💉 Mein Weg mit Rheuma

Rheuma – Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Rheuma ist die Volkskrankheit Nummer Eins

Jeder von uns hat bestimmt schon einmal das Wort Rheuma gehört und seien wir mal ganz ehrlich, im ersten Moment denken wir bei dem Wort Rheuma, eher an Àltere Menschen. Aber ist das wirklich so? TatsÀchlich ist dies ein weit verbreiteter Irrglaube und Rheuma ist viel mehr verbreitet als gedacht, denn Rheuma ist leider die Volkskrankheit schlechthin und sogar Babys sind von Rheuma betroffen. Genauso falsch ist der Gedanke, dass sich hinter dem Begriff Rheuma nur die Krankheit Rheumatoide Arthritis versteckt, denn es ist vielmehr so, dass Rheuma als Sammelbegriff dient, da es unzÀhlige Erkrankungen gibt, die zu dem Begriff Rheuma zÀhlen.

Es gibt unzĂ€hlige Erkrankungen die mit Beschwerden im Bewegungsapparat, den Knochen/Muskeln/Sehen zu tun haben und jede einzelne von ihnen ist unterschiedlich in Form, Wirkung und AusprĂ€gung, aber dennoch haben sie alle eine Gemeinsamkeit, die Doagnosebezeichnung Rheuma. Auch wenn nicht alle Erkrankungen unter den Begriff Rheumatiode Arthritis fallen, so ist es eben doch Rheuma, denn Rheuma ist zum Sammelbegriff fĂŒr Erkrankungen geworden, welche Gelenke, Muskeln etc. betreffen.

In der Regel handelt es sich bei (fast) allen rheumatischen Erkrankungen um chronisch entzĂŒndliche Krankheitsbilder, die jeder von uns bekommen könnte, ganz gleich wie alt wir sind oder wie unsere Veranlagungen sind. Bislang ist Rheuma nicht viel zu wenig erforscht, um ĂŒber Ursachen sprechen zu können und bisher vermutet u.a. eine genetische VerĂ€nderung im Körper. Vor einigen Jahren wurde noch ganz stark davon ausgegangen, dass Rheuma meistens weitervererbt wird, dies ist aber nicht richtig bewiesen worden. Es ist zwar möglich und kann auch einige Jahre in der Generationenfolge ĂŒberspringen, aber trotzdem ist es eher unwahrscheinlich, dass es nur damit zu tun hat. Man geht vielmehr davon aus, dass es innerhalb der DNA zu Mutationen gekommen ist und somit eine genetische VerĂ€nderung bzw. Veranlagung gegen ist. So kann es sein, dass bereits Babys mit einer rheumatischen Erkrankung auf die Welt kommen, Mutter und Vater sowie Großeltern aber gesund sind.

Es gibt aber auch eine Ausnahme und zwar kann Rheuma durch Borreliose entstehen. HierfĂŒr muss eine Zecke den menschlichen Körper befallen und gebissen haben, wobei die Zecke die Bakterien der Gruppe der Borelien ĂŒbertragen hat. Wenn die Borelien in den Körper eindringen, entstehen starke GelenksentzĂŒndungen, welche aber in der Regel heilbar sind, sobald man diese Auslöserform erkannt hat. Daher machen viele Rheumatologen bei einer Diagnoseuntersuchung auf Rheuma auch meistens einen Blutest, wo nach einem ganz speziellen Wert gesucht wird, der einen Borelienbefall nachweist.

Foto von ©Ulrike Schacht

Die Aufteilung der Rheumagruppen

In der Medizin wurde, zum leichteren VerstĂ€ndnis und zur besseren Unterscheidung, der Begriff Rheuma, in fĂŒnf verschiedene Rheumagruppen unterteilt, welche ich hier einmal kurz aufgelistet und erklĂ€rt habe.

rheumatische Stoffwechselerkrankungen

Zu den rheumatischen Stoffwechselerkrankungen gehören u.a. die Gicht, bei welcher die Patienten im Blut eine stĂ€rkere HarnsĂ€ure-Konzentration nachweisen. Diese HarnsĂ€ure bildet kleine Kristalle lagert sich mit der Zeit in den Gelenken ab und verursacht dort starke Schmerzen und schrĂ€nkt die MobilitĂ€t der Patienten stark ein. Auch hormonelle Störungen können Gelenkschmerzen verursachen und können bei einer Überfunktion der SchilddrĂŒse auftreten. Außerdem leiden viele Patienten der Zuckerkrankheit Diabetes Typ-1 und Typ-2 zudem an einer rheumatischen Erkrankung, weswegen einige Forscher davon ausgehen, dass gerade Diabetes eine rheumatische Erkrankung ist, dies ist aber noch nicht vollstĂ€ndig erforscht. Es gibt aber noch viel mehr rheumatische Stoffwechselerkankungen, die alle unterschiedlich sind und unabhĂ€ngig vom Alter jeden von uns treffen können. Diese Krankheitsbilder sind in der Regel nicht heilbar.

rheumatische Verschleißerkrankungen

Zu den rheumatischen Verschleißerkrankungen zĂ€hlen u.a. die im Volksmund bekannte “Alterserkrankung” Arthrose und die bekannte SehnenscheidenentzĂŒndung die auch zu den rheumatischen Weichtelerkrankungen zĂ€hlt. Bei beiden Krankheitsbildern liegt ein sehr hoher Verschleiß der Gelenke vor. Da diese Krankheiten bei besonders starkem Verschleiß auftreten, ist man lange davon ausgegangen, dass sie nur im hohen Alter entstehen können. Mittlerweile ist dies aber wiederlegt worden, denn gerade eine SchleimbeutelentzĂŒndung kommt gerade bei jungen Menschen sehr hĂ€ufig vor. Als Ursache zĂ€hlt also immer eine Überbeanspruchung und daher sind die Krankheiten teilweise heilbar, wobei die Krankheitsbilder die nicht heilbar sind dafĂŒr gut behandelbar sind. WĂ€hrend die SchleimbeutelentzĂŒndung immer nur in dem Gelenk vorkommt, welches ĂŒberbelastet wurde, kann die Arthrose in allen Gelenken auftreten, wobei am hĂ€ufigsten die HĂŒftgelenke betroffen sind.

rheumatisch entzĂŒndliche Erkrankungen

Die rheumatische entzĂŒndlichen Erkrankungen sind die am meist bekanntesten Rheumakrankheiten. Alle Krankheitsbilder gehen auf entzĂŒndliche Körperprozesse des Immunsystems zurĂŒck und fallen daher unter die Kategorie Autoimmunerkrankung. Zu den Autoimmunerkrankungen zĂ€hlen aber nur die rheumatisch entzĂŒndlichen Erkrankungen und gelten daher als unheilbar. Sie können alle Altersgruppen treffen und sind mit den richtigen Medikamenten gut einstellbar. Zu den Krankheitsbildern der rheumatisch entzĂŒndlichen Erkrankungen fallen u.a. Rheumatoide Arthritis, Psoriasis Arthritis, Morbus Still, Polyarthritis, Dermatomysotitis, Vaskulitis, Systematische Sklerose und Polymyositis.

rheumatische Weichteilerkrankungen

In den letzten Jahren sind die rheumatischen Erkrankungen, welche die Weichteile unseres Körpers angreifen immer hĂ€ufiger geworden, was einem großen Fortschritt in der Rheumaforschung zu verdanken ist, denn eigentlich gab es diese Erkrankungen der Weichteile schon immer, man konnte sie nur nie richtig ein- bzw. zuordnen und behandeln. Am bekanntesten sind hierbei die rheumatischen Weichteilerkrankungen Fibromyalgie, SehnenscheidenentzĂŒndung, Karpaltunnelsyndrom und die SchleimbeutelentzĂŒndungen. Es gibt aber noch viel mehr Weichteilerkankungen die dem Rheuma zugeschrieben werden und bei allen sind Muskeln und Sehnen, BĂ€nder und Fettgewebe angegriffen. Was die Fibromyalgie, welche auch als Weichteilrheuma bezeichnet wird, angeht, so scheiden sich hier die Geister extrem. Einige Ärzte sagen, dass sie zum Rheuma zĂ€hlt und andere behaupten das Gegenteil und weigern sich hier das Wort Weichteilrheuma bei der Diagnose und AufklĂ€rung zu verwenden. Gerade die Fibromyalgie ist noch sehr unerforscht und bisher hat man nur wenige AnsĂ€tze gefunden, die eine Behandlung fĂŒr viele Patienten ermöglicht. Allerdings ist der Auslöser (fast) immer gleich, denn gerade bei der Fibromyalgie verstĂ€rken extremer und hĂ€ufiger Stress das Krankheitsbild und die Symptome. Einige dieser Krankheitsbilder sind heilbar und einige andere können nur gelindert werden.

rheumatisch chronische Knochenerkrankungen

Bei den rheumatisch chronischen Knochenkrankheiten spricht man von Krankheiten, die starke Schmerzen im gesamten Skelett aufweisen und sich das Skelett im Laufe der Zeit stark verformt. Solche Krankheiten sind z.B. die Ostemalazie und die Rachitis. Hierbei liegen NÀhrstoffmÀngel vor, weswegen das Skelette gerade im höheren Alter, aber auch bei kleinen Kindern, dazu neigt, sich zu verformen und starke Schmerzen aufzuweisen. Und dann gibt es da noch die Osteoporose, welche sehr bekannt ist und welche gerade als Nebenwirkungserkrankung nach einer sehr langen und hohen Kortisongabe auftreten kann. Diese Erkrankungen können heilbar sein, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Foto von ©Ulrike Schacht

Woran kann ich erkennen, ob ich Rheuma habe?

Viele Rheuma-Patienten berichten davon, dass sie ĂŒber einige Jahre hinweg, immer wieder komische und undefinierbare Schmerzen in den Gelenken hatten, sie hĂ€ufiger krank und anfĂ€lliger waren, als in der Vergangenheit. Meist wurden sie von einem Art und zum anderen geschickt und auch wenn der Verdacht auf eine mögliche rheumatische Erkrankungsform vielleicht aufkommen, so wurde er dann doch wieder verworfen, meist jedoch vom Patienten, da sich die wenigsten vorstellen können, daran zu erkranken, gerade wenn es sich dabei um junge Menschen handelt.

Das Problem ist einfach, dass es ĂŒber 200 verschiedene Rheumaerkrankungen gibt und es daher auch jede Menge unterschiedlicher Symptome einzuordnen gilt. Viele Ärzte sind damit einfach ĂŒberfordert und ordnen die Symptome zu anderen möglichen Krankheiten zu. Man muss sich einfach vor Augen fĂŒhren, wie unterschiedlich die einbekennen Rheumaerkrankungen sind und wie schwer daher auch die genaue Diagnosenstellung ist. Wenn man merkt, dass man ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum immer wieder komische und undefinierbare Schmerzen hat, sollte man diese in einem Schmerztagebuch fĂŒr ca. 2-4 Wochen notieren und damit bei seinem Hausarzt vorstellig werden. In diesem Schmerztagebuch sollte tĂ€glich ganz genau aufgefĂŒhrt werden, wie der Tagesablauf aussah, ein Stresslevel notiert werden, die ErnĂ€hrung angegeben sein und die Schmerzen ganz genau geschildert werden mit einer genauen Schmerzbenotung. Man sollte bei seinem Arzt wirklich darauf hinweisen, dass diese Schmerzen sonst nie da waren und wichtig ist es auch, den Arzt auf die Daten zur ErnĂ€hrung und Tagesablauf hinweisen. Denn gerade eine plötzliche VerĂ€nderung wie erhöhter Stress oder starker physische Druck oder auch die falsche ErnĂ€hrung können rheumatische Erkrankungen auslösen bzw. wenn die Veranlagung dazu da ist, diese weiter begĂŒnstigen.

Auch ich wurde lange vonA Arzt zu Arzt geschickt und nie gab es eine genaue Diagnose. Oft fiel das Wort Rheuma und ich griff nach dem Strohhalm der Hoffnung, endlich zu wissen was los ist, aber der nĂ€chste Arzt hat diese dann wieder zerschlagen, da am Tag der Blutuntersuchung die EntzĂŒndungswerte zu niedrig waren. Man sollte seinen Hausarzt darauf ansprechen, eine Überweisung zu einem Rheumatologen zu bekommen und sich einen wirklich guten Rheumatologen raussuchen und dort einen Termin fĂŒr einen Bluttest und ein ErstgesprĂ€ch vereinbaren. Auch wenn viele HausĂ€rzte so einen Bluttest durchfĂŒhren und auch die erste Zeit eine Rheumabehandlung durchfĂŒhren, so ersetzen sie einfach in keinster Weise die wichtige Arbeit eines guten Rheumatologen, denn nur dieser kann die entsprechenden Medikamente verschreiben und ganz genau beraten, was eine mögliche Rheumaerkrankung fĂŒr den gewohnten Lebensstil und die ErnĂ€hrung bedeutet.

Die Symptome fĂŒr Rheuma sind genauso unterschiedlich wie die ganzen Krankheitsbilder, aber man kann ganz leicht ein Muster in ihnen erkennen, vorausgesetzt man fĂŒhrt ein Schmerztagebuch, denn die meisten Symptome wiederholen sich mit der Zeit immer wieder. Die einen sprechen von leichten bis immer stĂ€rker werdenden Schmerzen in den Gelenken, im Nacken, in den Fingern oder Muskeln, einige leiden an MobilitĂ€tsstörungen welche Schubweise auftreten. Andere Patienten leiden an leichtem Fieber, wenn sie sich zu viel bewegen oder sprechen von einer ÜberwĂ€rmung an den Gelenken. Außerdem kann sich das eigene Gangbild sehr stark verschlechtern, man ist anfĂ€lliger fĂŒr leichte ErkĂ€ltungskrankheiten, liegt zu Gewichtsverlust, Schlafstörungen und Nachtschweiß (gerade in einem akuten Schmerzschub). Die meisten klagen zudem ĂŒber stĂ€ndige MĂŒdigkeit, können sich nie richtig Konzentrieren und haben undefinierbare Gelenkschmerzen, die auch kein Arzt so wirklich zuordnen kann.

Es gibt auch sehr viele Rheumapatienten die davon berichten, bereits als Kind erste Anzeichen bemerkt zu haben, aber da es nie behandelt wurde, hat sich das Rheuma zurĂŒckgezogen und ist erst Jahre spĂ€ter in kleinen SchĂŒben, die immer wieder kamen, hervor gekommen. Wenn auch dann keine Behandlung stattgefunden hat, kann sich das Rheuma noch weiter zurĂŒck ziehen um dann irgendwann so richtig auszubrechen. Meist geht dann eine andere rheumatische Erkrankung voraus, dank welcher dann die eigentliche Rheumaform ans Licht kommt, nur hat dann man bereits zwei unterschiedliche Rheumaformen zu behandeln, was aber durchaus machbar ist.

Mein langer Weg bis hin zur Diagnose

Auch bei mir war dies der Fall. Ich litt als Kind immer wieder an starken Gelenkschmerzen, hatte ein komisches Gangbild, konnte nie wirklich schnell rennen und nach dem Schulsport hatte ich oft RĂŒckenschmerzen. Ohnehin waren RĂŒckenschmerzen gerade in der PubertĂ€t ein starkes Thema bei mir. Als ich Ă€lter wurde, hatte ich, nachdem ich Sport machte, immer starke Schmerzen in der Schulter und in den Knien. Zudem kamen alle sechs Monate ein undefinierbares GefĂŒhl in den Kniegelenken und meine Finger sahen teilweise leicht verformt aus. Meine Knie hatten alle paar Monate das GefĂŒhl, dass sie zu eng seien und die Kniescheibe hau sehr reiben oder bald rausspringen wĂŒrde. Kein Arzt fand da was oder konnte das wirklich richtig zuordnen. Dieses GefĂŒhl begann als ich 14 Jahre alt war und wurde mit zunehmenden Alter immer stĂ€rker und als ich dann 30 Jahre alt, legten mich meine Kniegelenke alle paar Monate dauerhaft flach, sodass ich in akuten Schubphasen kaum noch laufen konnte.

Ich lief von Arzt zu Arzt, niemand stellte eine Diagnose. Als Kind und Teenie wurde ich mit starken Wachstumsschmerzen nach Hause geschickt, spĂ€ter wurde eine WirbelsĂ€ulenverkrĂŒmmung diagnostiziert und mit Physiotherapie behandelt. Es dauerte fast zwei Jahre bis die Diagnose Rheuma bzw. Rheumatioide Arthtritis endlich stand, aber herausgefunden hat man es nur, nachdem bei mir Uveitis ausgeglichen war. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine rheumatisch entzĂŒndliche Erkrankungsform im Auge, also kurz gesagt habe ich nicht nur Rheuma in den Gelenken sondern auch noch im Auge. Und auch nach der Diagnose im Krankenhaus hat es noch einige Monate gedauert bis ich den passenden Rheumatologen und die zu mir passende Behandlungsform gefunden hatte.

WĂ€re ich ĂŒbrigens bei meinem Hausarzt geblieben zur Behandlung des Rheumas, so hĂ€tte er mir einfach nur sehr hohe mögliche Kortisondosen verabreicht. Nach einiger Zeit hatte ich dagegen aber eine Abwehrreaktion entwickelt und mein Körper sprang darauf nicht mehr an und reagierte mit EntzĂŒndungen hierauf, wofĂŒr ich heute dankbar bin, denn mittlerweile habe ich mit dem MTX eine viel bessere und wirksamere Medikation gefunden und auch die möglichen Langzeitfolgen des Medikamentes ist, zumindest fĂŒr mich persönlich, besser als bei Kortison.

Foto von ©Ulrike Schacht

Diagnoseverfahren bei Rheuma

In der Regel wird eine rheumatische Erkrankung von einem entsprechenden Facharzt, dem Rheumatologen durchgefĂŒhrt. Allerdings gibt es auch einige HausĂ€rzte die eine Rheumadiagnose stellen. In der Regel geht man zum Hausarzt, schildert die Probleme und bekommt nach Vorlage und gemeinsamer Auswertung des Schmerztagebuches eine Überweisung zum Rheumatologen. Dieser macht dann einen Termin zum ErstgesprĂ€ch wo eine ausfĂŒhrliche Anamnese mit Vorlage des Schmerztagebuches durchgefĂŒhrt wird. Hierbei werden immer Fragen gestellt, die dazu dienen, dass der Arzt heraus finden kann, seit wann die Schmerzen bestehen, wie intensiv diese sind und wie ihre Entwicklung ist. Außerdem folgen die typischen Fragen zu Erkrankungen der Ă€hnlichen Art und Weise in der Familie. Es wird gefragt, ob eine Morgensteifigkeit vorliegt und der Arzt wird vielleicht auch Röntgenbilder der betroffenen Gelenke machen und sich vor allem Finger- und Fußgelenke genau ansehen. Hierbei werden nach Verformungen, Verknöcherungen und Ă€hnlichem geschaut. Die Beschaffenheit der Haut wird geprĂŒft und das Gangbild untersucht.

Außerdem wird ein Bluttest durchgefĂŒhrt. Hierbei werden der Rheumafaktor bestimmt und nach bestimmten Antikörpern im Blut gesucht. Bei einigen Vermutungen wird das Blut auch noch auf den Wert HLA-B27 untersucht, welches fĂŒr bestimmte rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew ausschlaggebend ist. Einige Rheumatologen machen auch Ultraschalluntersuchungen oder ĂŒberweisen zum MRT fĂŒr ein ganz genaues Ergebnis, es kommt halt immer darauf an, welche Rheumaform der Arzt bei einem vermutet. Wird z.B. eine Osteoporose vermutet, wird zudem eine Messung der Knochendichtung vorgenommen.

Foto von ©Ulrike Schacht

Behandlungsformen von Rheuma

Wie bereits oben erwĂ€hnt gibt es rheumatische Erkrankungen welche heilbar sind und welche, denen nur eine Linderung mit den entsprechenden Medikamenten geboten werden kann. Je nachdem welche rheumatische Erkrankung vorliegt unterscheidet sich der Behandlungsverlauf von anderen. Der Rheumatologe wird die entsprechenden Medikamente verschreiben, welche aus Kortison oder einfachen entzĂŒndungshemmenden Medikamenten bestehen können. Dann gibt es auch nicht die Biologikas und die Immunsuppresiva.

Viele Ärzte beginnen mit einer Kombibnehandlung aus Kortison und einem Basismedkament wie dem Immunsuppresiva MTX, damit eine schnelle Heilung eintreten kann. Das Kortison wird dann langsam ausgeschlichen, sodass nur noch das MTX einmal wöchentlich in der entsprechenden Dosierung genommen werden muss. Dieses gibt es als Tablette, Spritze oder Fertigpen. Wenn diese Medikamente nicht wirken, greifen viele Ärzte dann hau den Biologikas. Es gibt aber je nach Art und Verlauf der jeweiligen rheumatischen Erkrankung wirklich sehr viele unterschiedliche Medikamente und Behandlungsformen, so dass es auch sein kann, dass man etwas ganz anderes bekommt.

Aber das ist leider nicht alles, denn bei den meisten Rheumaformen, und zwar bei den nicht heilbaren, muss neben einer strengen und gut kontrollierten Medikation auch noch ein strikter Lebenswandel vorgenommen werden. Hierbei muss der Lebensstil so verĂ€ndert werden, dass man versucht, Stress so gut es geht zu meiden und lernt mit Stress umzugehen. Außerdem muss meistens die ErnĂ€hrung umgestellt werden, da Zucker und tierische Produkte dafĂŒr bekannt sind, den EntzĂŒndungsprozess im Körper anzuheizen und zu verstĂ€rken. Es gibt auch Patienten, bei denen das Rheuma durch Lebensmittel ausgelöst wird und sie SchĂŒbe bekommen, sobald sie zuckerhaltige und tierische Produkte zu sich nehmen. Das muss aber alles mit einem guten Rheumatologen besprochen und aufgebaut werden.

FĂŒr dich vielleicht ebenfalls interessant...