🎤 Blogtalk - Hundeerziehung und Nützliches

Unser Weg in die Ausbildung zum Pädagogikbegleithund

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Dieser Gastbeitrag ist von meiner lieben Freundin Lea und hierin berichtet sie euch von der Ausbildung zum Pädagogikbegleithund für ihren Rüden Henry. Da dieser Beitrag Verlinkungen beinhaltet, ist dieser als Werbung gekennzeichnet.

Moin Moin aus dem Norden – Wir sind Lea und Henry

Wir sind Lea, 23 Jahre alt, und Henry, 10 Monate alt und kommen aus einer Kleinstadt in der Nähe von Hamburg. Henry ist ein Miniature Australian Shepherd in der Farbe Redmerle und er hat ganz zauberhafte blaue Augen, in die man sich schnell verliebt.

Auf unserem Instagramaccount “miniaussiehenry” könnt ihr unseren Alltag, genauso wie unsere Ausbildung zum Pädagogikbegleithunde-Team und unsere spannenden Zukunftspläne begleiten und verfolgen. Außerdem lasse ich mir immer etwas tolles für euch einfallen!

Unser Weg zum Pädagogikbegleithunde-Team

Über den Weg zum Pädagogikbegleithunde-Team, möchte ich euch in diesem Beitrag berichten. Ein Hund in der Schule? Oder gar in einer Wohngruppe? Was macht der denn da außer Dreck? – Das denken sich vermutlich viele, die sich mit dem Begriff Therapie- oder Pädagogikbegleithund noch nicht auseinander gesetzt haben. Denn die Hunde machen dort soviel mehr als Dreck – wenn man weiß wie jedenfalls.

Und da ich mich durch meine eigene rheumatische Erkrankung sehr viel mit der Wirkung von Tieren auf Menschen beschäftigt habe, stand eines fest: Ich möchte wissen, wie man mit Hunden in sozialen Einrichtungen mehr machen kann, als nur Dreck. Und ich möchte es allen beweisen! Und so begann der Weg. Ein kurzer Gedanke wurde zu einem Lebenstraum, den ich unbedingt erreichen wollte. Doch wie war denn eigentlich der Weg dahin?

Nachdem ich mir den Gedanken einmal fest in den Kopf gesetzt habe, begann die Recherche. Ich las verschiedenste Bücher über die Mensch-Tier-Beziehung und googelte was das Zeug hielt. Tausende Anbieter warben mit den verschiedensten Ausbildungswegen, aber nichts klang so richtig vertrauenswürdig in meinen Augen. Doch was erwartete ich eigentlich von der Ausbildung und dem Ausbildungsinstitut?

Nun ja, zum einen wollte ich, dass die praktische Arbeit, das Trainingmit dem Hund, im Vordergrund steht. Zum anderen war mir aber auch die Seriosität des Ausbilders wichtig. Ich wollte ein Institut, dass ein Qualitätskonzept aufzeigt und die Ausbildung nur Menschen anbietet, die therapeutisch oder pädagogisch geschult sind. Warum? Hunde sind keine Therapeuten oder Pädagogen. Damit sie wirklich zielgerichtet am Klienten arbeiten können, brauchen sie eine Anleitung, die weiß, wie man therapeutisch oder pädagogisch ggf. sogar nach Konzept arbeitet, wie das Setting gestaltet werden muss, was dokumentiert werden muss oder auf Grundlage eines Therapieplans arbeitet.

Nur wenn dieseQualifikationen gegeben sind, kann ein Hund sinnvoll therapeutisch oder pädagogisch eingesetzt werden, denn sie allein haben diese Qualifikationen nicht, sie brauchen Unterstützung, eine Anleitung, in einem Team. Also noch ein Punkt: der Begriff Team sollte für mich in der Ausbildung groß geschrieben sein. Doch wo findet man sowas und wo bekommt man ein ehrliches Feedback?

Die Suche nach einem Ausbilder begann

Ich begann die Suche umzulegen, auf Instagram. Ich fandschnell verschiedene Teams, die bereits eine Ausbildung absolviert haben und konnte dabei Meinungen über verschiedene Ausbildungsinstitute einholen. Mir wurde von einigen Instituten dringend abgeraten, andere wiederum wurden mir sehr ans Herz gelegt. Und soging es dann weiter. Ich telefonierte verschiedene Ausbilder ab. Ein Aspekt dabei war auch die Finanzierung, denn wer sich schon mal damit auseinander gesetzt hat weiß, dass die hochwertigen Ausbildungen nicht gerade günstig sind. Was natürlich auch richtig ist, wenn man bedenkt, dass man sich so definitiv vorher überlegt, ob die Ausbildung das richtige für einen und seinen Vierbeiner ist.

Bei einigen Unternehmen konnte man verschiedene Hilfsangebotebeantragen. So auch bei M.I.T.T.T., dem Münsteraner Institut für therapeutische Fortbildungund Tiergestützte Therapie. Neben mehreren Empfehlungen sprach also auch die Finanzierung für dieses Unternehmen. Ich rief den Vorsitzenden an und konnte alle Fragen stellen und klären. Und was soll ich sagen? Ich war sofort überzeugt.

Gesagt, getan und ruck zuck die Bildungsprämie beantragt und die Anmeldung geschrieben. Und beides wurde bestätigt!!!! Schon bei Instagram empfahlen mir viele, die theoretischen Einheiten zu machen, bevor der Hund einzieht. Es werden dort schon viele Dinge bezüglich der Hundeerziehung und Vorbereitung auf die Arbeit als Team erklärt, was natürlich super hilfreich ist, da man so direkt einen guten Start mit dem Hund, vielleicht sogar Welpen finden kann. Genauso machte ich es dann auch.

Das erste Theorieseminar war bereits im Mai, eine Woche bevor Henry eingezogen ist. Aber ich kannte ihn bereits, habe ihn zuvor schon 5 mal besucht und stand eng mit der Züchterin in Kontakt, die immer wieder über sein Verhalten berichtete, das passende und unpassende Charakterzüge für einen Begleithund aufzeigte. Aber ganz ehrlich? Das war mir eigentlich egal. Ich wusste ja, hier hatte ich Unterstützung und Hilfe und wir werden das schon hinbekommen, gemeinsam.

Die Ausbildung beginnt

In dem ersten Theorieblock wurden rechtliche Bestimmungen und Tierschutzregelungen gelehrt. Wir beschäftigten uns mit der Anatomie, Physiologie und Psychologie des Hundes und es wurden uns verschiedenste Fallbeispiele vorgestellt. Dabei wurde auch auf Einsatzmöglichkeiten des Hundes in verschiedenen, uns betreffenden Bereichen eingegangen und die Interaktion zwischen Hund und Adressaten thematisiert. Nach zwei Tagen Theorie, woanders schlafen, vielen neuen Leuten und super glücklich fuhr ich nach Hause. Im Auto musste ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken. So überwältigt war ich davon, etwas gefunden zu haben, wo ich mich so sehr sehe und was mir und auch anderen so vieles ermöglicht. Ich war unfassbar glücklich darüber, diesen Wegfür mich entdeckt zu haben.

Dann, 4 Tage später, zog Henry endlich bei mir ein und damit begann das Abenteuer unserer beider Leben. Und zwei Wochenspäter stand dann auch schon das nächste Theorieseminar an. Doch was machte ich nun mit Henry? Lasse ich den für zwei Tage bei meinem Freund Zuhause? Das wäre kein Problem gewesen, aber irgendwie wollte ich das doch mit Henry zusammen erleben. Also los, ich packte unsere Sachen und Henry in meinen kleinen Flitzer und es ging los. Drei Stunden Richtung Rheine und Henry? Der hat mit seinen 10 Wochen die ganze Fahrt verschlafen, wir mussten nicht eine Pause machen.

Kurz im Hotel eingecheckt und dann ging das Seminar auch schon los. Thematisiert wurden dieses Mal die Entwicklungsphasen von Hunden, die Grundlagen der Hundeerziehung sowie verschiedene Einsatzgebiete und Voraussetzungen eines Therapie-/Pädagogikbegleithundeeinsatzes. Die Einführung in das Clickertraining und die Hintergründe der Zusammenarbeit der Sinnessysteme wurden ebenfalls thematisiert.

Wir beschäftigten uns außerdem mit den Förderzielen der Begleithundeeinsätze und lernten erneut verschiedene Fallbeispiele kennen. Die zwei Tage waren aufregend und spannend und natürlich waren sie sehr lang für uns alle. Die Nacht allein im Hotel mit Henry wurde zu einer gemeinsamen Aktion, die uns für immer miteinander verbindet.

Todmüde aber glücklich machten wir uns auf den Rückweg und brauchten ein wenig Zeit um alles Gelernte zu verarbeiten. Es folgte eine Verschnaufpause. Die Hunde müssen nämlich bei der Teilnahme an den Praxisseminaren mindestens acht Monate alt sein.

Nach einer kleinen Pause ging die Ausbildung dann endlich weiter

Wir meldeten uns bei den Praxisteilen im Dezember und Januar an und nur ein halbes Jahr später ging es endlich für uns mit der weiteren Ausbildung los. Dieses halbe Jahr nutzten wir intensiv, um zusammenzuwachsen, erste pubertäre Anfälle zu überstehen und arbeiteten sehr stark am wichtigen Grundgehorsam.

Was wir außerdem machten? Wir meldeten uns bei Instagram an und begannen dort aktiv zu sein. Und was hat uns das hierhin gehend gebracht? Eine ganze Menge! Wir lernten viele tolle neue Leute und ihre unglaublichen Hunde kennen, darunter auch Thanos, Felix und Janina, die auch einen Instagramaccount haben und zufällig bei den gleichen Praxisseminaren angemeldet sind. Leider wohnen die drei 3 Stunden Fahrtzeit von uns entfernt, was einem Treffen aber trotzdem nicht im Weg stand.

Die drei kamen auf dem Rückweg ihres Urlaubs bei uns vorbei und wir verbrachten einen tollen Nachmittag zusammen. Die Hunde und auch die Menschen verstanden sich super und wir waren mehr als glücklich, dass wir die Seminare gemeinsam besuchen können. Im Dezember packten wir dann unsere Sachen (und das waren wirklich wirklich viele! :D) und machten uns erneut auf die Reise. Nach drei Stunden waren wir angekommen, checkten ein und kurze Zeit später kamen auch schon Janina und Thanos an! Die Wiedersehensfreude war riesig! Nicht nur Janina und ich verstanden uns richtig gut, auch die Hunde wurden zu einem richtigem und unzertrennlichem Team.

Mit Sushi im Bett machten wir uns einen gemütlichen Abend, bei dem die Hunde gleich lernen konnten nebeneinander zu Ruhe zu kommen und ließen den ersten Abend schön ausklingen. Natürlich spekulierten wir auch etwas, wie das Seminar wohl werden würde und schliefen dann alle tief und fest ein. Der erste Morgen begann und wir trafen uns mit Janina und Thanos für eine kurze Morgenrunde. Danach sind wir auf die anderen Teilnehmer getroffen und frühstückten allegemeinsam. In einem Raum mit acht anderen Hunden ist an Ruhe natürlich gar nicht zudenken. Aber ich wurde im Laufe des Seminars noch überrascht, wie schnell die Hunde sowas lernen. Und wie schnell sie generell lernen!!

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und individuellen Zielvorstellungen fuhren wir gemeinsam zum Übungsplatz und begannen mit dem Training. Zunächst mussten wir an Hand ein paar Übungen zeigen, wie weit wir sind. Wir waren noch ganz am Anfang, was aber gar nicht schlimm war, da wir so noch keine Fehler einbauen konnten. Wir übten verschiedene kleine Tricks und uns wurde erklärt, wie man verschiedene Sachen aufbaut. Gar nicht so leicht, kann ich euch sagen. Einige Sachen schienen für uns dann doch noch ziemlich utopisch, doch dann haben sie zum Ende hin aber schon recht gut funktioniert.

Nach einigen Stunden ging es zurück und uns erwartete eine Mittagspause inklusive Pizza, was auch beides dringend nötig war. Nach der Pause ging es wieder raus zum Übungsplatz. Wir wiederholten und verstärkten einige Dinge vom Vormittag und lernten zusätzlich neue. Danach ging es rein, wo wir unsgemeinsam mit dem Thema Erste-Hilfe am Hund beschäftigten. Wir fielen todmüde ins Bett und schliefen wie die Babys. Der nächste Tag fing an wie der vorherige.

Nach einem kurzengemeinsamen Spaziergang ging es zum Gruppenfrühstück und danach raus zum Trainieren. Wieder zurück gab es jedoch noch keine Pause, sondern ein weiteres Training, das drinnen stattfand. Da wurde zum Beispiel das auf der Seite liegen oder verschiedene ‚Geräte‘ wie das Katapult erklärt und geübt. Nach der Mittagspause ging es wieder für mehrere Stunden raus und wir bauten verschiedene Tricks auf, die wir später zu einem großen machten. Auch an diesem Abend platze uns der Kopf und wir konnten so gut schlafen wie selten. Dann brach auch schon der letzte Tag des ersten Praxisteils an, den wir wieder mit einem Spaziergang und Frühstück starteten. Es ging nochmal zum Übungsplatz um alles zu wiederholen und letzte Fragen zum Aufbau und zur Umsetzung zu klären. Nachdem wir zurück waren, folgte eine Feedbackrunde mit Zielvereinbarung für Zuhause und Vorbesprechung des nächsten Praxisteils, der in sechs Wochen folgen sollte.

Dann platzte Corona in meine Ausbildung

Sechs Wochen später dann die Ernüchterung. Das Seminar fällt coronabedingt aus. Bis heute besteht leider die Ungewissheit, wann und wie das Seminar stattfinden kann. Wir waren wirklich traurig, da wir uns auf die Tage sehr gefreut hatten. Aber das lässt sich natürlich trotzdem nicht ändern. Gemeinsam warten wir also zurzeit auf einen Ersatztermin, damit wir den zweiten Praxisteil machen und uns danach zur Prüfung anmelden können. Die haben wir uns als Ziel für Ende 2021 gesetzt. In der Hoffnung, dass sich bis dahin alles normalisiert hat, Henry und ich weiter so stetige Fortschritte machen und nichts mehr plötzlich dazwischen kommt!

Vielleichthabt ihr ja Lust unseren weiteren Weg zu begleiten, dann folgt uns gerne auf unserem Instagramaccount! Da nehme ich euch ganz bestimmt mit auf unsere nächsten Schritte und vielleichtsogar bis hin zur Selbstständigkeit!

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