🐾 Revas Hundeleben

Reva und meine Arbeit

Reva wird Bürohund

Als Reva bei uns einzog, war sie 14 Wochen alt und war damit noch ein Welpe. Da man einen Welpen noch keine 8 Stunden alleine bleiben lassen kann, da dieser noch ständig raus muss, und noch ganz andere Bedürfnisse anstehen, war es mir sehr wichtig, dass Reva so lange es geht, nicht alleine bleiben muss. Darum nutzte ich die Gelegenheit, dass an meinem damaligen Arbeitsplatz Hunde erlaubt waren, vorausgesetzt, dass diese nicht den Betriebsablauf stören und man auch seiner Arbeit weiterhin nachkommt.

Und somit begleitete Reva mich, am 27.12.2016 das erste Mal mit ins Büro. Das war etwas ganz aufregendes für mich, ich war es zwar gewohnt, meinen Hund mit am Arbeitsplatz zu nehmen, aber ein Welpe ist dann ja noch etwas anderes, als ein ausgewachsener oder älterer Hund, der einfach den Arbeitstag verschläft. Auch für Reva war dies etwas ganz neues und aufregendes, darum war es mir ganz wichtig, dass sie lernt, dass Arbeit auch Ruhe bedeutet und dort nicht getobt oder gespielt wird.

Wenn wir auf der Arbeit ankamen, durfte Reva einmal allen Kollegen und Chefs “Guten Morgen” sagen und sich zwei Kekse abholen und dann ging es in die Hundebox, direkt unter meinem Schreibtisch. Sie machte das erstaunlich gut, von Anfang an. Es gab nicht einmal Gemotze wegen der Box. Und somit konnte ich problemlos arbeiten, ging alle 3 Stunden mit Reva kurz zum Lösen raus und Mittags gab es eine kleine Runde durch den angrenzenden Wald.

Reva liebt es den ganzen Tag eingekuschelt rumzuliegen.

Jobwechsel und Veränderungen

Da ich bereits kurz nach dem Einzug von Reva wusste, dass ich meinen Job gerne wechseln würde und mir eine völlig Neue Beschäftigung suchen wollte, war es mir wichtig, dass wir bald mit dem “Alleine bleiben – Training” beginnen, welches ich dann mit 17 Wochen langsam einführte und immer weiter ausbaute. Als ich dieses Training immer weiter ausbauen konnte, begann ich Reva einmal die Woche in der Mittagspause nach Hause zu bringen und dort sollte mein Mann nach 40-60 Minuten warten auch eintreffen, somit hatte sie zuhause dann höchstens eine Stunde für sich alleine, was ebenfalls gut lief.

Mir war es sehr wichtig, dass ich so spät wie möglich mit dem Jobwechsel anfange, da ich Reva nicht vor dem vollendeten ersten Lebensjahr zumuten wollte, 8 Stunden alleine zu bleiben. Daher habe ich mir erst kurze Zeit später einen neuen Job gesucht und Reva war dann perfekt darauf vorbereitet, als es soweit war.

Ich habe mich bewusst für einen Job mit Schichtsystem entschieden und bin deswegen als Quereinsteiger in die Hotellerie gegangen. Dort dürfte ich Reva nicht mithin nehmen und da wäre mir persönlich auch viel zu viel Stress für Reva, auch wenn sie in der Box sein würde, der Stress bleibt trotzdem spürbar, da sie ja meinen Stress auch in der Box spüren würde. Durch das Schichtsystem ist es so, dass Reva, wenn ich Spätdienst habe, den ganzen Vormittag mit mir zusammen hat und ich dann erst gegen späten Mittag los fahre und sie dann noch 3 bis maximal 4 Stunden alleine bleiben muss, bis mein Mann nach Hause kommt. Und wenn ich Frühdienst habe, dann ist es halt so, dass Reva durchaus ihre 8-9 Stunden alleine bleiben muss, aber auch das ist für Reva völlig ok, da sie ein gutes Auslastungsprogramm bekommt und in der Zeit, wo sie alleine bleiben muss, einfach nur pennt und chillt.

In meiner Freizeit machen wir tolle Ausflüge.

Mein Job und Reva unter einen Hut bringen

Es war mir von Anfang an sehr wichtig, dass ich Reva ein gutes Auslastungsprogramm anbiete, damit sie nicht unter meinem Vollzeitjob leiden muss oder zu kurz kommt. Daher habe ich mich vor meinem Jobwechsel genauestens damit auseinander gesetzt und Pläne gemacht.

Wenn ich Frühdienst habe ist es so, dass ich morgens eine kleine Runde mit ihr gehe und wir beide ausgiebig miteinander kuscheln und schmusen, bevor ich das Haus verlasse. Wenn ich dann gehe, stelle ich ihr das Futter hin und verstecke überall in der Wohnung Leckerlis, ein Schnüffelteppich wartet darauf geleert zu werden und auch eine Snackschlange und Snackbälle warten auf die hungrige Reva. Somit ist für eine erste Beschäftigung gesorgt. Wenn ich dann Nachmittags wieder nach Hause komme, gehen wir beide sofort eine schöne große Runde, wo ich ein bisschen Training mit einbaue und auch für Freilauf oder Hundespielen sorge. Wenn es die Zeit erlaubt, gehen wir dann sogar zu einem Playdate. So eine große Runde gibt es jeden Zweiten Tag, an den anderen Tagen steht eine mittlere Runde auf dem Plan, danach wartet zuhause noch Gymnastik und Kopfarbeit in Form von Tricksen oder Intelligenztraining auf Reva.

Bei Spätdienst ist es eigentlich genauso, nur umgedreht, da wir hier den ganzen Vormittag zusammen haben. Wir schlafen zusammen aus, gehen dann eine richtig schöne Runde, Playdates finden hier eher am Wochenende statt und alle zwei Tage wartet Kopfarbeit auf Reva. Wenn ich dann zur Arbeit fahre, wartet wieder eine Menge an kleinen Beschäftigungen auf Reva und nach spätestens 3-4 Stunden, kommt mein Mann nach Hause und dreht dann eine kleine Runde mit ihr. Er versorgt sie abends dann auf, da ich dann erst kurz vor Mitternacht nach Hause komme.

Freie Zeit wird für gemeinsame Unternehmungen genutzt.

Reva und mein Job

Obwohl ich anfangs wirklich Angst davor hatte, ob sie das gut mitmachen würde, wenn ich ohne sie, arbeiten gehen würde und sie den Tag alleine verbringen muss, so muss ich sagen, dass sie es wirklich gut macht und ich unglaublich stolz auf Reva bin. Sie macht das immer so toll mit, aber generell ist sie bei solchen Dingen eher unkompliziert und passt sich allen neuen Veränderungen ohne große Problemen an, da sie uns voll und ganz Vertraut und gelernt hat, dass wir immer wieder nach Hause kommen.

Unsere Bindung zueinander hat auch nicht durch meinen Vollzeitjob gelitten, ganz im Gegenteil, denn Reva ist ein sehr eigenständiger Hund und hat gerne ihre Freiräume, auch zuhause. Und so kann sie sich in Ruhe zurückziehen und richtig ausschlafen.

Als ich nun wegen der Corona-Pandemie fast neun Monate zuhause bleiben musste, fand Reva diesen Umstand anfangs wirklich noch super, aber je länger ich daheim bleiben musste, desto störender empfand sie dies. Es gab Tage, da war sie nur damit beschäftigt, mir auszuweichen, obwohl ich darauf bedacht war, ihr die nötige Ruhe zu geben und mich immer in einen anderen Raum setzte und meine Dinge erledigte, ohne sie dabei zu stören. Ich wollte ihre gewohnten Abläufe nicht zerstören und ich ließ sie auch weiterhin alleine, da mir bewusst war, dass ich irgendwann wieder arbeiten würde, und daher wollte ich mir das “Alleine bleiben” nicht kaputt machen. Ich versuchte soviel Struktur wie möglich beizubehalten und änderte daher nur wenig am Tagesrhythmus, das einzige was sich änderte, war das morgendliche Ausschlafen und somit habe ich nun einen Hund, der nie vor 9 Uhr morgens aufstehen will und genervt ist, wenn ich sie um 4:30 Uhr wecken muss, weil ich Frühdienst habe, und das Gassi gehen wartet.

Ich persönlich finde nicht, dass es unmöglich ist, einen Hund trotz Vollzeitjob zu halten, wenn die Umstände stimmen. Bei einem Welpen würde ich darauf achten, dass er mit zur Arbeit kommen kann, ansonsten würde ich mir eher einen älteren Hund holen und mir längeren Urlaub nehmen, um das “Alleine bleiben” ausgiebig zu trainieren. Aber mit ein wenig Planung und einem guten Kontrastprogramm nach oder vor der Arbeitszeit, ist es meiner Meinung nach, durchaus möglich einen Hund trotz Vollzeitjob glücklich zu machen und für Ausgeglichenheit zu sorgen.

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