🏃Frauchen wird Hundefitnesstrainer

Der Hund in Bewegung

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und wurde aufgrund der Verlinkung als Werbung gekennzeichnet.

Modul 2

Im zweiten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es um Bewegungslehre des Hundes, also Wissen was fĂŒr eine angehende Hundefitnesstrainerin wirklich wichtig ist. Denn bevor wir Übungen aufbauen und ausfĂŒhren, mĂŒssen wir einfach die Bewegungen des Hundes kennen und verstanden haben. Hierzu wurden die einzelnen Gangarten des Hundes besprochen und außerdem ging es um die inneren Organe des Hundes.

Der Hund in Bewegung

Bevor wir uns mit den unterschiedlichen Gangarten des Hundes befassen, möchte ich euch ein paar grundlegende Informationen zum Bewegungsablauf erklÀren, denn die Bewegung des Hundes ist weitaus mehr als nur die unterschiedlichen Gangarten zu kennen.

Aktiver und Passiver Bewegungsapparat

Seine Bewegung verdank der Hund dem aktiven und passiven Bewegungsapparat beides befindet sich in einem gut ausgeglichenen Zusammenspiel. Der aktive Bewegungsapparat wird ĂŒber elektrische Reize vom Gehirn gesteuert. Hier werden also ĂŒber die Befehle, welche vom Gehirn kommen Sehnen, Faszien und ganze Muskelgruppen bewegt. Der passive Bewegungsapparat gibt dem Körper seine Form, da er aus Knochen und Gelenken sowie BĂ€ndern besteht. Das Gehirn sendet in jeder Sekunde tausend Informationen an die Bestandteile des aktiven und passiven Bewegungsapparates, um den Hund richtig zu steuern und seine Bewegungen gleichmĂ€ssig auszufĂŒhren.

Der Schwerpunkt des Hundes

Der Schwerpunkt ist der Punkt im Hund, der alles optimal ausbalanciert. WĂŒrde man einen Hund an seinem Schwerpunkt aufhĂ€ngen, dann wĂŒrde hier die optimalste Verlagerung von Gewicht bestehen und der Hund könnte problemlos seine Balance halten.

Wo der Schwerpunkt beim Hund liegt, kann zwar je nach Rasse und GrĂ¶ĂŸe des Hundes ein wenig abweichen, liegt aber in der Regel bei den meisten Hunden zwischen der neuen und zehnten Rippe. Der Schwerpunkt des Hundes kann mithilfe von BalanceĂŒbungen sowie Koordinationstraining ausgebaut und verstĂ€rkt werden.

Wenn wir bei einem stehenden Hund eine Pfote hochheben, sagen wir die rechte Vorderpfote, dann wird der Hund seinen Schwerpunkt direkt auf die rechte Hinterpfote verlagern, um sein Gewicht auszubalancieren. Der Schwerpunkt wandert also mit der Bewegung. Wenn ein Hund bergauf lĂ€uft, dann wird seine Vorderhand stĂ€rker belastet, also liegt der Schwerpunkt dann auf den Vorderpfoten. Und genau diese Verteilung des Schwerpunktes können wir uns im Fitnesstraining zu nĂŒtze machen und darum sind Balance- und KoordinationsĂŒbungen fĂŒr den gesunden Hund sehr wichtig. Denn so kann der Hund im Alltag mit allen möglichen Bewegungsstörern besser klar kommen.

Die Arbeit von Gehirn und Nerven

Damit der Hund sein Gleichgewicht perfekt halten kann, können wir also mithilfe von Balancetraining den Schwerpunkt besser trainieren. Und das ist sehr wichtig, da mit diesem Training die Propriozeption, also die eigene Körperwahrnehmung geschult wird. Das Gehirn bekommt bei all unseren Übungen, dank vieler kleiner Rezeptoren, Signale in die Periphere gesendet, mithilfe derer der Körper in der Lage ist, sich die AusfĂŒhrung und Bewegung zu merken und abzuspeichern. Somit fĂ€llt dem Hund dann die Übungen mit jeder Wiederholung leichter und das Gleichgewicht kann immer besser gehalten werden. Im Körper passiert dabei so unglaublich viel. Das Gehirn sendet Befehle an die Stell- und Haltereflexe im Körper (das sind bestimmte Muskelgruppen, die hauptsĂ€chlich im Rumpf liegen), das Gleichgewichtsorgan berechnet die Lage des Schwerpunktes, die Rezeptoren im gesamten Körper nehmen die Spannung im Gewebe wahr und senden viele kleine Befehle an das Gehirn, damit dieses weiß, wie der Körper des Hundes sich gerade bewegt und welcher Muskel wie gesteuert werden soll.

Wenn der Hund sich bewegt, ist das Gehirn also die ganze Zeit Empfangsbereit fĂŒr all die kleinen Befehle die es an Muskeln, Organe etc. versendet, aber auch, die Signale die es selbst von diesen ehemaligen EmpfĂ€ngern selbst empfĂ€ngt.

Das passiert bei Bewegung im Körper

Wenn ihr euren Hund in der Bewegung, z.B. im normalen Schritt einmal nĂ€her betrachtet, werdet ihr feststellen können, dass es bei jedem seiner Schritte fĂŒr jede einzelne Pfote eine Stemm- und eine Vorschwingphase gibt. Als Stemmphase wird der Moment bezeichnet, wo die Pfote auf den Boden komplett aufliegt, also Kontakt zum Boden besteht. Und die Vorschwingphase ist dann logischerweise der Moment, wo die Pfote in der Luft ist, da das Bein also in der Luft hĂ€ngt, wird die Vorschwingphase auch als Hangbeinphase bezeichnet. Die Pfote hat sich in dieser Phase lĂ€ngst vom Boden abgestoßen und hĂ€ngt in der Luft um die nĂ€chste Stemmphase einzuleiten.

Sobald der Hund seine Pfote auf den Boden legt, das nennen wir Abfußen, werden die KrĂ€fte aus dem Körper des Hundes aus den Boden ĂŒbertragen. Mit dieser Kraft kann der Hund sich dann wieder erneut abstoßen, die KrĂ€fte fließen also wieder zurĂŒck und werden fĂŒr die weitere Fortbewegung genutzt.Ein Teil dieser Energie geht auf die Gelenke ĂŒber, um das Abfedern zu erleichtern und ein Teil der Energie geht auch verloren. Die StĂ€rke dieser Energie hĂ€ngt u.a. von der Rasse und KörpergrĂ¶ĂŸe aber auch seines Gewichts ab. Zudem kommt es darauf an, wie der Schwerpunkt in der aktuellen Bewegung steht und wie das Gleichgewicht verteilt ist. Außerdem nimmt die Geschwindigkeit, also das Gangtempo, eine wichtige Rolle in dieser KrĂ€fteverteilung ein. Man kann sich merken; je schneller der Hund voran kommt, desto kĂŒrzer ist die Stemmphase und desto mehr KrĂ€fte mĂŒssen in sehr sehr kurzer Zeit vom Gelenk abgefedert werden.

Die Gangarten des Hundes

Unsere Hunde verfĂŒgen ĂŒber vier verschiedene Gangarten. Wir unterscheiden in Schritt, Trab, Pass und Galopp. Jede dieser Gangarten verfĂŒgt ĂŒber feine Unterschiede und beim genauen Beobachten des Hundes fallen diese auch schnell auf.

Der Hund im Schritt

Jeder wird sich denken können, dass der Schritt die langsamste Gangart des Hundes ist. Im Schritt werden die Pfoten nacheinander auf derselben Linie aufgesetzt. Also wenn die rechte Vorderpfote gehoben wurde, folgt die rechte Hinterpfote. Im Schritt finden wir ĂŒbrigens keine Schwebephase vor, da der Schritt zu langsam dafĂŒr ist und wir immer 3 Pfoten am Boden haben. Wir sprechen beim Schritt ĂŒbrigens von einer Viertaktgangart des Hundes. Wenn wir den Hund in seinem Schritt beobachten, können wir feststellen, dass sich die WirbelsĂ€ule wie eine Welle bewegt, da sich die WirbelsĂ€ule im Schritt sehr viel bewegt.

Der Hund im Trab

Mit dem Trab kommt eine energieeffizientere Gangart ins Spiel. der Hund muss beim Auffußen recht viel Energie in seinem Körper speichern, damit er diese Energie in der Abstemmphase wieder holen kann. Da Traben fĂŒr Hunde so energieeffizient ist, können unsere Hunde in der Regel, ziemlich weite Strecken nur im Trab hinlegen. Allerdings kommt dies natĂŒrlich auf die Rasse an, da es viele Rassen gibt, die von ihrer ZĂŒchtung her nicht so ausdauernd gezĂŒchtet wurden, und einem langen Trab somit nicht standhalten wĂŒrden.

Beim Traben ist eine Schwebephase durchaus zu beobachten, da immer zwei Pfoten gleichzeitig auf dem Boden sein mĂŒssen, welche ĂŒbrigens gegenĂŒber zueinander stehen. Der Trab wird auch als Zweitaktgangart bezeichnet und verfĂŒgt ĂŒber zwei verschiedene Schnelligkeitsarten. Wir haben da einen schnellen kraftvollen trab, aber auch einen sehr langsameren und ruhigeren Trab. Welcher Trab gewĂ€hlt wird, entscheidet der Hund meist selbst und dies hĂ€ngt in der Regel von seiner KörpergrĂ¶ĂŸe ab. So werden kleine Hunde eher in den schnellen Trab fallen als große Hunde, die dank ihrer langen Beine auch mit dem langsamen Trab gut und schnell voran kommen.


Der Hund im Pass

Eine schöne Mischung aus Trab und Schritt ist der Pass. Hierbei werden gleichzeitig zwei Pfoten einer Seite, also wie beim Schritt, in die Bewegung gebracht. Somit stehen immer zwei Pfoten auf dem Boden und es gibt keine Schwebephase.

Der Schwerpunkt wird in der Bewegung von rechts nach links geschoben, was die WirbelsĂ€ule recht wenig arbeiten lĂ€sst und diese daher optisch geht ruhig daherkommt. Da der Pass sehr viel Energie einspart, wird er gern bei MĂŒdigkeit vom Hund gewĂ€hlt. Aber auch bei RĂŒckenproblemen nutzen Hunde gern den Pass.

Außerdem ist der Pass eine beliebte Gangart in der Unterordnung, da die Zweitaktgangart sehr elegant daher kommt. Und auch wenn der Passgang nicht immer viel als Schonhaltung von Hundehaltern bezeichnet wird, so ist dies lĂ€ngst ĂŒberholt. Huskys nutzen den Pass viele Kilometer lang, da er eben so energieschonend ist. Zudem gibt es viele Rassen, die aufgrund ihrer Zucht, hĂ€ufig im Pass laufen. Sollte ein Hund, der vorher nie oder sehr selten im Pass ließ, nun zum Pass neigen, sollte man dies ĂŒber einen Tierarzt abklĂ€ren lassen.

Der Hund im Galopp

Der Galopp ist die schnellste und krĂ€ftigste Gangart des Hundes. Je nach Hunderasse kann es sich hierbei um eine Dreiertakt- oder auch Viertaktgangart handeln. Der Galopp kommt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten daher und die AusfĂŒhrungen der einzelnen Galopparten ist je nach Rasse leicht unterschiedlich.

Vom Prinzip ist es aber immer gleich. der Hund springt mit den beiden HinterfĂŒĂŸen nach vorn. Dabei greift ein Fuß zuerst auf den Boden, hier erfolgt die meiste Kraftverteilung. Je nach Galoppart und Galopptempo ist die Flugphase unterschiedlich lang bzw. kurz, daher lĂ€sst es sich nicht immer sagen, ob ein Hund bei seinem Galopp eine Schwebephase hat, es wĂ€ren aber grundsĂ€tzlich durchaus zwei Schwebephasen möglich.

Von Wendungen und dem Sprung

Wenn ein Hund eine Wendung laufen möchte, leitet die Ă€ußerste Pfote die Wendung ein, dass ist bei einer Wendung ĂŒbrigens immer die Ă€ußerste Vorderpfote. Diese ĂŒbersteigt dann die innere Vorderpfote in der gelaufenen Wendung. Dann folgt die innere Vorderpfote, welche nachgreift und der ehemals Ă€ußersten Vorderpfote in ihrer Bewegungsabfolge folgt. Die Wendung wird anschließend ĂŒber den RĂŒcken an die Hinterpfoten gebracht.

Beim Sprung gibt es drei Phasen, welche wir in Vorbereitungsphase, AusfĂŒhrungsphase und Vollendungsphase unterteilen.

In der Vorbereitungsphase wird die Entfernung und Höhe des Hindernisses durch die Augen des Hundes geschĂ€tzt. Das Gehirn sendet den Befehle fĂŒr den Galopp und der Hund lĂ€uft drauf zu und wĂ€hlt den passenden Absprung zum Abstand des Hindernisses. Ganz knapp vor der AusfĂŒhrung des Sprunges, verlagert sich dann der Schwerpunkt nach hinten, da der Hund den Kopf und Hals nach oben hin aufrichtet. Die Hinterhand greift weit unter den Körper, so entsteht genug Kraft um den Körper ĂŒber das Hindernis zu heben.

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