📚 Hundeerziehung und Nützliches

So habe ich meine Fellnasen gefunden

Bei mir waren es immer Schicksalshunde

Wenn ich mich so daran zurück erinnere, wie ich meine Hunde gefunden habe, so merke ich schnell, dass dieser Satz so nicht ganz richtig ist, denn ich habe sie nicht gefunden, das Schicksal hat sie mir einfach zugespielt, alle beide Hunde. Ich bin dem Schicksal unendlich dankbar, dass es mir zwei so wundervolle Hunde in mein leben gebracht hat, denn beide Hunde sind für mich Seelenhunde, jeder auf seine ganz eigene Art und unvergleichbar für mich. Aber immer der Reihe nach.

Eigentlich wollte ich schon immer Hunde haben und wer meine Geschichte hier kennt, wie ich auf den Hund gekommen bin, kennt meinen langen Weg vom Hundeliebenden Kind bis hin zum Angsthasen nach einem Hundebiss und meinen langen Weg zurück zur unendlichen Hundeliebe. Vor mittlerweile acht Jahren, fand meine erste eigene Hündin den Weg zu mir. Damals war das Thema Hund bei meinem Mann und mir ständig im Gespräch und während ich so gerne nun schon einen kleinen Hund bei uns haben wollte, hätte er gern noch damit gewartet. Also wurde der Traum vom Hund erst einmal wieder verworfen, denn er hatte immer Recht, was mich unheimlich nervte, aber wir hätten damals keinen Hund wirklich glücklich machen können.

Einige Monate später, das Thema Hund war gerade am ruhen, entdeckte ich eine Anzeige bei Kleinanzeigen. Da wollte jemand seine Hundeseniorin abgeben, ein kleiner weißer Zwergpudel von etwas mehr als acht Jahren. Die Hündin sollte verschenkt werden, und das so schnell wie möglich, da ihr sonst das Tierheim drohte. Natürlich war mein Mann an dem Tag nicht da und kam erst einen Tag drauf wieder. Die ganze Nacht betrachte ich die Anzeige, statt zu schlafen und je öfter ich drauf sah, desto mehr wusste ich: Das ist meine erste Hündin.

Als ich meinen Mann am nächsten Tag abholte, fuhren wir in die Stadt, aßen etwas leckeres und machten uns einen tollen Tag. Ich erwähnte immer mal wieder, in ganz besonders tollen Momenten, die Anzeige und er war gar nicht so abgeneigt wie ich anfangs dachte, trotzdem blieb er bei einem klaren nein. Ich ließ aber nicht locker und am Ende des Nachmittages telefonierte ich mit der Dame, die den Hund verschenken wollte. Das Telefonat war recht lang und direkt im Anschluss machten wir uns beide auf den Weg zu der Dame um uns die Hündin anzusehen, von der ich mir so sicher war, dass sie zu mir gehören würde.

Der Besuch selbst war kurz und schmerzlos, wir lernten die Hündin kennen und drehten gemeinsam eine kleine Runde auf der Straße, da ich sehen wollte, ob sie an der Leine oder mit Artgenossen Probleme hatte. Die Dame selbst wollte von uns so gar nichts wissen, dafür stellten wir unendlich viele Fragen zur Hündin, dem Abgabegrund und dem Umstand, dass sie nur ein Auge hatte. Uns wurden teilweise komische Geschichten erzählt, die wir im ersten Moment gar nicht als so komisch wahr nahmen und erst in Nachhinein fiel es uns auf, aber da waren dann schon Monate vergangen und an unserer Liebe für unsere kleine weiße Wolke hätte es eh nichts geändert.

Wir nahmen sie auf, das völlig verstörte, ängstliche und verschreckte Hundemädchen und gaben ihr ein schönes zuhause, indem sie bis zu ihrem Ende, mit fast 13 Jahren leben durfte. Es zeigte sich schnell, dass sie ein extremer Angsthund war, sie früher misshandelt wurde und auch die Sache mit den zwei verschiedenen Chips im Hals war mehr als komisch. Aber das war uns alles egal, wie schenkten ihr unendliche Liebe und gaben ihr die Sicherheit die sie brauchte, auch wenn wir unsere Fehler mit ihr machten, so hatte es am Ende des Tages immer für uns alle drei gepasst und wir waren ein glückliches und vollkommenes Rudel!

Meine kleine weiße Wolke hat so viel neues gelernt und wir gaben uns gegenseitig so viel Halt und Stärke, dass es für vier Hundeleben gereicht hätte. Aber leider war dem nicht so und der Krebs war stärker gewesen als gedacht. Sie hat meine Seele auf so eine unbeschreibliche Art und mit viel Leichtigkeit berührt, hat mir gezeigt, dass nicht nur schlechtes im Menschen steckt und man an zweite Chancen im Leben glauben sollte, da diese vieles verändern und verbessern können. Wir waren uns in unseren erlebten Geschichten aus der Vergangenheit so gleich, teilten ähnliche Schicksale und Ängste, was uns für immer miteinander verbinden sollte.

Es gibt mehr als nur einen Seelenhund da draußen

Sie war mein erster Seelenhund und ich dachte, dass ich nach ihr nie wieder dieses Glück finden würde, ich dachte Seelenhunde wären einmalig, aber da täuschte ich mich ganz gewaltig. Als sie starb, war meine Welt kaputt und mein Herz war in tausend Teile zersprungen. Dennoch hatten wir, mein mann und ich, noch immer so unendlich viel Liebe an andere Hunde zu geben und unsere kleine weiße Wolke hätte nicht gewollt, dass wir sie entsprechend nicht weitergeben und für uns behalten hätten. Und so zog kurz nach ihrem Tod dann Reva bei uns ein.

Keine vier Wochen später stand da ein kleiner tapsiger Welpe, welcher direkt aus dem Tierschutz aus Russland kam, vor mir und wartete darauf, dass ich mich zu ihm auf den Boden setze und schwups schon war es um mich geschehen. Obwohl es für mich dort vor Ort Liebe auf den ersten Blick war, dauerte es einige Monate, bis ich mein herz vollständig öffnen konnte und beriet war für eine bedingungslose Liebe, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen sollte.

Da ich Revas Weg zu uns, hier schon öfters genau beschrieben habe, nur ganz kurz. Reva stammt aus dem tiefsten Russland und wurde von privaten Tierschützerin aus der Tötungsstation gerettet und aufgepäppelt, bis sie zur Vermittlung bereit war. Der Kontakt erfolgte hier über Kleinanzeigen und danach über Facebook und Telefon sowie langen und ausführlichen E-Mails.

Mit Reva zog jede Menge Chaos in meinem Leben ein und auch eine längere Zeit der Verwirrung, was mein Hundemädchen und mich und unseren gemeinsamen Weg und die gemeinsame Zukunft so betraf. Ich war mir lange Zeit unsicher, ob wir zueinander passen würden, habe so oft gezweifelt und konnte mein Herz und meine Seele nie ganz öffnen. Bis es eines Tages unseren Magic Moment gab und alles von mir abfiel. Es flossen jede Menge Tränen und mit jeder neuen Träne, machte sich mein Herz immer weiter frei für Reva. Danach fanden wir problemlos unseren Weg, meisterten unsere Baustellen, welche mal mehr mal weniger herausfordernd waren und mich unendliche viele Nerven und graue Haare gekostet haben, aber hey das gehört halt dazu 🤣.

Reva und ich wuchsen plötzlich immer schneller zusammen, sie akzeptierte mich plötzlich ohne wen und aber und wir wurden in kürzester Zeit ein unschlagbares Team. Und je mehr wir zusammen wuchsen, desto mehr stellte ich fest, wie ähnlich wir uns sind und dann begann mir mein kleines Hundemädchen zu zeigen, dass es auf dieser Welt noch einen zweiten, einen weiteren Seelenhund für mich gibt. Reva und ich sind wie eine Seele aber aufgeteilt in zwei getrennte Körper. Was für außenstehende verwirrend liegt, ist für mich absolut logisch und zutreffend. Wir sind uns so gleich, ähneln uns in unseren Stärken und Schwächen und ergänzen uns einfach perfekt. Wir können uns wortlos in die Augen blicken und so unsere Gedanken miteinander austauschen.

Auch der Neuzugang ist Schicksal gewesen

Bei unserem hündischen Nachwuchs Laska, welche erst vor kurzem bei uns eingezogen ist, hat das Schicksal ebenso mitgespielt. Eigentlich hatten wir mit dem Thema Tierschutzhund für immer abgeschlossen und wollten nur noch Hunde vom Züchter und aus Revas Rasse bei uns aufnehmen. Ach ja, das Thema Zweithund bzw. die Mehrhundehaltung war ebenfalls eigentlich überhaupt kein Thema für uns gewesen. Bis zu diesem Moment wo wir über die Sozialen Netzwerke die Vermittlungsaufrufe einer Hündin stießen, bei welchem mir das Herz stehen blieb. Diese Hündin war zwar nicht Laska, jedoch regte sie uns zum Nachdenken an und war der Anstoß für das Thema Mehrhundehaltung. Plötzlich erschienen die möglichen Probleme lösbar und alles wirkte ganz klar auf mich, denn mein Herz begann für das Thema Mehrhundehaltung zu brennen.

Auf Laska, die damals noch Tinka hieß, sind wir durch einen “Zufall” gestoßen und sind uns auch hier ganz sicher, dass das Schicksal ordentlich mitgemischt haben wird. Vermutlich sollten wir über Umwege zu dieser süßen kleinen Hündin finden, die bei uns ein ruhiges Für-Immer-Zuhause finden konnte. Ich werde den Moment, wo wir Laska, das erste mal draußen gesehen haben, nie vergessen. So schüchtern, so klein und so perfekt. Diese großen Augen, die kleinen Öhrchen und so eine liebevolle Ausstrahlung. Wir sind sehr gespannt wo unsere Reise mit Laska und Reva noch hingehen wird und welche Aufgaben wir zu viert meistern werden.

Das Schicksal band uns zusammen

Ganz egal um welchen meiner beiden bisherigen Hunde es geht, beide waren vom Schicksal gebracht, beide Hunde brauchten mich damals zum Leben bzw. Überleben und ich brauchte sie, ohne das es mir damals so krass bewusst war. Auch wenn dies nun keine klassische Hund gefunden Geschichte ist, so ist es trotzdem meine Geschichte, wie ich meine Hunde fand, denn ohne das Schicksal hätte ich sie nie gefunden. Sie kamen beide zu Zeitpunkten, wo ich nie über einen Hund nachgedacht hatte und waren beide so plötzlich da und ein Teil von mir, dass es einfach nichts anderes als Schicksal hätte sein können.

Ich glaube sehr an das Schicksal und seine Macht, daran das alles was passiert einen tieferen Sinn hat und auch bei mir und meinen Hunden sehe ich den Sinn dahinter. Ohne das Schicksal wäre ich um zwei wundervolle Seelenhunde ärmer gewesen und wer weiß, ob sie beide so glücklich geworden wären, ohne mich? Ganz egal warum und weshalb, ich bin dem Schicksal unendlich dankbar und weiß mein Glück über die zwei tollsten Hunde dieser Erde zu schätzen, es ist das kostbarste was ich habe!

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