🐾 Revas und Laskas Hundeleben

Reva und Laska – Es geht einen Schritt vorwärts und zwei zurück

Unsere Entscheidung für einen Zweithund kam mehr oder weniger relativ spontan und wir waren wirklich aufgeregt, als das Abenteuer Zweithund endlich los ging. Da wir sehr gerne unsere Erfahrungen teilen, möchte ich diese Erfahrung auch mit euch teilen.

Das Abenteuer beginnt – Laska zieht ein

Wir haben dem Einzug von Laska entgegen gefiebert, so wie damals bei Reva und unsere Gedanken waren ein ziemliches Chaos. Wir hatten so sehr gehofft, dass sich Reva und Laska schnell aneinander gewöhnen und Reva Laska schnell als kleine “Schwester” annehmen würde und große oder schwerwiegende Zickerreien ausbleiben würden. Aus diesem Grund hatten wir uns für einen Hund entschieden, der bereits in Deutschland auf Pflegestelle war und sich beide Hunde in Ruhe kennen lernen konnten. Gut, mit Ruhe war aufgrund diverser Dinge nichts, aber trotzdem hätte es durchaus schlechter laufen können. Ich sprach mit einer Freundin, die Hundetrainern ist, und wir gingen alles in Ruhe durch, ich bekam Tipps wo mögliche Probleme liegen würden und wie meine Lösungsansätze aussehen könnten.

Ich hatte noch eine gute Woche Zeit, bevor Laska einzog und nutzte diese intensiv um Revas Position in unserem Rudel noch einmal zu festigen, Unterordnung zu machen und einige Übungen erneut auf den Plan zu rufen. Außerdem lastete ich Reva einen Tag vorm Einzug ordentlich auf der Hundewiese aus und so ging es dann ganz entspannt zum Abholen.

Der Tag des Abholens verlief in der Tat besser als erwartet und auch zuhause nahm Reva es so viel besser hin, dass sich nun ein weiterer Hund in “ihrem Reich” bewegt, zwar wurde jede Bewegung Laskas von Reva mit ordentlichem Gebell kommentiert, aber versuchte Reva nicht uns oder Laska zu Massregeln und ließ uns die Sachen klären, wenn es denn etwas zum klären gab. Wir konnten Reva ziemlich klar in den Situationen lesen und erkannten einfach nur Unsicherheit, was denn da nun passiert. Nicht mehr, nicht weniger, keine Spur von Eifersucht, denn wir konnten Laska problemlos streicheln und bei uns haben.

Reva der Kontrolletti

Es war einfach super spannend, die Entwicklung der beiden Fellnasen untereinander zu beobachten, denn diese veränderte sich täglich und beide Hunde legten dabei ein Tempo an den Tag, was mich sprachlos machte, denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Während Laska in den ersten beiden Tagen sich kaum bewegte und das meiste über sich ergehen ließ, so war Reva ständig auf Kontrollposten. Kaum bewegte sich Alaska auch nur einen Millimeter von ihrer Decke weg, so stand Reva direkt daneben und kommentierte das ganze und blickte mich dabei entsetzt an. Ihre Augen zeigten deutlich, dass sie auf das alles keinen Bock hatte und sie sah durchaus etwas unglücklich aus.

Wir zeigten Reva aber, dass es für ihr Verhalten keinen Grund gibt und erlaubten ihr Laska genau zu beobachten, wenn sich diese bewegte, aber ohne das Gebell. Sobald Reva laut wurde, schickten wir sie in ihr Körbchen bzw. auf ihre Decke und holten sie direkt wieder zu uns ran, wenn sie ruhig war. Außerdem taten wir alles mögliche, um ihr zu zeigen, dass sich für sie nichts ändern wird. Wir behielten unsere gewohnten Rituale ein, bezogen halt Laska damit ein und Reva behielt bei allem ihr Vorrecht als Ersthund. Sie bekam als erstes ihr Futter, wurde immer zuerst bekuschelt oder ging als erstes durch die Türen. Dies gab ihr merklich viel Sicherheit zurück und sie orientierte sich wieder mehr an uns. Laska bewegte sich plötzlich? Nun ging sie langsam und entspannt zu ihr, schnupperte kurz an ihr und sah mich dann an, bevor sie sich wieder hin legte und weiter schlief.

Wir machen einen Schritt vorwärts und zwei wieder zurück

Ich war erstaunt wie schnell das Kontrollthema vom Tisch zu sein schien, und hatte Hoffnung das es nach zwei Tagen durch sein. Aber nein, Reva zeigte es weiterhin, jedoch kürzer und ruhiger und nur noch dann, wenn Laska eine plötzliche starke Dynamik rein brachte. Die ersten Wochen mit den beiden Fellnasen waren ein ziemliches Auf und Ab meiner Gefühle als Hundemama. Nicht selten fragte ich mich, ob es das Wert war und ob es jemals so richtig harmonisch wird. Aber noch viel öfters erfreute sich mein Hundemamaherz und ich spürte die ein oder andere kleine Tränen in meinen Augenwinkeln, wenn ich mir ansah, wie toll die beiden es doch eigentlich machten. Wie selbstverständlich Reva es nach drei Tagen zuließ, dass Laska in Revas Körbchen schlief und sich nehmen durfte was sie wollte. Oder wenn sich beide immer näher kamen und man erahnen konnte, dass diese beiden bald ziemlich gute Freunde sein würden.

Natürlich war mir von Anfang an klar, dass beide Hunde ihre Zeit brauchen werden und auch wir mussten Laska kennen und vertrauen lernen, unseren Weg zusammen beginnen und nach und nach immer weiter ausbauen, denn für Laska war ja alles neu bei uns und Reva ihr völlig fremd. Wenn ich Momente hatte, wo ich mich müde und erschöpft gefühlt hatte, dann erinnerte ich mich an die Anfangszeit mit Reva zurück und hielt mir unseren bisherigen Weg vor Augen. Dachte an die vielen nervenaufreibenden Momente und an die tollen Erlebnisse und gemeinsamen Fortschritte, blickte auf unseren Weg zum Team zurück und erkannte, dass wir damals auch einen Schritt vorwärts und zeitgleich zwei Schritte zurück gemacht hatten.

Auch damals war jeder Tag neu und anders und nie vorhersehbar und das wiederholte sich nun ein wenig. Auch wenn Reva und ich ja schon ein Team waren, so hieß es nun, Laska in unser Team zu integrieren und sich als neues Team zu finden und zu bestehen. Damals machte ich den großen Fehler und erkannte die guten Momente nicht und versank in den chaotischen Phasen. Diesmal ging ich bewusst dagegen an, zog keine Vergleiche und erfreute mich einfach sehr, wenn Reva immer mehr zuließ und Laska sich immer freier bewegen und ankommen konnte. Ich nahm jeden noch so kleinen Fortschritt und feierte für mich selbst eine Riesen Party deswegen, das gab mir Kraft für Tage, wo Reva dann plötzlich doch wieder bellte oder meinte Laska hüten zu wollen.

Mit der richtigen Einstellung wird es immer weiter vorwärts gehen

Etwas was ich bei Reva in den letzten Jahren gelernt habe, so ist es das, dass alles mit der Einstellung steht oder fällt. Also versuche ich in allen Situationen positiv zu bleiben und auch in schweren Momenten das positive und einen Grund dahinter zu sehen. Man darf auch einfach nie vergessen, dass es sich bei unseren Hunden um Lebewesen handelt, die wie wir ja auch, ihre Launen haben und eben nicht jeden Tag gleich drauf sind. Wir Menschen bringen ja auch nicht jeden Tag die selben Leistungen auf der Arbeit. Und so sehe ich in unsere gemeinsame Zukunft voller Zuversicht und mit einer positiven Einstellung, denn ich denke, es wird einen Grund haben, warum wir uns alle gefunden haben und müssen nun einfach lernen zusammen zu finden und uns alle gegenseitig so zu akzeptieren wie wir alle sind, dann wird das schon laufen.

Rückschritte sind etwas völlig normales und gehören auch einfach dazu, denn nur so können wir lernen und über uns hinaus wachsen. Ich hätte vor einem Jahr nie gedacht, dass ich es mir zutrauen würde, einen weiteren Hund aufzunehmen und ihm gerecht zu werden, aber aktuell bin ich mir ziemlich sicher, dass ich das schaffen werde, aber halt nur, wenn wir auch unsere Rückschritte akzeptieren und an ihnen arbeiten. Und ja, ich gehe durchaus davon aus, dass es in den nächsten Wochen anstrengend werden wird und wir noch eine große Anzahl von Rückschritten vor uns haben werden, so stelle ich mich diesem gerne und freue mich auf die Arbeit mit meinen beiden individuellen Fellnasen, denn sie machen mich schon jetzt unendlich glücklich, auch wenn ich mir vielleicht nachher schon wieder die Haare raufe, weil wieder etwas nicht so läuft, wie ich es gern hätte, aber hey, wir haben alle zeit der Welt um unseren Weg zu finden.

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