❀ Gesunder Hund

Wenn Hunde schlafen

Schlafende Hunde – Ein kleiner Überblick ĂŒber den Hundeschlaf

Den Schlaf unserer Hunde versuchen Forscher bereits seit einigen Jahren zu verstehen und hierfĂŒr werden immer wieder interessante Studien durchgefĂŒhrt. Die aktuellste Stammt aus den USA, wo eine Art Schlaflabor aufgestellt wurde und die Hunde mittels Elektroden im Schlaf ĂŒberwacht wurden, Das ganze kann man sich wirklich bei bei einem Schlaflabor fĂŒr uns Menschen vorstellen und ist höchst interessant. Übrigens wurde in dieser Studie versucht, die verschiedenen Schlaf-, und Traumphasen der Hunde zu erforschen, da es hier immer wieder Unstimmigkeiten gab. Die einen meinen, dass unsere Hunde ganz anders schlafen als wir Menschen und die anderen behaupten eben genau das Gegenteil.

Wir Menschen haben einen binĂ€ren Schlafablauf und teilen unseren Tag in eine aktive Phase, der Wachphase, also wo wir arbeiten/lernen/zur Schule gehen, einkaufen etc. und in eine Schlafphase, also da wo wir schlafen ein. Wir Menschen nutzen den Schlaf zur reinen Erholung und unterteilen diesen in drei Schlafphasen: Eine DĂ€mmschlafphase auf der die REM-Schlafphase folgt und dann wieder die DĂ€mmschlafphase. Unser schlaf ist in der REM-Schlafphase am tiefsten. TrĂ€umen können wir Menschen, ĂŒbrigens nur in der REM-Schlafphase. Und wie ist das nun bei unseren Fellnasen?

Fangen wir doch erst einmal damit an, dass SchlafbedĂŒrfnis unserer Hunde etwas auseinander zu nehmen, denn sie haben keine Tagesaufteilung sondern, laut Studie, ist es eher so, dass sie knapp 60% des Tages schlafen, an 20% vom Tag zwar wach aber eher faul sind und bequem herum liegen und die restlichen 20% werden wirklich aktiv genutzt. Der Schlaf der Hunde dient auch zur Erholung, wird jedoch am stĂ€rksten dafĂŒr genutzt, die erlebten Dinge vom aktuellen Tag zur verarbeiten im Kopf zu festigen. Nur mit genĂŒgend Ruhe-, und Schlafphasen am Tag, kann unser Hund also seine erlernten Tricks, Kommandos im Kopf verknĂŒpfen und die spannenden Spielstunden mit Frauchen oder dem Hundekumpel verarbeiten.

FĂŒr ein aktives Hundeleben muss der Hund ausreichend schlafen.

Im Übrigen unterscheidet sich das einzelne SchlafbedĂŒrfniss unserer Hunde sehr stark nach Rasse, Alter und GrĂ¶ĂŸe. Ein Welpe z.B. erlebt in jeder Minuten neue Dinge die es zu erlernen und zu verarbeiten gilt und schlĂ€ft somit bis zu 22 Stunden am Tag. Ein ausgewachsener Hund mittlerer GrĂ¶ĂŸe wird am Tag zwischen 14 und 16 Stunden schlafen, ein kleiner sogar nur zwischen 12 und 15 und ganz große Hunde sowie Ă€ltere Hunde neigen sogar zu einer Ruhezeit von 13 bis 19 Stunden, das klingt fĂŒr uns nach viel verschlafener Zeit, aber fĂŒr den Hund ist das wirklich eine sehr wertvolle Sache und man sollte unbedingt rechtzeitig darauf achten, dass es dem Hund nicht schwer fĂ€llt seine Ruhe zu finden, ggf. muss man diesem bereits im Welpenalter die Ruhe beibringen, da es wirklich vielen Welpen sehr schwer fĂ€llt.

Die Schlafphasen vom Hund unterteilen sich in zwei Schlafphasen. Wenn der Hund einschlĂ€ft, haben wir die erste Phase, den NREM-Schlaf, welcher sich aber auch noch einmal in drei unterschiedliche Phasen teilt. Die NREM-Schlafphase beginnt mit dem Übergang vom wachen in den schlafenden Zustand und wĂ€hrend der Hund das Unterbewusstsein eintaucht verliert er gleichzeitig die Kontrolle ĂŒber seinen Körper. Hier kann man evtl. auch ein leichtes zucken der Muskeln erkennen. Darauf folgt die stabile Schlafphase, hier beginnt der Hund damit, sein Gehirn zu aktivieren und fĂŒr die Verarbeitung vorzubereiten und zu stimulieren. der Hund selber wirkt dabei aber ganz ruhig und entspannt.Dies ist ĂŒbrigens immer die lĂ€ngste Schlafphase und macht fast 55% des gesamten Schlafes aus.

Nun schließt sich die Tiefschlafphase an, wo der Hund seinen Herzschlag und seine Atmung herunterfĂ€hrt und auch seine Körpertemperatur sinkt, da der Blutdruck abfĂ€llt. Diese Phase dauert nur ca. 10 Minuten und wird von einer der zweiten großen Schlafphase abgelöst, der REM-Schlafphase. Ebenso wie bei uns Menschen wird hier am stĂ€rksten getrĂ€umt, der Mensch bekommt dies oft durch winseln, bellen oder jammern mit. Auch die Beine können in der Luft oder im Körbchen tanzen oder sich bewegen und hin und her zappeln. Aber ganz egal, wie stark seine TrĂ€ume sind, wecken sollte man den Hund nicht, da hier und die GehirnaktivitĂ€t eingegriffen wird. Anders als bei uns Menschen, können Hunde ĂŒbrigens keine AlptrĂ€ume bekommen, auch wenn es anders erscheint, wenn man den schlafenden Hund so beobachtet.

Ein langer und ausreichender Schlaf ist fĂŒr unsere Hunde sehr wichtig.

Damit der Hund seine erlernten und erlebten Dinge auch wirklich qualitativ hochwertig verarbeiten und abspeichern kann, ist es sehr wichtig, die Ruhe des Hunde zu akzeptieren und ihn nicht zu wecken oder gar zu stören, ganz egal, wie extrem er gerade zu trĂ€umen scheint. Denn bei jeder Störung wird der Hund aus einem aktiven Verarbeitungsprozess des Gehirns gerissen und ob er da wieder zurĂŒck finden kann, wenn er wieder eingeschlafen ist, ist bisher noch unerforscht. Es ist auch nicht ganz klar, was der Hund so trĂ€umt. Ob er nun ausschließlich die Dinge des Tages verarbeitet oder ob er von wilden Spielereien mit seinen Kumpels aus der großen Wiese trĂ€umt, ist bisher noch gĂ€nzlich unerforscht.

Was aber anhand der neusten Studie bereits klar erforscht wurde, war der Umstand, dass Hunde, die am Tag wenig beschĂ€ftigt worden, hierzu zĂ€hlt genug körperliche Bewegung aber auch genug Arbeit fĂŒr den Hundekopf , einen deutlich besseren und wirksameren schlaf hatten, als die Hunde, die von ihren Besitzern nicht ausgelastet oder beschĂ€ftigt wurden. Hierzu wurden in der Studie mit dem Schlaflabor 160 Hunde getestet. Bei 80 Hunden wurde ĂŒber zwei Wochen lang die Bewegung auf das minimum reduziert und der Kopf wurde gar nicht beschĂ€ftigt. Und bei den restlichen 80 Hunden war genau das Gegenteil der Fall. Die Bewegung wurde auf jeden Hund entsprechend angepasst und auch der Kopf wurde mit kleinen Übungen gut ausgelastet. Die Hunde, die viel beschĂ€ftigt wurden, machten einen glĂŒcklicheren und ausgeglicheneren Eindruck und hatten außerdem einen besseren Schlaf. Hier arbeitete das Gehirn immer konstant und der Schlaf war ruhig und gleichmĂ€ĂŸig. Bei den anderen Probanden hingegen, war der Schlaf unruhig und beinhaltete viele Wachphasen wo der Hund Unruhe zeigte und viel umher wandern wollte.

Hunde die im Schlaf immer wieder gestört wurden, zeigten in Studien immer eine gewisse Unruhe in den kommenden Tagen, mit der Tendenz zu immer stĂ€rker werdenden Unruhe, Ă€hnlich wie bei kleinen Kindern. Außerdem kann es sogar schĂ€dlich fĂŒr die Hundegesundheit sein, seinen Hund zu stören oder zu wecken, denn das Immunsystem wird schwĂ€cher, wenn der Hund nicht genĂŒgen Ruhepausen bekommt und der Hund wird immer unkonzentrierter. Das erlernen und verarbeiten neuer oder erlebter Dinge wird unmöglich gemacht, da das Gehirn auch in seine Leistung dann immer weiter runter fĂ€hrt.

Es ist also ganz wichtig, damit der Hund einen wirklich erholsamen Schlaf hat, ihm einen ruhigen RĂŒckzugsort mit seinen Vorlieben zu gestalten und diesen auch als den wirklichen Ruheort zu akzeptieren, was bedeutet den Hund dort wirklich immer zu 100% in Ruhe zu lassen, wenn er diesen Platz aufgesucht hat. Es gibt auch Hunde, die gerne in der NĂ€he ihrer Menschen schlafen wollen, dass ist schön, trotzdem sollte der Hund seinen schlaf dann auch wirklich bekommen und nicht durch stĂ€ndiges streicheln gestört oder gar geweckt werden. Denn einen schlafenden oder gar trĂ€umenden Hund zu wecken kann fatale Folgen fĂŒr die Hundeerziehung, das Zusammenleben und auf Kontakte mit Artgenossen haben.

Nach einem spannenden Tag im Wald, hat das Köpfchen im schlaf viel zu verarbeiten.

TrĂ€umende Hunde – Das steckt hinter den HundetrĂ€umen

Ob unsere Hunde trĂ€umen können, beschĂ€ftigt seit sehr vielen Jahren die Wissenschaftler und mittlerweile hat man in diversen Studien, die aktuellste hierzu fand ebenfalls in den USA statt, herausgefunden, dass auch unsere Hunde trĂ€ume haben, jedoch ganz anders als wir Menschen und auch ganz anders, als wir es uns wohl vorgestellt haben. Denn auch wenn die SchlafablĂ€ufe sehr Ă€hnlich sind, so sind unsere TrĂ€ume dann doch viel weniger komplex und wichtig, als die der Hunde und das obwohl die Traumphase der Hunde um einiges kĂŒrzer ist als bei uns Menschen.

Bestimmt hat fast jeder Hundehalter schon einmal bemerken können, wie sein Hund im schlaf mit den Pfoten tanzt oder wild umher strampelt, als wĂŒrde er gleich los laufen. Das dieses ĂŒbrigens nicht passiert, liegt daran, dass Hunde eine SchlaflĂ€hmung haben und nicht Schlafwandeln können, bei uns Menschen fehlt diese SchlaflĂ€hmung komplett, weswegen wir durchaus Nachts umher wandeln können.

Was den Inhalt der TrĂ€ume anbelangt, so ist sich eine Forscherin von der Harvard Medical School einig, dass unsere Hunde von ihren Hundehaltern trĂ€umen, also Erlebnisse mit ihnen. Angeblich können Hunde im Traum auch hören und riechen, was bedeutet wĂŒrde, dass sie auch im Traum negative Stimmlagen von uns wahrnehmen und verarbeiten können und uns riechen können.

Ein weiterer Forscher hat vor vielen Jahren heraus gefunden, dass unsere Hunde in jeder REM-Schlafphase ihre Tageserlebnisse verarbeiten und das erlernte nur dort richtig verknĂŒpfen können. Gleiches gilt fĂŒr negative Erlebnisse am Tag, wie z.B. eine unangenehme Auseinandersetzung mit Artgenossen. Wenn der Hund am Tag ein schlimmes Erlebnis hatte, z. B durch einen Biss eines Artgenossen oder eine fiese Mobbingattacke, wo der Halter keinen Schutz geboten hatte, so wird der Hund diese negativen Dinge erst im Schlaf verarbeiten. WĂŒrde man den Hund nun wecken, so könnte dieses schlimme Folgen haben fĂŒr die weitere Bindung und auch das Sozialverhalten anderen Artgenossen gegenĂŒber, denn wir wissen ja nie, was unser Hund gerade trĂ€umt und in welcher Traumsituation wir eingreifen und ihn “retten” wollen wĂŒrden, weil wir denken, er habe einen Alptraum.

So ein schlafender Hund ist schon sehr niedlich.

Was das Wecken angeht, so gibt es einige Stimmen die sich dafĂŒr aussprechen es niemals zu tun und wiederum andere die sagen, dass es im Notfall gemacht werden kann. Hier sollte man aber auf Kontakt und streicheln verzichten, da dies den Hund einfach zu abrupt aus dem schlaf reißen wĂŒrde. Stattdessen sollte eher nur der Hundename ganz sanft und leise genannt werden. Immer wieder und wieder, aber immer ganz sanft und leise. Wenn der Hund dann aufwacht, sollte man ihn ignorieren und nicht aufpushen, indem man ihn anspricht, denn nur so kann er schnell wieder einschlafen und weiter trĂ€umen, auch wenn es dann ein neuer Traum sein wird.

Aber wie ist das nun genau mit der Verarbeitung neuer Dinge im Schlaf: Das Gehirn des Hundes kann nur in der REM-Schlafphase alle neuen erlernten und erlebten Dinge ganz ohne negative EindrĂŒcke oder Folgen verarbeiten und somit völlig neu im Kopf verknĂŒpfen. Im Traum haben unsere Hunde keine Grenzen und somit kann das Gehirn unendlich viele neuer VerknĂŒpfungen herstellen und abspeichern, man spricht hierbei ĂŒbrigens auch von GedĂ€chtniskonsolidierung. Wie schon oben erwĂ€hnt, brauchen Hunde einen qualitativ hochwirksamen schlaf, denn nur so können neue Dinge verarbeitet werden.

Das Gehirn braucht regelmĂ€ĂŸig neue Erlebnisse, um seinen Job richtig zu machen und somit lĂ€uft das Gehirn eines Hundes, der weniger lernt bzw. weniger beschĂ€ftigt wird einfach langsamer und hat nix spannendes im schlaf zu verarbeiten. Ein Hundegehirn welches Nachts nicht aktiv etwas verarbeiten kann, wird langsamer und immer inaktiver, was man irgendwann im tĂ€glichen Alltag miterleben kann, denn solche Hunde neigen schneller zu Demenz oder Vergesslichkeit als andere Hunde. Zudem ist ein Hundeschlaf, bei dem nichts verarbeitet und neu verknĂŒpft wurde, fĂŒr den Hund nicht qualitativ hochwertig und somit ein schlechter schlaf. Welche Folgen schlechter Schlaf bei Hunden haben kann, habe ich bereits oben erwĂ€hnt und zudem kann auch ein Hund sehr launisch sein, wenn er schlecht geschlafen hat. Übrigens, je mehr der Hund erlebt und erlernt, desto schneller ist er auch eingeschlafen und am trĂ€umen.

Übrigens hat eine Wissenschaftlerin herausgefunden, dass auch anspruchslose Dinge wie gemeinsames kuscheln auf dem Sofa/Bett oder ein einfacher Spaziergang indem nicht trainiert wird oder keine Kommandos vom Hund abgerufen werden mĂŒssen, auch zur GedĂ€chtniskonsolidierung beitrĂ€gt, da der Hund hier nicht Nachdenken muss und sein Gehirn einfach abschalten kann.

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