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Von Allergien und Entzündungen beim Hund

Allergie oder Unverträglichkeit?

Die Zahl der Hunde, die an einer Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie leiden ist in den letzten Jahren stark gestiegen und noch immer nimmt die Zahl der leidenden Hunde stetig zu. Aber was genau ist das überhaupt und ist das nicht vielleicht auch das gleiche? Und was sind überhaupt ernährungsbedingte Entzündungen im Hundekörper?

Wo liegen die Unterschiede zwischen Futtermittelunverträglichkeit und einer Allergie?

Auch wenn beide Begriffe von vielen Hundehaltern gern in einen Topf geworfen werden, muss man wissen, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Dinge handelt. Um das zu verstehen, schauen wir uns mal beide Begriffe an und schlüsseln sie auf. Übrigens zeigte eine Studie von Tierärzten im Jahre 2019, dass eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsbestandteile viel seltener bei Hunden vor kommt, als eine Futtermitelunverträglichkeit.

Bei einer Allergie zeigt der Körper des Hundes eine Intoleranz gegen einen ganz bestimmten Stoff, welcher sich im Futter befindet und es kommt somit zu einer Überreaktion des Immunsystem des Hundes. Sobald der Hund also mit einem Nahrungsbestandteil in Berührung kommt, wogegen sein Körper eine Überreaktion zeigt, fängt der Körper also an gegen diese Stoffe, die der Körper als Eindringlinge sieht, zu bekämpfen. Nun können Symptome wie Durchfall, Übelkeit/Erbrechen Juckreiz, Hot Spots, Entzündungen in diversen Bereichen oder gar Fellverlust auftreten. Hierbei spricht man von einer so genannten Abwehrreaktion des Hundekörpers. Bei einer Allergie reichen schon kleinste Mengen aus, um einen Allergieschub im Hundekörper auszulösen und die Symptome treten sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme auf.

Eine Futtermittelunverträglichkeit hingegen ist etwas völlig anderes, denn hier kommt es nicht zu einer Intoleranz sondern es ist vielmehr so, dass der Organismus des Hundes nicht in der Lage ist ganz bestimmte Nahrungsbereiche im Körper abzubauen oder vollständig im Körper aufzunehmen. Wenn ein Hund an einer Futtermittelunverträglichkeit leidet, kann es sein, dass es einige Zeit dauert, bis man diese bemerkt, da es je nach Schweregrad zu einem Ausbruch beim Hund und somit zu Symptomen wie Durchfall und Juckreiz kommen kann. Eine Futtermittelunverträglichkeit kann sich über Jahre hinweg ausbreiten und entsprechend spät erst ausbrechen.

Woran erkenne ich eine Allergie bei meinem Hund?

Wie schon geschrieben, treten bei einer Allergie gegen Futterbestandteile diverse Symptome wie z.B. Durchfall, Juckreiz, Fellverlust, die Bildung von Hot Spots oder auch Entzündungen auf. Zu den gängigen Entzündungen gehören dann hierbei z.B. der Juckreiz also eine Hautentzündung, Darmreizungen, Gelenkentzündungen oder regelmäßige Augen- und Ohrenentzündungen.

Man entscheidet bei Entzündungen des Hundes in zwei Bereiche, einmal die äußeren Entzündungen und die inneren Entzündungen. Während man die äußeren Entzündungen wie z.B. eine Abschürfung der Pfotenballe schnell sieht und behandeln kann, so kann es lange dauern, bis wir Menschen das leid unseres Hundes bei einer inneren Entzündung erkennen und gezielt dagegen vorgehen und behandeln können.

Bei einer äußeren Entzündung reagiert das Immunsystem des Hundes sofort, fährt sich komplett hoch und versucht dagegen anzukämpfen. Sobald die betroffene Stelle behandelt wurde, geht die Entzündung zurück, denn auch das Immunsystem kann sich runter fahren. Somit ist die Entzündung als Notruf des Hundekörpers zu verstehen.

Aber bei einer inneren Entzündung, erkennen wir die Anzeichen meist zu spät, denn nicht immer sind die Anzeichen sichtbar. Bei einer Darmentzündung gibt es neben Blähungen und verschiedenen Arten von Durchfall noch weitaus mehr Symptome, die von Hund zu Hund unterschiedlich sein können, denn es kommt immer auf die Schwere des Entzündungsgrades an. Gleiches gilt für Entzündungen die sich in den Gelenken abspielen, denn nicht jeder Hund beginnt zu lahmen. Manche knabbern vielleicht auch ziemlich intensiv und lange auf ihren Beinen herum oder lecken diese exzessiv ab. Eine Hautentzündung kann über immer stärker werdenden Juckreiz oder Fellverlust gut erkannt werden, aber auch hier kann es einige Zeit dauern, bis man etwas bemerkt.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass jede Entzündung, ganz egal ob sie innerlich oder äußerlich ist, ein Warnhinweis des Hundekörpers ist, welchen wir unbedingt ernst nehmen müssen, da unser Hund dann sehr leidet. Die Entzündung darf nie als Ursache gesehen werden sondern ist der Versuch des Hundekörpers, die in ihm stattfindende Entzündung zu bekämpfen. Man sollte jede Auffälligkeit einem Tierarzt vorstellen, damit eine mögliche andere Erkrankung ausgeschlossen werden kann und direkt gegen die Entzündung gearbeitet und eine Lösung für den armen Hund gefunden werden kann.

Was kann Entzündungen auslösen?

Es ist unglaublich wichtig, die Entzündung rechtzeitig zu erkennen und einzudämmen, bevor sie weiteren Schaden verursachen kann. So kann sich eine Darmentzündung z.B. ganz schnell weiter ausbreiten und weitere Teile des Hundeorganismus befallen und vielleicht auch Leber und das Gehirn oder gar die Bauchspeicheldrüse schädigen.

Aber was löst so eine Entzündung eigentlich aus und kann ich meinen Hund davor schützen? Diese Frage habe ich mir in den ersten Jahren mit Reva immer wieder gestellt und war wirklich schockiert, als ich erkannte, dass ich als verantwortungsbewusster Hundehalter kaum eine Chance habe, meinen Hund vor Entzündungen zu schützen. Da sind zum einen die möglichen Entzündungen, die aufgrund von Allergien gegen Nahrungsbestandteile entstehen können. Hier habe ich das ganze noch selbst in der Hand, denn ich schütze meinen Hund am besten davor, wenn ich ihn genau beobachte und so selten wie möglich einen Futterwechsel vornehme. Dann gibt es da noch den Aspekt mit dem Stress. Hunde haben bei fast jeder Interaktion Stress und teilen diesen in positiven und negativen Stress auf. Und während positiver Stress wenig ausmacht, so kann negativer Stress oder auch emotionaler Stress einen hohen Einfluss auf die Reizschwelle im Hundekörper haben. Bestes Beispiel ist hier eine schlechte Bindung zum Hundehalter oder wenn der Hund Angst vor seinem Besitzer hat. Oder auch wenn der intakte eine läufige Hündin wittert.

Interessant sind auch unsere Umwelteinflüsse. Denn kleine Hunde, die viel an stark befahrenen Straßen laufen und viel Abgase abbekommen haben ein viel höheres Risiko an einer Entzündung zu erkranken als ein Hund auf dem Land. Oder auch Hunde, deren Halter Raucher sind und die Hunde immer wieder dem Zigarettenrauch ausgesetzt sind, es gibt tatsächlich passives Rauchen beim Hund, so wie bei uns Menschen. Und auch die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle, denn einige Hunde bekommen die Veranlagung für Allergien und Entzündungen quasi vererbt. Und das sind nur einige Faktoren, es gibt noch viel mehr, die Uraschen für Entzündungen und schwere Erkrankungen sein können.

Was kann ich machen, wenn ich eine Allergie vermute?

Am besten notiert man sich jede Auffälligkeit des Hundes und beobachtet ihn immer sehr genau, damit einem Veränderungen direkt auffallen und man dann sofort zum Tierarzt gehen kann. Oft wird versucht einige Dinge wie z.B. Parasiten in Form von Kotprobentest ausschließen zu können und wenn alles andere ausgeschlossen werden kann bzw. der Fall klar ist, wird er Tierarzt eine Ausschlussdiät für den Hund verordnen.

Bei einer Ausschlussdiät bekommt der Hund für 6-8 Wochen nur eine Futtersorte, etwas was er noch nie bekommen hat und was nicht so häufig in Futtersorten vorkommt, also ein Exot, wie z.B. Pferd oder Ziege. Denn diese Proteinquellen werden selten mit anderen Proteinquellen vermischt und es wird oft geraten, sich die Exoten für mögliche Ausschlussdiäten aufzuheben. Man füttert also 6-8 Wochen lang ein Futter mit nur einer Proteinquelle, was auch Monoprotein genannt wird, manche geben es aber auch als Singleprotein auf der Verpackung an. Außerdem sollte das Futter frei von Kohlehydratquellen wie Kartoffeln oder Reis sein. Immer häufiger wird darum bei diesen speziellen Futtersorten Süßkartoffel oder Topiaka als Kohlenhydratquelle verwendet, da diese als gut verträglich gelten.

Wenn in dieser Zeit die Symptome rückläufig sind, kann nach Absprache mit dem Tierarzt eine der vorherigen Futtersorten angeboten werden und dann muss genau beobachtet werden, ob der Hund seine alten Symptome wieder bekommt und wenn ja, wird diese Sorte direkt wieder weg gelassen und gegen das Monoprotein wieder ersetzt.

Es gibt auch einige Tierärzte die einen Allergietest anbieten und durchführen, zudem gibt es im Internet eine große Anzahl von Anbietern, die diese Allergietests für die Selbstanwendung zuhause anbieten. Hierbei scheiden sich die Geister jedoch stark, da die Aussagekraft von solchen Allergietest wohl nur über einen Bluttest genau sein soll, jedoch scheiden sich auch hier die Geister und die Meinungen gehen hierbei auseinander. Während es die einen Tierärzte als sinnvoll sehen und durchführen, betrachten andere Ärzte dies als unnötige Geldausgabe und sagen auch dem Bluttest ein sehr ungenaues Ergebnis nach. Denn damit ein Hund auf ein getestetes Eiweiß anspringen kann, muss er dieses Eiweiß also das Protein überhaupt schon einmal gefressen haben, ansonsten ist das Ergebnis wohl ungenau.

Welchen Schaden kann die Hundegesundheit nehmen?

Wenn ein Hund unter Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien leidet, ist es DRINGEND notwendig, dass man dagegen vorgeht, denn sonst können schlimme gesundheitliche Folgen für den Hund entstehen. Je länger man abwartet, desto schlimmer kann es werden und der Hund vermutlich sein ganzes restliches Leben darunter leiden. Daher ist es so wichtig, schnell zu handeln und zum Tierarzt zu gehen, sobald man Verhaltensveränderungen am Hund feststellt. Eine unbehandelte Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie kann jederzeit diverse Entzündungen und schlimmeres im Hundekörper auslösen, und diese können äußerlich, aber auch innerlich auftreten und die geliebte Fellnase soll ja auch einfach nicht unnötig leiden müssen.

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