auch wir Frauchen verstanden uns super und daher war ich sehr happy, als ich erfuhr, dass beide nur zwei Straßen von uns entfernt wohnten. Von da an, trafen wir Rudi und sein Frauchen fast jeden Abend auf dem Hundeplatz und ließen die Hunde dort spielen und schnuppern.

Leider verloren wir uns dann nach einem guten halben Jahr aus den Augen, da sein Frauchen für einige Zeit im Ausland war und man sich danach irgendwie plötzlich nicht mehr ständig über den Weg lief. Reva vergas aber nie wo Rudi lebte und blieb immer an seiner Haustür stehen, wenn wir da lang liefen. Nach einigen Jahren kreuzten sich dann wieder unsere Wege und wir waren noch einige Male mit den Hunden zusammen unterwegs, mussten jedoch leider feststellen, dass Reva nun zu wild für Rudi geworden war und sie sich gegenseitig nicht so gut tun. Reva ist in Rudis Gegenwart sehr nervös und wenn dann fremde Artgenossen unseren Weg kreuzen, verfällt sie in wildes pöbeln und lässt sich dann auch nicht mehr stoppen, dass hat sie leider nur bei Rudi so stark ausgeprägt. Da er dann direkt mitmacht und beide Hunde wie wild umher springen, ist uns dies dann zu viel Stress für die Hunde und wir haben aufgehört, zusammen unsere Runden zu drehen, aber Reva bleibt noch immer regelmäßig an seiner Tür stehen und möchte auf ihren Kumpel warten.

Morty, ein toller Kumpel zum Spazierengehen

Vor gut einem Jahr, lernte Reva dann den Australien Shepard Morty über Instagram kennen und fand in ihm schnell einen wirklich guten Spielpartner. Da es sich bei beiden um Hütehunde handelt, kommunizieren sie recht ähnlich und können sich zusammen ganz toll austoben. Wir haben schon viele tolle und spannende Ausflüge miteinander gemacht und so viel erlebt. Auch wenn Morty manchmal etwas zu schnell für Reva ist und sie dann etwas überfordert wirkt und ich aufpassen muss, dass sie sich dadurch nicht hochpusht, ist es trotzdem immer wieder unbeschreiblich schön und die Freude bei Reva unglaublich riesig, wenn sie Morty irgendwo warten oder kommen sieht.

Was mit Morty super zusammen läuft, was dafür bei anderen Hunden oft schwierig ist, ist das gemeinsame Laufen an der Leine, das machen die beiden wirklich super zusammen und Reva achtet dabei sehr viel auf Morty und passt sich ihm und seinem Tempo an. Aus diesem Grunde brechen wir das Spielen immer ab, bevor es zu wild wird und gehen dann einfach eine schöne Runde spazieren. In Morty hat Reva einen unglaublich tollen Hundekumpel gefunden und sie liebt ihn einfach.

Hundefreundschaften sind etwas ganz besonders

Auch wenn ich Reva nun schon einige Jahre an meiner Seite habe, so finde ich es immer noch sehr faszinierend, wie dick Hundefreundschaften untereinander doch zu sein scheinen, zumindest bei Reva. Wie die Hunde sich von weitem erkennen und zuordnen können und wissen, “den treffen wir jetzt”, oder “das da ist mein Buddy”, dass finde ich einfach stark. Ganz egal wie viele Jahre Pause zwischen den Treffen steckt, man erkennt sich immer direkt wieder und es wird gespielt als wäre man nie getrennt. Auch diese unglaubliche Freude zu den anderen Frauchen und Herrchen ist immer wieder faszinierend für mich.

Reva hatte in den letzten (fast) fünf Jahren bei uns viele Hundekumpels und sie erkennt nach wie vor, jeden einzelnen sofort wieder und freut sich, wenn uns einer von ihnen mal zufällig über den Weg läuft. Bei einigen ist der Kontakt bewusst abgebrochen worden, da die Hunde einfach nicht auf längere Sicht zusammen gepasst hätten und bei einigen ist dies leider aus versehen passiert, da man vielleicht umgezogen ist etc. Aber auch wenn Reva viele Kumpels hatte, nur einer war und ist ihre ganz besondere große Hundeliebe und mich macht es sehr stolz, dass Reva so eine tolle Hundeliebe erleben darf.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.