­čĆâFrauchen wird Hundefitnesstrainer

Wie lernen Hunde?

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Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit der Dogtisch Academy entstanden und beinhaltet daher Werbung.

Modul 4

Im vierten Modul meiner Ausbildung zur Hundefitnesstrainerin bei der Dogtisch Academy ging es um das Lernverhalten des Hundes, also wie der Hund lernt. Zudem wurden einige tolle ├ťbungen gezeigt, wie man sich die Aufmerksamkeit des Hundes erarbeiten kann. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, schneide ich nur einen kleinen Teil daraus an, also entschuldigt bitte, falls euch etwas fehlt.

Lernen ist lebenswichtig f├╝r den Hund

Das Lernverhalten unserer Hunde gleicht dem von uns Menschen. Sprich, der Hund lernt dadurch, dass auf seinem gezeigten Verhalten eine Reaktion erfolgt und dies daf├╝r sorgt, dass er das Verhalten entweder seltener oder h├Ąufiger zeigt. Der Hund lernt also aufgrund von gesammelten Erfahrungen.

Beispiel: Der Hund bettelt am Tisch. Wenn man den Hund nun ignoriert, wird das betteln irgendwann aufh├Âren und weniger gezeigt werden, da der Hund hier lernt, dass sich betteln nicht lohnt. Gibt der Halter aber nach und erf├╝llt dem Hund den Wunsch nach essbaren, wird dies daf├╝r sorgen, dass der Hund von nun an, ├Âfters bettelt und das Verhalten wird sich dann festigen, da er gelernt hat, dass es sich lohnt zu betteln.

Ein Hund lernt sein Leben lang und eigentlich lernt er in jeder Sekunde, da sich das Gehirn permanent in eine Art Lernmodus befindet. Am meisten lernt der Hund beim schlafen, da hier die Verarbeitung erlebter Dinge passiert. Aber dazu sp├Ąter mehr. Und auch wenn es Hundehalter gibt, die meinen, dass ein Hund ab einem Alter von 3-4 Jahren fertig ist und nicht mehr neues lernt, so ist dies falsch, da das Lernen beim Hund wie gesagt, ein Leben lang erfolgt und er in jeder Lebens- und Altersphase neues Verhalten erlernen kann.

Lernen findet aber nicht nur zuhause statt, sondern ein Hund lernt auch durch Umweltreize. Wenn wir z.B. beim Gassi gehen auf p├Âbelnde Artgenossen treffen oder uns Radfahrer und Jogger begegnen, sind das alles Situationen in denen der Hund lernt. Denn in der Regel achtet der Hundehalter auf seinen Hund und versucht ihn durch diese Umweltreize zu f├╝hren, also lernt der Hund hier auf seinen Halter zu achten und wird lernen die Situation zu beurteilen.

Beispiel: Ein unsicherer Hundehalter geht mit seinem Hund an der Leine spazieren und es kommt ein freilaufender Hund entgegen. Der Besitzer ist etwas entfernt und interessiert sich nicht f├╝r die aufkommende Situation seines Hundes. Der freilaufende Hund kommt auf den angeleinten Hund zu, fixiert kurz um ihn anschlie├čend zu bedr├Ąngen. Der ohnehin schon unsichere Hundehalter ist mit der Situation ├╝berfordert und versucht seinen Hund, welcher ver├Ąngstigt stehen geblieben ist, weiterzuziehen und evtl. ruft der Mensch noch verzweifelt nach dem anderen Hundehalter. Der Hund lernt hierbei, dass er seinem Menschen nicht vertrauen kann und er das selbst kl├Ąren muss. Wenn so etwas h├Ąufiger passiert, k├Ânnten sich hieraus mit Pech einige schlimme Verhaltensprobleme ergeben, wie z.B. eine m├Âgliche Leinenaggression, da der Hund gelernt hat, dass er sich selbst verteidigen muss.

Wir sehen also, das Lernen ist lebenswichtig f├╝r den Hund, um nicht zu sagen, ├╝berlebenswichtig. Aber unsere Hunde lernen nicht nur neue Verhaltensweisen, sondern es kann auch dazu f├╝hren, dass der Hund lernt, dass sich sein gezeigtes Verhalten nicht lohnt und es dann unterdr├╝ckt wird bzw. verschwindet.

Das komplexe Gehirn des Hundes und wie es lernt

Das Lernen des Hundes findet im Gehirn statt. Das Gehirn besteht, wie bei uns Menschen auch, aus Milliarden von Neuronen, welche ├╝ber Synapsen miteinander verbunden sind und somit eine Art Netzwerk bilden. Und in diesem Netzwerk werden durch das Gehirn alle m├Âglichen Informationen gespeichert, die das Gehirn des Hundes im Laufe der Zeit so sammelt. Man kann also sagen, dass Lernen der Aufbau des Netzwerkes ist, denn ohne gelerntes w├╝rde es die Informationen f├╝r das Gehirn und somit das Netzwerk nicht geben. Mit jeder neuen Information w├Ąchst das Netzwerk und neue synaptische Verbindungen entstehen. Je ├Âfter der Hund das Erlebte anwendet, desto dichter wird das Netzwerk. Eine h├Ąufige Wiederholung vom Erlebten sorgt also daf├╝r, dass Verkn├╝pfungen dichter werden und das Erlernte in den Nervenzellen fest eingespeichert wird.

Wer nun aber denkt, dass diese Informationen im Gehirn f├╝r immer bleiben, der irrt sich. Denn wenn eine erlerntes Verhalten nicht mehr abgerufen wird, verschwindet sie wieder. Wenn wir unserem Hund also etwas beibringen und es nicht konstant wiederholen, wird das Netzwerk die Informationen bei Zeiten l├Âschen und der Hund kann es nicht mehr abrufen, das Verhalten kann also nicht gezeigt werden.

Beispiel: Wir haben unserem Hund beigebracht, sich auf seine Decke zu setzen wenn es klingelt. Anfangs haben wir es immer wieder mit ihm ge├╝bt und wiederholt und penibel darauf geachtet. Mit der Zeit wurden wir unaufmerksam, da wir dachten, das wei├č er ja. Also haben wir dem Hund vielleicht das ein oder andere Mal nicht auf seine Decke geschickt oder ihm sogar gezeigt, das er an die T├╝r kommen darf. Das sorgte aber daf├╝r, dass er zum einen neues Verhalten erlernt hat, da er ja an die T├╝r durfte und zum anderen, dass er altes Verhalten verlernt hat, da er nun nicht mehr auf die Decke geschickt wurde und das alte Verhalten nicht mehr abgerufen wurde und somit f├╝r das Gehirn nutzlos wurde.

Und vielleicht habt ihr schon einmal geh├Ârt, dass lernen fit h├Ąlt? Das liegt daran, dass beim Lernen die Durchblutung des Gehirns erh├Âht wird und die Zellen besser mit Sauerstoff und N├Ąhrstoffen versorgt werden. Hunde die nicht wirklich gef├Ârdert werden und die selten etwas Neues lernen, altern daher entsprechend schneller im Gehirn, als Hunde die st├Ąndig Neues erlernen oder im Kopf gef├Ârdert werden.

Die verschiedenen Abteilungen des Gehirns

Das Gehirn hat mehrere Abteilungen vorzuweisen. Die wichtigsten Vorg├Ąnge zum Lernen passieren in der Gro├čhirnrinde, dem sogenannten Cortex sowie dem limbischen System. Die Gro├čhirnrinde ist daf├╝r da, dass das Erlernte gespeichert wird und jederzeit abrufbar ist. Im limbischen System werden Ereignisse bewertet um den Hund entsprechend handeln lassen zu k├Ânnen. Au├čerdem wird dort entschieden, welche Informationen ins Langzeitged├Ąchtnis ├╝bernommen werden sollen. Das Langzeitged├Ąchtnis wird auch Hippocampus genannt und entscheidet dar├╝ber, welche Reize, Informationen und Ereignisse weitergeleitet werden sollen. Der Hippocampus ist quasi der T├╝rsteher des Gehirns.

Wann lernen Hunde?

Auch wenn Hunde quasi immer lernen, so braucht es doch ganz bestimmte Vorraussetzungen daf├╝r. Denn nur wenn bestimmte Dinge beachtet werden, kann der Hund wirklich gut und nachhaltig lernen.

Am besten lernt der Hund im Schlaf. Denn Hippocampus und das limbische System k├Ânnen nur im Schlaf besonders effektiv und intensiv mit der Gro├čhirnrinde kommunizieren. Der Hippocampus ist nur dann in der Lage, das erlernte im Kurzzeitged├Ąchtnis zu speichern, es wird hier also kurzfristig eingelagert. Dieses “Lager” im Kurzzeitged├Ąchtnis hat aber nur eine begrenzte Gr├Â├če und daher ist es wichtig, dass der Speicher schnell geleert und die Informationen auf das Langzeitged├Ąchtnis in der Gro├čhirnrinde ├╝bertragen werden kann. Dieser Vorgang kann lediglich nur beim Schlafen passieren. Daher ist es so wichtig, dass Hunde viel Ruhe bekommen und die M├Âglichkeit haben, viel zu schlafen. W├Ąhrend der Hund schl├Ąft, arbeiten die selben Neuronen, die vorher beim Training gearbeitet haben, daher k├Ânnen die Informationen gut ├╝bertragen werden und der Lernerfolg ist dann besonders gro├č. Wenn Hunde nur wenig Ruhephasen und nur wenige oder sehr kurze Schlafphasen bekommen, kann der Zwischenspeicher nicht geleert werden. Wird der Hund statt dessen mit immer neuen Eindr├╝cken konfrontiert, so wird der Zwischenspeicher sogar eher ├╝berschrieben und das erlernte verschwindet. Es kann also nichts in das Langzeitged├Ąchtnis ├╝bertragen werden, der Hund hat also nichts gelernt.

Beispiel: Wir waren in der Hundeschule und haben mit unserem Hund eine Hundeschulstunde absolviert. Die Stunde lief super und der Hund hat toll mitgearbeitet. Nach der Hundeschule fahren wir nicht direkt nach Hause, sondern gehen noch in die Stadt mit dem Hund und anschlie├čend ins Restaurant. Der Hund hat nicht die M├Âglichkeit zu schlafen und das erlernte zu verarbeiten und ist stattdessen in der Stadt v├Âllig ├╝berreizt und wirkt evtl. auch erm├╝det. Das Gehirn ist ├╝berfordert, der Informationsaustausch kann nicht erfolgen und das erlernte aus der Hundeschule kann nicht abgespeichert werden. Folglich werden wir uns in den kommenden Tagen fragen, warum der Hund das Verhalten aus der Hundestunde nicht mehr zeigt.

Wie Angst und Stress das Lernverhalten beeinflussen

Wenn der Hund in einer Situation Angst hat, passt sich der K├Ârper dieser Emotion an und die K├Ârperfunktionen arbeiten entsprechend. Sprich, die Herzfrequenz steigt, die Pupillen sind geweitet und alles im K├Ârper bereitet sich auf Flucht oder Angriff vor. In so einem Zustand der Angst, kann ein Hund nichts lernen. Das Gehirn und seine Speicher sind quasi blockiert.

Wenn wir von unserem Hund in einem Moment der Angst eine ├ťbung abverlangen, kann es passieren, dass diese ├ťbung in Zukunft mit dieser Emotion verbunden wird und jeder m├Âgliche Reiz, die w├Ąhrend der ├ťbung aufgenommen wurden, in Zukunft den Hund in Angst versetzen k├Ânnten. Daher muss man z.B. mit Angsthunden oder sehr ├Ąngstlichen langsamer und sehr vorsichtig an neue ├ťbungen herangehen und daf├╝r Sorge tragen, dass die Emotionen bei der neuen ├ťbung neutral gehalten sind.

Also, Angst kann das Lernen negativ beeinflussen. Aber auch Stress hat diese Wirkung. Denn Hunde die in einem gestressten Zustand sind, lernen wesentlich schlechter. Hier k├Ânnen die Verbindungen zu den Neuronen nur sehr schlecht hergestellt werden, was sich nicht nur auf die Lernleistung, sondern auch auf das Ged├Ąchtnis negativ auswirkt.

Gestresste Hunde haben nur eine sehr geringe Reizschwelle und reagieren daher sehr ├╝berspitzt auf die Reize, di sie wahrnehmen. So ist es z.B. nicht verwunderlich, wenn ein Hund, der noch nie einen Jogger angebellt hat, pl├Âtzlich einen Jogger anbellt wenn er in der Situation vielleicht gerade ├╝berm├╝det und zudem noch sehr gestresst ist. der Hund f├Ąhrt also bei einer Situation, in der er sonst super Souver├Ąn ist, pl├Âtzlich aus der Haut.

Hunde brauchen Stress zum Lernen, jedoch nur in einer ganz bestimmten Menge. Die Hormone die bei Stress ausgesch├╝ttet werden, machen den Hund leistungsst├Ąrker. Wenn der Hund jedoch l├Ąngere Zeit gestresst ist, kommt es schnell zu einem Zustand der Ersch├Âpfung und das Immunsystem wird entsprechend reagieren und der Hund kann so schneller krank werden. Es ist nicht selten, dass st├Ąndig gestresste Hunde mit sehr h├Ąufigen Magen-Darm-Infekten oder einem Reizdarm zu k├Ąmpfen haben.

Ob der eigene Hund gestresst ist, k├Ânnen wir meist ganz leicht feststellen:

  • wenn der Hund sehr stark hechelt
  • vermehrter Durst
  • viele Beschwichtigungssignale wie mit der Zunge ├╝bers Maul fahren, kratzen oder G├Ąhnen
  • Gras fressen
  • st├Ąndiges Bellen oder fiepsen
  • angespannte oder verspannte Muskulatur
  • evtl. leckt der Hund sich die Pfoten oder beisst sich an der Rute den Ansatz
  • evtl. zerst├Ârt der Hund Gegenst├Ąnde oder sein Spielzeug

Wenn ein Hund unter lang anhaltendem Stress steht werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausgesch├╝ttet. Sie bereiten den K├Ârper des Hundes auf die stressige Situation vor. Sie lassen den Herzschlag erh├Âhen und den Blutdruck steigen, damit die Zellen besser mit Blut und Sauerstoff versorgt werden k├Ânnen.Auch die Atmung des Hundes wird erh├Âht werden. Dann kommt noch Cortisol ins Spiel. Es wird in der Nebennierenrinde gebildet und gelang von dort in den Blutkreislauf.

Ganz wichtig ist die Unterscheidung von akutem Stress und chronischem Stress. Der akute Stress ist nur von kurzer Dauer. Die Hormone gelangen also nur f├╝r kurze Zeit in den Blutkreislauf. Der chronische Stress h├Ąlt wesentlich l├Ąnger an und die Hormone sind l├Ąnger im Blutkreislauf, was einen erheblichen gesundheitlichen Einfluss bewirken kann.

Wie ihr sehr, k├Ânnte man ├╝ber Stress nicht sehr viel mehr schrieben, zumal auch die Themen Impulskontrolle und Frustration hier sehr wichtige Punkte bilden. Da dies aber den Rahmen sprengen w├╝rde, belasse ich es hier mit dem Thema Stress, da dies reichen sollte, um zu verstehen, wie sehr Stress das Lernen beeinflussen kann.

Von der Motivation zu Lernen

Der Hund zeigt erlerntes Verhalten aufgrund von Motivation. Ohne diese Motivation ist ein lernen ├╝berhaupt nicht m├Âglich und somit ist die Motivation nichts anderes als die Bereitschaft etwas zu tun. Vielleicht kennt man es nicht von sich selbst aus der Schulzeit, wenn die Eltern gute Schulnoten mit extra Taschengeld belohnt haben. Man hat sich extra angestrengt, da man sich etwas verdienen wollte.

Welche Dinge man zur Motivation des Hunde nutzt, h├Ąngt immer sehr davon ab, womit der Hund sich am besten motivieren l├Ąsst und wof├╝r er sich interessiert. Ein Hund der Spielzeug vorzieht, wird f├╝r ein Leckeren wenig tun, aber f├╝r seinen geliebten Ball einiges in Bewegung setzen. Damit ein Hund gut lernen kann sollten seine Grundbed├╝rfnisse nach Sicherheit, Nahrung und Ruhe geregelt sein. Ein m├╝der Hund wird nur gering mitarbeiten und eher lustlos wirken. Ein hungriger Hund dagegen viel zu aufgepasst wirken und sich unkonzentriert auf alle m├Âglichen Leckerlis st├╝rzen, die man ihm vielleicht anbietet. Ein ├Ąngstlicher oder unsicherer Hund wird ebenso nicht das gew├╝nschte Verhalten zeigen k├Ânnen.

Wenn man also ins Training geht, sollten diese Grundbed├╝rfnisse erf├╝llt worden sein, denn nur so ist die Lernkapazit├Ąt ideal und gesichert. Bei der Wahl der Belohnung m├╝ssen wir als Hundehalter nach den Bed├╝rfnissen unseres Hundes schauen und das richtige Mittel finden. Ein Hund der extrem nach Futter geeiert, wird unkonzentriert sein und damit nur einen geringen bis vielleicht gar keinen Lernerfolg aufweisen k├Ânnen.

├ťber Kommunikation von Hund und Halter

F├╝r einen nachhaltigen Lernerfolg ist auch die Kommunikation zwischen Hund und Halter sehr wichtig. Denn nur wenn der Hundehalter dem Hund richtig signalisiert, was dieser zu tun hat, kann der Hund lernen. Wenn der Hundehalter unklar in seiner Art der Kommunikation ist, kann das die Lerngeschwindigkeit schm├Ąlern oder der Hund versteht vielleicht auch nur Bahnhof. Daf├╝r ist zum einen eine ganz klare K├Ârpersprache unglaublich wichtig. Der Hundehalter sollte die K├Ârpersprache immer zum Hund hin deutlich machen und darauf achten, dass diese richtig verstanden werden kann. Sollte dann etwas nicht verstanden werden vom Hund, dann muss der Hundehalter meistens an seiner K├Ârpersprache etwas ver├Ąndern.

Es gibt aber auch Hunde, die besser lernen k├Ânnen, wenn sie zudem sprachliche Befehle bekommen. Hier muss aber darauf geachtet werden, dass der gesprochene Befehl mit der k├Ârpersachlichen Aussage ├╝bereinstimmen.

Beispiel: Wir ├╝ben mit unserem Hund den R├╝ckruf. Wir rufen “hier” und stehen mit h├Ąngenden Schultern und verschr├Ąnkten Armen auf der Wiese rum. der Hund schaut vielleicht zu uns, wird aber nicht kommen. Kein Wunder, denn unsere K├Ârpersprache wirkt vermutlich alles andere als Einladend auf unseren Hund und daher stehen der sprachliche Befehl und die k├Ârpersprachliche Deutung nicht im Einklang.

Wenn wir nun aber an unserer K├Ârpersprache etwas ver├Ąndern und uns z.B. gerade machen, die Arme ausbreiten und ihn k├Ârpersprachlich einladen, passend dazu das “hier” rufen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund zu uns kommen wird, viel h├Âher als vorher. Bei kleinen Hunden kann man sich auch hinhocken, dass wirkt noch einmal etwas einladender.

Aber wie lernen Hunde nun eigentlich?

Wir wissen nun also schon, dass ein Hund nur richtig gut lernt, wenn seine Grundbed├╝rfnisse gestillt sind und das er nur in einer, f├╝r ihn, optimalen Umgebung lernen kann. Nun m├Âchte ich noch kurz aufzeigen, welche Arten von Lernen es f├╝r den Hund gibt.

Pr├Ągung

Die Pr├Ągung findet meist in einem sehr jungen Alter des Hundes an, man spricht hier auch von der Pr├Ągungsphase. Meist wird auf Ger├╝che gepr├Ągt und einmal erlernt, ist es nur schwer zu verlernen. IN der Regel ist die Pr├Ągephase noch beim Z├╝chter. Was die Pr├Ągungsphase angeht, kommt es h├Ąufig zu Verwechslungen, da man bis zur 16 Woche, dem Hund so viel wie m├Âglich zeigen sollte, damit er sp├Ąter damit keine Probleme hat. Auch hier wird oft von Pr├Ągungsphase gesprochen. Die Forschung ist sich in der Tat nicht unsicher, ob die Pr├Ągungsphase in mehren Teilen von statten geht oder ob es eine andere Art der Pr├Ągung ist, da die eigentliche Pr├Ągung bis zur 7 Woche und ├╝ber Ger├╝che stattfindet.

Gew├Âhnung

Wenn wir von Gew├Âhnung sprechen, meinen wir Habituation. Der Hund lernt einen Reiz kennen, ohne das dieser Reiz mit irgendwelchen Konsequenzen verbunden w├Ąre, daher wird irgendwann auf diesen Reiz kein Verhalten mehr folgen, da sich der Hund hieran gew├Âhnt hat.

Beispiel: Es klingelt, der Hund bellt, wir ignorieren das Bellen des Hundes. Wenn wir dies immer konsequent ignorieren, k├Ânnte es sein, dass der Hund das Verhalten des Bellens irgendwann nicht mehr zeigt.

Nachahmung

Hunde sind wahre Meister im Nachahmen, da sie uns und ihre Artgenossen im m├Âglichen Umgang sehr genau beobachten. Daher ist es nur wenig verwunderlich, dass es Hunde gibt, die Verhalten kopieren und ├╝bernehmen. Es f├Ąllt oft auf, dass dies Verhalten keinen Sinn ergibt oder so noch nie da wahr und schnell wieder abtrainiert werden kann, wenn man konsequent daran arbeitet.

Konditionierung

Von der Konditionierung haben die meisten Hundehalter bestimmt schon geh├Ârt, vielleicht sogar im Zusammenhang mit Hundepfeife oder dem Clickertraining. Hier wird ein bestimmter Gegenstand konditioniert. Alternativ geht aber auch ein spezielles Markerwort. Wichtig ist, ganz zu Anfang eine gut aufgebaute Konditionierung zu haben, nur so ist das Markerwort oder der Gegenstand sp├Ąter relativ verl├Ąsslich nutzbar.

F├╝r die Konditionierung gilt der Pawlowsche Hund als Vorreiter. Der Wissenschaftler Iwan Pawlow fand heraus, dass Hunde, die immer nach einem bestimmten Glockenton ihr Futter bekamen, bereits einen Speichelfluss entwickelten, ohne das es Futter gab. Die Erwartung von Futter war also beim Hund angekommen.

F├╝r die Konditionierung gibt es verschiedene Arten und Methoden. Es gibt zum Beispiel auch das “Free Shaping” also das “freie Formen”. Der Hund kann hierbei frei entscheiden, ob er ein Verhalten ausf├╝hrt und das gew├╝nschte Verhalten wird dann kleinschnittig belohnt um irgendwann das gew├╝nschte Verhalten zu bekommen.

R├Ąumliches Lernen

Hunde lernen oft ortsabh├Ąngig. Vielleicht hat das der ein oder andere Hundehalter schon mal erlebt. Der Hund ist in der Hundeschule immer super dabei, zeigt nur das richtige und passende Verhalten, ist ein echter Streber. Zuhause aber, fern ab von der Hundeschule, ist er ganz anders und kann von dem Verhalten nichts mehr abrufen, vom Streber ist nichts mehr erkennbar. Das liegt meiste daran, dass man sich zu sehr auf die Erfolge an einem Ort, hier das Beispiel Hundeschule, versteift und nicht weiter oder nicht woanders daran arbeitet. Daher sollten ├ťbungen immer ├╝berall durchgef├╝hrt werden, also nicht nur an einem Ort. Das selbe betrifft aber auch die Wohnung. Wenn ein Hund nur zuhause Neues erlernt, wird er es draussen nicht anwenden oder zeigen k├Ânnen. Daher sollte man ├╝berall mit dem Hund arbeiten.

Sensitivierung

Die Sensitivierung ist genau das Gegenteil von der oben bereits erw├Ąhnten Gew├Âhnung. Also der Hund reagiert auf den Reiz noch aufmerksamer als vorher. Man kann eine gefestigte Sensitivisierung aber auch l├Âschen, wenn der Hund diesen Reiz nicht mehr best├Ątigt bekommt.

Ihr sehr also, dass Lernverhalten des Hundes ist super umfangreich und das hier wiedergegebene ist nur ein sehr kleiner Teil von dem, was in Modul 4 zu erlernen war. Da ich diese Aspekte aber besonders interessant f├╝r den Alltag als Hundehalter empfand, war es mir wichtig, euch hier├╝ber eine kleine Einf├╝hrung zu geben. Auf wenn ich hier noch so viel mehr ├╝ber das Lernverhalten des Hundes schreiben k├Ânnte, so belasse ich es hierbei, denn alles andere sprengt nur den Rahmen und w├╝rde nur ├╝berfordern, aber bestimmt werde ich das ein oder andere Thema in Zukunft nochmal in einem extra Beitrag aufgreifen.

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