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Und wer warst du nochmal – Mein Leben mit Pubertier

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Dies ist ein Gastbeitrag von der lieben Sophie, die euch einen Einblick in das Leben mit einem Pubertier gibt, um euch zu zeigen, dass auch die schwere zeit mit einem pubertierenden Junghund machbar ist und ihr damit nicht alleine seid. Ich bin Sophie für diesen Beitrag sehr dankbar und freue mich sehr, dass sie diesen Beitrag geschrieben hat. Da es Verlinkungen zu ihrer Instagramseite gibt, ist dieser Beitrag als Werbung gekennzeichnet.

Das sind wir – Sophie und das Pubertier Amy

Hallo zusammen, mein Name ist Sophie und ich bin 22 Jahre alt. Ich habe erst vor kurzem mein Bachelorstudium abgeschlossen und beginne bald mein Masterstudium. Meine Hündin Amy ist im Juli 2020 in mein Leben getreten. Seither gehen wir durch dick und dünn, bestreiten zusammen den Alltag und erleben gemeinsam tolle Abenteuer. Seit Anfang des Jahres hat Amy zudem ihre Ausbildung als Rettungshund begonnen, was eine spannende Aufgabe und Erfahrung für uns beide ist. Auf Instagram findet ihr uns unter „Amythedoberdor“. Ich freue mich wirklich sehr, dass Jessica und Reva mir die Möglichkeit geben, hier meine Erfahrungen mit euch zu teilen!

Das Leben mit einem Junghund

Die Welpenzeit haben wir erfolgreich zusammen gemeistert und Amy hat für ihr Alter super gut gehört, ich konnte mich immer blind auf sie verlassen und waren wir waren eigentlich immer einer Meinung (zumindest aus meiner Sicht). Jetzt ist Amy 9 Monate alt und seit geraumer Zeit ein sogenannter Junghund. Hört sich toll an, ist es aber nicht.

Wir kennen das, glaube ich, alle noch von unserer Pubertät. In dieser Zeit war einfach alles doof. Aber wenn Mama oder Papa was gesagt haben war es gleich dreimal so doof und dabei war es völlig egal ob sie recht hatten oder nicht. Es war einfach doof weil sie es gesagt haben und deshalb wurde das auch aus Prinzip schon nicht gemacht. Und natürlich war auchdamals alles andere interessanter und wichtiger als die Eltern. Sorry Mama und Papa an dieser Stelle!❤️ Heute weiß ich wie es euch damals ging❤️

Laut Definition beginnt das Junghundealter oder die Zeit der Pubertät ab dem fünften Monat und kann, je nach Rasse, bis zum 18-ten Monat dauern. In dieser Zeit wird der liebe, vernünftige Welpe zum Rebell. Die erlernten Kommandos sind plötzlich komplett fremd, Leute anspringen ist wieder angesagt und sowieso ist alles viel toller und interessanter, wenn es ja eigentlich verboten ist. So auch bei Amy. Meine liebe Amy hatte schon immer ihren eigenen Kopf, das ist nichts Neues für mich gewesen, aber trotzdem war der „will to please“ immer größer als alles andere.

Seit sie nun aber ca. 6 Monate alt ist hat sich das vom einen Tag auf den anderen geändert. Woran habe ich das festgemacht? Wenn ich mit Amy spazieren gehe, so habe ich sie immer im Freilauf. Ich bin zugegebenermaßen kein Fan von Schleppleinen oder Flexileinen aber hatte auch nie einen Grund dazu, weil unser Freilauf, in meinen Augen, nahezu perfekt war, vor allem für einen so jungen Hund. Wenn ich gerufen habe kam sie her, wenn uns Leute entgegen gekommen sind hat sie sich hingesetzt und gewartet, vom Weg ist sie nur ganz selten runter und die Aufmerksamkeit war fast die ganze Zeit bei mir.

Und dann kam Tag X und ich hätte sie am liebsten an einen Baum gebunden und stehen gelassen – Nein, natürlich würde ich das nie machen aber in dem Moment ist man einfach unglaublich angepisst und solche gedanklichen Spielerein völlig normal! Ich war mit Amy wie so oft im Wald spazieren, soweit kein Problem. Dann kamen uns die ersten Spaziergänger entgegen und Amy ist los gesprintet und weil es so viel Spaß macht hat sie sie direkt noch angesprungen🤯 Ihr könnt euch, glaube ich vorstellen wie die Leute reagierten als ein großer, schwarzer Hund auf sie zu gerannt ist und sie angesprungen hat. Ich habe mir die Seele aus dem Leib gebrüllt, aber Amy war das egal also bin ich ihr eben hinterhergerannt und hab sie von den Leuten weggeholt. Und da habe ich das erste Mal diesen „Und wer bist du nochmal, dass du mir jetzt sagen willst was ich tun und lassen soll“-Blick bei ihr gesehen.

Wie hat sich ihr Verhalten geändert?

Das ist recht leicht zu beschreiben. Wie ich ja oben schon geschrieben habe, hat Amy per se einen großen „will to please“ heißt, sie will mir einfach um jeden Preis gefallen. Beim Pubertier Amy ist dieser aber nicht mehr vorhanden. Wenn ich ihr ein Kommando gebe wie Sitz, Platz oder Pfote schaut sie mich an wie ein Auto und wenn ich Glück habe macht sie es nach der zehnten Aufforderung, aber auch nur wenn ich ganz Glück habe. Ansonsten dreht sie sich weg und macht ihr Ding.

Der Rückruf ist an solchen Tagen eine Katastrophe. Ich rufe, sie schaut mich an, ich schaue sie an, und sie rennt in die andere Richtung weg. Ich glaube aber, das macht sie aber nur um mich zu ärgern. Mittlerweile kommt sie nach jedem Mal „abhauen“ an die Leine, was sie aber nicht wirklich interessiert. Am Jagen hatte Amy nie großes Interesse. Vor ihr hätte ein Hase sitzen können und es hätte sie nicht interessiert. Pustekuchen. Plötzlich ist jagen richtig toll und Raben aufscheuchen ihr größtes Hobby. Das ist, neben dem Rückruf, auch wirklich unsere größte Baustelle, an der wir arbeiten müssen. Und die Leinenführigkeit, was war das bitte nochmal?🤪

An solchen Tagen will sie mich einfach nur durch die Gegend ziehen und mittlerweile ist das mit ihren 25kg gar nicht mehr so einfach zu heben. In dem Fall bin ich mittlerweile wirklich eisern und laufe so lange nicht weiter bis sie aufhört zu ziehen. So brauchen wir halt teilweise auch 10 Minuten für 2 Meter Weg, aber die Ausdauer lohnt sich!

Die Pubertät schweißt zusammen

Allgemein könnte man sagen, dass sie nochmal ganz neu ihre Grenzen austestet und einfach alles erkunden will. Hat sich auch etwas nicht geändert? Ein ganz klares ja von mir, denn Amy ist nach wie vor super verkuschelt. Sobald ich auf der Couch liege kommt sie sofort an und legt sich neben mich und möchte meine Nähe haben. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern am liebsten würde sie sich komplett auf mich drauflegen 🤩. Auch ist sie nach wie vor super fixiert auf mich. Auch wenn ich für sie an manchen Tagen super blöd bin, so kann sie doch nicht ohne mich sein. Da wo ich bin, da ist auch Amy.

Und trotz dem ganzen Stress und den Auseinandersetzungen haben wir eine tiefere Bindung als je zuvor, weil wir uns ganz neu miteinander auseinandersetzten und täglich noch mehr übereinander lernen.

Wie oft treten diese rebellischen Phasen auf?

Bei Amy ist das wirklich total tagesabhängig, aber ich merke schon direkt nach dem Aufstehen ob wir einen guten Tag haben oder das Pubertier wieder zu Besuch ist. So gibt es wirklich Wochen wo ich denke, dass wir es überstanden haben und freue mich das alles wieder so gut funktioniert wie davor und am nächsten Morgen klappt einfach wieder gar nichts und wir sind gefühlt bei Null. Eine genaue Angabe über die Häufigkeit kann ich euch leider nicht sagen, aber soviel sei gesagt: Es geht vorbei!

Wie geht es jetzt für uns als Mensch-Hund-Team weiter?

Das für mich aller aller wichtigste, ist jetzt erstmal, dass der Rückruf wieder sitzt. Hierfür werden wir jetzt intensiv jeden Tag mit der Pfeife trainieren damit das schnell wieder passt. Für den Notfall bekommt Amy jetzt auch eine Schleppleine an, sodass ich reagieren kann, falls sie doch nicht auf den Rückruf hört oder man wieder ein Vogel jagen will. Das gibt uns beiden einfach mehr Sicherheit. Auch das Rettungshundetraining tut ihr richtig gut. Es ist einfach nochmal eine ganz andere Art der Beschäftigung und sie muss mit vielen Fremden Menschen zusammenarbeiten und ganz neue Dinge lernen.

Danach ist sie immer super platt und der nächste Tag ist auch meistens ein guter Tag für uns beide. Auch wenn diese Zeit wirklich super anstrengend ist, lohnt es sich durchzuhalten! Konsequenz und Durchhaltevermögen sind hier die Schlüssel zum Ziel. Ich freue mich schon wieder auf die Zeit danach, wenn wir wieder ohne Hintergedanken und ganz entspannt spazieren gehen können und ich meinen lieben Hund wiederhabe. Und denkt dran, ihr seid nicht allein. Durch diese Phase mussten wir alle durch, egal ob Mensch oder Hund! Ich kann euch nur sagen, haltet durch, ihr werdet bald sehen, es lohnt sich wirklich dran zu blieben!❤️

Ein Kommentar

  • Andy

    Liebe Sophie, welch eine gelungene – sehr persönliche, authentische – Beschreibung, der Jahrtausende alten Mensch – Hund Beziehung. Du schaffst das, ich weiß das. Herzlichst ein “elternteil” mit Hündin Meggy 😘

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