đŸŽ€ Blogtalk - Hundeerziehung und NĂŒtzliches

Wenn der Hund stirbt

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Dies ist ein Gastbeitrag meiner lieben Freundin Janine, die in diesem Beitrag ihre persönlichen Erfahrungen mit euch teilt, wofĂŒr ich ihr sehr dankbar bin. Da es sich um einen Gastbeitrag mit Nennung des Instagram-Accounts handelt, handelt es sich hierbei um Werbung.

Das sind wir – Hallo und Wuff

Ich bin Janine, 22 Jahre, Hundemama aus Leidenschaft und Aushilfshundetrainerin auf unserem Hundeplatz. Unser Zuhause wird von zwei Fellnasen auf den Kopf gestellt, die ich natĂŒrlich auch noch kurz vorstellen werde. Da wĂ€re: Lilly, eine 10 Jahre alte Berger des PyrĂ©nĂ©es HĂŒndin. Sie ist ein kleiner Wirbelwind, total aufgedreht und gerne auch mal eine kleine Zicke. Und unser KĂŒken Rey, ebenfalls eine Berger des PyrĂ©nĂ©es HĂŒndin die mittlerweile 2 Jahre alt ist. Sie ist der absolute Streber und immer mit vollem Elan dabei und der erste Hund den ich zum grĂ¶ĂŸten Teil alleine erziehen darf.

Wir sind bei Instagram unter „Lilly_und_Rey“ zu finden. Auf unserem Account berichten wir ĂŒber unsere alltĂ€glichen Erlebnisse, gehen dabei nicht immer nur die bequemen Wege, sondern berichten auch offen und ehrlich ĂŒber die unschönen Dinge. Zudem erinnern wir uns gerne mal an vergangene Tage mit unserer verstorbenen Terriermix HĂŒndin Hera zurĂŒck oder an die Welpenzeit von Lilly und Rey.

Wenn der Hund stirbt

“Having a dog will bless you with the happiest days of your life and one of the worst days”

Den eigenen Hund zu verlieren, war eines der traurigsten Momente in meinem jungen Leben. 2018 verstarb unsere HĂŒndin Hera. Sie war unser erster Hund und mit ihr bin ich aufgewachsen. So viele Erinnerungen und schöne Momente verbinde ich mit ihr, denn Hera war irgendwie immer dabei. NatĂŒrlich war die LĂŒcke, welche sie in meinem Leben hinterlies ziemlich groß, aber ich muss zugeben, dass ich schon frĂŒh erkannt habe dass der Tod einfach zum Leben dazugehört, weshalb ich zwar getrauert habe aber die Situation auch schnell akzeptiert habe. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich euch meine Überlegungen und Erfahrungen ĂŒber den Umgang mit dem Tod des eigenen Hundes schildern.

Die Anzeichen erkennen

Alles fing damit an, dass Hera Milchknötchen an einer Zitze gebildet hatte. Diese waren am Anfang noch recht klein, wurden aber mit der Zeit immer grĂ¶ĂŸer. Der Tierarzt sagte uns, dass es wahrscheinlich nichts nĂŒtzen wĂŒrde, die Knötchen zu entfernen, da diese sich mit der Zeit immer wieder nachbilden wĂŒrden. So hatte sich mit der Zeit ein riesiger, schwerer Klumpen gebildet. Meine Mutter hatte Hera dann eine Art BH fĂŒr den Knoten gehĂ€kelt, damit das Gewicht, diesen nicht immer runterzog.

Uns wurde bewusst, dass es sich nicht nur um den Wachstum von Milchknötchen handelte sondern, dass ebenso ein Tumor dahintersteckte. Je grĂ¶ĂŸer der Klumpen wurde, umso mehr haben wir uns darauf eingestellt, dass Hera eventuell nicht mehr so lange bei uns sein wird, denn eines war uns klar, wir werden sie nicht leiden lassen. Wir haben uns dementsprechend dazu entschieden, dass wir ihr weder eine Art Chemo zumuten werden, noch irgendwelche Medikamente geben werden, welche ihren Charakter verĂ€ndern wĂŒrden.

Denn Hera kam eigentlich gut mit dem Klumpen klar und war weiterhin der hyperaktive Hund den wir kannten. Mit zunehmendem Alter kam dann noch die Demenz dazu. Manchmal stand Hera einfach nur mit einem leeren Blick so da, war nicht mehr wirklich ansprechbar. Das hielt fĂŒr eine kurze Zeit an, dann sah man wie sie plötzlich wieder zu sich kamund alles war wieder beim Alten. Augen und Gehör liesen mit der Zeit natĂŒrlich auch nach. Meistens orientierte sie sich beim Spaziergang dann an Lilly.

Lilly hatte es sich auch irgendwann zur Aufgabe gemacht auf Hera aufzupassen und holte sie wieder zurĂŒck, wenn Heramal wieder beim Spaziergang zu weit weg lief und uns nicht mehr hörte. Es kam auch nicht nur einmal vor, dass wir beim Spaziergang Bekannte trafen und Hera dann einfach mit diesen Menschen weiterlief. Wir konnten uns also sehr lange darauf einstellen, dass wir nurnoch wenig Zeit mit Hera haben werden und haben dadurch die letzten Monate noch mehr genossen. Wir wurden auch geduldiger mit ihr und gaben ihr fĂŒr viele Dinge mehr Zeit.

Vorbereitung auf den Tod

Ehrlich gesprochen, hatte Hera lĂ€nger gekĂ€mpft als wir es erwartet hatten. Wir waren 1 Âœ Jahre vor Heras Tod beim Tierarzt, der uns sagte, dass der Tumor schon sehr groß ist und wir uns darauf einstellen mĂŒssen, dass dieser auch in nĂ€chster Zeit aufgehen könnte. Wir haben also sehr regelmĂ€ĂŸig die Haut am Tumor auf VerĂ€nderungen kontrolliert. Auch haben wir schon einige Vorbereitungen getroffen. Wir haben besprochen, was wir mit Heras Körper machen werden oder wie wir Erinnerungen sammeln können. Ich persönlich habe mir ein Tattoo mit Heras Pfote stechen lassen, wir haben ein Fotoshooting gemacht, ein Fotobuch erstellt und als letzte Erinnerung haben wir uns befĂŒllbare Halsketten gekauft, die mit Heras Fell befĂŒllt wurden.

Die letzten Tage

Bei einer erneuten Kontrolle der Haut, sah meine Mutter dann das, wovor wir die ganze Zeit Angst hatten. Die Haut begann abzusterben. Wir sind dann zum Tierarzt gefahren und er hatte uns empfohlen, dass wir nun die nĂ€chsten Tage Abschied nehmen sollten und Hera erlösen sollten, bevor die Haut wirklich aufreißt und Hera schwere Schmerzen erleiden muss. So machten wir einen Termin zum EinschlĂ€fern aus und holten Hera wieder nach Hause um uns ausgiebig zu verabschieden.

Als der Tag dann kam, sind wir mit der ganzen Familie zum Tierarzt gefahren. Meine Mutter und mein Vater sind mit Hera in den Behandlungsraum und Hera starb, mit ihren 15 Jahren, in den Armen meiner Mutter. Das war echt hart, vor allem weil es Hera ja eigentlich nicht schlecht ging. Sie hatte keine wirklichen Schmerzen, sie konnte noch laufen und es war von außen nichts erkennbar, was darauf hinwies, dass sie nun gehen muss.

Wir nahmen ihren Körper mit nach Hause. Lilly durfte dann noch einmal an dem Körper schnĂŒffeln, sodass sie verstanddas Hera nun tot ist. Danach hat mein Vater und der Freund meiner Schwester in unserem Garten ein Loch gegraben und wir haben Heras Körper dort begraben.

Danach kam die LĂŒcke

Ich denke, dass dieser Moment von allen Menschen unterschiedlich empfunden wird. Bei mir mischte sich neben der Trauer sogar etwas Erleichterung hinzu, dass Hera es „hinter sich gebracht“ hat und sie nicht leiden musste. Die ersten Monate kam mir das Leben zu Hause um ein gutes StĂŒck ruhiger vor. Keine hyperaktive Hera mehr, die durch das Haus wuselte, kein Operngesang mehr wenn wir unsere Schuhe zum Spaziergang anzogen und aufeinmal so viel Platz im Bett. Man gewöhnt sich allerdings mit der Zeit daran und tröstet sich mit den vielen schönen Erinnerungen.

Ein Seelenhund stirbt niemals ganz

Über die Jahre wuchsen Hera und ich immer mehr zusammen. Uns hat ein unsichtbares Band verbunden und sie wurde mehr als nur ein Familienmitglied. Diese Verbindung, kann man kaum in Worte fassen. Ich denke das geht jedem so, der an seinen Seelenhund denkt. So viele schöne Momente hĂ€ngen mit ihr zusammen und ich glaube immernoch, dass Herauns gefunden hat und nicht umgekehrt. Mit ihrer verrĂŒckten Art eroberte sie alle Herzen im Sturm. Mit ihrem Tod hat sie bei unserer ganzen Familie eine LĂŒcke hinterlassen, die nicht mehr zu fĂŒllen ist. Auch wenn wir uns lange darauf vorbereiten konnten, war und ist es schlussendlich schwierig. Ich bin fĂŒr die Zeit mit ihr einfach unendlich dankbar. Sie wird in uns immer weiterleben. Wenn wir uns an Hera erinnern, können wir sie sehen.

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