­čôÜ Hundeerziehung und N├╝tzliches

Tierschutzhunde – Immer die richtige Entscheidung?

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Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit AGILA Haustierversicherung entstanden und enth├Ąlt Werbung.

Tierschutzhunde – ein neuer gef├Ąhrlicher Trend

Vor einigen Jahren war das Wort “Auslandstierschutz” noch ziemlich unbekannt und die meisten Hunde kamen aus dem ├Ârtlichen Tierheim oder direkt vom Z├╝chter. Aber mit den Jahren wurde auch das Wort “Auslandstierschutz” immer gel├Ąufiger und mittlerweile h├Ârt man es ├╝berall. Nun kann der zuk├╝nftige Hundehalter also w├Ąhlen woher sein neues Familienmitglied stammen soll; aus dem ├Ârtlichen Tierheim, vom Z├╝chter oder aus dem Ausland. Wenn man sich einmal auf den Hundewiesen oder in den Hundeschulen umh├Ârt, k├Ânnte man wirklich meinen, dass der Auslandstierschutz zum neuen “Trend” geworden ist, allerdings ein sehr gef├Ąhrlicher Trend, wie ich pers├Ânlich, mittlerweile finde.

Die Sache mit den Hunden aus dem Auslandstierschutz hat, wie fast alle Dinge im Leben, zwei Seiten, die ich hier einmal genauer ausf├╝hren m├Âchte, denn auch ich schwanke mit meiner Meinung ├╝ber den Auslandstierschutz zwischen “Pro” und “Contra” hin und her. Um das ganze etwas ├╝bersichtlicher zu gestalten, werde ich diesen Beitrag entsprechend danach aufschl├╝sseln. Aber bevor ich loslege, m├Âchte ich euch kurz von unseren pers├Ânlichen Erfahrungen, mit dem Auslandstierschutz berichten.

Auch Reva stammt aus dem Auslandstierschutz und wir haben komische Dinge erlebt.

Unsere Erfahrung mit dem Tierschutz

Nach dem Tod unserer ersten H├╝ndin, welche wir von privat ├╝bernommen hatten, stand f├╝r uns direkt fest, dass auch der n├Ąchste Hund eine arme Hundeseele sein sollte, der wir ein sch├Ânes, neues Hundeleben schenken wollten, denn immerhin geht es so vielen Hunden wirklich schlecht, und in unseren Augen hat das nun einmal kein Tier dieser Welt verdient. Ein Hund aus dem Tierheim kam f├╝r uns nicht in Frage, da die beiden Tierheime bei uns in Hamburg, leider ziemlich strenge Abgaberegeln haben und wir aufgrund unser Vollzeitberufst├Ątigkeit und dem Leben in einer kleinen Wohnung, dort niemals einen Hund bekommen h├Ątten. Also sahen wir uns im Internet nach Organisationen um, die den Auslandstierschutz unterst├╝tzen.

Die Auswahl an Organisationen war riesig, mir pers├Ânlich schon viel zu gro├č und ich h├Ątte mit so einer gro├čen Menge nie gerechnet. Mein erster Gedanke war wirklich, wie soll ich denn hieraus eine seri├Âse Organisation finden. Ich klickte mich im Netz so durch und ich telefonierte hin und her, aber irgendwie bekam ich dabei kein gutes Gef├╝hl. Denn entweder waren die Hunde, die ich im Netz als passend f├╝r uns empfand, bereits weg oder so krank, dass sie nun doch nicht mehr vermittelt werden sollten und die alternativ am Telefon angebotenen Hunde, erschienen mir nicht passend.

Interessant war hier, dass sich Dinge wie Schutzgeb├╝hren und das Interesse an den evtl. zuk├╝nftigen Hundebesitzern irgendwie ziemlich stark voneinander unterschieden. Die einen wollten unendlich viel von uns wissen, bei einigen sollte sogar ein Fragebogen ausgef├╝llt werden, damit auch im Ausland nach einem geeigneten Hund gesucht werden k├Ânnte, das fand ich wirklich komisch. Und andere wollten so gar keine Infos von uns oder unserer Hundeerfahrung haben. Irgendwie f├╝hlte ich mich hin und her gerissen und keine Organisation konnte mich wirklich ├╝berzeugen und leider traf dies auch auf die Hunde zu, die zur Vermittlung standen. Bei einer Organisation waren es zu 85% nur kranke Hunde, die zwar bereits zur Vermittlung standen, jedoch noch viele schwere Operationen vor einer Vermittlung zu ├╝berstehen hatten, von denen man vorher noch gar nicht wusste, ob diese positiv ausfallen werden w├╝rden und der Hund diese Eingriffe ├╝berleben w├╝rde.

Was mir bei meiner Suche ├╝brigens auffiel war, dass unsere Tierheime jede Menge Auslandshunde aufnahmen, zus├Ątzlich zu den abgegebenen. Da wurden Hunde von unterschiedlichen Organisationen aus dem Ausland direkt in unsere Tierheime gebracht, dies fand ich auch ziemlich befremdlich, denn unsere Tierheime sind bereits v├Âllig ├╝berf├╝llt und warum m├╝ssen denn zu den rund 360 Hunden, die bei uns in der Regel im Tierheim sitzen, noch zus├Ątzliche Hunde aus dem Ausland aufgenommen werden?

Reva hat sich trotz vieler gesundheitlicher Probleme gut entwickelt.

Letztendlich war es bei uns dann so, dass wir Reva, die ja ein Tierschutzhund aus Russland ist, von einer privaten Tierschutzgruppe adoptiert haben. In unserem Fall hat eine Vermittlerin aus unserer Gegend, eine Kleinanzeige von uns gesehen und darauf geantwortet und uns drei Hundewelpen, hierbei handelte es sich um Reva und ihre beiden Geschwister, vorgeschlagen. Aber die eigentliche Vermittlung l├Ąuft haupts├Ąchlich ├╝ber deren private Facebookgruppe ab, wo die Hunde zur Vermittlung ganz toll und ausf├╝hrlich vorgestellt werden. Hierbei handelt es sich um private Leute, die regelm├Ą├čig die T├Âtungsstationen in den verschiedensten teilen Russlands abfahren und die gesunden Hunde retten und auf eigene Kosten aufp├Ąppeln, tier├Ąrztlich versorgen lassen und wenn der Tierarzt das Ok gibt; und es einen Interessenten in Deutschland gibt, wird das Tier von Russland nach Deutschland gefahren.

Der Kontakt war wirklich gut, auch wenn ich anfangs wirklich Zweifel hatte und skeptisch war, so wurde ich wirklich schnell ├╝berzeugt, denn es gab mehrere Telefonate mit der Vermittlerin, wo sie jede Menge Fragen zu uns und unserer Lebenssituation hatte. Ich wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um einen Welpen handelt, der weder stubenrein noch erzogen ist, dass Hundeschule kein Fremdwort f├╝r mich sein sollte und dass ein Hund viel Geld kosten wird. Ich konnte die Vermittlerin letztendlich mit meiner Einstellung zur Hundeerziehung und unserem Lebensstil sowie unserer L├Âsung f├╝r die Sache mit dem Vollzeitjob, ├╝berzeugen und nach einigen Wochen durfte Reva dann einziehen. Ich wurde immer regelm├Ą├čig ├╝ber Revas Gesundheitszustand und den m├Âglichen Ankunftstag informiert und bekam am Tag der Abholung viele Bilder, um zu sehen, dass es ihr gut geht, und sie die lange Fahrt im kalten Transporter gut ├╝berstanden hat.

Soviel zum Positiven, denn leider gab es bei uns auch etwas Negatives dazu zusagen. Nach einigen Tagen stellte sich heraus, dass Reva v├Âllig verwurmt war; und nach und nach stellte sich heraus, dass dies auch bei ihren Geschwistern der Fall gewesen war, obwohl angeblich alle regelm├Ą├čig entwurmt wurden. So stand es auch im Impfpass und die Vermittlerin tat sich leider sehr schwer, Informationen an die Besitzer der Geschwisterhunde von Reva, weiterzugeben, denn angeblich hatte sie nun nichts mehr mit der Vermittlung zu tun, da sie nun eine Pause damit machen w├╝rde und so etwas sei auch noch nie vorgekommen, dass m├╝sste sie erst einmal verarbeiten. Mir war es dann auch egal, es ging mir auch nicht darum die Kosten zur├╝ckzubekommen oder so, aber ich wollte wenigstens, dass die Besitzer der Geschwistertiere informiert werden. Dies war nur schwer machbar und schien auch jedem v├Âllig egal zu sein, mehr Kontakt gab es dann auch nicht mehr und obwohl man in der Facebookgruppe regelm├Ą├čig Bilder und Berichte posten sollte, damit die Vermittler wissen, dass es ihren ehemaligen Sch├╝tzlingen wirklich gut geht, hat sich nie jemand daf├╝r wirklich interessiert.

Was mir damals nicht auffiel, war die Tatsache, dass die Hunde direkt vom Transporter abgegeben werden sollten. Denn es war bisher dort immer so, dass der Transporter die einzelnen Adressen der neuen Halter abf├Ąhrt und die Vermittlerin dorthin kommt, man sich dann vor Ort trifft, und dann die ├ťbergabe der Papiere und des Geldes der Schutzgeb├╝hr gegen den Hund getauscht werden sollten. Nat├╝rlich k├Ânnen so Krankheiten oder Probleme nicht erkannt werden. Reva kam gegen Mitternacht an und da wir am n├Ąchsten Tag arbeiten mussten, wollten wir ihr diesen Stress nicht antun und konnten sie f├╝r einen Tag ausnahmsweise bei der Vermittlerin lassen, aber eigentlich w├Ąre das nicht der Fall gewesen. Ich bekam auch mehrmals am Tag der Vermittlung die Frage gestellt, ob wir nicht eher kommen k├Ânnten. Heutzutage w├╝rde ich so etwas nicht mehr machen, denn die direkte Vermittlung aus dem Transporter erscheint mir nicht seri├Âs. Immer h├Ąufiger wird hiervor gewarnt und auch im Freundeskreis habe ich schockierende Erfahrungen hierzu mitbekommen, denn leider wird das Gesch├Ąft mit dem illegalen Tierhandel immer gr├Â├čer.

Uns wurde damals erz├Ąhlt, Reva sei ein ruhiger Welpe, der viel schl├Ąft und keine Auff├Ąlligkeiten zeige, jedoch war genau das Gegenteil der Fall. Bei uns im Schutzvertrag stand zwar drin, dass wir im Fall, dass wir Reva nicht behalten k├Ânnten, uns nur an die Vermittlerin wenden d├╝rfen und diese dann eine neue Vermittlung ├╝ber Facebook startet. Tierheim und Kleinanzeigen wurden direkt ausgeschlossen, das fand ich im ersten Moment gut. Als ich dann aber meinte, dass wir Reva auf jeden Fall behalten w├╝rden, ganz egal was passieren w├╝rde, war die Vermittlerin von meinen Worten damals sehr ├╝berrascht gewesen, was mich etwas stutzig machte. Wir hatten Reva blind adoptiert, so wie jeder andere Interessent vorher auch und wir waren uns einig, dass wir jedes Problem irgendwie l├Âsen k├Ânnten, denn wozu gibt es Hundetrainer. Auch wenn Reva sich mittlerweile wirklich gut entwickelt hat, so waren die ersten Monate wirklich hart und es w├Ąre f├╝r Hundeanf├Ąnger wirklich eine starke ├ťberforderung gewesen, somit w├Ąre eine Weitervermittlung von Reva garantiert gewesen. Daher w├╝rde ich mich nie wieder daf├╝r entscheiden, einen Hund blind aufzunehmen, ich m├Âchte mittlerweile mehr ├╝ber das Tier wissen und ich habe auch gelernt, dass es mir wichtig geworden ist, etwas ├╝ber die Elterntiere wissen zu wollen, was beim Tierschutz ja nie oder nur ganz selten der Fall ist.

Auch wenn wir nun nicht wirklich so schlechte Erfahrungen mit dem Auslandstierschutz gemacht haben und ich wirklich unendlich dankbar bin; f├╝r die Vermittlung von Reva, so w├╝rde ich keinen Hund aus dem Ausland mehr aufnehmen. Dies hat zum einen damit zu tun, dass wir uns in die Rasse von Reva, dem Berger des Pyrenees, so verliebt haben, dass wir gern dabei bleiben m├Âchten und zum anderen, dass es mittlerweile immer mehr Organisationen gibt und das Gesch├Ąft immer mehr boomt. Man verliert einfach den ├ťberblick und ich m├Âchte einfach keinen unseri├Âsen Hundehandel unterst├╝tzen. Letztendlich wissen wir ja auch bei Reva nicht, wie seri├Âs das Ganze dort wirklich gewesen ist, und es spielt nun auch keine Rolle mehr, aber irgendwie schwebt ein ungutes Gef├╝hl mit und das m├Âchte ich nicht mehr haben. Au├čerdem m├Âchte ich, wie bereits geschrieben, mittlerweile wissen, welche Charaktereigenschaften bei den Eltern der Hundewelpen mitmischen und worauf man sich ggf. einstellen sollte.

Pro Auslandstierschutz – Es kann eine gute Sache sein

Der Gedanke einen Hund aus dem Ausland zu retten, ihn von der Stra├če weg zu holen oder aus einem v├Âllig ├╝berf├╝llten Shelter oder gar ihn, wie bei Reva, vor dem sicheren Tod gerettet zu haben, ist schon etwas Nettes und es gibt einem ein tolles Gef├╝hl. Es gibt wirklich einige wenige Organisationen, die das Ganze wirklich super machen und wirklich seri├Âs sind, aber diese muss man leider wirklich lange suchen.

Eine Pflegestelle, die nur wenige Hunde aufnimmt und sich ganz individuell um die Sch├╝tzlinge k├╝mmert und daher auch schon etwas ├╝ber sie sagen kann? Hervorragend dann nix wie hin da, denn das ist wirklich selten. Es gibt aber wirklich gute Organisationen, die Wert legen auf liebevolle Pflegestellen, wo man sogar an ersten Problemen arbeitet und sich die neuen m├Âglichen Besitzer wirklich gut ansieht und Niemanden unter Druck setzt.

Eine gute Organisation fordert jede Menge Infos ein und m├Âchte ggf. auch eine Vorkontrolle und sp├Ątere Nachkontrollen machen. Es wird vielleicht gefragt, wie man seinen Alltag bestreiten m├Âchte und was mit dem Hund passiert, wenn man arbeiten geht. Die Organisationen wollen sehen, dass man sich Gedanken macht und nicht nur aus Spa├č einen Hund halten m├Âchte, denn ihnen geht es um Verantwortung und die Liebe zum Leben mit Hund.

Contra Auslandstierschutz – So sollte es nicht sein

Sollte wirklich jeder Hund aus dem Ausland gerettet werden und bei uns in eine Wohnung “gesperrt” werden? Wie ist das mit Hunden, die bereits viele Jahre als Streuner auf der Stra├če gelebt haben, f├╝r die es normal ist, sich aus dem M├╝lleimer zu ern├Ąhren? Ich habe schon so oft davon geh├Ârt, dass der Hund sich in seinem neuen Heim, wirklich eingesperrt f├╝hlt und seine alten Angewohnheiten nicht mehr ablegen kann. Im Haus unruhig und drau├čen platzt die Energie heraus, eine nicht kontrollierbare tierische Bombe an der Leine.

Ich pers├Ânlich finde nicht, dass unbedingt jeder Hund gerettet werden sollte. Klar, wenn es sich um Welpen oder junge Hunde handelt, die in ein Shelter oder in die T├Âtung gegeben wurden, macht es Sinn, aber nicht das Einfangen von Hunden, die seit Jahren auf der Stra├če leben. Ebenso gibt es so viele L├Ąnder, die mit dem Tierschutz viel Geld verdienen und in denen Hunde, die eigentlich ein zuhause haben, aus dem Garten oder vor einem Laden geklaut werden, nur damit man diese nach Deutschland mit gef├Ąlschten P├Ąssen vermitteln und somit Geld verdienen kann. Klingt wie ausgedacht? Ist es aber leider nicht!

Eine schlechte Organisation hat nur wenig bis gar keine Infos zum Hund, vermittelt seine Hunde blind an die neuen Besitzer und m├Âchte auch keine Infos vorab ├╝ber die neuen Besitzer einholen. Es finden keine Vorkontrollen statt und es wird auch kein Kontakt gehalten. Meist sind die Hunde auf einer Pflegestelle untergebracht, wo sie mit vielen anderen Hunden zusammen sind, wo es egal ist, wie es den Hunden damit geht, ob die Hunde sich wohl f├╝hlen oder ob das “Rudel” auf der Pflegestation zusammen passt.

Schwierig ist auch das Thema Auslandstierschutzhunde im ├Ârtlichen Tierheim, wenn dieses bereits aus allen N├Ąhten platzt, auch hier kann man davon ausgehen, dass es nicht wirklich seri├Âs zugeht, denn eine gute Organisation m├Âchte keinen Massenhandel. Bitte lasst auch die Finger von Organisationen, die ihre Hunde direkt aus dem Transporter vermitteln. Wie bereits erw├Ąhnt, gibt es immer mehr unseri├Âse Organisationen und auch der illegale Hundehandel boomt derzeit sehr stark und nutzt den Trend nach Hunden aus dem Ausland stark aus. Ich habe in meinem Freundeskreis wirklich schlimme Dinge mitbekommen und auch in den Medien h├Ârt man immer wieder Warnungen hierzu. Nat├╝rlich gibt es auch Organisationen die wirklich seri├Âs sind, aber dann ist meist eine Ansprechpartnerin vor Ort und zeigt euch den Hund vor Ort und ist in den ersten Minuten dabei. Es ist einfach Vorsicht geboten hierbei. Ich pers├Ânlich w├╝rde aber nie wieder einem Tierschutzhund zustimmen, der mir auf einem Parkplatz “schnell schnell” ├╝bergeben werden w├╝rde.

Leider gibt es so viele unseri├Âse Geschichten ├╝ber den Auslandstierschutz und damit man nicht auch eine davon wird, sollte man wirklich ganz genau hinsehen! Bitte lasst die Finger von Organisationen, die ├╝ber Kleinanzeigen vermitteln oder die euch anbieten, sich im Ausland nach dem passenden Hund eurer W├╝nsche umzusehen, dass erscheint n├Ąmlich sehr unseri├Âs.

Falls ihr im Internet, bei Kleinanzeigen, eine Annonce von einer Organisation interessant findet, k├Ânnt ihr aber das Internet nach dieser Organisation durchsuchen oder in den Sozialen Netzwerken nach Erfahrungen hierzu fragen.

Auslandstierschutz – Es sollte wirklich gut ├╝berlegt sein

Der Auslandstierschutz kann f├╝r die armen Hundeseelen wirklich eine tolle Chance sein, aber nur wenn beide Seiten mit offenen Augen an die Sache ran gehen. Die Organisation sollte zum einen wirklich seri├Âs sein und auch wirklich Interesse an die zuk├╝nftigen Halter haben. Auch wenn es einem nervig erscheint, aber sagt nicht Nein zu Vorkontrollen des neuen Zuhauses des zu vermittelnden Hundes. Lasst euch lieber einmal zu viel kontrollieren als einmal zu wenig, dass gibt auch euch Sicherheit an eine gute Organisation geraten zu sein. Ihr solltet euch informieren, woran man gef├Ąlschte Impfp├Ąsse erkennt und welche Schutzgeb├╝hren angemessen sind und versuchen so viel wie m├Âglich ├╝ber den zu vermittelnden Hund zu erfahren. Vielleicht lebt er ja bereits auf einer Pflegestelle in eurer N├Ąhe, dann solltet ihr ihn mehrmals besuchen und manche bieten es auch an, dass der Hund probeweise 1-2 Tage zu den m├Âglichen neuen Leuten gehen darf.

Grunds├Ątzlich w├╝rde ich eher davon abraten, einen Hund blind zu adoptieren und kann nur dazu raten, wirklich viel nachzufragen. Macht euch ein klares Bild zur Pflegestelle, wie sieht es vor Ort aus, wieviele Hunde leben da und in welchem Zustand sind die Hunde, wie gehen die Menschen mit ihnen um und k├Ânnen sie es schaffen, auf die unterschiedlichen Probleme der Hunde einzugehen? Wenn es der Organisation egal ist, was im Krankheitsfalle des Hundes oder bei Problemen einer weiteren Haltung, passieren w├╝rde, solltet ihr auch hellh├Ârig werden, denn einer guten Organisation ist es wichtig zu wissen, wo die Hunde landen falls es Probleme gibt.

Letztendlich muss jeder f├╝r sich entscheiden, ob er einem Hund aus dem Ausland eine Chance geben m├Âchte, aber man sollte hierbei beachten, dass es sich um schwierige Hunde handeln kann, deren Probleme man ggf. auch erst nach einigen Wochen so richtig bemerkt und mit denen man vielleicht auch ├╝berfordert sein k├Ânnte. Vielleicht stellen sich auch schwere Krankheiten im Laufe der ersten Zeit heraus und vielleicht wird der Hund immer etwas anders sein, als die Hunde von Freunden und Bekannten.

Man sollte auf jeden Fall ohne die bekannte Rosa-Rote-Brille an das Thema Auslandstierschutz gehen und von dem Gedanken, dass man einer armen Hundeseele ein sch├Ânes Leben schenkt weggehen, denn nur weil es vielleicht Gut f├╝r das eigene Gewissen ist, so muss es f├╝r den “geretteten” Hund noch lange nicht sch├Ân sein. Wenn man aber wirklich darauf eingestellt ist, dass es eine schwere Aufgabe werden k├Ânnte und auch bereit w├Ąre, seine eigenen W├╝nsche und Ziele hinten anzustellen und sein Leben auf die Probleme des Hundes (z.B. bei einem Angsthund) anpassen zu k├Ânnen, kann es klappen.

Leider hat sich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und auch der meiner Freunde und Bekannten meine Einstellung hierzu wirklich stark ge├Ąndert und auch ich bin mit einer Rosa-Roten-Brille an die Adoption von Reva gegangen. Reva hat sie mir aber direkt nach einem Tag heruntergezogen und gezeigt, dass sie kein gew├Âhnlicher Hund ist und ich nun ein ordentliches St├╝ckchen Arbeit vor mir haben w├╝rde. Nat├╝rlich macht jeder Hund “Arbeit” und erfordert viel Geduld und starke Nerven, gerade am Anfang, aber bei einem Auslandstierschutzhund ist es dann doch wirklich noch etwas anderes. Also bitte ├╝berlegt euch eure Wahl nach dem passenden Hund und woher dieser stammt wirklich gut, denn der Hund sollte am besten nicht umher gereicht werden!

Ein paar abschlie├čende Tipps f├╝r die Haltung eines Tierschutzhundes

Gerade bei einem Tierschutzhund aus dem Ausland, aber nat├╝rlich auch bei einem Hund aus dem Tierheim, ist die Gefahr gro├č, dass es sich hierbei um einen m├Âglichen Angsthund handelt. Gerade Hunde die sich im Ausland in den ├╝berf├╝llten Sheltern und T├Âtungsstationen befinden, zeigen oft extreme Angst und werden daher als Angsthunde vermittelt. Daher ist es immer ratsam, den Hund direkt bei seinem Einzug an ein Sicherheitsgeschirr zu gew├Âhnen, da sich der Hund hier in einer f├╝r ihn scheinbaren Gefahrensituation, nicht so einfach heraus wenden und fl├╝chten kann.

Ebenso ist die Anschaffung einer Schleppleine empfehlenswert, um dem Hund einen gewissen Radius beim Spaziergang zu erm├Âglichen, da ein Hund aus dem Tierschutz oder Tierheim erst einmal keinen Freilauf bekommen sollte, da das Vertrauen bzw. die Bindung ja noch nicht ausreichend besteht und/oder ein sicherer R├╝ckruf meist erst noch aufgebaut werden muss.

Sehr wichtig ist auch, der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung, die aber ohnehin in den meisten Bundesl├Ąndern und Kommunen in Deutschland vorgeschrieben ist. Wie schnell hat sich ein Tierschutzhund oder gar ein Angsthund erschreckt und die Leine rutscht doch aus Versehen mal durch die Hand? Man kann gar nicht so schnell reagieren, wie man gern w├╝rde und es k├Ânnen so schnell Unf├Ąlle passieren, wo ein Sach,- oder Personenschaden entsteht und es dann pl├Âtzlich sehr schnell, sehr teuer werden kann.

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