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Warum Aufwärmen und Abwärmen oft unterschätzt und vergessen werden

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und beinhaltet daher Werbung.

Modul 7

Im siebten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es u.a. um das Warm Up sowie Cool Down beim Hund. Dies ist ein unfassbar wichtiger Teil, gerade bei Sporthunden, und wird leider viel zu häufig vergessen und komplett unterschätzt. Außerdem lernte ich Massagetechniken und verschiedene Dehnübungen beim Hund kennen. Zusätzlich gab es Trainingspläne zum Auf- und Abwärmen und einige kleine Übungen.

Da gerde bei Massagen und Dehnübungen ohne direkte Anleitung sehr viel schief gehen kann und das Verletzungsrisiko sehr groß ist, möchte ich diese Themen auslassen und euch berichten, warum ein gutes Warm Up und Cool Down so wichtig für den Hund sind und warum sie von Hundehaltern immer wieder vergessen werden.

Kleine Einleitung zum Aufwärmen und Cool Down beim Hund

Als ich mich anfing, mit diesem Thema zu befassen, fühlte ich mich schnell wie der schlechteste und ungebildete Hundehalter auf diesem Planeten. Denn auch ich habe das Thema Warum Up und Cool Down bisher komplett unterschätzt und auch noch nie durchgeführt. Je mehr ich mich damit befasste wurde mir klar, dass dies für alle Hunde wichtig ist, nicht nur für Sporthunde.

Daher möchte ich euch zu aller erst Fragen: Wie oft habt ihr eure Hunde vor einem Spaziergang oder einem Playdate mit Hundebuddys ordentlich aufgewärmt? Und damit meine ich nun nicht, ein paar Minuten im Schritt gehen, sondern wirklich richtiges aufwärmen.

Wie oft sehen wir Hundehalter die in den Wald oder zur Hundewiesen fahren, den Kofferraum auf machen und der Hund direkt los flitzen darf. Das ist zum einen weder gut für die Impulskontrolle des Hundes, zudem steigert es die Erwartungshaltung enorm und zum anderen ist es absolut schädlich für Muskeln und Gelenke.

Leider denken noch immer viel zu viele Hundehalter, dass nur Sporthunde vor dem Training oder vor dem Turnier ein Aufwärmen und hinterher ein Cool Down benötigen. Dabei sieht die Realität leider ganz anders aus. Tatsächlich benötigt jeder Hund vor einem längeren Spaziergang, Ballspielen, Wanderung, schwimmen gehen oder eben dem Playdate mit dem besten Hundekumpel ein gutes Aufwärmprogramm und anschließend ein gutes Cool Down.

Warum sind Warm Up und Cool Down beim Hund eigentlich wichtig?

Beginnen wir doch direkt mit dem wichtigsten und nahe liegendem: Ein gutes Aufwärmen und Abwärmen verhindert Verletzungen beim Hund! Jegliche Form von Bewegung belastet die Gelenke beim Hund, ganz egal, ob wir nur drei Meter zur nächsten Hundewiese oder ob wir 15 Minuten Ballspielen gehen oder eine schöne lange Wanderung machen.

Mit dem Warm Up bereiten wir den Hundekörper auf die kommende Bewegung und Belastung vor. Dies ist immer dann nötig, wenn wir wissen, dass der Hund sich zügig oder vielleicht sogar sehr schnell und ausdauernd sowie belastend bewegen wird. Also wenn ich mit dem Hund joggen gehe, er im See ein paar Runden drehen soll oder ich ihm einige Bälle zuwerfe oder er nach der Frisbee springen muss. Jeder Hund, der hierfür nicht aufgewärmt wird, wird einem enorm großen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Auch wenn man nun vielleicht meint, dass sei übertrieben oder der Hund habe sich bisher nie verletzt, so ist dies kein Grund, nun nicht damit anzufangen. Denn wir können nicht sehen, ob der Hund nicht durchaus schon mal eine Verletzung davon getragen hat, manche Hunde bekommen z.B. dadurch schneller Muskelkater und feine kleine Risse in Sehen und Bänder sind für uns nicht sichtbar.

Das Warm Up

Da die Muskulatur beim Hund im lockeren und entspannten Zustand ohne Spannung und ohne Gelenkstabilisierung ist, ist es sehr wichtig, die Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln und Gelenkknorpel auf die kommende Bewegung und Belastung vorzubereiten. Bei einem nicht aufgewärmten Hund können Gelenkknorpel und Sehen schnell abgenutzt sein und es später zu unschönen Folgen im Alter kommen. Manchmal machen sich Verletzungen am Gelenkknorpel erst nach Jahren bemerkbar.

Da der Kreislauf des Hundes sehr schnell in den Ruhemodus zurückkehrt ist es sehr wichtig sich genau zu überlegen, wie und vor allem wann das Aufwärmen statt finden soll. Es macht also keinen Sinn, denn Hund aufzuwärmen, dann ins Auto zu steigen zum Playdate zu fahren. Denn dann hätte das Aufwärmen keinen Sinn gemacht. Also hier lieber erst am Ort des Playdates aufwärmen.

Zudem sollte immer der Ermüdungszustand des Hundes beim Aufwärmen beachtet werden, denn auch wenn ein gutes Aufwärmprogramm gute 20 Minuten dauert, wenn euer Hund dies nicht durchhalten kann oder danach total im Eimer ist, dann bringt euch dies nicht wirklich was. Daher variiert bitte die Zeit zum Aufwärmen und passt diese an euren Hund an, ich halte mich für diesen Artikel lediglich an die empfohlenen Zeiten für normal aktive und ausgewachsene Hunde. Übrigens sollten auch Welpen vorm Spielen mit Artgenossen ein wenig aufgewärmt werden, aber bitte haltet das Aufwärmen kurz und knapp.

Man spricht tatsächlich von zwei verschiedenen Aufwärmen-Arten. Einmal das allgemeine Aufwärmen, welches dazu dient den Körper auf die Belastung vorzubereiten und den Körper quasi auf die Betriebstemperatur zu bringen. Und dann gibt es noch das spezifische Aufwärmen, welches sich darauf spezialisiert, den Körper nur auf ganz bestimmte Bewegungen vorzubereiten. Hierbei werden nur Übungen zum Aufwärmen gewählt, welche die kommende Belastung betreffen. Das spezifische Aufwärmen finden wir gerade im Hundesport sehr häufig. Für den Alltag mit unseren Hunden reicht das allgemeine Aufwärmen komplett aus.

Wie sollte ein gutes Warm Up aussehen?

Das Aufwärmen sollte immer direkt vor der eigentlichen Bewegung statt finden, damit der Kreislauf sich nicht wieder runter fahren kann. Sollte sich aus irgendeinem Grund der Start für den Spaziergang etc. nach dem Aufwärmen etwas verzögern, so kann man den Hund mit kleinen Übungen sowie kurzen Einheiten im Trab warm halten. Beachtet bitte immer den Ermüdungszustand eures Hundes beim Aufwärmen und variiert daher die Zeit zum Aufwärmen. Außerdem sollte immer die Temperatur und Wetterbedingungen im Blick behalten werden.

Ein gutes Aufwärm-Programm startet mit einem kurzen Schritt. Hierbei reichen je nach Hund und Temperatur 5-10 Minuten. Hierzu sollte der Hund an der Leine sein, damit wir die Gangart bewusst kontrollieren und somit langsam starten können. Mit dem Schritt gehen kommt das Herz-Kreislaufsystem in Gang.

Im Anschluss folgt das Traben. Hiermit schaltet das Herz-Kreislaufsystem einen Gang höher und die Anzahl der Herzschläge pro Minute erhöht sich. Somit entsteht eine bessere Durchblutung und die Körpertemperatur wird erhöht. Damit der Bewegungsapparat beim Hund gut Arbeiten kann sollte eine Körpertemperatur von 39,0 Grad erreicht werden. Dann können Sehnen, Bänder, Gelenke und Muskeln am besten arbeiten. Das Gewebe wird dann elastischer und Sehnen sowie Bänder werden geschmeidiger, was die Bewegung reibungsfreier und gleichmässiger macht. Auch die Nervenzellen werden sensibler und der Hund kann somit besser auf plötzliche Dinge wie eine plötzliche Hundebegegnung reagieren.

Das Traben sollte insgesamt 10 Minuten umfassen und hierbei sollte nicht nur gerade aus gelaufen werden. der Hund sollte weiterhin an der Leine bleiben, damit er und sein Tempo gut kontrollierbar sind. Baut gerne ein paar Übungen ein, wie das Laufen von Kreisen. Hier beginnt ihr mit großen Kreisen, die dann immer kleiner werden. Baut hierbei unbedingt Richtungswechsel ein, damit alle Körperstrukturen gleichmässig belastet werden.

Nun könnt ihr auch ein paar kleine Massagen einbauen, das regt den Muskel an und lässt ihn besser durchbluten und die Gelenke werden stabilisiert. Hierfür könnt ihr einen Hundefitnesstrainer oder eine gute Hundephysiotherapeutin um Rat und Hilfe fragen, welche euch gern beraten und tolle Massagen zum Aufwärmen zeigen.

Das Cool Down/Abwärmen

Nach der Bewegung sollte ein Hund immer gut abgewärmt werden, mit einem guten Cool Down. Sein Herz-Kreislaufsystem hat sehr stark gearbeitet und der ganze Körper ist warm. Mit einem Cool Down kann zum Beispiel ein möglicher Muskelkater beim Hund teilweise vorgebeugt oder komplett vermieden werden. Ein Abwärmen ist unglaublich wichtig, da bei der Bewegung in den Muskeln viele Abfallstoffe eingelagert sind, und über das Blut wieder aus dem Körper transportiert werden müssen. Ein Hund der kein Cool Down bekommt und direkt in die Ruhephase übergeht und sich ausruht, würde seinen Puls direkt abfallen lassen und die Stoffwechselproduktion kann nicht richtig arbeiten. Die Abfallstoffe können so nur schleppend bis gar nicht aus dem Körper transportiert werden. Vielmehr würden diese in den Muskeln bleiben.

Ohne ein Abwärmen kann sich schnell Muskelkater beim Hund bilden, der Körper würde mit dem schnellen Wechsel des Puls nicht gut zurecht kommen und die Stoffwechselproduktion kann auf Dauer beschädigt werden.

Wir unterscheiden beim Cool Down nicht nach allgemein oder spezifisch und somit gibt es hier keine auf das Training oder die Bewegung angepassten Abläufe. Auch hier sollte immer auf den Hund, sein individuelles Ermüdungsbild und die Temperatur sowie die Wetterbedingungen im Blick behalten werden.

So geht ein gutes Cool Down

Wer am Ende der Bewegung ist, der kann nun in das Cool Down, auch Abwärmen genannt übergehen. Hierfür kann der Hund durchaus frei laufen, aber zur besseren Kontrolle wird auch hier, wie beim Aufwärmen empfohlen, den Hund an die Leine zu nehmen.

Hierzu startet man am besten in einem leichtem Trab für ca. 5-10 Minuten, je nach Ermüdungszustand des Hundes. Dies regt die Stoffwechselproduktion an und die Abbauprodukte können sich aus den Muskeln entfernen und aus dem Körper transportiert werden.

Nun gehen wir in den Schritt über, welcher 15-20 Minuten umfassen sollte. Hier reicht ein einfacher Spaziergang. Achtet darauf, keine Pausen zu machen, damit der Puls des Hundes nicht abfällt.

Wenn ihr wieder zu Hause seid, könnt ihr eine Stunde später leichte Dehnübungen machen, aber auch eine Massage ist möglich. Es wird empfohlen Dehnübungen und Massagen aufzuteilen und an unterschiedlichen Tagen durchzuführen. Lasst euch hierfür die Übungen von einem Fitnesstrainer oder Physiotherapeuten zeugen, um Verletzungsgefahren zu vermeiden.

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